BAYERN PLUS wird zu BR SCHLAGER – eine gewaltige Mogelpackung? 1

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Aus „Bayern Plus“ wird „BR Schlager“ – eine gute Nachricht?

Also erst mal hört sich das ja alles wirklich gut an. Der digitale Radiosender BR Plus, den der Bayerische Rundfunk etabliert hat und damit den Schlager aus der (zumindest derzeit) noch vielen Autoradios verbannt hat, hat sich dem deutschen Schlager verschrieben – für Schlagerfans eine gute Nachricht.

ROLAND KAISER

ROLAND KAISER sagt begeistert, dass er „stolz darauf“ sei, dass der BR sein Programm umbenennt und damit „Flagge zeigt“ – so der Grandsigneur des deutschen Schlagers. Auch JULIAN REIM „freut sich“ und „freut sich über diese Veränderung“ – auch er liest nicht das „Kleingedruckte“. Auch die Lebensgefährtin seines Vaters, CHRISTIN STARK, freut sich. SEMINO ROSSI ist auch begeistert und freut sich auf einen Liveauftritt. Aber zeigt „BR Schlager“ wirklich Flagge?

Fatale Erinnerung an WDR4

Der Radiosender WDR4 hat es vor knapp 10 Jahren vorgemacht. Im Jahr 2011 kam man auf die „tolle“ Idee, die internationalen Oldies deutlich hervorzuheben. Schon damals wurden etwa 50 Prozent internationale Oldies gespielt. Mit Schlagern wurde der Sender zum erfolgreichsten Sender Deutschlands – das war den Alt-68ern natürlich ein Dorn im Auge, und so startete man nach und nach einen „Relaunch“. Immerhin dauerte es noch etwa drei Jahre, bis WDR4 zu dem heutigen Oldie-Dudelsender verkommen ist. Bemerkenswert: Auch in Corona-Zeiten gibt es null Solidarität mit deutschen Musikern – auch aktuell wandern die Tantiemen lieber ins Ausland.

Das „Kleingedruckte“ bei BR Schlager

Der Bayrische Rundfunk geht da cleverer vor als WDR4, das allerdings zugegeben mit der Verbannung des Schlagers dennoch erfolgreich ist und sich einen Teufel um die deutschsprachige Musikszene schert. BR Schlager – das klingt nach Aufwertung. Wer ins „Kleingedruckte“ schaut, entdeckt, was WIRKLICH angedacht ist. Warum andere Schlagerportale sich das nicht ansehen, ist uns ein Rätsel.

„Mehr englischsprachige Evergreens“

Ganz offensichtlich reicht es nicht, wenn die traditionellen Frequenzen von internationalen Oldies blockiert werden. Mit stolz geschwellter Brust kündigt man bei „BR Schlager“ an, künftig mehr internationale Oldies zu spielen. Also genau das zu tun, was zum Untergang des wichtigsten Schlagersenders überhaupt geführt hat. Wir zitieren wortgetreu – siehe HIER:

Mehr englischsprachige Evergreens

Bei der musikalischen Ausrichtung werden künftig noch stärker alle Facetten des Schlagers präsentiert. Ergebnisse der Medienforschung haben gezeigt, dass sich die Hörerinnen und Hörer neben aktuellen Schlagerhits und deutschen Schlagerklassikern auch mehr englischsprachige Evergreens wünschen. Zudem werden auch weiterhin Schlagertalente und Newcomer ganz gezielt gefördert und auf ihrem Weg begleitet.

Werden Schlagerfans verarscht?

Man könnte es auf diese Formel bringen: „Name ändern, was anderes suggerieren und wiederum das Gegenteil machen.“ – Wie gesagt: Dumm ist das nicht – im Gegenteil, es ist schlau. Man suggeriert den Schlagerfans dass ab sofort auch BEATLES, ABBA, HARPO und Konsorten laufen und das „Schlager“ sei. Genau so wie FLORIAN SILBEREISEN u. a. die KELLY FAMILY und BONNIE TYLER als „Schlagerstars“ präsentiert.

Datenbanken werden diffus zitiert

Der WDR blickte kürzlich zurück auf die letzte ZDF-Hitparade und stellte fest, dass die Menschen immer weniger Schlager hören wollen. Die Datenbank „Statista“ gebe das her. Und in der Tat: Zwischen 2016 und 2020 scheint die Popularität des Schlagers in sehr kleinem Umfang abgenommen zu haben. Aber: Der deutsche Schlager zählt immer noch zu den beliebtesten Musikrichtungen Deutschlands, wenn man der Datenbank Glauben schenken darf – siehe HIER. Demzufolge ist der Schlager die drittbeliebteste Musikrichtung der Deutschen. Beim WDR nicht zu hören.. – noch Fragen?

Ein Hoch auf SWR4

Auch wenn die neue TV-Show „SWR Schlager – die Show“ in den letzten Wochen recht „totgeschwiegen“ wurde, kann man dem Radiosender SWR4 nicht dankbar genug sein, diese komischen Wege, internationale Oldies als „Schlager“ zu bezeichnen und damit die Schlagerfans zu begeistern, eben NICHT zu gehen. Man kann diesem Sender mit „Arsch in der Hose“ nicht dankbar genug sein, als einziger Sender seine Hörer ernst zu nehmen. Mit anderen Worten: DANKE, SWR4!!!

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1 Kommentar

  1. Schlagermusik ist eine deutsche Erfindung. Ausserdem besitzt Schlager ganz eindeutige musikalische Merkmale.
    Es gibt keine internationale Schlagermusik. Es gibt einige Künstler die könnte man dazu zählen wie Tony Christie, Engelbert und ggf. Tom Jones. Aber auch Künstler aus Deutschland sind oft kein Schlager. Man bezeichnet sie aber leider als Schlager. Ben Zucker, seine Schwester Sarah Zucker, Kerstin Ott, die Münchner Freiheit usw. Sarah Zucker ist eindeitig langweiliger einschläfernder Deutsch-Pop. Nichts besonderes, in den letzten 10 bis 15 Jahren schon zigfach gehört. Julian Reim ist auch kein Schlager. Aber da er Erfolg haben soll und muss, wird er dazu gezählt. Man bezeichnet Sie als Schlager weil der Schlager seit vielen Jahren wieder angesagt ist. Man will dadurch einfach nur ordentlich Kohle machen. Besonders die Manager und Plattenfirmen.

    Martin

UDO LINDENBERG: Neuer Song von Schlagerautoren – stellt er „Wieder genauso“ beim #FreeESC vor? 1

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UDO LINDENBERG: Kurz vor dem 75. Geburtstag bemerkenswerter Song

Kurz vor seinem 75. Geburtstag veröffentlicht UDO LINDENBERG mit „Wieder genauso“ einen bemerkenswerten brandneuen Song, in dem er in den Dialog mit dem Tod tritt. Ähnlich wie Vornamenskollege UDO JÜRGENS kommt er zu dem Schluss, dass er es „wieder genauso“ machen würde (JÜRGENS: „Ich würd es wieder tun“). Ein echter Gänsehaut-Song, tiefsinnig und bärenstark. Aber: Hoch spannend sind die Songautoren.

1975 kämpfte UDO gegen den „schlechten deutschen Schlager“

In der BRAVO 33/1975 sorgte UDO LINDENBERG mit einem kleinen Foto für Aufregung. Abgebildet wurde seine Faust. Auf die Frage, was das zu bedeuten habe, antwortete der Panikrocker: „Faust: Kampf gegen den schlechten deutschen Schlager“. Das kam nicht bei allen gut an. Ein Fan (OTTO A. aus der Schweiz) schrieb z. B. in BRAVO 46/1975:

„Dieser Typ regt sich ja nur deshalb über den deutschen Schlager auf, weil er unfähig ist, das zu erleben, was in diesen Schlagern besungen wird, nämlich Herz und Gefühl“. In der BRAVO 51/1975 wurde mitgeteilt, dass der Brief die Gemüter erregt habe.

1976 schießt UDO LINDENBERG noch schärfer gegen den deutschen Schlager

Den Höhepunkt erreichte die Diskussion in BRAVO 24/1976. Damals vertrat er folgende Thesen:

  • Die deutschen Schlagersänger sind wie Prostituierte.
  • DIETER THOMAS HECK verkauft Scheiße.
  • Schlagermacher sind Berufslügner und Volksverdummer.
  • Die ZDF-Hitparade ist für Leute mit amputiertem Gehirn.

Immerhin stellte sich UDO LINDENBERG (übrigens anders als damals DIETER THOMAS HECK) und diskutierte mit Stars wie JULIANE WERDING, CHRIS ROBERTS, REX GILDO, PETER PETREL und BENNY über den aktuellen Zustand des deutschen Schlagers, an dem er kein gutes Haar ließ, wobei er schon damals Ausnahmen nannte – wie eben UDO JÜRGENS mit seinem „Ein ehrenwertes Haus“.

Songautoren des neuen Liedes mit Schlagererfahrung

Der neue Song von „LINDI“ wurde u. a. von JOE WALTER komponiert. Der ist Keyboarder der sehr bekannten Band JENNIFER ROSTOCK, die – Achtung – erstmals beim Bundesvision Song Contest überregional bekannt wurde. Das passt zum Thema UDO LINDENBERG. JOE WALTER ist aber auch sehr erfolgreich als Autor von Schlagern und arbeitete mit folgenden Schlagerstars u. a. zusammen:

  • BEATRICE EGLI („Wo sind all die Romeos?“)
  • HELENE FISCHER („See You Again“)
  • HOWARD CARPENDALE („Hier“)
  • MICHELLE („Wenn ich was gelernt hab“)
  • VANESSA MAI („Beste Version“)

Der zweite Autor ist PHILIPP KLEMZ – ebenfalls kein Unbekannter der Schlagerszene, so arbeitete er zusammen mit

  • BEN ZUCKER („Na und?!“)
  • MARIE REIM („Rosarote Brille“, neue Single von MARIE)
  • MICHELLE („Alle träumen“)
  • ROSS ANTONY(„Goodbye Papa“)

Diese beiden Schlager-Schaffer haben den neuesten Song des Panikrockers UDO LINDENBERG geschrieben – ein Ritterschlag nicht nur für die beiden Autoren, sondern auch ein Kompliment für das Image des deutschen Schlagers, finden zumindest wir. Vor 40 Jahren hätte UDO LINDENBERG wohl kaum mit Songautoren des Schlagersegments zusammengearbeitet.

Der heiße Tipp: Ist UDO beim #FREE ESC dabei?

Spannend ist, dass JOE WALTER auch den aktuellen Song der PRINZEN („Dürfen darf man alles„) mit geschrieben hat. DIE PRINZEN sind lt. der BILD-Zeitung auch beim #FREEESC von STEFAN RAAB mit dabei. Warum sollte da nicht auch UDO LINDENBERG sich bei der imposanten TV-Show die Ehre geben? Wir halten das für möglich. Mit JOE WALTER und den PRINZEN, mit denen UDO einst den Song „Körper“ zusammen sang, sind ja bekannte Gesichter am Start.

Produktinformatoin der Plattenfirma

Udo Lindenberg, eine Ikone und absolute Größe der deutschen Musiklandschaft: Jedes Album seit 2008 erreichte Platz 1 der deutschen Charts. MTV Unplugged 1 verkaufte bis heute über 1 Mio. Tonträger
unzählige Gold- und Platinauszeichnungen

Udopium umfasst 50 Jahre Musikgeschichte 1971-2021 plus 4 neue Songs
Die erste Singleauskopplung „Mittendrin“ erreichte bisher die Top 60 der deutschen Airplaycharts
„Wieder genauso“ ist die zweite Singleauskopplung und eine komplette Neuschaffung
Wieder genauso ist eine sehr melancholische Ballade in der der Künstler in ein Gespräch mit dem Tod geht
Lyricvideo erscheint zum Release am 7.5. um Mitternacht

Quelle: Warner Music International

 

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KATJA KRASAVICE: Tiefer Fall von 1 auf 92 – „krankes“ Chartsystem? 0

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Singlecharts immer „merkwürdiger“

Als in den vorletzten Single-Charts KATJA KRASAVICE die Nummer 1 der Singlecharts holte, war klar, woran das lag: Sie hat erfolgreich auf ihren sozialen Kanälen die Werbetrommel für ihre Single geschlagen, die im Bundle mit dem T-Shirt erhältlich ist. So war es möglich, NATHAN EVANS‘ „Wellerman“ für eine Woche von der Spitze zu holen. Mit dem Unterschied, dass „Wellerman“ ein echter Hit ist, während „Best Friend“ offensichtlich nur darauf angelegt war, für eine Woche Nummer 1 zu werden.

In dieser Woche ist „Wellerman“ wieder auf Platz 1, „Best Friend“ hingegen auf Platz 92

Song interessiert offensichtlich nicht

Ursprünglich war in Deutschland der Song von „SAWEETIE“ auf dem Markt und schaffte es auch in die Single-Trend-Charts. Erst mit dem „feat. KATJA KRASAVICE“ und deren Marketing mit dem T-Shirt, das in ihrem Shop zu haben war, wurde „Best Friend“ zum Hit. Aber eben nach unserer Meinung nicht wegen des Songs, der sonst mehr als eine Woche erfolgreich gewesen wäre, sondern wegen des T-Shirts – auch wenn nach unserer Kenntnis nur 4 EUR umsatzrelevant sind – es hat trotzdem gereicht.

Ähnlich hat es KATJA KRASAVICE ja schon einmal mit einer Sexpuppe gemacht – das dazugehörige Album knacke ebenfalls die Spitze der Charts, in dem Fall der deutschen Albumcharts (Schlagerprofis.de berichtete). 

Gibt es einen „Fehler im System“?

Man muss nun sagen – wie will man heutzutage noch faire Charts erstellen? Früher reichte es aus, die Stückzahl der verkauften Einheiten (Singles, Maxi-CDs etc.) zu zählen – heutzutage ist insbesondere das Streaming von Bedeutung. Und das liefert ja große Manipulationsmöglichkeiten.

Welcher über 30-jähriger kann heute die Top-10 der Single-Charts mitsingen oder kennt die Songs? Früher waren die Top-10 oftmals einer großen Bevölkerungsschicht präsent, was heute zumindest nach unserer Wahrnehmung nicht mehr wirklich der Fall ist. Vielleicht ist es aber auch ein Generationenproblem, dass man aus dem Alter heraus ist, schon mal was von „Liege wieder flach“, „Friday“ oder „Blessed“ gehört zu haben.

Vielleicht auch eine Idee für den Schlager?

Da es ist wie es ist, wundert man sich, warum nicht GIOVANNI ZARRELLA die italienische Version von „Wie schön du bist“ nicht mit Pizzateller verkauft oder VANESSA MAI ihren „Mai Tai“-Song mit Cocktailglas. Dann könnte man für eine Woche vielleicht Platz 2 hinter dem T-Shirt holen. Was das alles noch mit Beliebtheit von Musik und Songs zu tun hat, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Immer entscheidender scheint hier nicht der „Peak“ zu sein, sondern der Chartrun, also wie lange ein Song sich in den Charts hält…

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