FLORIAN SILBEREISEN: SchlagerXirkus aus der Sicht unseres Kritikers THOMAS KAISER 4

SchlagerXirkus

Nach unseren kritischen Betrachtungen zur SILBEREISEN-Show „SchlagerXirkus“ hat sich unser Kritiker THOMAS KAISER zu Wort gemeldet und einige interessante Aspekte ins Spiel gebracht. Gerne veröffentlichen wir auch seine Aspekte quasi als Nachlese:

Erfolg mit Authentizität und traditionellem Schlager

Mir hat die gesamte Sendung ‚SchlagerXirkus‘ gefallen. RAMON ROSELLY hat einen großen Vorteil gegenüber den Newcomern der letzten zwei Jahre wie z. B. MARINA MARX oder aber auch SONIA LIEBING. Er ist einfach Schlager pur und er orientiert sich an den alten Schlagern und auch dessen Sounds.

Sounds der 70er und 80er heben sich ab

SchlagerXirkus Ramon Roselly
(Video-Screenshot, © MDR)

Dass er viele Lieder aus seinem Album präsentiert hat, war einfach hervorragend. Er und DIETER BOHLEN als sein Produzent zeigen, dass es auch anders geht, als immer nur Discofox- oder Popschlager. Eine Wohltat, diese Sounds der 70er und auch frühen 80er Jahre zu hören. Dadurch beweisen die beiden auch noch etwas anderes. DJs wie DJ HERZBEAT oder auch STEREOACT hat die Schlagerszene nicht nötig. Solche sogenannten Künstler treiben den Schlager musikalisch in die Tristesse und Belanglosigkeit. Die Songs von RAMON ROSELLY zeigen Frische und Lebendigkeit. In dieser Sendung gab es sowieso viel weniger modernen Schlager als üblich. Das würde ich auf jeden Fall als sehr positiv sehen.

Kreative Bühnenbilder

Schlagerxirkus
(Video-Screenshot, © MDR)

Jürgens-TV hat auch gezeigt,  dass man bei Bühnenbildern doch kreativer sein kann als die letzten Jahre. Vielleicht lernt Jürgens-TV daraus. Auch die Duette mit den anderen Künstlern fand ich echt gelungen. Den Umstand, dass nur Playback gesungen wurde, fand ich nicht so schlimm. Es war gut gemacht.

„Überraschung“ war keine, souveräne Moderation

In einem Punkt stimme ich der Schlagerprofis-TV-Kritik zu: Die Überraschung mit RANDOLPH ROSE war natürlich keine. Das ganze wurde doch vorher geprobt? Darauf sollte man in Zukunft doch verzichten. Ich sage nur „MARINA MARX und der VIP-Ausweis“.

Die Moderation von Florian Silbereisen war wie immer souverän und ohne Fehler. Manchmal würde ihm ein wenig mehr Witz und Humor ganz gut tun.

Überlegungen zu den Gästen

ROSS ANTONY war wie immer der Spaßvogel in der Truppe. In der Tat ist das große Manko bei UTE FREUDENBERG , dass sie nie die ganz großen Hits hatte. So bleiben für sie halt nur

SchlagerXirkus
(Video-Screenshot, © MDR)

„Jugendliebe“ und „Herzen kriegen keine Falten“ übrig. BEATRICE EGLI hat mir beim Duett mit RAMON ROSELLY sehr gut gefallen. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass RAMON ROSELLY ein Auge auf sie geworfen hatte. Schade, dass sie kein Medley ihrer vergangenen Hits zum Besten gab. Das hätte noch besser zu Ihr und der Sendung gepasst.

Andy Borg ’stolpert‘

ANDY BORG war wie immer ANDY BORG. Einfach immer gut. Gehören seine Stolperer eigentlich zu seinen Auftritten dazu? Das passiert ihm ja ständig. Er sollte echt aufpassen, denn das kann wirklich mal schiefgehen. (Anm. der Redaktion: In der Tat bringt Borg den „Stolperer-Gag“ gerne mal – diesmal aber mit Augenzwinkern in Richtung BEATRICE EGLI, die bei ihrem Auftritt aus Versehen etwas gestolpert ist).

Kuriose letzte Szenen der Sendung

Kurios war eine der letzten Szenen der Sendung. Rote oder grüne Fahne dafür, ob RAMON nun in die Schlagergemeinschaft aufgenommen ist oder nicht. Das war eindeutig ein Fake. Natürlich wurde es die grüne Fahne. Auch sowas sollte von Jürgens-TV in der Zukunft unterlassen werden. Dafür hätte man noch ein Lied mehr bringen können.

Mal sehen, was die angekündigte Schlager Lovestory bringen wird. Der „Schlagerspaß mit Andy Borg“ stand am Samstag auch noch auf dem Programm und bewies damit, dass traditionelle Schlagershows momentan durchaus „angesagt“ sind – BORGs Einschaltquoten waren auf dem gleichen hohen Niveau wie die von Silbereisen.

Thomas Kaiser

Foto: MDR / Jürgens-TV / Dominik Beckmann

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4 Kommentare

  1. Gibt es zu Schlager-Spaß noch einen eigenen Artikel, nachdem SX zwei bekommen hat? Der war mindestens genauso gut, v.a. die Live(!)-Einlagen waren top!

  2. Ich war stolz auf Schlagerprofis, die sich getraut haben auch mal Negatives über eine Sendung zu schreiben. Denn meistens hält man sich mit den eigenen Meinungen zurück. Aber was sollte der Nachtrag von Thomas Kaiser. Arbeitet er als Journalist oder als Privatperson?

    1. Liebe Angi,

      zuerst möchte wir deutlich machen, dass unser Ziel nicht die „negative“ Berichterstattung ist, sondern eine objektive und auch kritische Betrachtung. Selbstverständlich kann dabei auch der Eindruck der „negativen Behaftung“ entstehen – das ist aber nicht unser Ziel.

      Die „Nachlese“ von Thomas Kaiser haben wir gerne veröffentlicht, da hier eine „zweite Meinung“ dargestellt werden konnte. Herr Thomas Kaiser hatte die Sendung mehr als „neutraler Zuschauer“ gesehen. Unsere Betrachtung war (zwangsläufig) auch aus redaktioneller Sicht. Die unterschiedliche Meinung zu der Sendung erschien uns durchaus so interessant, dass wir die Meinung von Thomas Kaiser in Form der Nachlese veröffentlichen wollten – und es dann auch taten.

      Wir denken, dass es durchaus interessant für die Leser ist, wenn die Sichtweisen aus unterschiedlichen Blickwinkeln dargestellt werden.

      > Arbeitet er als Journalist oder als Privatperson?
      Wir verstehen gerade nicht, inwiefern das für die Kompetenz und/oder Qualität seiner Nachlese ausschlaggebend ist?

  3. Herr Kaiser sollte sich die Lebensvita von Ute Freudenberg anschauen, bei fast 50 Jahren in der Musikbranche und dass mit tollen Erfolgen, da kann man nicht nur 2 Hits haben! Entweder ist er taub oder er ignoriert es mit Absicht ( bei Ost- Künstlern macht man dass öfters) !!!

ANDY BORG: Erneut große Freude über eine großartige Einschaltquote 5

Bild von Schlagerprofis.de

ANDY BORG: Konstant gute Quoten im Heimatsendegebiet

Die inzwischen 26. Ausgabe von „Schlager-Spaß mit ANDY BORG“ lieferte erneut beeindruckende Zahlen. Allein im SWR-Sendegebiet schalteten 731.000 Zuschauer ein, was einem Marktanteil von 11,5 Prozent entspricht. Das ist noch mal eine gewaltige Steigerung verglichen mit der Show im November, als ANDY BORG 559.000 Zuschauer holte (9,1 Prozent Marktanteil).

Auch bundesweit nach wie vor eine Bank

Laut den Kollegen von smago.de können sich auch die bundesweiten Zahlen sehen können – das Niveau der Sendung vom November (damals 1,74 Mio. Zuschauer und 5,4 %) konnte fast punktgenau gehalten werden – wir gratulieren zu diesem großartigen Erfolg.

Fotos aus der Show

Zur Erinnerung hier noch einmal einige Fotos der schönen Sendung:

Bild von Schlagerprofis.de Bild von Schlagerprofis.de Bild von Schlagerprofis.de Bild von Schlagerprofis.de Bild von Schlagerprofis.de Bild von Schlagerprofis.de Bild von Schlagerprofis.de Bild von Schlagerprofis.de

Fotos: © SWR/Kimmig/Kerstin Joensson

 

 

UTA BRESAN: Die neue „Musik für Sie“ – Solide, aber ausbaufähig 3

Bild von Schlagerprofis.de

Unser TV-Kritiker THOMAS KAISER hat sich am Freitag die neue Form der Sendung „Musik für Sie“ angesehen und dazu die Schlagerprofis-Kritik geschrieben:

UTA BRESAN nun im Tandem mit PETER HELLER

Am Freitag konnte man nun die erste Live-Ausgabe der neu gestalteten Sendung „Musik für Sie“ bewundern. Die Moderation liegt weiter zum Glück in den bewährten Händen von UTA BRESAN. Unterstützt wird sie dabei von PETER HELLER, der sich um die Online-Geschichten rund um Facebook, Instagram und WhatsApp kümmert. Die Grüße der Zuschauer werden permanent am unteren Rand durch ein Laufband präsentiert. Das mag man mögen oder nicht, es ist wie so vieles Geschmackssache. 

Mit ROSS ANTONY wird das Trio komplettiert

ROSS ANTONY verwandelt das Moderatorenduo ab der nächsten Ausgabe in ein Trio. Er wird  in Zukunft Fans mit unerwarteten Künstlerbesuchen überraschen. Diese Aufgabe hätte in meinen Augen auch dem Schweizer VINCENT GROSS sehr gut zu Gesicht gestanden, aber dies nur am Rande.

Landschaften und Menschen aus Mitteldeutschland nicht mehr im Fokus

Ich kann mir gut vorstellen, dass einige Zuschauer das bisherige von UTA BRESAN präsentierte Format von „Musik für Sie“, in dem Landschaften, touristische Sehenswürdigkeiten und Menschen aus Mitteldeutschland vorgestellt wurden, vermissen werden. Man kann hoffen, dass der MDR für Veränderungen offen ist. Vielleicht könnte man den Sendungen der Frühlings- und Sommermonate eine gewisse andere Ausrichtung geben. 

Zuschauerwünsche erweitern das Repertoire-Spektrum

Die Stärke der Sendung könnte in der Zukunft darin liegen, dass durch die zahlreichen Zuschauerwünsche Künstler und Künstlerinnen zu sehen sein werden, die bei anderen Schlagersendungen im MDR seit Jahren so gut wie nie vorkommen. Warum das so ist, kann ich mir bis heute nicht erklären. Leider gibt es von den Verantwortlichen keinerlei Statements dazu.

Lob für vielfältige Wünsche

Die Vielfalt der Wünsche war in der Sendung bereits zu sehen. NORMAN LANGEN mit „Unser bester Sommer“, CHRISTIAN LAIS mit „Ich schwör Dir“, MONIKA MARTIN mit „Liebe“ und NICKI „Das bayerische Cowgirl“ und andere wie die im Osten bekannte Band ROCKHAUS.

Lieder nicht ausgespielt

Leider muss ich auch eine Kritik an den MDR richten. Warum werden die gezeigten Clips nicht von der ersten Note bis zur letzten Note und vom ersten Bild bis zum letzten Bild vollständig gezeigt. Bei einigen Zuschauerwünschen erfolgte von UTA BRESAN noch die Ansage und der Clip lief bereits im Hintergrund. Besonders ärgerlich war dies bei „Sommer in Marseille“ von PAULINE. Das Lied war noch nicht zu Ende und es wurde einfach ausgeblendet. Hier wäre  eine Änderung vom MDR dahingehend, alle Zuschauerwünsche komplett auszuspielen wünschenswert.

Exkurs: Das DEUTSCHE FERNSEBALLETT – „Traurig, traurig, traurig“

Da RAMON ROSELLY bei seinem aktuellen Titel „Unendlich“ mit dem Deutschen Fernseh Ballett zu sehen war, hier ein paar Worte dazu. Es ist eine Unverschämtheit, dass man das Deutsche Fernsehballett nach 30 Jahren DDR-Fernsehgeschichte und 30 Jahren gesamtdeutscher Fernsehunterhaltung einfach so in der Geschichte verschwinden lässt. In meinen Augen ist das ein „Arschtritt“ für alle Ostdeutschen. Warum hat z. B. der MDR  nicht mit Unterstützung von verschiedenen Schlagerkünstlern versucht, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um das Ballett am Leben zu erhalten? Mir ist zumindest in der Richtung nichts bekannt. Dieser Vorgang ist typisch Deutsch. Man kann hier mit den Worten des deutschen Schauspielers THEO LINGEN antworten: „Traurig, Traurig, Traurig“!

Der eine oder andere Livegast wäre eine Aufwertung

Um die Sendung noch abwechslungsreicher zu gestalten wäre es sinnvoll, Schlagerkünstler in die Sendung einzuladen, die dann einen Wunschhit live im Studio performen. Das Ganze würde die Sendung lebendiger machen. Die Palette ist ja mehr als breit gefächert – und es würde der Qualität der Moderatorin UTA BRESAN entsprechen.

Parallelen zu „Schlager des Monats“ (Geburtstage, Wunschevergreen)

Auch die Geburtstage der Schlagerkünstler werden gezeigt. Es wäre gut, wenn dies bei den „Schlagern des Monats“ rausgenommen wird. Dies in beiden Sendungen zu behalten, wäre überflüssig und verschenkte Zeit. Das Rennen beim Wunschevergreen machte mit ca. 64 % IREEN SHEER und dem Song „Feuer“.  Eine Entscheidung, diese Rubrik  bei „Musik für Sie“  unterzubrigen, ist nachvollziebar, bei den „Schlagern des Monats“ war es deplatziert.

Weitere Infos zur Sendung

Alle weiteren Informationen zur von UTA BRESAN moderierten Sendung und Wünsche können auch auf dem Schlagerportal „meineschlagerwelt.de“ eingesehen und abgegeben werden.

THOMAS KAISER

Foto: MDR/Mario Gentzel