MARINA MARX auf den Spuren von KATJA KRASAVICE 9

Marina Marx Artikel

Expliziter Schlagertext

Marina Marx mit „deutlicher Ansage“!

Es kommt immer wieder vor, dass Schlagertexte zu provozieren wissen und damit gerne auch mal für das Radio gesperrt werden. MANUELAs Hit „Schuld war nur der Bossa Nova“ wurde wegen Anzüglichkeit nicht gespielt, und der selige GÜNTER KRENZ weigerte sich, mit „DSCHINGHIS KHAN“ von der gleichnamigen Gruppe ein vermeintlich kriegsverherrlichendes Lied zu spielen. FALCOS „Jeanny“ wurde auch nicht gespielt – die Reihe lässt sich beliebig lang fortsetzen. Eins ist aber diesen Liedern gemein: Richtig explizit ging es darin nicht zur Sache – so etwas kennen wir eher aus der Rapszene – eins von vielen Beispielen ist hier der – entschuldigung, das Lied heißt nun mal so – „Ars**f***-Song“Arschfick-Song von SIDO.

Auf den Spuren von KATJA KRASAVICE

Mit purem Sex auch in der Musikszene zu provozieren, ist auch nichts wirklich Neues, denken wir an KATJA KRASAVICE, die erfolgreich ihrer CD eine Sexpuppe beilegte. Sehr explizite Schlagertexte hingegen sind bislang doch eher Neuland. Umso erstaunter waren wir, als wir auf dem Debutalbum von MARINA MARX das Lied „Bisschen mehr als Freundschaft“ gehört haben.

Hier mal das Textzitat:

Heut’ Nacht brauch ich

Mehr brauch ich, mehr brauch ich, mehr
Bisschen mehr als Freundschaft
Heut Nacht will ich
Mehr will ich, mehr will, mehr will ich alles von dir
Heut Nacht such ich
Mehr such ich, mehr, ich zeig dir was ich von uns geträumt hab
Komm in mir, komm in mir, heute Nacht
Gib mir mehr, bisschen mehr als Freundschaft

Schlager oder Rap

Als „Rapperin“ kann man solche Texte vielleicht veröffentlichen. Aber in dem Genre von MARINA MARX ist ein solcher Text schon wirklich mutig. Nichts gegen freche und provokante Texte – aber ein wenig nett als Metapher sollte es schon verpackt sein. Aber unverblümt im Text zu sexuellen Wunschpraktiken aufzurufen ist schon sehr „unlyrisch“. Ein Rundfunk-Boykott ist hier recht leicht zu prognostizieren, weil der Text wohl eher nicht sendefähig sein dürfte.

Single-Auskopplung denkbar

Man könnte nun sagen – macht ja nichts – ist ja „nur“ ein Albumtitel. Das große Problem ist aber: Der Song ist extrem stark und ein Single-Kandidat! Eine Auskopplung setzt dann voraus, dass man hier den Gesang ändert, indem man tatsächlich die Textzeile ändert – ein „Auspiepen“ geht da nicht. Fazit: Viel Arbeit für eine Single … – Hätte man über den Tellerrand gedacht, wäre die Zeile von vorherein einfach ein simples „Komm zu mir“ geworden – und alle etwaigen Probleme wären gelöst gewesen. Wobei natürlich nicht auszuschließen ist, dass dieser „Skandal“ vielleicht sogar kalkuliert ist – ähnlich wie ja auch die „Überraschung“ im Januar eher geplant wirkte?

Album „Der geilste Fehler“: „Leider geil“!

Ansonsten stellen wir fest, dass das Album „Leider geil“ ist. Wirklich ein gut arrangiertes und authentisches Album, das man MARINA MARX unter dem Label „Rockschlager“ einfach abnimmt. Und dennoch haben wir noch einen Kritikpunkt zu nennen: Was wir wirklich sehr auf dem ganzen Album vermissen, sind: CHÖRE! Es sind nur ganz selten mal zweite Stimmen drauf…. Stützende Chöre aber leider gar nicht. Insbesondere bei dem Song „Ich glaub ich hab noch nie geliebt“ fehlen diese schmerzlich! Da MUSS eine knackige 3-Satz-Chorwand im Chorus kommen – dann würde es richtig brettern…

Zu guter Letzt: Erklärung zum Titelbild

Bevor wir jetzt böse Schelte ernten, dass wir ein schlüpfriges Titelbild wählten – das ist beabsichtigt gewesen. Passend zu Marinas Text gehört natürlich auch ein entsprechendes Titelbild – mit klarer „Ansage“. Natürlich hätten wir auch ’skandalträchtig‘ und reißerisch im Titel formulieren können „Große Sorge um Marina Marx’ Liebesleben!“ – aber wir haben ja gerade von Marina gelernt, wie man es (noch halbwegs) mit einem Augenzwinkern verpackt – und Stilistiken kopieren ist nicht unser Spezialgebiet.

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9 Kommentare

  1. Wieviel verschiedene Schlagergenres sollen eigentlich noch erfunden werden? Wenn Schlagerrock dann nur Christin Stark. Christin hat wenigstens einen eigenen Stimmklang der herausragt. Marina Marx hat garnichts. Am wenigsten Stimme. Dieser sogenannte Gesang schmerzt nach wenigen Sekunden auf den Ohren. Die soll nach Mallorca auf den Ballermann gehen, da gehört sie hin. Schlimm was alles unter Schlager zählt nur damit die Künstler, deren Manager und die Plattenfirmen ordentlich Kohle einstecken können im zurzeit gut laufenden Schlager-Business Und richtige Schlagerkünstler wie Christian Lais oder Laura Wilde schauen wieder in die Röhre. Widerlich.

    Grüße Martin

    1. Hallo Martin 🙂

      Stimme Dir vollkommen zu.
      Mit welcher Bereicherung tritt M. M. , nach relativ schnellem Bekanntwerden , mal wieder in einer Samstag Abend Show auf , präsentiert den “ geilsten Fehler “ des Lebens ?

      Wo sind für morgen :

      LAURA WILDE
      TANJA LASCH
      CHRISTIAN LAIS
      NORMAN LANGEN
      ANITA & ALEXANDRA HOFMANN

      Alle haben aktuell, gute Titel und präsentieren diese wieder mal nicht.

      Ich gönne und freue mich für M. M. , wuerde gern nur nachvollziehen woran es liegt und o. a. CHART Titel vollständig nicht dabei sein können .

    2. Von Martin an Martin

      Nur weil man die Musik nicht mag, muss man sich nicht bei jedem Artikel den Frust von der Seele schreiben. Ich finde es gut das das Schlagergenre so breit aufgestellt ist und wir viele gute Interpreten haben.

      1. Es geht nicht um Frust sondern um Gerechtigkeit. Möchte nur an die Schlagerchampions erinnern. Julian Reim hat einen Auftritt und bekommt dann dafür den Preis als Newcomer. Er war noch nicht mal in den Charts. Da frage ich mich, nach welchen Regeln wird gespielt?

        Ein nicht frustrierter Martin

  2. Bei der Überschrift hätte ich jetzt echt was anderes erwartet, dass der CD irgendein „Goodie“ beiliegt oder so.
    Es ist also eine „sexuelle Wunschpraktik“, wenn genau das passieren soll was passieren muss, wenn man sich ein Kind wünscht!? Nicht euer Ernst. Heutzutage dürfte sowas kein Aufreger mehr sein.

    1. Lieber Marky,

      einfach mal den Song anhören und den Text aufmerksam beachten.
      Aus dem Text geht deutlich hervor, dass es kein Kindeswunsch mit ihrem Partner ist. Und wir „regen“ uns nicht auf – mit keiner Silbe. Wir sehen nur die „Radiotauglichkeit“ in Gefahr.

      > „Nicht euer Ernst.“
      Doch – aus genau vorgenannten Gründen 😉

      1. Auf den Spuren von KK ist MM aber definitiv nicht. Texte sind ja auch immer interpretierbar, z.B. „komm jetzt“ könnte man auch so oder so deuten. Die Radiotauglichkeit ist weniger wegen der Textzeile in Gefahr, sondern eher, weil der Song inkl. Text insgesamt schlecht ist.

ANITA HOFMANN an Covid-19 erkrankt – wir wünschen GUTE BESSERUNG! 0

Bild von Schlagerprofis.de

Nun hat es auch die Schwester erwischt…

Vor einigen Tagen hat ALEXANDRA HOFMANN ihre Fans darüber informiert, dass sie an Covid-19 erkrankt ist. Was leider zu befürchten war, ist eingetreten – ihre Schwester ANITA HOFMANN ist leider auch an Corona erkrankt. Wir wünschen den Schwestern von Herzen gute Besserung und dass sie die Krankheit bestmöglich überstehen. Gerade ANITA hat sich auch in professionellen Kontakten eine tolle Menschlichkeit bewahrt, wie sie wirklich vorbildlich und einzigartig ist. Völlig branchenuntypisch denkt sie immer erst an andere und dann an sich – leider kennt das „C“-Virus da keine Gerechtigkeit – die Genesungswünsche fallen daher besonders herzlich aus…

Wilde Zeiten 2.0“ am 7. November

Zurück dann doch wieder zum „Professionellen“: Am 7. November erscheint von den Sisters das Update des bemerkenswerten „Wilde Zeiten“-Albums. Wir drücken die Daumen, dass auch die neue Version des Albums einschlägt. Der „Mehrwert“ kann sich sehen lassen:

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UDO JÜRGENS: Kurioses „Jubiläum“ beim Schlagerjubiläum 2

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UDO-JÜRGENS-Jubiläum angekündigt…

Neben dem 75 einhalbten Geburtstag von JÜRGEN DREWS und dem 50 einhalbten Jubiläum von MARIANNE ROSENBERGs Karriere gibt es ein weiteres kurioses Jubiläum. Laut MDR gibt es Folgendes zu feiern: „Vor 70 Jahren gewann Udo Jürgens als jüngster Teilnehmer einen Komponisten-Wettbewerb des ORF.“

Es war vor 71 Jahren…

Wir haben dazu den UDO-JÜRGENS-Experten RENÉ JOCHADE befragt. Der stellt klar:

Im Jahre 1949 veranstaltete der österreichische Rundfunk einen großen Komponistenwettbewerb, und Udo beschloss spontan, daran teilzunehmen. Er erinnerte sich sofort seines Liedes „Je t’aime“, welches er aus verschmähter Liebe mit Herzblut komponiert und getextet hatte:

„Je t’aime, lass mich bei dir sein.
Du weißt, ich brauche deine Liebe.
Mit dir war ich nie allein,
meine Hoffnung war, dass es so bliebe.“

Kurzentschlossen reichte er es ein. Und was geschah? Unter dreihundert erfahrenen Profis, welche neben ihm am Wettbewerb teilnahmen, erreichte Udo den dritten Platz! Seine Konkurrenz staunte nicht schlecht, als das Ergebnis bekanntgegeben wurde.

Und das war noch nicht alles: Ein paar Jahre später nahm Udo mit dem gleichen Titel an einem Gesangswettbewerb des Studios Kärnten teil, welcher ebenfalls vom österreichischen Rundfunk veranstaltet wurde und den vielsagenden Titel „Auf Biegen und Brechen“ führte (- so hieß der Wettbewerb -). Und siehe da, das Wunder geschah: Was ihm als Komponist noch nicht ganz geglückt war, gelang ihm hier als Sänger: Udo gewann diesen Wettbewerb, und zum ersten Mal in seinem Leben fühlte er sich wie ein kommender Star…

KEIN Schlagerjubiläum

Mal abgesehen davon, dass UDO JÜRGENS nicht wirklich ein Schlagersänger war, erzielte er also den Erfolg im KOMPONISTENwettbewerb des ORF vor 71 Jahren. Er war nicht etwa Sieger, sondern wurde Dritter. Und ob er von den 300 Teilnehmern der Jüngste war, darf lt. RENÉ JOCHADE ebenfalls angezweifelt werden.

Andere Jubiläen

Wie kürzlich von uns berichtet, ist die Veröffentlichung von UDO JÜRGENS‘ erster Erfolgssingle „Jenny“ vor 60 Jahren erfolgt. Vor 50 Jahren ging er auf legendäre „Udo 70“ Tour. Album und Tour „Udo 80“ setzten ebenfalls Maßstäbe. Wird man allen Ernstes den 71. Jahrestag einer Drittplatzierung begehen? (Oder liegt die Aufzeichnung der Show schon so lange zurück, dass es im Moment der Aufzeichnung noch „passte“?)…