ESC: Geringste Zuschauerzahl seit 2009 Kommentare deaktiviert fĂĽr ESC: Geringste Zuschauerzahl seit 2009

CD Cover 2

Nach vielen Jahren hat Deutschland beim ESC mal wieder eine gute Platzierung geholt – man ist geneigt zu sagen: „LEIDER!“. Denn: Der NDR kann sich nun mit ihrem Konzept, Resterampe des Formats „Voice Of Germany“ zu sein, entspannt zurücklehnen. Es wird also weiter damit gehen, unbekannte eher untalentierte Castingtalente zu entsenden, bei denen der Song vollkommen egal ist – in diesem Jahr hat es ja auch geklappt.

Schultes Song traf einen Nerv, wie man das sehr oft auch von DSDS-Kandidaten kennt: Der Song ist vollkommen uninteressant, aber es wird auf die Tränendüse gedrückt. Noch billiger war da nur der berechnende MeToo-Song „Toy“, der dann auch prompt gewonnen hat.

Weniger Zuschauer als sonst – aber überragend viele junge ESC-Fans

Was die Einschaltquote angeht, kann man theoretisch auch zufrieden sein: Über 7,7 Mio. Zuschauer sahen das Großereignis, auch die Quote (33,3 Prozent) ist gigantisch gut. Aber: Alles ist relativ. Denn: Das sind die wenigsten Zuschauer seit 2009 – in den Lena-Jahren schalteten knapp doppelt so viele Zuschauer ein. Andrerseits ist die Quote bei den jungen Zuschauern – gerade für ARD-Verhältnisse – überragend: 3,4 Mio. Zuschauer im Alter bis zu 49 Jahren entsprechen einer großartigen Einschaltquote von 42 Prozent – wie gesagt: Keine guten Nachrichten für Schlagerfreunde und vielleicht auch nicht für Eurovisionsfreunde, weil das vermutlich als Freibrief für ein „Weiter so“ angesehen wird und wir weiterhin unglaublich schwache Titel ins Rennen schicken werden.

GroĂźer Erfolg fĂĽr Stefanie Hertels Muttertags-Show im MDR

Hoch interessant ist in diesem Zusammenhang allerdings Stefanie Hertels Muttertags-Show, die im MDR ausgerechnet gegen den ESC antreten musste. Hertel lockte sensationelle 1,39 Mio. Zuschauer vor die Mattscheibe – die Quote von 5,2 Prozent kann – gerade vor dem Hintergrund der groĂźen Konkurrenz – als groĂźer Erfolg gewertet werden.

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ESC: Schlechtester Marktanteil des Jahrtausends – und: Italien als Profiteuer der Publikumsabstimmung 1

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ESC: Quote zwar gut, aber schlechtester Marktanteil des Jahrtausends

Was den ESC angeht, gab es in diesem Jahr eine klare Erkenntnis: Der Name des Wettbewerbs hat immer weniger mit der Realität zu tun. Den SONG interessiert eigentlich niemand mehr. Das Interesse an der Show ist zwar nach wie vor enorm groĂź – es geht hier aber nicht um Interesse an guter Musik, sondern um das Spektakel. Wohl kaum jemand kann sich z. B. an den Siegertitel des vorletzten Jahres erinnern. So ist es auch in diesem Jahr: Gewonnen haben halbnackte brĂĽllende Rocker aus Italien.

Warum ĂĽber 26 Prozent Marktanteil nur bedingt ein groĂźer Erfolg sind

Mit dem deutschen Wahlverfahren blamiert sich der NDR seit Jahren seit vielen Jahren bis auf die Knochen. Was in der freien Wirtschaft und bedingt auch in der Politik unmöglich wäre, ist beim NDR normal: Jedes Jahr Klatsche abholen und jedes Jahr „groĂźe Schnauze“ haben, wie toll man doch gearbeitet hat – daran muss man sich wohl leider gewöhnen, es wird ja von einer ZwangsgebĂĽhr bezahlt und zugegeben von genĂĽgend Menschen gesehen.

Schauen wir uns einfach mal die Marktanteile der letzten 20 Jahre an:

  • 2001: 36,9 %
  • 2002: 38,4 %
  • 2003: 39,0 %
  • 2004: 44,0 %
  • 2005: 29,8 %
  • 2006: 38,7 %
  • 2007: 30,1 %
  • 2008: 28,0 %
  • 2009: 31,0 %
  • 2010: 49,0 %
  • 2011: 49,4 %
  • 2012: 36,7 %
  • 2013: 33,8 %
  • 2014: 34,3 %
  • 2015: 33,8 %
  • 2016: 36,7 %
  • 2017: 31,6 %
  • 2018: 33,4 %
  • 2019: 34,3 %
  • 2021: 26,7 %

Mit anderen Worten gab es in diesem Jahr den schlechtesten Marktanteil des Jahrtausends. In absoluten Zahlen sehan im Ersten nur 2008 noch weniger Zuschauer zu (gestern waren es 6,53 Mio., 2008 waren es 6,40 Mio.). Insofern also von der Quote her eine ErnĂĽchterung? Man ist geneigt zu sagen: „Leider“ nein. Das unsäglich desinteressierte Verhalten der Verantwortlichen wurde eben nicht abgestraft, weil auch die Zuschauer beim Spartensender ONE zu berĂĽcksichtigen sind.

Und da schauten unglaubliche 1,2 Mio. Menschen zu – auch und gerade bei den jugendlichen Zusehern erfreut sich der ESC ungebrochener Beliebtheit, insofern scheint die Zeit der groĂźen Lieder vorbei zu sein. Passend zum Zeitgeist zählt hier reine Oberflächlichkeit, Pyrotechnik und Show – der Song ist leider egal, das muss man zumindest aktuell einfach mal hinnehmen.

Italien: Beliebt beim Publikum

Kurios: Schon 2015 hätte Italien gewonnen, wenn es keine Jury gegeben hätte. Schon damals lag Italien auf Platz 1 der Publikumswertung, hatte aber wegen einer zu schlechten Jurywertung keine Chance. Genau so war es gestern – auĂźer, dass die Jury genĂĽgend Punkte gegeben hatte, dass es zu einem Sieg gereicht hätte. Wobei man sich sicherlich fragen muss, wie viele Stimmen in absoluter Zahl es sind, wenn z. B. in San Marino ein TED-Ergebnis eingefahren wird – besser nicht hinterfragen….

Kuriose Koks-GerĂĽchte

Noch heute Nacht gab es kuriose GerĂĽchte, dass der Sänger der italienischen Gruppe MĂĄneskin im Green Room eine Line gezogen hätte. U. a. die BILD-Zeitung hat diese GerĂĽchte zum Thema gemacht und berichtet von einem fälligen Drogentest. Angeblich waren die verdächtigen Bewegungen aber einem zerbrochenen Glas geschuldet. Mal sehen, ob sich das noch aufklären wird… Auf jeden Fall waren es tolle Zeiten, als ein ESC-Sieger noch nicht nachher zum Drogentest musste…

Twitter-Links gelöscht

Kurios: Im Netz kursierten heute Nacht auf Twitter mehrere Videos, die die verdächtige Szene gezeigt hatten – zumindest DIE können wir aktuell nicht mehr aufrufen. Schon alles sehr merkwĂĽrdig…

SARAH CONNOR und JAN DELAY: Warum treten sie nicht an?

Ebenfalls kurios: SARAH CONNOR bewies im Vorprogramm zum ESC erneut, dass sie auf Weltklasseniveau performt. Warum tritt sie nicht fĂĽr Deutschland an? Und wenn sie nicht will… – warum bietet man ihr dann  Jahr fĂĽr Jahr erstklassige Promotion-Möglichkeiten? Wenn sie (vielleicht sogar verständlicherweise) beim ESC nicht antreten will, ist nicht nachvollziehbar, warum sie ausgerechnet bei dem Event so gute Promo-Möglichkeiten bekommt. Das gilt auch fĂĽr JAN DELAY.

 

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JENDRIK: Zweitbestes ESC-Ergebnis fĂĽr Deutschland in den letzten sechs Jahren Kommentare deaktiviert fĂĽr JENDRIK: Zweitbestes ESC-Ergebnis fĂĽr Deutschland in den letzten sechs Jahren

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JENDRIK: Herzlichen GlĂĽckwunsch, ein toller Erfolg!

Damit haben wir Schlagerprofis nicht gerechnet. Zum Abschied von THOMAS SCHREIBER, dessen Bilanz sich wirklich „sehen lassen kann“, hat JENDRIK einen groĂźartigen 25. Platz geschafft. Damit ist er in den letzten 7 Jahren (gemeinsam mit LEVINA und den S!STERS) zweiterfolgreichster ESC-Teilnehmer Deutschlands seit 2015. Hier das Ranking der deutschen Ergebnisse seit 2015:

1. MICHAEL SCHULTE ( 2018) – 4. von 26
2. JENDRIK (2021) – 25. von 26
    LEVINA (2017) – 25. von 26
    S!STERS (2019) – 25. von 26
5. JAMIE LEE (2016) – 26. von 26
6. ANN SOPHIE (2015) – 27. von 27

Bilanz der letzten sechs Jahre seit 2015

Der NDR hat seit 2015 ganze Arbeit geleistet – „Respekt!“:

  • 1 mal Vierter
  • 3 mal Vorletzter
  • 2 mal Letzter

Herzlichen Glückwunsch zu einer Erfolgsgeschichte, da kann man schon mal befördert werden.

Ironie beiseite…

Aber ganz ohne Ironie ein kleines Schlagerprofis-Fazit: Mit JENDRIK war jemand dabei, dem – anders als den NDR-Funktionären, so muss man diese desinteressierten Menschen wohl nennen – der ESC wichtig war. Er hat alles gegeben. Leider wurde sein Lied nicht verstanden – das kann passieren. Besser als seelenlose von Funktionärinnen und Funktionären ausgesuchte Casting-Gestalten sich die Klatsche abholen zu lassen. Immerhin: Es kann eigentlich nur besser werden (- wobei wir das schon seit vielen Jahren hoffen)…

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