SARAH ZUCKER – Exklusiv-Rezension zu „Zeit zu gehen“ 2

Sarah Zucker

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Nun ist sie da – die lang erwartete erste Single von SARAH ZUCKER.

Kannte man von SARAH ZUCKER bislang nur die Live-Version des Songs „Niemand ist perfekt“, hat man unterschwellig auch fast damit gerechnet, dass ein Dancefloor-Popsong kommen könnte. Jedoch: Weit gefehlt!

Der Song überrascht

„ZEIT UM ZU GEHEN“ ist ein eher ruhiger Song von SARAH ZUCKER. Interessanterweise und ‚eigentlich‘ ein sehr langsamer Song, der aber durch eine sehr dezente und unaufdringliche 1/4-‚Kick‘ mehr Drive gibt. Auch die cleane Gitarre in Stil von „Snowpatrol“ vermittelt ein höheres Tempogefühl.
Das löst sich dann aber in der Brücke (ab 2:24) auf, denn da kommt ein Tambourin hinzu, was im Half-Time akzentuiert. Spätestens nun wird klar, dass der Song in Wirklichkeit durchaus im Balladenstil zu sehen ist – doch trotzdem und konsequent im 1/8-Feeling angeschoben wird.

Die Produzenten

Produziert wurde der Song von Benjamin Bistram (besser bekannt als „Biztram“) und dem Neumünsteraner Lauden Bonk. ‚Biztram‘ wirkte u. a. schon bei Nico Santos’ ‚Rooftop‘ und auch der aktuellen Single von Mark Forster „Übermorgen“ mit. Lauden Bonk ist auch kein „unbeschriebenes Blatt“. Er wirkte u. a. 2011 bereits bei dem La Fee-Album „Frei“ mit – insgesamt eine gut besetze „Truppe“!

Eine so gelungene und wirklich sauber arrangierte Produktion hat uns begeistert – CHAPEAU!

Die Produktion

Der Song beginnt sehr „intim“ – Sarahs Stimme steht weit vorne und kommt fast „trocken“ –nur minmaler Hall („Dark“)– auf einer dezent gepickten Nylon-Gitarre (echt gespielt) daher. In der zweiten Vershälfte stößt „in der Tiefe“ eine E-Gitarre dazu, die mit sanften Fills untermalt.

Interessant ist dann die der „Stimmensatz“, der als Dopplung der Hauptstimme eine Oktave nach oben drauflegt. Im späteren Verlauf stoßen dann auch noch die zweiten und dritten Stimmen dazu, so dass sich ein wirklich harmonischer Chorteppich abzeichnet – sauber arrangiert und auf den Punkt gesetzt.

Solides Fundament

Auch fällt der Bass positiv auf, der (wir sind uns recht sicher) echt gespielt wurde. Technisch wurde auch hier sauber gearbeitet, da die Bassdrum („Kick“) recht leicht ist und der Bass diese schnell „erdrücken“ könnte. Das passiert aber nicht, da der Bass (mixtechnisch) der Kick „Luft lässt“ – so etwas erreicht man über „Kick-getriggertes Sidechain-Kompressing“ (etwas für die Musiker unter euch).

Auch sehr dezent und trotzdem wichtig, die kaum (bewusst) wahrnehmbare Mute-Gitarre, die im 8-tel den Schub verstärkt (diese klassische Mute-Gitarre kennt man z. B. von „Marmor Stein und Eisen bricht“).

Eigene Wege

Sarah Zucker
(©: UNIVERSAL MUSIC/Chris Heidrich)

Die Stilistik des Songs hat uns überrascht. (Glücklicherweise) geht Sarah Zucker eigene Wege und läuft somit nicht Gefahr, im allgemein völlig überfüllten „Schlager-Pop“-Wasserbecken zu versinken. Ihre ruhige und fast schon „geheimnisvolle“ Interpretation wecken sofort das Interesse am Zuhören.
Und wenn dann der Refrain einsetzt bleibt man auch bis zum Ende – um dann nochmal von vorne zu hören!

Unser Fazit: Absolut gelungen!

Wir wünschen Sarah Zucker viel Erfolg! Endlich mal wieder eine Künstlerin, die nicht den Drang verspürt bereits dagewesenes zum „Sechshundervierunddrölfigsten“ Male zu kopieren. Wir erwarten mit Spannung das kommende Album „Wo mein Herz ist“ (24. Juli 2020).

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