PEPE EDERER verstoben – Interessante Aspekte eines bewegten Lebens Kommentare deaktiviert fĂĽr PEPE EDERER verstoben – Interessante Aspekte eines bewegten Lebens

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PEPE EDERER: Entdeckt bei PETER FRANKENFELD

Wie das ESC-Portal OGAE heute kommuniziert hat, ist bereits am 4. Januar 2021 der bekannte Komponist und Schlagerproduzent PEPE EDERER in den USA verstorben. Der Sänger blickt auf ein bewegtes Leben zurĂĽck. In den 1950er Jahren machte er mit seinen Freunden GERD GUDERA und WALTER LEYKAUF (später bekannt als „PATRIZIUS“) Musik. Gemeinsam schafften die drei Musiker den Durchbruch in PETER FRANKENFELDs Nachwuchssendung „Toi-toi-toi“, eine Art DSDS der 1950er Jahre. In dieser Show wurde ĂĽbrigens u. a. auch DIETER THOMAS HECK entdeckt.

Erster Plattenvertrag von Erfolg gekrönt: „Tom Dooley“ ein Riesenhit

Gemeinsam mit dem Orchester FRIEDEL BERLIPP, der als BERRY LIPMAN bekannt wurde, ging es bei Electrola ins Studio – und mit der deutschen Version gelang gleich ein gigantischer Erfolg. Bei der allerersten vom Musikmarkt herausgegebenen Single-Verkaufshitparade war „Tom Dooley“ auf dem 7. Platz vertreten. Danach folgten einige weitere Schlagererfolge – insgesamt 5-mal hat das Trio die deutschen Singlecharts gestĂĽrmt, einmal im Duett mit ANGELE DURAND.

Mitte der 1960er Jahre bei kleiner Plattenfirma „Populär“ angedockt

Nach dem Riesenerfolg von Tom Dooley lieĂź der Erfolg in den kommenen Jahren kontinuierlich ab – nach der Electrola waren die NILSEN BROTHERS kurzzeitig bei Ariola und bei DECCA unter Vertrag. Mitte der 1960er Jahre wollten sie offensichtlich wieder durchstarten und landeten bei der kleinen Plattenfirma Populär. Die begrĂĽndete die längere Tonträgerabstinenz des Trios wie folgt: „Und nun – nach sehr langer Auslandstournee – endlich wieder fĂĽr die deutsche Schallplatte verfĂĽgbar – singen sie wieder gleich zwei so populäre Lieder wie die Aufnahmen dieser Platte.“ – Klappern gehörte schon damals zum Handwerk.

Superhit „Aber dich gibt’s nur einmal fĂĽr mich“

Eines dieser Lieder trug den Titel „Aber dich gibt’s nur einmal fĂĽr mich“. Komponiert wurde der Schlager von „PIT“, das war ein Pseudonym fĂĽr PEPE EDERER. Den Text schrieb „HEINZ CULEY“. Das war ein Pseudonym fĂĽr die anderen beiden NILSEN BROTHERS, GERD GUDERA und WALTER LEYKAUF. Keine Quellen lassen sich finden, warum bei dem Pseudonym der Vorname „HEINZ“ gewählt wurden, denkbar ist aber, dass das dem Verleger geschuldet ist: HEINZ KAROW, in dessen Verlag dieses Lied damals erschienen ist.

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2017 KĂĽndigung des Vertrags mit dem Verlag HEINZ KAROW scheiterte

Im Jahr 2017 kündite PEPE EDERER den langjährigen, Mitte der 1960er Jahre geschlossenen, Vertrag mit dem Verlag HEINZ KAROW Musikverlag. Seine Argumetation war, dass der damals geschlossene Vertrag den Tatbestand der Sittenwidrigkeit erfülle. Dagegen wehrte sich der Inhaber des Verlags, LUTZ KAROW, und bekam vor dem Landgericht München Recht, woraufhin sich LEYKAUF und GUDERA vom Prozess zurückzogen. PEPE EDRER ging in Berufung und scheiterte auch beim Oberlandesgericht.

Spannende Frage: Sind Verlagsverträge „Knebelverträge“?

Wie einem lesenswerten Artikel der SĂĽddeutschen Zeitung zu entnehmen ist, gehen ca. 40 Prozent der GEMA-Einnahmen an den Verlag. Und weil die Verlagsrechte noch 70 Jahre ĂĽber den Tod des KĂĽnstlers hinaus gelten (das ist eine fĂĽr UDO-JĂśRGENS-Fans interesante Frage), profitiert der Verlag schon in extremen MaĂźe von einem Erfolgshit – so offensichtlich die Meinung von PEPE EDERER, mit der er sich gerichtlich aber nicht durchsetzen konnte – u. a., weil Verträge dieser Art „branchenĂĽblich“ seien.

Ab ca. 1972 RĂĽckzug der NILSEN-Brothers

Zu Beginn der 1970er Jahre zogen sich die NILSEN-Brothers zurĂĽck. PEPE EDERER veröffentlichte 1972 eine eigene Single, auch WALTER LEYKAUF begann, sich als „PATRICK NIELSSEN“ eine Karriere aufzubauen.

Zwist um NILSEN-BROTHERS-Comeback 1977

Auch 1977 hätte es „beinahe“ einen Prozess mit den NILSEN-BROTHERS gegeben. Und das kam so: PEPE EDERER wurde mit der Schweizer Plattenfirma „PICK Records“ einig, ein neues Album – quasi „Comeback-Album“ der NILSEN BROTHERS zu veröffentlichen. Zwischenzeitlich wurde im Trio aber WALTER LEYKAUF gegen MARC HOLDER ausgetauscht. Parallel zu diesen Comeback-BeĂĽhungeen startete LEYKAUF unter dem Pseudonym „NILSEN BOYS“ eine Neuaufnahme des Hits „Tom Dooley“, was EDERER „not amused“ hatte. Da wurde (wohl zurecht) „unlauterer Wettbewerb“ gewittert.

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Städterat schlichtet Streit

Auf unkonvontionelle Weise schlichtete der damalige Schwyzer Städterat HEINER OECHSLIN den Streit, indem er die Streithähne in ein Wirtshaus bat und die Angelegenheit dahin gehend aus der Welt schaffte, dass WALTER LEYKAUF die bereits produzierten Singles der NILSEN BOYS einstampfte und versprach, nicht mehr unter Bandnamen aufzutreten, die den Namen „NILSEN“ (oder ähnlich geschrieben) tragen. Im Gegenzug war PEPE EDERER damit einverstanden, dass LEYKAUF sich weiterhin „PATRICK NIELSEN“ nennen dĂĽrfe. Nachdem man sich einig war, soll das Trio GerĂĽchten zufolge den gemeinsamen Erfolg „Tom Dooley“ geschmettert haben.

1973: MONICA MORELLS Lied „Bitte glaub es nicht“ wird vom Grand Prix disqualifiziert

Das von PEPE EDERER fĂĽr MONICA MORELL geschriebene Lied „Bitte glaub es nicht“ war eigentlich als Beitrag fĂĽr die Schweizer Vorentscheidung zum Grand Prix Eurovision vorgesehen gewesen. MONICAs damalige Managerin wies die fĂĽr die Schweizer Eurovisions-Ausrichtung zuständige SRG darauf hin, dass der Komponist, eben PEPE EDERER, kein Schweizer StaatsbĂĽrger sei, was gegen die Wettbewerbs-Regeln verstoĂźe, was tatsächlich zur Disqualifikation MONICA MORELLs (bzw. genauer gesagt ihres Titels) vom Wettbewerb fĂĽhrte.

Hintergrund dieses Affronts, dass ausgerechnet MORELLs Managerin fĂĽr deren Disqualifikation sorgte, war, dass auch ein Text von ihr fĂĽr die Eurovision zur Debatte stand, MONICA sich aber fĂĽr den Song von PEPE EDERER entschied. Pikanterie am Rande: Auch die besagte Managerin war nicht Schweizerin, sondern Deutsche (sie war Krefelderin). Recht halbherzig hat die Dame dieser Darstellung in Teilen zwar widersprochen – letztlich war sie aber wohl in der Tat fĂĽr die Disqualifikation verantwortlich, zumal in ihrer Gegendarstellung fragwĂĽrdige Ă„uĂźerungen getätigt wurden, dass sie z. B. bei MONICAs erster Single nur als Coach tätig gewesen sei – dabei war sie auch auch als Texterin des Liedes „Karabatschi“, das vielfach als schlechte Produktion kritisiert wurde, angegeben.

1974: Teilnahme am Grand Prix Eurovision mit PIERA MARTELL

Ein Jahr später, im Jahr 1974, gelang PEPE EDERER dann doch noch der Coup, fĂĽr die Schweiz beim Grand Prix Eurovision teilzunehmen – ausgerechnet in dem Jahr, in dem die Gruppe ABBA raketenartig ihre Karriere zĂĽndete. Man musste sich damals einer Vorentscheidung stellen. Die Konkurrenz war stark. Als Zweitplatzierte lieĂźen die von der Pressejury favorisierten PETER, SUE & MARC grĂĽĂźen, die schon 1971 die Eidegenossen beim Grand Prix vertraten – ĂĽbrigens als erste Gruppe, die ĂĽberhaupt beim Grand Prix aufgetreten ist (zuvor waren Gruppen nicht zugelassen).

Am 26. Januar 1974 gewann PIERA MARTELL, die sich zuror schon öfter fĂĽr den Grand Prix bewarb, mit dem Lied „Mein Ruf nach dir“. Komponist PEPE EDERER rief als Ziel aus, besser als im Vorjahr dazustehen (Platz 11) – leider wurde selbst dieses Minimalziel nicht erreicht, obwohl PIERA MARTELL wettbewerbserfahren war, so gewann sie im November des Vorjahrs das nationale Schlagerfestival. Das Nationalität-Argument zog diesmal nicht – „Mein Ruf nach dir“ wurde vom Deutschen PEPE EDERER in den MĂĽnchner Unionstudios produziert. 31.000 Stimmen der TV-Zuschauer und Radiohörer wurden ausgezählt und entschieden sich mehrheitlich fĂĽr PIERA MARTELL.

Der Journalist BEAT HIRT schrieb damals scharfzĂĽngig: „Diesmal entsandten wir zum Grand Prix eine hervorragende Interpretin mit einem sehr mittelmäßigen Song. Komponist – Produzen PEPE EDERER hatte ihn unter Zeitdruck noch in den letzten Minuten vor Abgabetermin in den Kasten geworfen“. Auch sieht BEAT HIRT Parallelen zum Schlagerfestival-Song „Der Himmel ĂĽber mir“ – und dennoch wird die Eurovisionsteilnahme fĂĽr alle Beteiligten ein unvergessenes Erlebnis geblieben sein, zumal auch Deutschland mit der von CINDY & BERT gesungenen Nummer „Sommermelodie“ desaströs scheiterte (man teilte sich den letzten Platz).

Auch Schwester IRMA HOLDER erfolgreich

Kurios: Auch PEPE EDERERs inzwischen leider auch verstorbene Schwester IRMA HOLDER war sehr erfolgreich im Schlagergeschäft tätig und textete Riesenhit wie „Du hast mich 1000-mal belogen“.

Letzter NILSEN-Brother PATRIZIUS

Wie die Kollegen von smago.de berichten, ist berits im Jahr 2019 auch PEPE EDERERs Sangeskollege GERD GUDERA verstorben, so dass von der Originalbesetzung der NILSEN BROTHERS nur noch WALTER LEYKAUF bzw. PATRIZIUS lebt, der sicher das musikalische Werk der unvergessenen NILSEN BROTHERS in Ehren hält.

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MATTHIAS REIM: Mit „Blaulicht“ sogar ein Aspirant fĂĽr die Single-Charts 1

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MATTHIAS REIM: Neue Single „Blaulicht“ offensichtlich ein Treffer

Das wird MATTHIAS REIM freuen – nach dem schönen 2. Platz mit „Matthias“ in den Albumcharts kristallisiert sich heraus, dass er mit der Single „Blaulicht“ einen Treffer gelandet hat. Okay, die Ballermann-Radiocharts sind nicht zwingend der MaĂźstab ALLER Dinge – aber dort steht er klar auf Platz 1 der angesagten Hits – siehe HIER. Aber in den offiziellen Single Trending Charts eine Duftmarke zu setzen – das ist fĂĽr einen Schlager nicht selbstverständlich. MATTHIAS ist es tatsächlich gelungen – in der aktuellen Liste steht er auf Platz 7, wie man HIER nachlesen kann. Nach wie vor ist „MATZE“ also offensichtlich auch bei Single-Käufern angesagt – wir gratulieren!

Gerne hätten wir eine schöne Rezension zum Album gemacht, aber leider hat es mal wieder mit der Bemusterung nicht geklappt – trotzdem freuen wir uns mit MATTHIAS fĂĽr diesen schönen Erfolg. 

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HELENE FISCHER singt ARD-Olympiasong fĂĽr Winterspiele 2022: „Jetzt oder nie“ 3

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HELENE FISCHER: Song aus „Rausch“-Album fĂĽr Olympia

Die ARD hat sich dazu entschieden, einen HELENE-FISCHER-Song als Titelmelodie fĂĽr die Olympischen Winterspiele in Peking, die am 4. Februar 2022 starten, auszuwählen. FĂĽr HELENE FISCHER ist das natĂĽrlich doppelt praktisch – auf der einen Seite wird ihr Song und damit weiterhin das „Rausch“-Album ordentlich beworben, auf der anderen Seite muss sie aber nicht selber die Medien mit persönlichem Erscheinen aufmischen. Von ihr gibt es keine Babyfotos und dergleichen. Immerhin wird ĂĽber DPA ein erfreutes Statement von HELENE zu ihrem Olympia-Song veröffentlicht:

Ich erinnere mich an viele Momente meiner Karriere, in denen es auch fĂĽr mich „jetzt oder nie“ geheiĂźen hat. Meist habe ich mich fĂĽr „jetzt“ entschieden und bin damit gut gefahren. Ich hoffe, dass mein Song unseren Athletinnen und Athleten in Peking genauso viel GlĂĽck bringt, wie ich selbst mit ihm verbinde.

Bezug zu UDO JĂśRGENS

Zugegeben, es ist manchmal ein „Hobby“ von uns, BezĂĽge zu UDO JĂśRGENS herzustellen. Und auch hier gibt es spannende Parallelen: „Jetzt oder nie“ hieĂź z. B. ein Song, ein Album und eine Tour von UDO JĂśRGENS – aber viel spannender: UDO sang 1978 das Lied zur FuĂźball-WM in Argentinien: „Buenos Dias Argentina“. Ganz bewusst wurde damals im Text des Songs und in den Auftritten die groĂźe Politik ausgespart – damals typisch fĂĽr den Zeitgeist – und HELENE FISCHER (bzw. die ARD) geht offensichtlich einen vergleichbaren Weg. Wobei der Inhalt des Songs zum Olympischen Gedanken passt – wenn man denn die Begleitumstände ausblendet.

Wir sind gespannt, ob der Song nun auch als „offizielle Single“ aus „Rausch“ vermarktet wird.

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