Gabi Delgado (DAF) verstorben – ein Nachruf von Rudi Esch Kommentare deaktiviert für Gabi Delgado (DAF) verstorben – ein Nachruf von Rudi Esch

gabi delgado copyright george nicolaidis

Der Musiker Gabi Delgado, Teil der bedeutenden Gruppe „Deutsch-Amerikanische Freundschaft“ (DAF) ist am 22. März verstorben. Rudi Esch hat uns dankenswerterweise seinen Nachruf auf diesen bemerkenswerten Musiker zur Verfügung gestellt, den wir hier gerne bringen, auch wenn Gabi jetzt nicht unbedingt für das Schlager-Genre stand, aber doch einen Meilenstein der deutschen Musikgeschichte markierte:

Der Mann, der früh die frevlerische Devise Verschwende Deine Jugend ausgab, ist vollkommen überraschend verstorben. Er scheint sich nicht fürs Alter aufbewahrt zu haben, sondern hat strikt seinen eigenen Aufruf gelebt. Gabi Delgado hat die Verschwendung geliebt; er sagte kürzlich noch, dass nicht Geiz sondern Verschwendung geil sei. So lief er zu seinen besten Zeiten mit Bargeld in einer Aldi-Plastiktüte herum und war erst zufrieden, als alles ausgegeben war. Es ist schwer zu glauben, dass dieser das Leben liebende Mensch nun tot sein soll.

Kindheit in Wuppertal – Erlernen der deutschen Sprache

Gabriel Delgado-López tauschte achtjährig das heimische Córdoba gegen ein beschauliches Wuppertal. Sein Vater versuchte fernab des Franco-Regimes eine Existenz für Gabi, seinen Bruder Eduardo und seine Schwestern zu sichern. Das Gastarbeiterleben der ausgehenden Sechzigerjahre versprach einen Neuanfang, der mit dem schalen Beigeschmack der Isolation einherging. Gabi lernte sein wichtigstes Instrument: die Deutsche Sprache. Er war fasziniert von den Ausdrucksmöglichkeiten und dem harschen Klang der neuen Sprache. Er liebte es, mit Worten umzugehen, und spürte, dass er seine Identität bestimmen und wechseln konnte, wenn er nur die Worte geschickt genug wählte. Ein Spiel mit Bildern und Figuren, die allesamt nur seiner Phantasie entsprangen.

Erste musikalische Einflüsse: Giorgio Moroder und Donna Summer

Mit achtzehn rannte er die hedonistischen Diskotheken der Düsseldorfer Königsallee ab und hatte sein musikalisches Erweckungserlebnis zu dem Song I Feel Love von Donna Summer. Hierzu hatte Giorgio Moroder in Überlänge eine präzise, wie repetitive Soundcollage gebastelt, die mit Donnas überbordender weiblicher Erotik kontrastierte. Diese Mischung aus Sequenzern und Sex sollte Gabi sein Leben lang im Bann halten und die DNA von DAF vorgeben. Er sagte: »Als Teenager in der Disko hat mich das schon sehr beindruckt: I Feel Love. Da war nur Elektronik, also eine Sequenz, und das Gestöhne von Donna Summer. Sex und Elektronik – das war in meinem Kopf damals schon die göttlichste Verbindung.«

Anfänge der „Deutsch Amerikanischen Freundschaft“

Ein Jahr später entdeckte Gabi den Ratinger Hof und gehörte fortan zum Inner Circle einer neuen Bewegung. In den Jahren 1978 bis 82 wurde dann so viel Geschichte gemacht, dass es für ein ganzes Leben reichte. Hier entstand das Neue Testament des Deutschen Punk; basierend auf freigeistigen und anarchischen Strukturen. Angerührt aus einer Mischung aus Sex Pistols und Joseph Beuys, entstand in den Wirren der Frühzeit die Deutsch Amerikanische Freundschaft. Ein Wuppertaler Quintett, das sich über den Umweg London zum Duo Gabi Delgado / Robert Görl zurecht schrumpfen sollte. Beide hatten ein Faible für militaristische Kleidung und Kurzhaarfrisuren. Beide hatten eine Vorliebe für Schweiß, Erotik und das Musizieren mit Maschinen, die sich laut eigener Aussage nicht den Luxus einer eigenen Meinung leisteten. Gabi und Robert spielten und lebten ihr homophiles Image und wollten nun nur noch den Befehlen folgen, die sie sich selbst gegeben hatten.

Durchbruch in Bio’s Bahnhof und „Der Räuber und der Prinz“

19810801 MM 23

Schnell führte der Weg zurück nach Deutschland in das Studio von Conny Plank und in die Fernsehsendung Bio’s Bahnhof. Hier verzauberten sie zuerst Alfred Biolek und dann die ganze BRD als Der Räuber und der Prinz. Gabi provozierte als martialischer Tanzlehrer, der dazu aufforderte, sowohl Mussolini, Hitler und Jesus Christus als auch den Kommunismus tänzerisch darzustellen. Es war der Sommer 81, den Robert Görl und Gabi Delgado für solch elektrisierende Fernsehauftritte und atemberaubende Liveshows nutzten. In einer zart neugewellten Republik forderten sie Schluss zu machen mit alten Zöpfen; hier wurde das Neue an der Welle mehrfach proklamiert und herausgeschrien, ohne es erklärt oder zuvor angekündigt zu haben.

19811115 MM 73

Es folgte die konsequente methodische Umsetzung einer erarbeiteten Theorie. Einfache Authentizität und keine doppelten Böden. Hier wurde der Aufstand geprobt und auf die Bühne gebracht. Ein Aufbruch, der nicht demokratisch war; der gefährlich aussah und die bestehenden kulturellen Strukturen aus den Angeln heben sollte. Eine populäre Bewegung, die schön und jung und stark sein wollte, um die Jugend bedingungslos in ihren Bann zu ziehen. Wer jung ist lebt für den Moment und will sich verschwenden, hier kamen DAF behände zur Hilfe. Mit mächtigen, bösen Sequenzerlinien und dadaistischen Wortschöpfungen, die jeden Geschichtslehrer nach Luft schnappen ließen. Ja, genau das gefiel daran. Gabi führte ein Leben im Imperativ. Mit kurzen, knappen und martialischen Worthülsen forderten DAF den Augenblick, die Wirklichkeit, die dekadente Verschwendung sowie den Griff nach den Sternen. Sie mischten Hitler mit Hintern und Hüften und Mussolini mit Jesus Christus und kamen damit davon in diesem heißen Sommer 81. Einem Sommer, dem sie mehrfach den Grund zu schwitzen lieferten. Sie beanspruchten die Macht und machten dabei alles Als wär’s das letzte Mal.

Leitbild für Körperkult

DAF waren nicht über Nacht erfolgreich geworden, sondern hatten einen langwierigen bandinternen Machtkampf in England hinter sich, der sie nun auf den Olymp führen sollte. Ihnen waren viele Fans gefolgt, die ihre Helden nun gewinnen sehen wollten; ganz wie in einer deutschen Sage. Nur war die Prinzessin hier selbst ein Prinz, und es gab ungewohnte neue Möglichkeiten. Der Räuber und der Prinz, oder wie ihre Fans sagten, der Robert und der Gabi, waren als Leitbild geeignet für einen Körperkult, den es noch gar nicht gab. Ihr Erscheinungsbild verzückte Jungs wie Mädchen. Ihr Spiegelbild verführte sie zu selbstverliebten Posen. Diese neuen Bilder des lustbetonten Popstars, der gleichermaßen nimmt und gibt und zwischen den Geschlechtern nicht mehr unterscheiden braucht. Das war für Photographen ein ungewohntes, ein herausforderndes neues Motiv. Von Anton Corbijn bis zu Sheila Rock rissen sich von nun an alle um exklusive Photosessions mit den beiden. Da ein Bild mehr sagt als tausend Worte, sind im Rückblick diese Bilder der Band aus den frühen Achtzigerjahren, als ein Aufbruch in ein neues Jahrzehnt noch etwas bedeutete, Teil des großen Vermächtnisses von DAF. Die kulturelle Revolution kam also nicht nur in minimalistischen neuen Songstrukturen und Sounds daher, sondern auch in der grafischen Gestaltung und der Auswahl der Bandmotive.

Live fast, die young

19830315 MM 2

Mit Hilfe von Conny Plank wurden in neunzehn Monaten drei Langspielplatten eingespielt, und Gabi lebte den schnellen Traum von Sex und Drogen; einer deutsch-spanischen Variante des Rock’n’Roll-Credos: Live fast, Die Young. Delgado wandte sich Soloprojekten zu und zog nach Berlin, um dort eine neue Identität während des Technobooms zu leben. Im Gespräch erwähnte er mal, dass er nicht nostalgisch sei und auch keinerlei Kontakte pflege. Er behalte die Personen im Herzen und würde sich freuen, wann immer man sich zufällig sieht; aber er wäre kein verlässlicher Freund im herkömmlichen Sinn. Er freue sich mehr auf das, was noch kommt, und weniger auf das, was schon war. Als ich an einer Bandbiografie für DAF arbeitete, wurde mir dies augenscheinlich klar, da Delgado keinerlei Archiv seiner Arbeiten besaß. Er hatte weder eine Sammlung von Memorabilien noch seine eigenen Schallplatten verwahrt. Auch konnte er sich nicht mehr erinnern, wer den renommierten Deutschen Schallplattenpreis in seinem Namen entgegengenommen hatte und wo er verstauben würde. Der kleine, handschriftlich adressierte Umschlag, der mich aus Córdoba erreichte, enthielt neben ein paar Flyern zu frühen Techno- und House-Veranstaltungen, die er in seiner Wohnung auf der Torstraße gemeinsam mit WestBam ausrichtete, nur ein paar Kinderfotos von Gabis viertem Geburtstag und ein Selfie im spanischen Garten seines Hauses, das als Portraitbild Verwendung finden sollte.

Menschenfreund mit Humor

19860915 MM 27

Gabi war wegen seiner direkten, unangepassten Art und den geschliffenen Formulierungen eines anarchischen Universalgelehrten ein Gesprächspartner, dem die Themen nicht auszugehen schienen. Er schmeckte den Worten auf der Zunge nach und freute sich über provokante Thesen. Wer ihn kannte weiß, dass nur er seinem Lieblingswort quasi diese fremde, überbedeutungsvolle Aura mitgeben konnte, da er es liebte, deutsche Worte spanisch auszusprechen. Ein exzentrischer Menschenfreund, der seine Kunst und seine Person durchaus distanziert und humorvoll beurteilen konnte. Wahrscheinlich eine der Qualitäten, die man ihm selten zugesteht, war der Humor und der große Spaß, mit dem er zu Werke ging. DAF sind anarchischer Spaß und Gabi ein großer Geschichtenerzähler, der für seine Texte manchmal nur fünfzehn Worte brauchte und Geschichte machte. Good Bye, charmantes Großmaul. Au Revoir, du genialer Spinner. Ich werde dich vermissen.

Rudi Esch im März 2020

Foto: George Nicolaidis

Voriger ArtikelNächster Artikel

DJ HERZBEAT: Erste Informationen zu seinem 2020-Album „Dancefieber“ 2

DJ Herzbeat Dancefieber Cover

Album-VÖ mehrfach verschoben

Viel Geduld brauchen die Fans von DJ HERZBEAT. Eigentlich war schon im November 2019 geplant, sein Debutalbum „Dancefieber“ herauszubringen, der Termin verschob sich dann zunächst auf Januar 2020, dann April 2020, dann ging es in den Spätherbst 2020 – bis nun nach aktuellem Kenntnisstand final der 12. Juni 2020 als Veröffentlichungstermin festzustehen scheint. Das legt natürlich die Vermutung nahe, dass DJ HERZBEAT bei der von FLORIAN SILBEREISEN moderierten Eurovisionsshow „Schlagerlovestory“ mitwirken dürfte – die Vermutung hatten wir zugegeben schon bei den Schlagerchampions – aber nur solange bis erneut der VÖ-Termin des Albums verschoben wurde.

Symbiose aus Schlager- und Clubsounds

Die Philosophie des „Projekts“ DJ Herzbeat dürfte klar sein. Mit ROBIN SCHULZ und FELIX JAEHN gibt es weltweit erfolgreiche DJs für populäre Musik – da macht es Sinn, so etwas auch im Schlager zu etablieren, wobei diesbezüglich u. a. die Jungs von STEREOACT den Vorreiter gegeben haben. DJ HERZBEAT geht genau diesen Weg: Er vereint moderne Schlager mit DJ-Sounds und arbeitet mit verschiedenen Schlagerstars und anderen Interpreten, um einen Clubmix im Crossover-Sound zu zelebrieren.

Erfolgreiche Vorab-Singles

Nicht weniger als 16 Tracks beinhaltet das Debutalbum von DJ Herzbeat. Die erste Single „Weekend“, die er mit SARAH LOMBARDI aufgenommen hatte, war gleich ein Volltreffer. Das im März 2019 veröffentlichte Video wurde inzwischen 10,8 Mio. mal angeklickt – der Titel lief super im Radio und kommt gut bei den Fans an. Weitere Auskopplungen waren „Drei Tage im Prag“, die deutsche Version von „A Walk In the Park“ – zusammen mit AXEL FISCHER, den DJ HERZBEAT im Fernsehgarten kennengelernt hat, und der neue Song „Maybe“ mit SONIA LIEBING. Zwischendurch gab es auch noch die Veröffentlichung eines Liedes mit Berlin – Tag & Nacht Darstellerin und Influencerin NATHALIE BW (Nathalie Bleicher-Woth) („Du bist schön“).

Namhafte Duettpartner und Produzenten

Inzwischen sind weitere Namen bekannt, die auf dem Album „Dancefieber“ (den Titelsong singt DJ HERZBEAT mit den Jungs von voXXclub) frisches Blut in die Partyszene bringen werden:

  •  voXXclub (Lied „Dancefieber“)
  • JULIA LINDHOLM
  • MARIE WEGENER (DSDS-Siegerin 2018) (Lied „Irgendwas mit Liebe“)
  • PAULINA WAGNER (DSDS-Finalistin)
  • FRENZY BLITZ (Lied „Ich will Liebe“)
  • PIETRO BASILE
  • KALED

Das ganze Album wird mit dem bekannten Starproduzententeam MADIZIN, die bereits mit HELENE FISCHER, aber auch ROBIN SCHULZ und DAVID GUETTA zusammengearbeitet haben, produziert. Das Album wird von einer breiten RTL2-Kampagne begleitet.

Hier noch der Pressetext zum Album:

„Dancefieber“

VÖ: 12.06.2020

Die Temperatur steigt und steigt und steigt – in diesem Sommer ist ganz Deutschland im „Dancefieber“! Mit Partyhits wie „Weekend (feat. Sarah Lombardi)“, „3 Tage in Prag (feat. Axel Fischer)“ oder „Maybe (feat. Sonia Liebing)“ hat DJ Herzbeat der deutschen Musiklandschaft in den letzten zwölf Monaten eine wohltuende Frischzellenkur verpasst! Mit seinem einzigartigen Mix aus modernem Popschlager und Einflüssen aus House oder Electro brachte der Berliner die Tanzflächen der Republik so richtig zum Überkochen — mit „Dancefieber“ erscheint nun sein ungeduldig erwartetes Debütalbum. Unterstützt wird DJ Herzbeat dabei von jeder Menge hochkarätiger Gäste wie Voxxclub, Marie Wegener, Kaled, „Berlin – Tag & Nacht“-Star Nathalie BW und vielen anderen!

DJ Herzbeat weiß genau, wie man die Party-Crowd auf Betriebstemperatur bringt: In den vergangenen Jahren hat sich Christoph Breier, wie der DJ und Musiker mit bürgerlichem Namen heißt, einen hervorragenden Ruf als Impulsgeber der Berliner Clublandschaft und auch weit darüber hinaus erarbeitet. Ob an den Plattendecks berüchtigter Szene-Läden wie der „Ritter Butzke“, dem „Musik & Frieden“, durch seine Tätigkeit im Team der bekannten Nightlife-Ikone Nina Queer oder auf dem Christopher-Street-Day – DJ Herzbeat ist ein Wandler zwischen den (Stil)Welten. Ein Musikvisionär, der scheinbar auch die größten Gegensätze zu einer wasserdichten Einheit verschweißt: Tagsüber arbeitet der 36-Jährige in der Drogenberatung eines Berliner Sozialbrennpunkts, nach Sonnenuntergang bringt er die Dancefloors mit seinem sofort ansteckenden Crossover-Sound zum Glühen.

Schon früh stöberte Christoph Breier in der Vinylsammlung seines Vaters: Die Flippers, Wolfgang Petry und Marianne Rosenberg übten auf den damals 7-Jährigen die gleiche Faszination aus, wie der harte Techno von Paul Kalkbrenner oder Richie Hawtin heute. Für den leidenschaftlichen Soundtüftler eine logische Entscheidung, beide Genres miteinander zu kreuzen. Seit 2012 experimentiert er mit seinem tanzbaren Club-Mix, den er nun auf „Dancefieber“ perfektioniert hat. „Musikalisch hat mich seit jeher eine gewisse Eingängigkeit gereizt“, erklärt DJ Herzbeat. „Sounds, die sofort ins Ohr gehen. Ganz egal, ob es sich um Schlager-Songs oder um Club-Tracks handelt. So gesehen, haben diese auf den ersten Blick völlig unterschiedlichen Musikarten irrsinnig viel miteinander gemeinsam. Ich mag deutsche Musik und habe immer schon eine Mischung aus Electro und Schlager während meiner DJ-Sets gespielt. Es ist ein geiler Anblick, die Leute dazu abfeiern zu sehen. Außerdem ist deutscher Schlager einfach Kult und hat einen hohen Fun-Faktor.“

Alle Tracks auf „Dancefieber“ entstanden in Zusammenarbeit mit dem international renommierten Producer-Team Madizin (David Guetta, Robin Schulz, Helene Fischer, Lena) aus Hamburg. Verstärkt wird DJ Herzbeat auf seinem 16 Tracks starken Debütalbum von einer ganzen Riege hochkarätiger Pop- und Schlager-Allstars: Angefangen bei Sarah Lombardi und Alex Fischer, über die Alpen-Rocker von Voxxclub, Marie Wegener, „DSDS“-Finalistin Paulina Wagner, Ballermann-Powerfrau Frenzy Blitz, bis hin zu Mundart-Popsänger Kaled, „Berlin – Tag & Nacht“-Star Nathalie BW oder der schwedischen Schlagersängerin Julia Lindholm. „Alle Features haben sich ganz von selbst ergeben“, ergänzt DJ Herzbeat. „Mir ist Sympathie am Wichtigsten. Dass man auf einer Wellenlänge liegt und zusammen Spaß haben kann.“

Was Anfang letzten Jahres mit Sarah Lombardi und dem Megahit „Weekend“ begann, das entwickelte schnell eine echte Eigendynamik im sprichwörtlichen Herzbeat-Tempo. „Als wir gemeinsam im `ZDF-Fernsehgarten´ zu Gast waren, habe ich dort Axel Fischer kennengelernt. Daraus entstand der Song `3 Tage in Prag`. Dann lernte ich Sonia Liebing in Berlin bei der „Schlagernacht des Jahres“ kennen. Eine hammermäßige Frau, die den gleichen Humor hat wie ich. Auch wir haben uns auf Anhieb super verstanden und fingen sofort an, gemeinsame Ideen zu spinnen. Das alles hat sich Stück für Stück zu einem ganzen Album zusammengefügt. `Dancefieber` könnte man wohl als Verkettung glücklicher Umstände bezeichnen!“

Mit „Dancefieber“ veröffentlicht DJ Herzbeat eine abwechslungsreiche Sammlung von Partysongs, auf denen er die unterschiedlichsten Spielrichtungen von Dance, Schlager und Pop auslotet: Echte Club-Banger treffen auf modernen Popschlager, ausgelassene Après-Ski-Stimmung auf tanzbare House-Sounds und zünftige Volksmusik-Einflüsse auf das ultimative Ballermann-Feeling.

So wie auf „Ich will Liebe (feat. Frenzy Blitz)“: „Ich habe sie nach einem Auftritt in St. Anton in den Tiroler Alpen kennengelernt“, erinnert sich DJ Herzbeat. „Sie hat mich freundlicherweise im Auto zurück nach Deutschland mitgenommen. Während der Rückfahrt entstand die Idee, einen gemeinsamen Song zu realisieren.“ Eine ähnliche Entstehungsgeschichte hat auch der Titeltrack von „Dancefieber“, auf dem die kernigen Lederhosen-Rocker von Voxxclub zu hören sind. „Die Jungs sind mir bei der Sendung `Immer wieder sonntags` über den Weg gelaufen. Ich feiere ihren Sound total ab; natürlich habe ich sie sofort gefragt, ob sie nicht Bock auf einen gemeinsamen Song hätten. Ein schöner Volksmusik-trifft-Club-Track zum Schunkeln!“

Nach den bereits releasten Singles „Weekend (feat. Sarah Lombardi)“, „3 Tage in Prag (feat. Axel Fischer)“ und „Maybe (feat. Sonia Liebing)“ wird es mit Schlager-Prinzessin Marie Wegener und dem Song „Irgendwas mit Liebe“ so richtig romantisch. „Ich bekomme immer Gänsehaut, wenn ich sie höre“, so DJ Herzbeat mit leuchtenden Augen. „Marie passt perfekt zu diesem Track. Ich mag das Zarte, Zerbrechliche in ihrer Stimme. Keine andere Sängerin würde besser zu diesem Lied passen. Es klingt genauso, wie ich es in meinem Kopf gehört habe.“

Eine wichtige Botschaft transportiert die brandneue Single „Du bist schön“, auf der „Berlin – Tag & Nacht“-Schauspielerin Nathalie BW erstmalig als Sängerin zu hören ist. „Ein Track mit einer starken Empowerment-Message. Es geht um Selbstliebe und darum, nicht ständig nach fremden Schönheitsidealen zu suchen, sondern sich selbst zu akzeptieren, wie man ist. Diese Aussage liegt mir sehr am Herzen.“

Liebe, Selbstliebe und die Message, dass Tanzen glücklich macht und die Menschen verbindet: Mit „Dancefieber“ legt DJ Herzbeat ein modernes Album vor, das Grenzen sprengt und vielleicht auch so manchen stilistischen Horizont erweitert. „Dieser Gedanke steckt auch in meiner Platte. Je unterschiedlicher die Menschen, desto bunter das Feuerwerk, das ihre gemeinsame Energie entstehen lässt. Ich denke, es ist für jeden etwas dabei.“

Das Album „Dancefieber“ erscheint am 12.06.2020. Zeitnah ist DJ Herzbeat in folgenden TV-Shows live zu erleben: ‚

14.06. „Immer wieder sonntags (ARD) 
19.06. „Musik für Sie“ (MDR) und
28.06. „ZDF-Fernsehgarten“ (ZDF)

Quelle: Universal

FLORIAN SILBEREISEN: SchlagerXirkus aus der Sicht unseres Kritikers THOMAS KAISER 2

SchlagerXirkus

Nach unseren kritischen Betrachtungen zur SILBEREISEN-Show „SchlagerXirkus“ hat sich unser Kritiker THOMAS KAISER zu Wort gemeldet und einige interessante Aspekte ins Spiel gebracht. Gerne veröffentlichen wir auch seine Aspekte quasi als Nachlese:

Erfolg mit Authentizität und traditionellem Schlager

Mir hat die gesamte Sendung ‚SchlagerXirkus‘ gefallen. RAMON ROSELLY hat einen großen Vorteil gegenüber den Newcomern der letzten zwei Jahre wie z. B. MARINA MARX oder aber auch SONIA LIEBING. Er ist einfach Schlager pur und er orientiert sich an den alten Schlagern und auch dessen Sounds.

Sounds der 70er und 80er heben sich ab

SchlagerXirkus Ramon Roselly
(Video-Screenshot, © MDR)

Dass er viele Lieder aus seinem Album präsentiert hat, war einfach hervorragend. Er und DIETER BOHLEN als sein Produzent zeigen, dass es auch anders geht, als immer nur Discofox- oder Popschlager. Eine Wohltat, diese Sounds der 70er und auch frühen 80er Jahre zu hören. Dadurch beweisen die beiden auch noch etwas anderes. DJs wie DJ HERZBEAT oder auch STEREOACT hat die Schlagerszene nicht nötig. Solche sogenannten Künstler treiben den Schlager musikalisch in die Tristesse und Belanglosigkeit. Die Songs von RAMON ROSELLY zeigen Frische und Lebendigkeit. In dieser Sendung gab es sowieso viel weniger modernen Schlager als üblich. Das würde ich auf jeden Fall als sehr positiv sehen.

Kreative Bühnenbilder

Schlagerxirkus
(Video-Screenshot, © MDR)

Jürgens-TV hat auch gezeigt,  dass man bei Bühnenbildern doch kreativer sein kann als die letzten Jahre. Vielleicht lernt Jürgens-TV daraus. Auch die Duette mit den anderen Künstlern fand ich echt gelungen. Den Umstand, dass nur Playback gesungen wurde, fand ich nicht so schlimm. Es war gut gemacht.

„Überraschung“ war keine, souveräne Moderation

In einem Punkt stimme ich der Schlagerprofis-TV-Kritik zu: Die Überraschung mit RANDOLPH ROSE war natürlich keine. Das ganze wurde doch vorher geprobt? Darauf sollte man in Zukunft doch verzichten. Ich sage nur „MARINA MARX und der VIP-Ausweis“.

Die Moderation von Florian Silbereisen war wie immer souverän und ohne Fehler. Manchmal würde ihm ein wenig mehr Witz und Humor ganz gut tun.

Überlegungen zu den Gästen

ROSS ANTONY war wie immer der Spaßvogel in der Truppe. In der Tat ist das große Manko bei UTE FREUDENBERG , dass sie nie die ganz großen Hits hatte. So bleiben für sie halt nur

SchlagerXirkus
(Video-Screenshot, © MDR)

„Jugendliebe“ und „Herzen kriegen keine Falten“ übrig. BEATRICE EGLI hat mir beim Duett mit RAMON ROSELLY sehr gut gefallen. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass RAMON ROSELLY ein Auge auf sie geworfen hatte. Schade, dass sie kein Medley ihrer vergangenen Hits zum Besten gab. Das hätte noch besser zu Ihr und der Sendung gepasst.

Andy Borg ’stolpert‘

ANDY BORG war wie immer ANDY BORG. Einfach immer gut. Gehören seine Stolperer eigentlich zu seinen Auftritten dazu? Das passiert ihm ja ständig. Er sollte echt aufpassen, denn das kann wirklich mal schiefgehen. (Anm. der Redaktion: In der Tat bringt Borg den „Stolperer-Gag“ gerne mal – diesmal aber mit Augenzwinkern in Richtung BEATRICE EGLI, die bei ihrem Auftritt aus Versehen etwas gestolpert ist).

Kuriose letzte Szenen der Sendung

Kurios war eine der letzten Szenen der Sendung. Rote oder grüne Fahne dafür, ob RAMON nun in die Schlagergemeinschaft aufgenommen ist oder nicht. Das war eindeutig ein Fake. Natürlich wurde es die grüne Fahne. Auch sowas sollte von Jürgens-TV in der Zukunft unterlassen werden. Dafür hätte man noch ein Lied mehr bringen können.

Mal sehen, was die angekündigte Schlager Lovestory bringen wird. Der „Schlagerspaß mit Andy Borg“ stand am Samstag auch noch auf dem Programm und bewies damit, dass traditionelle Schlagershows momentan durchaus „angesagt“ sind – BORGs Einschaltquoten waren auf dem gleichen hohen Niveau wie die von Silbereisen.

Thomas Kaiser

Foto: MDR / Jürgens-TV / Dominik Beckmann