MDR: Voting „Hit des Monats“ bei „Schlager des Monats“ wegen Manipulation abgebrochen Kommentare deaktiviert fĂĽr MDR: Voting „Hit des Monats“ bei „Schlager des Monats“ wegen Manipulation abgebrochen

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Brancheninsider GEORG FISCHER warnte „Schlager des Monats“ schon am 9. März(!)

Der Brancheninsider GEORG FISCHER warnte den MDR schon recht frĂĽh vor den TĂĽcken des „neuen“ bei der Wahl zum „Hit des Monats“ innerhalb der Sendung „Schlager des Monats“ eingefĂĽhrten Votingsystems, das der MDR wohl fĂĽr sicher hielt. Am 9. März schrieb er der Redakteurin: „Jetzt haben sie die Voting Art geändert und dieses Art von Voting ist noch leichter zu manipulieren als vorher.“ – Eine schon recht schwerwiegende Behauptung. Erstaunlich: Zunächst bekam GEORG FISCHER keine Antwort. Ă„hnlich wie bei uns Schlagerprofis ist „Nicht-Antworten“ fĂĽr GEORG FISCHER durchaus so etwas wie ein Anstacheln, erst recht die Sache zu verfolgen.

„Totschweigen“ hat nichts gebracht

Der Versuch des „Totschweigens“ hat nichts gebracht. Nachdem am 11. März keine Reaktion auf FISCHERs Mail kam, wurde der eindeutiger, dass er sich selbst eine Frist von einem Tag gesetzt habe, um die Klärung voranzutreiben. Erneut betonte er: „Wobei ich dazu stehe , dass ich aber auch dazu „helfen“ kann , ein Problem zu einem tatsächlichen Problem zu machen.

Ăśberraschter Anruf als Reaktion auf 2. Mail

Die 2. Mail wurde von der Redaktion des MDR wohl als „nicht nett“ aufgenommen. Immerhin kam ein Anruf. Auf die Frage, warum denn nicht auf Mail Nummer eins reagiert wurde, kam der Hinweis, dass in Homeoffice- und Coronazeiten man nicht so schnell sei. Man beantworte aber immer jede Frage des Publikums. Wer etwa nach dem Hersteller des Dirndls von STEFANIE HERTEL frage, bekäme Auskunft. – Ob dieser Hinweis eine professionelle Priorisierung von Themen erkennen lässt, wenn z. B. der Vorwurf der Voting-Manipulation im Raum steht – man weiĂź es nicht…

Ăśbergabe an Fachabteilung beim MDR

Hausintern wurde dann einige Tage nach dem ersten Hinweis doch die Sache weitergegeben. Man habe das Voting an einen externen Anbieter weitergegeben und habe die Sache im Blick. GEORG FISCHER lieĂź nicht locker: „Nachdem sie eine externen Anbieter haben , der wohl auf solche Dienstleistungen wie Voting spezialisiert ist , dann MUSS der Dienstleister dies sehen . Auch ich habe „Fachleute“ und diese konnten mir innerhalb von zwei Minuten die nötigen Programme zeigen und vorfĂĽhren , um ihr Voting rein theoretisch manipulieren zu können.“ –

Spannend ist, dass es einerseits eine „Fachabteilung“ gibt, andrerseits solche Dinge an externe Anbieter vergeben werden, aber das nur nebenbei.

SicherheitslĂĽcke erkannt?

Der „externe Anbieter“ hat dann (leider nicht eigenständig, sondern aufgrund der Intervention GEORG FISCHERs) eine „SicherheitslĂĽcke“ erkannt. Dadurch hatte es den Anschein, dass Manipulationen am System nicht mehr möglich wären. FISCHER gab zu bedenken: „Leider , sind zwei KĂĽnstler im aktuellen Voting die Leidtragenden, denn sie haben keine Chance einen 30.000 vote Vorsprung einzuholen.“ Auch dafĂĽr gab es kein FeingefĂĽhl: 30.000 Stimmen Vorsprung einer Sängerin war offensichtlich kein Grund, diese Stimmen zu annullieren.

Offensichtlich weiteres Leck im Sicherheitssystem

Erstaunlicherweise gab es beim Voting fĂĽr „Schlager des Monats“ weitere Fantasie-Zahlen. Einer der drei Acts soll ĂĽber 150.000 Votes gehabt haben – Fantasiezahlen. Grund genug fĂĽr den MDR, die Notbremse zu ziehen und die Abstimmung vorzeitig zu beenden. Auf der Votingseite ist zu lesen:

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„Die IT des MDR hat festgestellt….“

Immerhin hat man die Größe, den Fehler zuzugeben (, wobei es schon „witzig“ gewesen wäre, wenn nachher jemand gewonnen hätte, der mehr Votes am Schluss gehabt hätte als die Show Einschaltquote). Wenn ein externer Anbieter statt der IT-Abteilung das Voting installiert und ein externer Hinweisgeber nachdrĂĽcklich auf die Probleme hinweist, wird das vom MDR  wie folgt kommuniziert: „Die IT des MDR hat festgestellt….“ – ist wohl immer eine Frage des Betrachtungswinkels.

Schade fĂĽr die KĂĽnstler

Leidtragende sind natĂĽrlich die KĂĽnstler (VANESSA KATHERINA, ANDRÉ BUSSE und VIVIEN GOLD), die es wirklich verdient hätten, zu den „Schlagern des Monats“ zu kommen. Die können fĂĽr dieses Dilemma nichts, dass das Votingsystem erkennbar manipulierbar ist. Die am Schluss erzielten Klickzahlen machten ja sehr deutlich, dass das nur noch „Hacker“ sein konnten, die solche Werte erzielen können. Man sollte den drei KĂĽnstlern daher nach unserer Meinung eine weitere Chance geben, sich zu fairen Bedingungen zu stellen. – Wer natĂĽrlich ĂĽberhaupt auch nichts dazu kann, ist Moderator BERNHARD BRINK. Der Schlagertitan hat natĂĽrlich mit dem Votingsystem nichts zu tun.

Nachwuchsarbeit des MDR ist zu loben

Bitter ist das Ganze sicher fĂĽr die drei Nachwuchstalente, die alle sicher förderungswĂĽrdig sind. Es bleibt zu hoffen, dass der MDR an dieser tollen Idee festhält, den „Hit des Monats“ bei den Schlagern des Monats zu etablieren. Dazu wären natĂĽrlich zwei Dinge eminent wichtig: Eine Redaktion, die Currywurstsänger von KĂĽnstlern unterscheiden kann und die Wichtigkeiten von Kleiderfarben oder Manipulationen unterscheiden kann. Und eine IT, die imstande ist, ein funktionierendes Votingsystem zu installieren. Wir drĂĽcken die Daumen. Die nächste Sendung wird vom MDR am 9. April 2021 ab 20.15 Uhr ausgestrahlt.

Foto: © MDR/fmp/Evelyn Sander

 

 

 

 

 

 

 

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