INA MÜLLER: Ihr neues Album „55“ in der Schlagerprofis-Rezension Kommentare deaktiviert für INA MÜLLER: Ihr neues Album „55“ in der Schlagerprofis-Rezension

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Ein bemerkenswertes Album hat INA MÜLLER mit „55“ hingelegt, das so richtig schön „aus dem Leben gegriffen“ ist und vielfach nach autobiografischen Inhalten klingt – zumindest bieten fast alle Titel wohl für fast alle Fans der Sängerin und Moderatorin Identifikationspotenzial.

„Irgendwie vermiss ich dich, obwohl du da bist“ – mit diesen Worten beschreibt INA MÜLLER eine langjährige Beziehung, aus der anscheinend „die Luft raus ist“. Trotz körperlicher Nähe ist offensichtlich im Laufe der Zeit eine emotionale Distanz geworden. Die Sportschau ist offensichtlich von höherer Priorität, wenn „Werder gegen Hannover führt“ – ein eher melancholischer Einstieg ins Album, obwohl es sich um eine Uptempo-Nummer handelt. Ein „Lied aus dem Leben“, das vermutlich aber keinen aktuellen autobiografischen Hintergrund hat.

In der von Piano und Streicher getragenen Ballade „Wohnung gucken“ geht es nicht etwa darum, einen neuen Lebensmittelpunkt zu finden, sondern viel mehr um INAs Sinn für (scherzhaft gesagt) Voyeurismus. Mit ihrem Partner will sie fremden Leuten eben – „in die Wohnung gucken“, um sich „die Geschichte dahinter“ auszumalen. Der gemeinsame Spaziergang macht ihr offensichtlich Freude, denn: „Es ist schön, dass du weißt, wann ich frier’“ – dieses Gefühl der Vertrautheit ist es, die laut INA offensichtlich Heimat ausmacht.

Mit „Laufen“ wird es dann unbeschwerter – mit einem fröhlichen Pfeifen wird der Einstieg ins Lied begleitet, auch wenn INA augenzwinkernd über das Älterwerden philosophiert. Wenn bei „Frau Müller“ um vier Uhr die „Rollläden raufgehen“, liegt das daran: „Früher haben wir durchgemacht, heute machen wir Pilates“. Früher stand INA laut ihrer Aussage „kurz vor einem Marathonlauf“– nun kurz davor, sich einen Treppenlift zu kaufen. Offensichtlich kommt sie angesichts der „55“ noch nicht zu sehr in Depressionen angesichts der eher fröhlichen Melodie.

Wie es ist, wenn man „fast“ ein Paar ist – aber eben nur „fast“, beschreibt INA MÜLLER mit dem Wortspiel „Fast hält länger als fest“. Mit diesem Lied beschreibt INA MÜLLER nach unserer Wahrnehmung die zunehmende Unfähigkeit, sich zu binden. Diese mangelnde Bindungsfähigkeit hat zwar Vorteile („fast perfekt“), aber birgt auch schlimme Gefahren („Ich wär fast verreckt“). Erneut zeigt sich der TV-Star von einer ungewohnt nachdenklich-melancholischen Seite.

Mal ging es mir schlecht und manchmal nicht so gut“ – erneut scheinen wir uns auf einen nicht wirklich erfreulichen Text gefasst zu machen. Sie habe sogar „Bermudas“ und „Modern Talking“ miterlebt. Eine Konstante im Leben der „Müllerin“ ist laut Textaussage „Rauchen“ – und anders als andere gibt es ein Ode an das „Rauchen“ – bezogen auf die Herren der Schöpfung sagt INA z. B.: „Erst gaben sie mir Feuer und dann ihre Nummer“ – die Möglichkeit, soziale Kontakte anzubahnen, kommt in diesem Song gut zum Ausdruck – klasse, endlich mal ein Lied für Raucher ohne erhobenen Zeigefinger, teils schön dreistimmig gesungen und mit Bluesharpsolo – ein Lied, das auch geeignet ist, um es am Lagerfeuer zu singen.

Eine Vorabauskopplung zum Album „55“ ist „Ich halt die Luft an“ (, bis ich nicht mehr kann). In dem Lied geht es um die momentane Ausnahmesituation, in dem die Menschen sich nun fast schon ein Jahr lang befinden. Sehr viel Lebensfreude und Freiheit werden immer mehr beschränkt – stattdessen leben viele Menschen in Angst und Ungewissheit und würden einfach am liebsten wie INA MÜLLER eben „die Luft anhalten“, bis alles vorbei ist.

Klein und süß und jede Pose sitzt“ – INA MÜLLER beobachtet die aktuelle Lebensgefährtin ihres Ex‘ und kommt zum Schluss: „Es ist manchmal so banal“ und wundert sich, was der so „cool“ findet: Sie „sieht alles, was ich niemals für dich war“. Erneut erzählt uns INA MÜLLER ein melancholisch-nachdenkliches Lied, das dennoch Identifikationspotenzial bietet – es kommt sicher oft vor, dass man sich Gedanken darüber macht, woran eine Beziehung gescheitert ist bzw. um es mit INA zu sagen: „So hätt‘ ich also sein sollen“.

Ähnlich wie „I Need A Dollar“ startet musikalisch der „Eichhörnchentag“, in dem sich sicher auch sehr viele Menschen wiederfinden: Es geht um Dinge, die man im Alltag verliert und „in der Wohnung wie blöd auf und ab rennt“, um Gegenstände zu finden, die man doch gerade noch in der Hand hatte – wer kennt das nicht!? („…und ich hab vergessen, wo ich alles verbuddelt hab‘“) – Ein lustiger und beschwingter Titel: „Die kleinen grauen Zellen kommen nicht aus dem Quark“.

Das wertvollste, was uns Menschen wohl gegeben ist, ist die Zeit. Nachdenklich sinniert INA MÜLLER in „Die Zeit läuft dir davon“ darüber, wie schnell schöne Momente vergehen: „Sie klaut dir dein Leben und du stehst daneben“ – ein Thema, das auch schon der große UDO JÜRGENS zu Liedern gemacht hat („Wer hat meine Zeit gefunden?“, „Heute beginnt der Rest deines Lebens“). Passend zur Album-Trilogie „Weiblich, ledig, 40“, „48“ und nun „55“ passt das Thema auf das Album.

Ein seltenes Songthema greift INA MÜLLER mit „Wie Heroin“ auf. Nein, hier geht es nicht um Drogenkonsum – oder etwa doch? Von der Konsistenz her wäre „Wie Kokain“ vielleicht noch treffender gewesen – es geht nämlich um Zucker. Und wenn INA hungrig (oder gar „unterzuckert“?) ist, liegen die Nerven blank. Das geht so weit, dass sie das „Laptop durch’s Fenster warf“ und dummerweise „damit deinen Wagen traf“ – Schuld daran war der Verzicht auf Zucker. Da wird dem geliebten Partner dann schon mal an den Kopf geworfen, dass er ein „Verlierertyp“ sei und er „zu dick“ sei, aber nach der Nahrungsaufnahme kommt sie zur Erkenntnis: „an dir ist nicht alles schlecht!“. – Vermutlich ein Song mit ähnlichem Identifikationspotenzial wie „Rauchen“. Da verzeiht man es dann auch, dass die Melodie des Songs stark an einen BLÄCK-FÖÖSS-Klassiker erinnert.

Auf den ersten Blick überraschend, macht INA MÜLLER auf ihrem „55“ betitelten Album ausgerechnet „Das erste halbe Mal“ zum Thema. Erneut schildert sie Dinge, wie sie wohl sehr viele ihrer Fans erlebt haben, wenn „seine Mutter mich damals nicht gemacht hat“ und dann ständig anklopft, um sich nach dem Wohlbefinden zu erkundigen. Auch der „Hosenknopf von meiner neuen Jeans“ ließ die damalige Liebschaft verzweifeln. Die Popgruppe TEENS wird stolz sein, es noch 2020 in einen Song zu schaffen, denn: „Im Radiorecorder lief „Gimme Gimme Gimme von den TEENS“ (- wobei es vielleicht auch dem geschuldet ist, dass sich „TEENS“ so schön auf „Jeans“ reimt). Dann kommt die Aufklärung, warum das Lied eben doch zu „55“ passt, weil der damalige Freund „beim LIDL an der Kasse“ gesichtet wurde – und sich nur „minimal“ dort bewegt habe – eben „wie bei unserem ersten halben Mal“ – ein augenzwinkernder Abschluss eines erneut amüsanten Songs, auch wenn der körperliche Kontakt wohl eher schmerzhaft war.

Mit einer Ode an ihre Heimatstadt Hamburg beschließt INA MÜLLER ihr Album – vom Piano begleitet, erschafft sie so etwas wie die moderne Version von „Guten Abend, gute Nacht“ präsentiert: „Morgen früh, wenn der liebe Gott will…, wird die ganze Stadt wieder wach“. Ein emotionales Liebeslied an eine wirklich tolle Stadt.

Unter dem Strich darf man INA MÜLLER ein sehr gelungenes Album attestieren, das ähnlich stark ist wie ihr erstes Album mit einer Lebensalter-Zahl („Weiblich – ledig – 40“) –und das ist ein Kompliment. Neben ihrem Lebensgefährten JOHANNES OERDING und BENNI DERNHOFF ist mit dem Textdichter FRANK RAMOND quasi ein „Mann der ersten Stunde“ dabei, der nach wie vor Texte auf hohem Niveau dichtet. Die Lieder sind so richtig schön aus dem Leben gegriffen und hochwertig produziert – wir drücken demzufolge feste die Daumen, dass INA MÜLLER einmal mehr die Top-5 der offiziellen Albumcharts stürmt…

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Das Album gibt es in drei Varianten:

– als „normale“ CD
– als „Limited Edition“ mit einer Bonus-CD, auf denen Ausschnitte aus INAs Nacht zu finden sind und ein Bonussong namens „Fünf Minuten“, der uns zur Rezension nicht vorlag sowie
– die „Limited Edition“ mit „Colored Vinyl“ (Vorsicht: Das Album soll mit der Geschwindigkeit „45“ abgespielt werden.

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ANDREA BERG: Auch in Österreich Platz 1, Schweiz Platz 2 für „Ich würd’s wieder tun“ 2

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ANDREA BERG: Auch in Österreich und in der Schweiz sehr erfolgreich

Nachdem schon am vergangenen Freitag feststand, dass ANDREA BERG in Deutschland zum 12. Mal auf Platz 1 der Albumcharts gelandet ist (darüber haben wir als erstes Schlagerportal HIER berichtet), haben nun auch unsere deutschsprachigen Nachbarländer ihre Zahlen ermittelt. Auch in Österreich konnte ANDREA die Spitzenposition einnehmen, in der Schweiz reichte es zu einem tollen 2. Platz – interessant ist, dass in der Schweiz der Chor „HEIMWEH“ mit dem Album „Freiheit“ sich die #1 geschnappt hat. 

Achtes Nummer-1-„Produktalbum“ in Folge mit Platz 1 in Deutschland und Österreich

Wenn man nur die aktuellen Neuproduktionen nimmt (also keine Compilations etc.), hat ANDREA damit zum 8. Mal in Folge sowohl in Deutschland als auch in Österreich die Spitze der jeweiligen offiziellen Charts erreichen können – auch dazu gratulieren wir herzlich. 

 

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VANESSA MAI: Mit „Metamorphose“ Emanzipation vom Schlager 4

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VANSESA MAI: Eine Woche nach dem Duett-Auftritt mit ANDREA BERG kommt ihre neue CD

Nachdem sich – wie der Pressetext es zum Ausdruck bringt – VANESSA MAI „von den Regeln der Schlagerwelt emanzipiert“ hat, dürfen wir uns am Freitag auf ihr neues Album „Metamorphose“ freuen, dessen Name Programm ist. Im Pressetext finden sich sehr interessante Formulierungen. Bei aller früherer Kritik muss man davor den Hut ziehen – selbst die großen Superstars tanzen nach der Pfeife bzw. akzeptieren auch dümmliche auferlegte Regeln. Davon scheint VANESSA sich in der Tat „emanzipiert“ zu haben.

Was der Pressetext sagt, scheint zuzutreffen: VANESSA „macht ihr Ding“ – und hebt sich damit durchaus von vielen Kolleginnen und Kollegen ab, das macht schon neugierig auf „Metamorphose“ – der Pressetext ist sehr interessant zu lesen, mit großer Spannung freuen wir uns schon auf das Buch von VANESSA:

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Pressetext

Ab 8. September auf großer Deutschland-Tour.

METAMORPHOSE. Das heißt Verwandlung, Veränderung, Bewegung. Alles ist im Fluss. Nichts bleibt, wie es war. Wer den Weg von Vanessa Mai in den letzten Jahren verfolgt hat, für den ergibt der Titel ihres neuen Albums sofort Sinn. In einem Wort spiegelt sich alles wider, was passiert ist. Vanessa Mai hat neue Sounds ausprobiert, dabei mit neuen Musikern zusammenarbeitet, und sich Stück für Stück von den starren Regeln der Schlagerwelt emanzipiert.

Vanessa sagt:

„Ich habe wahnsinnig lange auf diese Freiheit hingearbeitet. Genau das bedeutet METAMORPHOSE für mich. Gar nicht so sehr der Switch zwischen den Genres, sondern das Sich-frei-Machen von all den Regeln, die mir auferlegt worden sind und die vermeintlich gesetzt waren. Und von all den Leuten, die bestimmen wollten, wo es für mich lang geht und mich zurückgehalten haben.“

Die Welt des Schlagers war erst der Anfang für eine junge, starke Frau mit eigenem Kopf und glühender Liebe für das Leben, so wie sie sich das vorstellt: Leben, das heißt Veränderung.  Also alles neu.  Auf eigenen Beinen, nach eigenen Spielregeln, über eigene Kanäle. METAMORPHOSE ist genau Jetzt. Eine Momentaufnahme im Leben von Vanessa Mai.

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Die neuen Songs atmen in vollen Zügen einem frischen, modernen Popsound zwischen Dance-Vibes und emotionalen Balladen. Hier treffen Pop, Schlagerund urbane Hip-Hop-Beats aufeinander. Um Genre geht es aber gar nicht. Sondern nur ums Gefühl. Vanessa Mais Gesang bringt die Tracks in den mitreißenden Hooks zum Fliegen.

Deutschrap-Ikone Sido schaut für eine Strophe voller Filmzitate in „Happy End“ vorbei. In „Schwarze Herzen“ mit dem Rapper CIVO wechselt Vanessa Mai sogar selbst hinüber zum Auto-Tune-Rap. Gemeinsam mit Mike Singer singt sie die smoothe Deutschpop-Ballade „Als ob du mich liebst“. Mit Rapper ART „Melatonin“ zu lässigen R&B-Vibes. Und mit Andrea Berg „Unendlich“, das Schlager-Duett des Jahres mit wichtiger Botschaft über menschlichen Zusammenhalt.

Produziert wurde das Album von B-Case, JUNKX, Jules Kalmbacher und Jens Schneider. METAMORPHOSE ist ein emanzipiertes Album. Ready für den Hit-Hunger der Streaming-Gegenwart. Und befreit von den Erwartungen, was man einer jungen Frau, die man als Schlagersängerin kennt, zutraut und was nicht. Vanessa Mai macht einfach ihr Ding.

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Der Weg hierher war lang. Gerade ist Vanessa Mai 30 geworden und blickt trotzdem schon auf eine zehnjährige Karriere zurück. Bekannt wurde sie als Frontfrau der Band Wolkenfrei. Nach mehreren Top-10-Erfolgen startete sie 2016 ihre Solokarriere. Mittlerweile ist sie in allen erdenklichen Genres und Bereichen unterwegs.

Vanessa Mai ist Sängerin, Schauspielerin, Tänzerin, Werbegesicht, Moderatorin und Social-Media-Star. Immer unter Strom. Trotz all diesem Multitasking sagt sie: „Egal, was ich mache, ich bin und bleibe immer Sängerin. Musik ist meine Leidenschaft. Genau das, was ich mir als Kind erträumt habe. Mir macht es Spaß, neue Sachen auszuprobieren, aber nichts gibt mir so viel wie live auf einer Bühne zu stehen.“

Thematisch geht es in den neuen Songs auch wieder um die Liebe. Nur dass sich die Sprache darüber geändert hat. Weniger Sternendach, mehr genauere Beschreibungen verschiedenen Beziehungsphasen und emotionalen Zuständen. Es geht um das Nicht-voneinander-Loskommen („Süchtig“) und versöhnliche Abschiede („No Hard Feelings“), um heiße Flirts („Vibes“), toxische Chats („Schwarze Herzen“) und den Wunsch sich die Realität schön zu lügen („Als ob du mich liebst“).

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Eine Ausnahme bildet der Song „747“. Darin erzählt Vanessa Mai ihre eigene Geschichte in der dritten Person. Es geht um den Traum hochzufliegen. Und entschlossen den eigenen Weg zu gehen. „Im Gegenwind ist jede Landung hart / Wenn du die falschen Freunde um dich hast / Doch sie setzt alles auf einen Neuanfang / Kann doch nicht sein, dass das schon alles war“.

Musikalisch teast Vanessa Mai hier ihr erstes Buch an, das im November erscheinen wird. In „I do it Mai Way“ erzählt sie ehrlich von all den großen Widerständen und kleinen Zwischenschritten auf ihrem Weg durch die funkelnde Schlager-Show-Welt. „Der Schlager wird immer in meiner Brust schlagen“, sagt Vanessa Mai. „Das klingt cheesy, aber es ist so. Das sind meine Wurzeln.

Trotzdem musste ich erstmal aus dieser Welt herauswachsen, in der ein paar wenige Leute viel zu viel zu sagen haben.“

Musik, das ist für Vanessa Mai ein großer Möglichkeitsraum. Und Erfolg, das ist heißt Wachstum: „Stillstand ist das schlimmste, was ich mir vorstellen kann.“ METAMORPHOSE ist mehr als dieses Album. METAMORPHOSE ist ihre ganze Karriere, ihr Prozess und auch ihr Wesen, wenn man so will. Vanessa Mai will sich nicht festlegen lassen. Und jetzt, wo sich freigeboxt hat, ist sowieso alles möglich.

Quelle: Sony Music
Fotos: Sony Music, Victor Schranz

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