FLORIAN SILBEREISEN und der Schlager – Wo bleibt die Vielfalt? 2

Florian Silbereisen

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THOMAS KAISER hat’s geahnt…

Als uns am Samstagmittag THOMAS KAISER die unten abgedruckte Kolumne zukommen ließ, kannten wir die Gästeliste der FLORIAN SILBEREISEN-Show „Schlager, Stars & Sterne“ noch nicht. Nachdem die nun bekannt ist, scheint unser Kolumnist einmal mehr richtig zu liegen mit seiner Kritik, die unter anderem Aspekt ja kürzlich auch die ostdeutsche Ikone UWE JENSEN geäußert hat. Hier die neue Kolumne von THOMAS KAISER:

Keine Chance für LAURA WILDE?

Der aktuelle Artikel der Schlagerprofis zu LAURA WILDE und Ihrem bevorstehenden Auftritt im Fernsehgarten veranlasst mich dazu, einige Dinge zu den Schlagershows von FLORIAN SILBEREISEN zu sagen. Einige Kritiken beziehen sich auch auf die allgemeine Schlagerszene. Eine LAURA WILDE wird wahrscheinlich nie einen Auftritt bei FLORIAN SILBEREISEN präsentieren dürfen. Ja, nicht nur LAURA WILDE ist davon betroffen, sondern viele andere Schlagerstars. Zu nennen wären CHRISTIAN LAIS, NORMAN LANGEN, JULIAN DAVID oder ANITA & ALEXANDRA HOFMANN. Die Liste lässt sich um etliche Namen fortführen.

Sendung für Deutsch-Pop wäre bessere Alternative

Es scheint bei FLORIAN SILBEREISEN und JÜRGENS-TV ein geheimes ungeschriebenes Gesetz zu geben, dass bestimmte Dinge so zu sein haben, wie sie in den Shows gezeigt werden. An diesen Dingen darf nicht gerüttelt werden. Künstler werden gehyped und gepusht, die eigentlich keine Schlagerinterpreten sind: JULIAN REIM, SARAH ZUCKER oder DJ-HERZBEAT. JULIAN REIM und SARAH ZUCKER sind höchstens dem Deutsch-Pop zuzurechnen. Das geht dann in die Richtung von WINCENT WEISS, LEA und Co. Wenn FLORIAN SILBEREISEN und JÜRGENS-TV soviel daran zu liegen scheint, den Anschein hat es ja, dann sollen die beiden doch eine eigene Show nur für Deutsch-Pop ins Leben rufen. Warum tun Sie das nicht?

Es bleibt in der Familie

Außerdem werden bei FLORIAN SILBEREISEN Künstler bevorzugt, deren Familienmitglieder bereits erfolgreich sind und teilweise schon seit Jahrzehnten in der Schlagerbranche agieren. Auch hier nenne ich JULIAN REIM und SARAH ZUCKER. Diese sogenannten neuen Künstler müssen natürlich erfolgreich sein. Ein Scheitern darf nicht passieren, wo kommen wir denn dahin.

Auftrittsabonnement

Dazu kommt der Umstand, dass es Schlagerkünstler gibt, die regelrecht ein Auftritts-Abonnement für jede FLORIAN SILBEREISEN-Show zu haben scheinen. Es handelt sich um GIOVANNI ZARRELLA. Ihn aber in jeder Sendung bestaunen zu dürfen, ist einfach zu viel des guten. Außerdem gesellt sich ganz oft seine Frau JANA INA dazu. Auch das muss nicht sein.

Boykott vieler etablierter Stars

Dafür werden andere Schlagerkünstler, die schon eine lange oder längere Zeit in der Branche tätig sind regelmäßig nicht berücksichtigt. Die schauen sozusagen bei SILBEREISEN in die Röhre. Warum ist es nicht möglich,. beim Schlagerboom LAURA WILDE als Gast zu begrüßen, in der nächsten Sendung folgt GIOVANNI ZARRELLA und CHRISTIAN LAIS hat seinen mehr als verdienten Auftritt in der folgenden dritten Show?

Volkstümlicher Schlager wird totgeschwiegen

Des Weiteren wird der volkstümliche Schlager bei SILBEREISEN/JÜRGENS-TV konsequent totgeschwiegen. Ein Umstand, den ich einfach zum Kotzen finde. Dabei kann der volkstümliche Schlager einfach für richtig gute Stimmung und Gaudi sorgen. Sehen kann man das beim Auftritt mit einem volkstümlichen Schlagermedley der KASTELRUTHER SPATZEN beim Schlagerspass von ANDY BORG im Januar.

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Woher die Missachtung des volkstümlichen Schlagers bei SILBEREISEN/JÜRGENS-TV rührt, –  man kann nur spekulieren. Es könnte daran liegen, dass den beiden Herren diese Art von Schlager nicht HIP und TRENDY genug erscheint. Dabei hat SILBEREISEN in diesem Metier seine ersten Schritte mit der Harmonika, der Quetschen gemacht, es ist seine musikalische Heimat. Hat es dies vielleicht schon vergessen?

Die Unfehlbarkeit des Papstes

Warum konfrontiert man FLORIAN SILBEREISEN und Herrn JÜRGENS nicht mit diesen Tatsachen? Ganz einfach: Die beiden haben mittlerweile den Rang von ‚Heiligen‘ erreicht. Statt konstruktive Kritik zuzulassen, hat man die Klappe zu halten und mit dem Strom zu schwimmen. Jegliche Kritik wird im Keim erstickt.

Exkurs: DJ- und Clubsounds im Schlager

Die folgenden Worte beziehen sich als Kritik auf die allgemeine Schlagerbranche und stehen außerhalb der Kritik zu den SILBEREISEN-SHOWS.

DJ-HERZBEAT bedient mit seinen Beats und Tönen die Club-Szene. Mit Schlager hat das nichts zu tun. Da steht er hinter seinem Kasten, dreht einige Regler und drückt ein paar Knöpfe. Wahrscheinlich denkt er jedes Mal in diesem Moment, welche wundervolle musikalische Großtat er für den Schlager vollbringt. Dazu kommt der Umstand, dass er in seinem musikalischen Repertoire Titel hat, die der englischen Sprache frönen. „Maybe“, „Weekend“ oder jetzt mit PAULINA WAGNER in „Es ist Love“. Was soll der Schwachsinn, warum heißt es nicht einfach „Es ist Liebe“?

Kritik muss auch untereinander erlaubt sein

Die Schlagerszene muss gegenüber sich selbst kritischer werden. Kritik muss erlaubt sein, auch unter den Künstlern selber, ohne dass das gleich negative Folgen uns Auswirkungen nach sich zieht. Das Schlagergenre ist erst zu Kritik fähig, wenn –sagen wir mal– folgendes eintrifft! BERNHARD BRINK sagt zu ANDREA BERG: „Weißt Du was, Andrea? Dein neues Album ist echt schwach, ehrlich gesagt, ich finde es echt scheiße“ (Namen beliebig austauschbar).

Thomas Kaiser

Foto: © Jürgens & Partner/A. Brosch

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2 Kommentare

  1. Das Thema ist sicherlich wichtig zu besprechen, aber wenn in gut einer Woche ein halbes dutzend Artikel über dieses Thema erscheinen finde ich das auch nicht abwechslungsreich.

    1. Das Problem ist aber das die Schlager Sendungen von Silbereisen genau darunter leiden. Seit dem erscheinen von Giovanni Zarellas erstem Schlager-Album im letzten Jahr war der Mann in so gut wie jeder Sendung dabei.
      Man kann es auch übertreiben. Ausserdem, warum muss ein Herr Jürgens mit Jürgens-TV solche Sendungen seit 25 Jahren produzieren? In der Richtung muss man auch dem MDR einen dicken Rüffel erteilen. Ausserdem, warum kann ein Howard Carpendale mit 75 Jahren nicht doch mal in Rente gehen. Statt Carpendale einfach mal Lais, Wilde oder Julian David und schon sieht die Sache anders aus.

      Grüße der andere Martin

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ROLAND KAISER: Infos und Fotos zu seiner ARD-Personalityshow 0

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Roland-Kaiser-Show „Liebe kann uns retten“

Seine erste ARD(!)-Personalityshow präsentiert ROLAND KAISER am 15. August 2020 unter dem Motto „Liebe kann uns retten“. (Im ZDF hat er vor vielen Jahren auch schon mal eine Show präsentiert).

Unterhaltung mit Haltung

Versprochen wird uns „Unterhaltung mit Haltung“. – Bemerkenswert ist, dass ROLAND KAISER denjenigen erwähnt, der dieses Wort geprägt hat – UDO JÜRGENS. Und der Musik-Stilmix lässt wirklich kaum Wünsche offen – die Musikvielfalt von ROLANDs Show ist wirklich bemerkenswert. Diesmal gibt es sogar das legendäre Duett von JEANETTE BIEDERMANN und RONAN KEATING zu hören („We’ve Got Tonight“) – der gleiche Song, den bekanntlich aktuell auch JÜRGEN DREWS und seine Tochter neu veröffentlicht haben.

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Pressetext

Roland Kaiser präsentiert große Abendshow im Ersten: „Liebe kann uns retten“

Roland Kaiser hat für seine neue fast dreistündige Musikshow „Liebe kann uns retten“ eine große Bandbreite namhafter Künstlerinnen und Künstler eingeladen, die nicht nur ihre eigenen Liebessongs
präsentieren, sondern auch außergewöhnliche Duette mit dem Gastgeber aufführen. Die vom Mitteldeutschen Rundfunk produzierte Show ist am 15. August, 20.15 Uhr im Ersten zu erleben.

Das wohl am meisten besungene Thema in der Musik ist die Liebe. Sie gibt die Kraft, die Menschen über vieles hinwegzuretten, in guten Zeiten zu begleiten und durch schwere Zeiten zu tragen. Davon ist auch Roland Kaiser überzeugt und hat für seine Show viele in Deutschland erfolgreiche Künstler eingeladen, ihre Liebessongs zu singen -mal ruhig und balladesk, mal schnell und kraftvoll. Dabei
verbirgt sich hinter so manchem Song eine Geschichte, die es zu erzählen gilt. Außerdem werden die Zuschauerinnen und Zuschauer auch außergewöhnliche musikalische Duette erleben.

Die Show, der Gastgeber und all seine musikalischen Gäste zeigen an diesem Abend Haltung. Nicht gegen, sondern für etwas: die Liebe.

Gastgeber Roland Kaiser freut sich: „Es ist für mich eine große Ehre und ein Höhepunkt meiner Karriere, dass ich durch den MDR meine erste eigene TV-Sendung in der ARD erhalte. Diese Sendung gibt mir die Möglichkeit, als Moderator viele Kollegen aus den unterschiedlichsten Musik-Genres begrüßen zu dürfen, die ich alle sehr bewundere und schätze. Diese TV-Sendung gibt mir die Chance, das Motto des von mir sehr geschätzten Udo Jürgens ,Unterhaltung mit Haltung´ weiterzuführen.“

Roland Kaisers musikalische Gäste sind u. a. Ronan Keating, Adel Tawil, Glasperlenspiel, Wolfgang Niedecken und BAP, Maite Kelly, Ben Zucker, Sarah Zucker, Santiano, Annett Louisan, Jeanette Biedermann, Max Raabe, David Garrett, Götz Alsmann, Sotiria, Oonagh, Joel Brandenstein sowie das Deutsche Fernsehballett.

Gäste (mit Fotos):

  • RONAN KEATING

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  • ADEL TAWIL

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  • GLASPERLENSPIEL
  • WOLFGANG NIEDECKEN & BAP

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  • MAITE KELLY

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  • BEN ZUCKER & SARAH ZUCKER

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  • SANTIANO

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  • ANNETT LOUISAN

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  • JEANETTE BIEDERMANN

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  • MAX RAABE

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  • DAVID GARRETT

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  • GÖTZ ALSMANN

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  • SOTIRIA
  • OONAGH

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  • JOEL BRANDENSTEIN
  • DAS DEUTSCHE FERNSEHBALLETT

Quelle: MDR
Fotos: MDR/Tom Schulze

 

 

STEFAN MROSS: Hat er bei „Immer wieder sonntags“ Narrenfreiheit? 2

Stefan Mross Reinhard Mey

Stefan Mross singt erneut umgetextete Song-Version bei ‚Immer wieder sonntags‘. Diesmal „Über den Wolken“ von Reinhard Mey.

Umtextung bekannter Lieder bedürfen der Erlaubnis der Autoren

Es ist eine Binsenweisheit, die eigentlich jeder Brancheninsider kennt: Wer die Werke von Autoren verändert und das veröffentlicht, muss den ursprünglichen Urheber um Genehmigung bitten. Offensichtlich haben STEFAN MROSS und sein Team das nicht gewusst, obwohl es genügend Beispiele gibt, in denen es Ärger gab und immer wieder Thema ist. Selbst private öffentlich aufgeführte ungenehmigte Änderungen von Songs können da Ärger geben.

König von Deutschland

Man denke etwa an DANIEL KÜBLBÖCK. Als der seine Version des RIO-REISER-Klassikers „König von Deutschland“ veröffentlichen wollte, haben ihn die Erben RIO REISERs daran gehindert. Die konnten KÜBLBÖCK aber nicht davon abhalten, den Song mit Originaltext zu veröffentlichen. Allerdings war KÜBLBÖCK bzw. sein Team schlau genug, den neuen Text eben NICHT zu veröffentlichen.

FRIEDEL GERATSCH wundert sich über nicht genehmigte Umtextung

Der Sänger der Gruppe GEIER STURZFLUG, FRIEDEL GERATSCH, staunte nicht schlecht, als STEFAN MROSS im Rahmen seiner „Immer wieder sonntags“-Show den von GERATSCH geschriebenen Song „Bruttosozialprodukt“ umgetextet hatte. Zurecht nannte er das „dreist“. Wir haben das am 3. Juli zum Thema gemacht. Nach unserem Eindruck gab es hier nicht nur kein Unrechtsbewusstsein bei STEFAN MROSS und seinem Team, sondern im Gegenteil wurde unsere Berichterstattung als nicht korrekt empfunden.

Der Fall zog Kreise

Zwei Tage später hat dann die BILD-Zeitung sich des Themas angenommen. Erneut wurde sehr deutlich unter Berufung u. a. auf die GEMA klargestellt, dass es schlicht nicht legal ist, einfach fremde Werke ohne Genehmigung umzutexten. Es gibt zwar klar definierte Ausnahmen, zu denen aber die Versionen von STEFAN MROSS nach unserer Auffassung NICHT gehören.

Unrechtsbewusstsein? Fehlanzeige!

Nach dem „Theater“ mit dem GEIER-STURZFLUG-Song war eigentlich klar, dass es zumindest „grenzwertig“ ist, einfach bekannte Lieder umzutexten. Man machte aber lustig weiter und ließ es wohl einfach darauf ankommen. Auch in der vorletzten Woche wurde wieder ein bekannter Hit umgetextet: „Für alle“, ein von HANNE HALLER (†) und BERND MEINUNGER geschriebener Song – auch hier ist man offensichtlich durchgekommen.

Wo kein Kläger, da kein Richter…?

Offensichtlich ist dem ‚Immer wieder sonntags‘-Team die fundierte Kritik der BILD-Zeitung mit einem kompetenten Statement der GEMA egal. Motto „Mia san mia“ – vermutlich meint man, dass mit kompetenten Medienanwälten bestehende Regeln „ausgelegt“ werden können. Über die ungefragten Umtextungen ärgern sich zwar viele Songautoren, aber sie machen wohl die Faust in der Tasche. Und da sind wir bei der nächsten Merkwürdigkeit: Es mag viele Autoren geben, die ihre Rechte nicht wahrnehmen. Dass ein REINHARD MEY hier aber geradlinig ist und auch schon mal gerne seine Anwälte einschaltet, um bestehendes Recht auch durchzusetzen, ist eigentlich bekannt – anscheinend aber auch das wieder nicht der zuständigen Redaktion.

Raus aus der Mediathek

Nachdem REINHARD MEYs Anwälte sich eingeschaltet haben, wurde STEFANS Lied umgehend aus der ARD-Mediathek herausgeschnitten! Kurios – war man doch bislang immer der Meinung, dass diese Umtextungen vollkommen legal seien. Vielleicht sollte sich STEFAN MROSS beim nächsten Mal einen Song von GIANNA NANNINI vornehmen – auch vom italienischen Topstar ist bekannt, von so einem Vorgehen „begeistert“ zu sein – nur mal so als Idee… Oder wenn man gerne Reinhard Mey-Songs umtextet – wie wäre es mit „Du musst wahnsinnig sein?“:-)… – Ein Aspekt darf hier aber keine Rolle (mehr) spielen: „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“, denn von „Unwissenheit“ kann hier zumindest keine Rede mehr sein… – wobei auch diese eben nicht ’schützt‘.

Interesse am zu ehrenden Gast?

Nun kann man zur Ehrenrettung sagen – es sind ja immer Gäste, die geehrt werden sollen. Im konkreten Fall die Witwe Uschi Wötzel. Wie stark sich Redaktion und STEFAN MROSS, der diese Songs meist von der Karteikarte ablesend vorträgt, auf diesen Gast vorbereitet haben, sieht man an seinen Worten „Grüßen Sie Ihren Mann“ (wie gesagt, die Dame ist Witwe…).

Foto Reinhard Mey: Jim Rakete
Foto Stefan Mross: TELAMO
Collage: Die Schlagerprofis