KATJA EBSTEIN: Herzlichen GlĂŒckwunsch zum Geburtstag! – Die Schlagerprofis-Biografie Kommentare deaktiviert fĂŒr KATJA EBSTEIN: Herzlichen GlĂŒckwunsch zum Geburtstag! – Die Schlagerprofis-Biografie

Ebstein

Am 09.03.1945 wurde Karin Ilse Witkiewicz in Girlachsdorf bei Breslau (Schlesien) als jĂŒngere von zwei Schwestern geboren. Kurz nach ihrer Geburt (im Alter von einem halben Jahr) floh ihre Familie vor der vorrĂŒckenden Roten Armee ĂŒber ThĂŒringen nach West-Berlin. Aus der spĂ€teren Wohnsitzadresse der Familie im Berliner Stadtteil Reinickendorf in der Epensteinstraße, wo Karin Witkiewicz aufwuchs, leitet sich ihr spĂ€terer KĂŒnstlername ab. Ihr Vater war Schmied, der im Krieg verletzt wurde und deshalb arbeitsunfĂ€hig war – ernĂ€hrt wurde die Familie von ihrer Mutter.

FrĂŒhes Interesse an Musik, Kunst und Literatur

Bereits im jungen Alter interessierte sich Karin fĂŒr Malerei, Musik, Literatur und ArchĂ€ologie. Sie sang in Kinderzeiten in Chören und spielte Gitarre (- einem GerĂŒcht zufolge habe sie damals 400 Comic-Hefte gegen eine Gitarre getauscht – ein Tausch, der ihr vermutlich nicht leid getan hat, wenn das GerĂŒcht stimmt). Ihr Hauptinteresse galt zunĂ€chst der Bildenden Kunst, obwohl sie schon in jungen Jahren ein gutes musikalisches Gehör und eine schöne Stimme hatte. Nach dem Abitur studierte sie ArchĂ€ologie und Romanistik, schloss das Studium aber aufgrund einer schweren Erkrankung (HirnhautentzĂŒndung) nicht ab. Sie volontierte beim Sender Freies Berlin (Ressorts Klassische Musik und TV-Dramaturgie). Die nĂ€chste Stufe der Karriere dort wĂ€re wohl Redaktions-Assistentin geworden.

Auftritte in Studentenkneipen

Nebenbei trat sie in KĂŒnstler- und Studentenkneipen auf und begann, sich in der Jazz- und Liedermacherszene einen Namen zu machen. – Aber auch im Schlager-Bereich tummelte sie sich, indem sie fĂŒr DM 25,00 gemeinsam mit einer Freundin bei Studio-Produktionen als Background-SĂ€ngerin tĂ€tig war.

Erster Auftritt 1964 in Sendung „Marmeladentopf“

1964 wurde sie vom SFB fĂŒr die ARD-Sendung „Marmeladentopf“ engagiert. Mit drei Begleitmusikern (u. a. Bodo von Greiff) sang sie neben hebrĂ€ischen Songs den spanischen Flamenco „Fandango de Huelva“. Dadurch wurde der Berliner Schallplattenproduzent und Komponist Heino Gaze auf sie aufmerksam. Er entdeckte sie fĂŒr die Schallplatte. Unter dem Namen „Katja“ wurden die beiden ersten von Heino Gaze komponierten Singles aufgenommen: „Irgendwann“ (1965) und „Wo ist das Schiff?“ (1966). (Diese RaritĂ€ten wurden ĂŒbrigens inzwischen auf einem bemerkenswerten 3-CD-Set „Nur der Wind kennt meine TrĂ€ume – Hits und RaritĂ€ten“ wiederveröffentlicht).

Ebstein Irgendwann

Wenngleich diese ersten Schallplatten Flops waren, rentierte sich die Zusammenarbeit mit Heino Gaze – beispielsweise unterstĂŒtzte er „Katja“ darin, Gesangs-, Schauspiel- und Tanzunterricht (bei Anneliese Hanschke bzw. Ausdruckstanz bei Mary Wigman) zu nehmen. In Gesang wurde sie ĂŒbrigens zeitweise von Elisabeth Hallstein, der Mutter der bekannten Sopranistin Ingeborg Hallstein, geschult. Elisabeth Hallstein fand Katjas hohe Altstimme fĂŒr die große Musikliteratur geeignet. Statt auf die OpernbĂŒhne drĂ€ngte es Katja aber zum niveauvollen Chanson, zur Folklore und zum Musical.

Erste Songfestivals 1966: Knokke und Burg Waldeck

Die Zusammenarbeit mit Heino Gaze war aber auch aus anderen GrĂŒnden folgenreich – durch ihn lernte sie den berĂŒhmten Schlagerkomponisten Christian Bruhn kennen, mit dem sie fortan musikalisch intensiv zusammenarbeitete. Bruhn wurde Jahre spĂ€ter Katjas Ehemann. 1966 trat sie erstmals bei einem Wettbewerb an – doch die Teilnahme am Schlagerfestival im belgischen Knokke war nicht von Erfolg gekrönt.

Ein Jahr spĂ€ter nahm Katja beim Festival „Chanson Folklore International“ auf Burg Waldeck mit Liedern von u. a. Berthold Brecht teil – ein renommiertes Woodstock-Ă€hnliches Festival, bei dem berĂŒhmte Namen wie Reinhard Mey erstmals auffĂ€llig wurden. Bei diesem Festival lernte sie Siegfried Loch, seinerzeit Deutschland-Chef des damaligen Plattenlabels United Artists, kennen, der gerade nach vielversprechenden Talenten suchte. Er war von Katja angetan, so dass 1968 ein Schallplattenvertrag mit Liberty / United Artists geschlossen wurde.

Schallplattenvertrag mit United Artists

Bereits Anfang MĂ€rz 1968 wurden dort die ersten Aufnahmen gemacht: „Wie ein Kind“ (von Christian Bruhn und GĂŒnter Loose), „Nur der Wind kennt meine TrĂ€ume“ (von Heino Gaze und Hans Bradtke) sowie ein dritter Titel von Klaus Doldinger. – ZunĂ€chst plante man, die erste Veröffentlichung unter dem Namen „Katja Winter“ vorzunehmen – das gefiel Produzent Siegfried Loch jedoch nicht. Deshalb entschied man sich wie bereits erwĂ€hnt fĂŒr den KĂŒnstlernamen „Ebstein“ in Anlehnung an die Straße ihres frĂŒheren Wohnortes, der sich aber mit „p“ schrieb. Die Schreibweise „Ebstein“ mit „b“ wurde so gewĂ€hlt, um Verwechslungen mit dem Beatles-Manager Brian Epstein zu vermeiden. Ihren Geburtsnamen, der auf ihre polnisch-schlesischen Wurzeln hinweist, hat Katja nie geĂ€ndert. Der KĂŒnstlername „Ebstein“ wurde gewĂ€hlt, weil ihr eigentlicher Name schlecht auszusprechen sei.

Obwohl „Wie ein Kind“ ein Achtungserfolg im Rundfunk war, wurde es kein Hit. FĂ€lschlicherweise wird in den einschlĂ€gigen Discografien diese Schallplatte nicht als erste United-Artists-Single genannt, laut Christian Bruhn sind diese discografischen Angaben aber falsch – „Wie ein Kind“ ist demnach die erste Ebstein-Single bei Liberty / United Artists gewesen.

Verschollen ist laut Christian Bruhns Aussage auch das allererste produzierte Album Katjas, das einen Fragenkatalog an die KĂŒnstlerin enthielt, mit Fragen von SĂ€ngerin und Textdichterin Anja Hauptmann an Katja Ebstein.

TV-Auftritt in Truck-Branss-Show: „Ein Star wird geboren!“

United Artists-Produzent Siggi Loch lag nun daran, TV-Termine an Land zu ziehen, um Katjas Produktionen populĂ€r zu machen. Dazu nutzte er einen Kontakt zum sehr bekannten Berliner TV-Regisseur Truck Branss, der gerade mit seiner neu erfundenen ZDF-Hitparade fĂŒr Furore sorgte. Unter seiner Regie konnte Katja ihren ersten TV-Auftritt in der Show „Sing And Swing -ein Abend mit internationalen Gaststars“ absolvieren.

Laut Aussage einer saarlĂ€ndischen Zeitschrift soll der ansonsten eher als bĂ€rbeißig bekannte Fernsehmann bei der Aufzeichnung am 03. April 1969 um 16.35 Uhr im MĂŒnchener Studio gesagt haben: „Ich bitte alle, sich diesen Tag zu merken. Ein Star wird geboren!„. Branss war so begeistert, dass er bereit war, eine eigene 45-minĂŒtige TV-Show fĂŒr das Nachwuchstalent zu produzieren. Nachdem der SWF zunĂ€chst abgelehnt hatte, gab es einen Zuschlag vom ZDF fĂŒr die Idee der Show „Katja Ebstein, die Stimme einer Unbekannten“. Das breit gefĂ€chert zusammengestellte Programm wurde im MĂŒnchener Trixi-Studio produziert. Damit war auch das Basis-Programm der ersten LP gelegt.

Vorher wurde anno 1969 unter Produktion Siegfried LochsDer Draht in der Sonne“ veröffentlicht, eine deutsche Version des Glen Campbell-Songs „Wichita Lineman“. Weder Katjas Version noch die parallel erschienene Version Thomas Fritschs konnten fĂŒr Aufmerksamkeit sorgen. Einige Monate spĂ€ter erschien dann die vom damals sehr populĂ€ren Graham Bonney komponierte Folge-Single, „…und wenn der Regen fĂ€llt“ (Text: Michael Kunze), die wie schon die Single „Wie ein Kind“ von Christian Bruhn produziert wurde.

„Bond-Girl“ Katja

Ebstein Bond

Trotz weiterhin ausbleibenden kommerziellen Erfolgs glaubte man an Katja – die erste LP namens „Katja“ kam auf den Markt – inklusive der von Christian Bruhn komponierten Single „Warum ist die Welt so schön?„. Spannend an dieser Veröffentlichung ist, dass die B-Seite zunĂ€chst die von Walter Brandin getextete deutsche Version des aus dem Musical Hair stammenden „Good Morning Starshine“ („Die letzten Sterne“) war. Katja Ebstein erhielt die Chance, die deutsche Version des Titelliedes des damaligen James-Bond-Films „Im Geheimdienst ihrer MajestĂ€t“ zu singen: Aus „Do you know how christmas trees are grown“ wurde „Wovon trĂ€umt ein Weihnachtsbaum im Mai“, der dann als spĂ€tere B-Seite dieser Single gewĂ€hlt wurde. (Warum der Song nicht stĂ€rker in den Vordergrund gerĂŒckt wurde, weiß wohl wirklich nur der besungene Weihnachtsmann). – Jedenfalls gab es mit dieser Single imposante TV-Auftritte, z. B. bei „Vergißmeinnicht“ und „Meine Melodie“.

ZDF-Show „Katja – die Stimme“

Im November 1969 fand dann die Aufzeichnung von Truck Branss‘ TV-Show statt. In der finalen Version nannte man die lang ersehnte Sendung „Katja – die Stimme“ – sie wurde erst am 20.03.1970 vom ZDF ausgestrahlt. Wermutstropfen war, dass die Sendung spĂ€t am Abend gesendet wurde. Sie wurde verschoben, weil genau an dem Tag mit Willy Brandt erstmals ein deutscher Bundeskanzler den Vorsitzenden des Ministerrates der DDR, Willi Stoph, in Erfurt besuchte – das Ereignis wurde damals wohl als wichtiger angesehen als Katjas erste eigene TV-Show. Der engen Sympathie Katjas fĂŒr den Sozialdemokraten tat das aber keinen Abbruch.

19700320 BRAVO Katja die Stimme ZDF

Viel beachtete Debut-LP: „Goldene Europa“, „beliebteste SĂ€ngerin des Jahres“

Die Werbetrommel, die die damalige Zeitschrift „twen“ fĂŒr die LP gerĂŒhrt hatte (im Gegenzug war unĂŒbersehbar der „twen“-Schriftzug auf Katjas Debut-Longplay zu lesen), zahlte sich aus: Sie gehörte zu den ersten PreistrĂ€gern der „Europa“ – so hieß 1969 noch der vom SaarlĂ€ndischen Rundfunk vergebene Preis, der damals im Rahmen des Filmballs Wiesbaden verliehen wurde. Ab 1970 wurde daraus dann der ĂŒber Jahre hinweg etablierte Preis „GOLDENE Europa“.

Viel beachtet war die LP aber auch wegen einiger heute nicht mehr bekannter Lieder. Das Lied „Lila Luftballon“ beispielsweise schrieb Christian Bruhn ursprĂŒnglich fĂŒr eine TV-Schlagershow fĂŒr Kinder und Jugendliche namens „Bettys Beat-Box-Haus“, fĂŒr die er musikalisch zustĂ€ndig war. Neben „Er ist wieder da“ (Original: Marion Maerz) nahm Katja auch einen Song der NachwuchssĂ€ngerin Susanne Tremper auf, „Es gibt nur eine wahre Liebe“.

Kurze Zeit spĂ€ter (1970) wurde Katja ĂŒbrigens von der Fachzeitschrift „Die Schallplatte“ zur beliebtesten SĂ€ngerin des Jahres gewĂ€hlt. Die BRAVO griff ein Zitat auf, das der Jazz-Musiker Klaus Doldinger geprĂ€gt hat, so ist in der Ausgabe der Jugendzeitschrift vom 01.10.1969 zu lesen: „Der Taschentext sagt, sie sei eine deutsche Barbara Streisand – und das ist nicht einmal so ĂŒbertrieben„. Hintergrund dieser Äußerung ist sicher u. a., dass auf der twen-LP auch die deutsche Version eines Streisand-Klassikers zu finden ist: Aus deren „My Colouring Book“ machte Katja „Mein Bilderbuch“.

Durchbruch beim Grand Prix mit „Wunder gibt es immer wieder“

Nach diesen ersten Erfolgen bestand der Wunsch, nun auch „richtig durchzustarten“. Katja Ebsteins Produzent und LebensgefĂ€hrte Christian Bruhn legte Katja nahe, an der Eurovision teilzunehmen. Katja, der die Schlagerszene ja eher fern war, kannte den Wettbewerb kaum -selbst die Teilnahme ihrer Freundin Inge BrĂŒck, deren Verein „KĂŒnstler fĂŒr Christus“ sie Jahre spĂ€ter beitrat, an diesem Wettbewerb 1967 hatte sie kaum wahrgenommen.

Anders Christian Bruhn: Der komponierte bereits 1962 den Siegertitel der deutschen Schlagerfestspiele „Zwei kleine Italiener“, interpretiert von Conny Froboess und war damit nach damaligen Reglement fĂŒr den Grand Prix qualifiziert – der Schlager wurde eine der grĂ¶ĂŸten kommerziellen Erfolge, die ein deutscher Beitrag beim Grand Prix je hatte. Und so wurde er hellhörig, als ihn sein Freund und Textdichterkollege GĂŒnter Loose anrief mit der Empfehlung, den Song „Wunder gibt es immer wieder“ fĂŒr den Wettbewerb ins Auge zu fassen. Ordentlich, wie Komponist Bruhn Zeit Lebens war, griff er in den Ordner „U-Z“ und fing an zu komponieren.

Zitat Christian Bruhn: „Gewaltig sollte es beginnen, dann ins rhythm-&-blues-hafte ĂŒbergehen, und erst, nachdem sich die Spannung ins schier UnertrĂ€gliche gesteigert hatte, erst dann sollte SĂ€ngerin Katja Ebstein auftreten und mit dem Vers anheben. Eine Komposition mit Dramaturgie und Fernsehmaß also. Und wundersam flossen mir die Noten in die Feder. ‚Keep it simple, keep it sexy, keep it sad‘, wie der Amerikaner so sagt.“ Katja wurde strahlende Siegerin des deutschen Vorentscheids, den wir HIER ausfĂŒhrlich beschrieben haben.

Die Rechnung ging auf – Katja Ebstein erreichte am 21.03.1970, nur einen Tag nach der Ausstrahlung ihrer TV-Show, einen sehr guten 3. Platz mit ihrem Lied beim internationalen Wettbewerb und erreichte damit den grĂ¶ĂŸten Erfolg, den Deutschland bis zu diesem Zeitpunkt erreicht hatte beim immerhin schon 15. Grand Prix.

Der Erfolg kam nicht von ungefĂ€hr – selbst Musikwissenschaftler beschĂ€ftigten sich mit der beeindruckenden Komposition Christian Bruhns. So ist im Buch „Schlager in Deutschland“ zu lesen: „Nicht zu ĂŒbersehen ist schließlich bei einer Untersuchung der melodischen Gestaltung von Schlagern die Tendenz zur Bildung von Melismen. Sie sind vor allem in Liedern langsameren Tempos mit leicht pathetischer Wirkung zu beobachten. Die nachfolgenden Beispiele stammen aus den Schlagern ‚Wunder gibt es immer wieder…‘ „. (Danke an Christian Bruhn fĂŒr seine Definition des Worts Melisma: Wenn auf eine Silbe mehrere Noten gesungen werden „ …viele Menschen fra-a-gen“.)

Aber damit nicht genug. Auch den Aufbau des Liedschemas nimmt der Autor unter die Lupe: „Eine andere Möglichkeit der Dehnung und asymetrischen Gestaltung bei gleichzeitiger Geradtaktigkeit zeigt der Refrain des deutschen Beitrags zum Grand Prix 1970. Hier setzt sich der zehntaktige sequenzgeprĂ€gte Refrain aus einem viertaktigen Vordersatz und einem sechstaktigen Nachsatz zusammen. Die Ausweitung der Periode wird durch Dehnung im siebenten und zehnten Takt erreicht. AuffĂ€llig ist auch der Wechsel von volltaktiger zu auftaktiger Bewegung im achten Takt.

Aufnahme in sechs Sprachen, spÀter Guildo-Horn-Cover

Nicht umsonst wurde aus diesem ersten riesengroßen Ebstein-Hit ein Evergreen, der gerne auch von Guildo Horn kraftvoll interpretiert wird – er ist anspruchsvoll komponiert und hat einen stimmigen Text. „Schlager“ wie diese zeigen, dass auch ein großer Hit durchaus mal anspruchsvoll komponiert sein kann. Damit hatte Katja national wie international den Durchbruch geschafft, ihr Eurovisionslied wurde in sechs weiteren Sprachen veröffentlicht (deutsch, englisch, französisch, italienisch, spanisch, portugiesisch und sogar japanisch).

Spezialistin fĂŒr „Trösternummern“

Katja Ebstein formulierte den Geist ihres ersten Eurovisions-Songs wie folgt: „Die beiden (Christian Bruhn und GĂŒnter Loose) haben meine WeltverbessererattitĂŒde in den deutschen Schlager gebracht, die Trösternummer geboren„. – Wenngleich man als Udo-JĂŒrgens-Fan angesichts von Liedern wie „Immer wieder geht die Sonne auf“ etwas Stirnrunzeln bekomme, kann man der These durchaus zustimmen. Folglich wurde die nĂ€chste Nummer von den gleichen Autoren in Ă€hnlichem Stil gestrickt – durchaus erfolgreich: Auch „Und wenn ein neuer Tag erwacht“ wurde ein passabler Hit. Trost gab es mit dem Lied ja auch genug: „Und wenn ein neuer Tag erwacht, und die Sonne wieder lacht, ist die große Einsamkeit lĂ€ngst vorbei….

Teilnahme beim Songfestival Rio de Janeiro

Nach dem großen Erfolg mit dem Eurovisions-Festival wurde Katja Ende 1970 zum internationalen Songfestival in Rio de Janeiro geschickt. Mit dem Lied „Mein Leben ist wie ein Lied“ (erneut mit dem Rezept zurĂŒckgenommene Strophen und hymnischer Powerrefrain) trat sie an und wurde zur besten SĂ€ngerin gewĂ€hlt. Mit dem Cover der gleichnamigen kurz darauf veröffentlichten LP bewies Katja, dass sie auch Model- bzw. Mannequin-QualitĂ€ten gehabt hĂ€tte und auch in dem Bereich hĂ€tte Karriere machen können.

LP Cover Mein Leben ist wie ein Lied

Erste Tour-Erfahrungen mit James Last

Auch erste Tournée-Erfahrungen konnte Katja Ebstein in jenen Jahren sammeln, indem sie als Gastmusikerin mit dem Orchester James Last auf Tour ging.

Erneute Teilnahme bei der Eurovision mit „Diese Welt“

Nach ihrem großen Erfolg bei der Eurovision 1970 kam der damals zustĂ€ndige Hessische Rundfunk in Form des damals zustĂ€ndigen Hans Otto GrĂŒnefeldt auf den nahe liegenden Gedanken, Katja im Folgejahr erneut ins Rennen zu schicken. Gesagt – getan: Es wurde beschlossen, dass die Berlinerin 1971 erneut ran sollte. Dennoch gab es eine deutsche Vorentscheidung, in der Katja sechs Lieder unterschiedlicher Komponisten vorstellte. Ihr persönlicher Favorit war naturgemĂ€ĂŸ der von ihrem LebensgefĂ€hrten Christian Bruhn geschriebene Song „Alle Menschen auf der Erde“. Der Song wurde aber nur B-Seite ihrer nĂ€chsten Single.

Zur Überraschung vieler Schlager-Experten gewann jedoch der (vielleicht von Alexandras „Mein Freund, der Baum“ abgesehen) erste Ökosong der Schlagergeschichte: „Diese Welt„. Komponist dieses Liedes war der damals mit 28 Jahren recht junge Dieter Zimmermann, der leider mit nur 34 Jahren an LeukĂ€mie verstarb. Textdichter war der sehr erfolgreiche Fred Jay.

Auch zu diesem Eurovisions-Song hat das Buch „Schlager in Deutschland“ treffliche Analysen parat, diesmal geht es um den Text des Songs: „…dirigieren Schlager das Bewusstsein vorzugsweise auf irreale Ziele oder solche, die gesellschaftlich irrelevant sind. TatsĂ€chlich gibt es aber einen kleinen Bereich von Titeln mit sozialkritischer Tendenz, und entgegen dem allgemeinen Trend zum laisser-faire finden sich auch Appelle, die die AktivitĂ€t der Hörer herausfordern, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Der deutsche Beitrag fĂŒr Dublin 1971 widmet sich dem Problem der Umweltverschmutzung.

Zur Überraschung vieler erreichte Katja mit ihrem Ökoschlager erneut international einen 3. Platz beim Grand Prix Eurovision und war auch in den deutschen Verkaufs-Charts ein Top-20-Hit. Katjas 1971er-Erfolg ist um so höher zu bewerten, als diesmal das Teilnehmerfeld aus 18 Nationen bestand (1970 traten 12 Nationen an).

Politisches Engagement musikalisch und „im echten Leben“

Mit dem Nachfolgelied „Ein kleines Lied vom Frieden“ knĂŒpfte man erneut an die Grand-Prix-Nummer an. Kommerziell ging das mit der deutschen Version des Tim-Hardin-Songs „Simple Song Of Freedom“ nicht wirklich auf. Friedens-Lieder hatten erst Jahre spĂ€ter Hochkonjunktur, erneut war Katja ihrer Zeit wohl voraus: „Sing mit mir ein kleines Lied vom Frieden – singt es in die ganze Welt hinaus – weil jeder irgendwann – den ander’n brauchen kann – ohne Frieden kommen wir nicht aus“.

Dennoch identifizierte Katja sich mit dem Song, zumal sie ja in jener Zeit auch politisch in dieser Richtung aktiv war und sogar Wahlwerbung fĂŒr Willy Brandts SPD und dessen versöhnende Ostpolitik machte, was nicht unumstritten war: Als sie den James-KrĂŒss-Song „Die Taube“ auf dem Bundespresseball sang, verließen CDU-Politiker demonstrativ den Saal. Die Sympathie zwischen Willy Brandt und Katja Ebstein beruhte wohl auf Gegenseitigkeit – anlĂ€sslich ihrer Mitwirkung an einer Benefiz-LP zur Welthungerhilfe empfing er sie und bedankte sich fĂŒr ihre UnterstĂŒtzung bezĂŒglich dieses Projekts.

Kritikerlob fĂŒr anspruchsvolle Lieder

Im Anschluss wollte Katja Ebstein sich mit sehr anspruchsvollen Liedern prĂ€sentieren, was ihr bei Kritikern zwar Lob einbrachte, kommerziell aber fulminant floppte. Weder der Bruhn-Song „Wir leben, wir lieben“ noch die deutsche Version des Labi Siffre-Songs „Get to the Country“, „Hinaus aufs Land„, schlugen kommerziell ein. Von Bedeutung war die 1972 veröffentlichte Single „Wir leben, wir lieben“ allerdings schon: der Hohe Kommissar der UNO, Sadruddin Aga Khan, bat Katja um einen Song fĂŒr die international erscheinende LP „Top Star Festival“, mit der 12 Weltstars wie Donovan und Aretha Franklin die FlĂŒchtlingsnot lindern helfen wollten. Katja war mit der B-Seite der Single, „Manche Leute“, als einzige deutschsprachige KĂŒnstlerin vertreten. Interessant ist, wie aktuell das Thema heutzutage wieder geworden ist.

Hochzeit mit Christian Bruhn

Dennoch gab es ein sehr einschneidendes Ereignis im Jahr 1972 fĂŒr Katja, nĂ€mlich ihre (heimliche) Hochzeit mit Christian Bruhn. Und der hatte dann auch musikalisch die Idee, die auch kommerziell wieder auf die Erfolgsspur fĂŒhrte. In Zeiten von Erfolgen griechischer SĂ€ngerinnen und SĂ€nger (Nana Mouskouri, Demis Roussos, Costa Cordalis u. a.) ersann er gut ein Jahr vor Udo JĂŒrgens‘ „griechischem Wein“ wieder einen echten Katja-Hit: „Der Stern von Mykonos„. Erstmals seit knapp drei Jahren wurde sie damit auch wieder in Dieter Thomas Hecks ZDF-Hitparade vorstellig – es lohnte sich: Mit dieser kommerziellen Nummer kam Katja Ebstein in die Top 5 der deutschen Verkaufscharts, es wurde ihr bis dato grĂ¶ĂŸter Hit. Wieder einmal wurden auch internationale Versionen wie „The Star of Mykonos“ oder „Le soleil sur Mykonos“ produziert.

Kommerzielle Erfolge mit „Mykonos“ und „Peru“

Im Anschluss wurde wieder so etwas wie ein Ökoschlager veröffentlicht – diesmal ging es um EntwicklungslĂ€nder. In Zeiten der Einwanderung von FlĂŒchtlingen mutet das Thema aktueller denn je an. Trotz der schweren Kost wurde (vielleicht auch aufgrund der gefĂ€lligen Komposition) „Ein Indiojunge aus Peru“ erneut ein Hit.

Wechsel der Plattenfirma – hin zu EMI Electrola

Mit dem erneut griechisch angehauchten Lied „Athena“ endete eine Ära – es war ihre letzte Single bei „United Artists“, sie wechselte zur großen Plattenfirma EMI Electrola. Damals ließ ihre alte(!) Plattenfirma verlautbaren: „Das bestehende VertragsverhĂ€ltnis zwischen Katja Ebstein und der Firma United Artists Records, MĂŒnchen, endet am 16. MĂ€rz dieses Jahres. Auf der Grundlage dieses bestehenden Vertrages finden seit einigen Wochen erfolgreiche Verhandlungen zur Fortsetzung des VertragsverhĂ€ltnisses statt. Sie haben bis zum Tage zu einem unterschriftsreifen, neuen, langjĂ€hrigen Vertragsentwurf gefĂŒhrt. Es ist der ausgesprochene Wunsch von Frau Ebstein, den Vertrag mit United Artists fortzusetzen„. – Solche Treue-Bekenntnisse kennt man sonst eigentlich heutzutage nur von Protagonisten der Fußball-Bundesliga…

Bereits nach dem Wechsel wurde von ihrer alten Firma noch mal ein Schlager veröffentlicht, der zwar nicht mehr in die Charts kam, aber doch bei einigen Fans gut ankam und passend zur Situation war: Aus Donna Hightowers „This World Today Is A Mess“ wurde „Wölfe und Schafe“ – der Text von Michael Kunze fĂŒhrte aber nicht mehr in die Hitparaden.

EMI-Debut „Es war einmal ein JĂ€ger“ schlĂ€gt ein

Anders sah es mit Katjas Debut bei EMI-Electrola aus – „Es war einmal ein JĂ€ger“ war ein lupenreiner Schlager, den Christian Bruhn ihr auf den Leib schrieb – belohnt wurde das mit einem Super-Hit, der in die Top 5 der Verkaufs-Charts kam und mit dem sie sich erstmals(!) in der ZDF-Hitparade mehrfach platzieren konnte. Gerne wird das Beispiel dieses Superhits dafĂŒr genommen, warum im Radio lieber englischsprachige Songs gespielt werden. Es macht eben keinen guten Eindruck, wenn nach einer Kriegsberichterstattung „Im Leben geht mancher Schuss daneben“ gespielt wird.

19750201 MM

Parallel erschien eine LP, die im Rahmen der großartigen (inzwischen leider eingestellten) „Originale“-Reihe der Universal neu aufgelegt wurde: „Wilde Rosen und andere TrĂ€ume“, auf der Katja das ganze Spektrum ihres Könnens zum besten gab. Die neue Plattenfirma EMI warb: „Das ist die junge Generation mit ihren niveauvollen Songs, die uns manchmal nachdenklich stimmen oder schmunzeln lassen.“

Hinter der Single-Auskopplung steckte durchaus KalkĂŒl. Im Branchenblatt Musikmarkt war damals zu lesen: „Mit ihrem Hitparadenerfolg ‚Es war einmal ein JĂ€ger‘ hat Katja gezeigt, dass sie es sich leisten kann, auch einmal etwas ganz anderes zu singen als das, was man sonst von ihr erwartet. Man könnte sagen, dass Welten zwischen diesem volkstĂŒmlich-lustigen Schlager vom Oberförster Schmidt und den Songs ihrer neuen LP liegen. Aber sie hĂ€tte den JĂ€ger auch dann mit Überzeugung vertreten, wenn er kein Bestseller geworden wĂ€re. Denn nichts findet sie schlimmer, als sich auf eine bestimmte musikalische Richtung festlegen zu lassen. Sie liebt den Kontrast und steht hinter dem, was sie tut. ‚Wenn ich beispielsweise Lieder zum Paragraphen 218 singen wĂŒrde, wie man mir einmal bei einer Diskussion vorschlug‘, meint Katja, ‚wĂŒrden sie wahrscheinlich nicht gekauft werden. Ich bin da ganz ehrlich – bei allem Engagement habe ich mir vorgenommen, mein Publikum gut zu unterhalten, und das ist nicht gerade das leichteste“.

Anspruchsvolles Heine-Projekt: „gelungenste Heine-Interpretation“ jener Zeit

Im Jahr darauf zeigte sich Katja wieder von ihrer anspruchsvollen Seite. SpĂ€ter Ă€ußerte sie sinngemĂ€ĂŸ, dass sie ihre kommerziellen Erfolge dazu nutzte, weniger erfolgversprechende, aber anspruchsvolle Projekte anzuschieben. So erschien die von Kritikern viel beachtete, aber kommerziell wenig erfolgreiche LP „Katja Ebstein singt Heinrich Heine„. Die von Christian Bruhn vertonten Heine-Gedichte stellte sie im September 1975 im „leider nicht ganz ausverkauften“ Robert-Schumann-Saal in DĂŒsseldorf vor. Dennoch war das anwesende Publikum begeistert – Katja wurde erst nach drei Zugaben von der BĂŒhne gelassen. Trotz des ausgebliebenen kommerziellen Erfolgs (das Fernsehen hielt sich laut Hinweis Christian Bruhns nĂ€mlich vornehm zurĂŒck) sorgte die LP fĂŒr viel Aufmerksamkeit, so sprach Prof. Wilhelm Gössmann, erster Vorsitzender der Heinrich Heine- Gesellschaft von einer der wohl gelungensten Heinrich Heine – Interpretationen jener Zeit.

Katja selbst Ă€ußerte sich damals zu diesem Projekt wie folgt: „Heine-Texte sind fĂŒr mich nichts GeschmĂ€cklerisches, nichts ElitĂ€res. Sie strömen Kraft aus. ZĂ€rtliche Kraft, an der man nicht vorbeikommt. Ich möchte das bewĂ€ltigen. Nicht, indem ich Heine krampfhaft rhythmisiere, sondern indem ich als Interpretin eng unter seinen Texten bleibe. Denn das, was Heine vorgab, lĂ€uft auf ganz natĂŒrliche Art – wie von selbst„. Jahrzehnte spĂ€ter konstatierte sie: „Durch erfolgreiche Popmusik konnte ich mir parallel die Kleinkunst leisten“.

1975 Platz 5 beim Grand-Prix-Vorentscheid

Auch auf kommerzieller Schiene war man wohl bemĂŒht, wieder weg vom „Humtata-Schlager“ hin zu hymnenhaften Liedern zu kommen. So schickte man Katja 1975 zur Vorentscheidung zum Grand Prix 1975 mit dem Lied „Ich liebe Dich“ – diesmal reichte es „nur“ zu einem respektablen 5. Platz in starkem Teilnehmerfeld – gegen Joy Flemings „Ein Lied kann keine BrĂŒcke sein“ war aber in jenem Jahr national kein Kraut gewachsen. So wurde der Song erst ein Jahr spĂ€ter lediglich als B-Seite einer Single veröffentlicht.

Charleston-Hit „Die HĂ€lfte seines Lebens“

Neben diesen anspruchsvollen AnsĂ€tzen wurde aber auch wieder ein (kommerziell erfolgreicher) Schlager herausgebracht: Vor genau 40 Jahren kam der Song „Die HĂ€lfte seines Lebens“ in die Hitparaden – und dieser Christian-Bruhn-Song schlug wieder ein. Im munteren Charleston gehalten, geht es darum, die schönen Seiten des Lebens zu genießen – und nach Meinung des Textdichters Georg Buschor wird dieser Gedanke von vielen historischen Persönlichkeiten wie Sokrates, Goethe und Kant geteilt.

Intermezzo als Produzentin

Neues Terrain betrat Katja auch in jener Zeit – sie betĂ€tigte sich kurze Zeit als Produzentin. Beispielsweise produzierte sie mit Wyn und Andrea Horn deren Titel „Der Nachbar“.

Im FrĂŒhjahr 1976 wurde dann die nĂ€chste Single veröffentlicht, die allerdings lediglich ein leidlicher Radiohit wurde, obwohl der Text durchaus passend war: Im Jahr ihrer Scheidung von Christian Bruhn sang Katja „Aus Liebe weint man nicht„.

Letzte Christian-Bruhn-Komposition fĂŒr Katja schlĂ€gt noch einmal ein

19760615 MM

Im Sommer 1976 wurde es dann wieder richtig schlagerhaft – mit „deidideldum“ wurde ein Russland-nostalgisches Epos namens „In Petersburg ist Pferdemarkt“ veröffentlicht, das musikalisch und inhaltlich etwas in Richtung von Udo JĂŒrgens‘ „Anuschka“ geht. Schlagerkritiker und emanzipierte Frauen kritisieren, es sei ein patriarchalisch angehauchter Text, weil die Frau Treue gelobt, wĂ€hrend der Mann auf den Pferdemarkt geht („Da muss ein Mann doch hin“) – vermutlich hatte Alice Schwarzer nicht wirklich ihre Freude an dem Text. Das Publikum honorierte die letzte Christian Bruhn-Komposition fĂŒr Katja mit einer Top-40-Position in den deutschen Verkaufs-Charts, von denen sie sich dann fĂŒr einige Jahre verabschiedete.

Neuer Produzent: Joachim Heider

Nach der privaten und beruflichen Trennung von Christian Bruhn wurden die Singles Katjas wieder anspruchsvoller, kommerziell entsprechend erfolgloser. Das Management ĂŒbernahm 1977 Jerry Toger, die Produktion ihrer Singles der damals sehr kreative und großartige Berliner Joachim Heider. Die erste gemeinsam produzierte Single, der Joachim Heider-Song „Du und ich„, fiel nicht sonderlich auf.

19770401 MM 1

Die zweite von Heider produzierte Single hatte großen Anspruch. Die deutsche Version von „Don’t Cry For Me Argentina“, dem akustischen Zentralmotiv aus der Rockoper „Evita“, die den legendĂ€ren Aufstieg der Eva Peron erzĂ€hlt, wollte Katja unbedingt singen: Es entstand „Wein nicht um mich, Argentinien„. Das Original von Julie Covington wurde ca. 800.000 mal verkauft. Katja zur Intention, diesen Titel aufzunehmen: „Das hat mich sehr interessiert, die Form des Liedes wie das Lied selbst. Außerdem ist es fĂŒr mich vom Image-Wert her sehr gut, denn ich muss da hin, wo ich mal war.“ – Es kam wie so oft: Die vom renommierten Texter Eckart Hachfeld, der auch große Hits wie „Aber bitte mit Sahne“ fĂŒr Udo JĂŒrgens textete, verfasste Single brachte Katja von der Kritik große Anerkennung – ein Verkaufserfolg wurde sie hingegen nicht.

Weck mich, bevor Du gehst„, die letzte 1977er-Veröffentlichung war wieder ein typischer Heider-Song. In Deutschland kam der Song nicht sonderlich an, in den Niederlanden wurde er allerdings in der Version von Rita Hovink („Wek me vordat je gaat“) zum Hit.

19780601 MM

Eher anspruchsvoll blieb es mit der ersten 1978er-Single, erneut einer Komposition Joachim Heiders, in der Katja auf eine anscheinend von vorneherein zum Scheitern verurteilte Beziehung zurĂŒckblickte: „Es war beinah so wie ein Lied„, das sie an Dienstag(!), dem 30.05.1978 bei Frank Elstners „Montagsmalern“ vorstellte. Die ZDF-Hitparade war seinerzeit schwer erreichbar fĂŒr Katja, weil dort die im Verkauf besten platzierten Titel prĂ€sentiert wurden und Katja seinerzeit sich nicht platzieren konnte.

19780801 MM

Mit dem nĂ€chsten Song machten die Songautoren Joachim Heider und Christian Heilburg ihrem Image, gerne mal verklausulierte Schwulen-Songs zu schreiben (, wobei das eher von deren Rosenberg-Produktionen verkörpert wurde). Auch die Werbung fĂŒr die Single „Dieser Mann ist ein Mann“ ging in dieser Richtung – dort war ein halb nackter Mann abgebildet. Interessant: WĂ€hrend es Kritik an der fehlenden Emanzipation im „Pferdemarkt“-Song gab, stört sich wohl niemand an die Sexualisierung des mĂ€nnlichen Körpers in diesem Zusammenhang :-).

19781215 MM 7

Berliner Lieder

Gegen Ende 1978 gab es dann so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit: FĂŒr ihre LP mit Berliner Liedern „So wat wie ick et bin“ ließ sich die Ebstein in Overknee-Stiefeln und kurzem Rock ablichten, dass selbst Andrea Berg vermutlich rote Ohren bekommen hĂ€tte. Ihre Plattenfirma bewarb die LP wie folgt: „Dufte! Jetzt jibt et eene neue Platte mit juten Berliner Liedern von Katja Ebstein! Da klingt det KassenjelĂ€ute fast so schön wie det Jebimmel von der JedĂ€chtniskirche„. – Wie zu befĂŒrchten, bimmelten die Kassen leider nicht so wie die EMI sich das vielleicht gewĂŒnscht hĂ€tte – erneut war die anspruchsvollere Katja mit ihrem Konzeptalbum kommerziell nicht erfolgreich, obgleich auch ein Lied wie die „Krumme Lanke“ oder ein Couplet von Otto Reutter enthalten war.

Basierend auf dieser LP, deren Songs sie selbst auswĂ€hlte, wurde eine ARD-TV-Show („Das ist mein Milieu“) produziert, bei der ihr spĂ€terer Ehemann Klaus Überall, mit dem sie seit einigen Jahren liiert war, Regie fĂŒhrte und als Drehbuchautor tĂ€tig war. Katja sang in der Sendung nicht nur, sondern prĂ€sentierte sich auch als Schauspielerin in mehreren verschiedenen Rollen.

Neuer Produzent Ralph Siegel

19790115 MM 31

Anfang 1979 erschien eine Single, die ihr neuer Produzent Ralph Siegel fĂŒr sie schrieb – obwohl Siegel damals Ă€ußerst erfolgreich war und der Song wieder ein klassischer Schlager war, blieb der Erfolg fĂŒr „Es mĂŒssen keine Rosen sein“ aus.

Neue Plattenfirma Ariola, neuer Manager Freddy Burger

Vielleicht unter dem Einfluss Ralph Siegels (?) wechselte Ebstein ihre Plattenfirma zum 01.05.1979 – weg von der EMI, hin zur MĂŒnchener Ariola. Aber nicht nur Produzent und Plattenfirma wurde gewechselt – mit Freddy Burger fand sie auch einen Manager der „ersten Liga“, der ja seit 1977 auch Udo JĂŒrgens unter Vertrag hatte. Interessanterweise war es nicht das erste mal, dass Katja sich Udos Umfeld anvertraute. Zuvor hatte sie bereits mit Udos langjĂ€hrigem Pressesprecher Hansi Hoffmann Kontakt. Im Sinne von Publicity platzierte der ganz bewusst eine Ente, die durch die damaligen Zeitungen geisterte. So ließ er ĂŒber eine österreichische Zeitung verlautbaren: „Die SĂ€ngerin Katja Ebstein hat erste Kontakte fĂŒr eine Tournee durch China mit der diplomatischen Vertretung Pekings in Wien aufgenommen. Geplant sind Konzerte in den grĂ¶ĂŸten StĂ€dten Chinas.“ Das Dementi der chinesischen Botschaft in Wien folgte auf dem Fuß: „Wir kennen keine Katja Ebstein, und es haben auch nie Kontakte stattgefunden„. Schon damals gehörte wohl Klappern zum Handwerk…

Schunkelnummer „Trink mit mir“ missfĂ€llt Katja

Die erste bei Ariola erschienene Single war erneut eine Siegel-Nummer: „Trink mit mir“ wurde allen Vorschusslorbeeren zum Trotz kein Hit. Vielleicht lag das daran, wie sehr Katja hinter dem Song stand (hĂ€ Ă€hm): „Die Platte ist zu verkraften. Man kann, das muss ich voraussetzen, nicht mit einem Geschmack a la Nina Hagen herangehen. Meine Firma muss sich verstĂ€ndlicherweise nach dem Markt richten, auf dem man das Produkt absetzen kann. Und das ist nun einmal der deutschsprachige„.

Erfolgreiche DDR-Konzerte

Sehr erfolgreich waren in jener Zeit ihre insgesamt 30 DDR-Konzerte – mit großem Orchester trat sie vor bis zu 9.000 Zuschauern auf.

Konzeptalbum „Glashaus“ – ein Meilenstein

Anfang 1980 gelang die Balance zwischen kĂŒnstlerischem Anspruch und kommerziellen Erfolg wieder hervorragend: Das im typischen Ralph-Siegel-Stil gehaltene Konzeptalbum „Glashaus“, das auch in durchsichtiger Vinyl-Optik erschien (leider reichte mein Taschengeld damals nicht fĂŒr den Kauf – ich weiß noch, wie oft ich die Platte im Hagener Kaufhof in der Hand hatte), war sowohl als LP als auch mit einigen Auskopplungen ausgesprochen erfolgreich.

Noch VOR Gitte Haenning beschĂ€ftigte sich Katja mit dem Thema „Die Frau in der Gesellschaft“. O-Ton Katja: „Es geht im allgemeinen um die Situation der Frau, die ein bisschen im Glashaus sitzt, aber auch um die Mann-Frau-Beziehung. Es sind nicht nur neue Nummern darauf, sondern auch Standards wie ‚Free Again‘ – in deutscher Version natĂŒrlich.“ Die TV-Werbetrommel wurde damals krĂ€ftig gerĂŒhrt – Katja durfte ihre LP bei Joachim Fuchsbergers „Auf los geht’s los“ und in Rainer Holbes „Starparade“ vorstellen, dort sogar in einem Star-Block mit gleich drei Titeln.

Top-10-Hit „Abschied ist ein bisschen wie Sterben“

Als erste Single wurde aus dem Album ein bĂ€renstarker Titel ausgekoppelt: „Abschied ist ein bisschen wie Sterben„. Witzigerweise musste Siegel sich in einer Talkshow („Ich stelle mich“) gegenĂŒber einem kritischen Fragensteller rechtfertigen, warum denn nur „ein bisschen“ – wie beim Frieden. Siegel konterte, dass er lediglich ein französisches Sprichwort mit dem Text zitiert habe (bzw. sein Textdichter Bernd Meinunger). Großartig orchestriert, musikalisch anspruchsvoll – und die wunderbare Radio-Falle – nach dem vermeintlichen Schluss kommt noch eine Gesangszeile – der Song ist einer meiner absoluten Lieblingslieder der Berlinerin und war kommerziell auch ĂŒberaus erfolgreich – sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz(!) kam Katja damit in die Top 10.

Zweiter Platz beim Grand Prix mit „Theater“

In jenem Jahr, 1980, besann man sich auf eine Idee, die schon 1970 funktionierte – um das Album zu pushen, könnte man ja… richtig! Ralph Siegel reichte seine Komposition „Theater„, gesungen von Katja Ebstein, zur Eurovision ein – das Ergebnis ist gemeinhin bekannt. Katja gewann die deutsche Vorentscheidung (auch wenn „Nachwuchs-Moderator“ Thomas Gottschalk zunĂ€chst irrtĂŒmlich Costa Cordalis als Sieger auf die BĂŒhne holte) und erreichte beim internationalen Wettbewerb in Den Haag einen fulminanten zweiten Platz, was (wie schon 1970) zu dem Zeitpunkt die beste Platzierung war, die je ein deutscher Beitrag beim Grand Prix erreicht hatte. Sie scheiterte nur knapp an Johnny Logan, mit dem sie spĂ€ter recht gut befreundet war.

Bei Katjas Vortrag stimmte aber auch alles – „Theater“ ist ein internationales Thema, der Text wurde von vier Pantomimen wunderbar umgesetzt, und die hymnenhafte Komposition tat ihr ĂŒbriges – auch kommerziell war der Song sehr erfolgreich. Die Top-10 der deutschen Verkaufs-Charts wurden nur knapp verfehlt, und erstmals ĂŒberhaupt kam Katja Ebstein auf Platz 1 der ZDF-Hitparade. Das Lied wurde in mehreren Sprachen veröffentlicht („It’s Showtime“ bzw. „Theatre„).

9-mal hintereinander in der ZDF-Hitparade

Im SpĂ€tsommer 1980 wurde aus der Sensations-LP „Glashaus“ eine weitere Single ausgekoppelt, die erneut kommerziell recht erfolgreich werden sollte: „Dann heirat‘ doch Dein BĂŒro“. Diese Mischung aus Emanzipations-Pushing und einfachem Schlager hatte etwas, und Ă€hnlich wie Scheidungskinder sich 1978 von Andrea JĂŒrgens‘ „Und dabei liebe ich euch beide“ angesprochen fĂŒhlten, gab es sicher viele Ehefrauen und Kinder, die sich freuten, wenn ihr Papa, der bis abends im BĂŒro verweilt, besungen wurde. – Das ist ein wohl bis heute aktuelles Thema, mit dem Katja Ebstein erneut (letztmals) die ZDF-Hitparade gewann. Bemerkenswert ist ĂŒbrigens, dass Katja 1980 neun mal in Folge in der Berliner TV-Show zu Gast war – nonstop von Februar bis Oktober. Auch in Sachen „Charts“ stellte sich mit diesem Song letztmals ein Hit ein.

Erste große eigene Deutschland-Tour

Nach langem Zögern war es so weit – Katja Ebstein begab sich erstmals auf große Deutschland-TournĂ©e. Offizielle Premiere war am 01. Oktober 1980 in ihrer Heimatstadt Berlin. Ungewöhnlich: Bereits im Vorfeld wurde am 18. September 1980 eine TV-Show namens „Konzert frei Haus“ (Regie: Rainer Bertram) ausgestrahlt, parallel erschien eine Live-Doppel-LP „Katja Ebstein live“. Das Programm des Konzerts fasste das Branchenblatt Musikmarkt wie folgt zusammen: „…mit einem abendfĂŒllenden, mehr als zwei Stunden dauernden Programm, das von Liedern mit literarisch-kabarettistischen Texten ĂŒber Pop-Songs und Platten-Hits, Heine-Lieder und ambitionierten Chansons bis hin zu einem Reigen großer Musical-Melodien reicht“.

LP „He Du da“ legt Grundstein fĂŒr spĂ€teres BĂŒhnenprogramm

Nach diesen kommerziellen Erfolgen wurde es fĂŒr Katja wohl mal wieder Zeit, etwas „Anspruchsvolles“ zu produzieren – Ende 1980 erschien unter der musikalischen Leitung von Dieter Reith und Produktion ihres spĂ€teren Ehemanns Klaus 

die LP „He Du da!“ mit Texten der Liedermacher Stephan Sulke, Inge BrĂŒck und Robert Long, die ĂŒbrigens bis heute von Bedeutung ist, weil sie die Grundlage fĂŒr Katjas BĂŒhnen-Programm Jahrzehnte spĂ€ter war. Die Plattenfirma Ariola schrieb dazu damals: „Aktuelle Themen sind Umweltschutz, WirtschaftskriminalitĂ€t, die Macht der Reichen und der Superreichen, die ewige Suche nach der großen Liebe, Schmerz, Trennung, Abschied. Dabei beweist die SĂ€ngerin einmal mehr ihre Vielseitigkeit. Anspruchsvoll und trotzdem populĂ€r – diesen Balance-Akt zwischen Kunst und Kommerz schaffen nur wenige – doch sie schafft es – mit Liedern, die sowohl ins Ohr als auch unter die Haut gehen„. Wie erfolgreich diese LP wurde, kann sich vermutlich jeder denken…

FĂŒr ihre großen 1980er Erfolge verlieh ihr die Europawelle Saar 1981 die „Goldene Europa“.

Siegel-Nummer schlÀgt nicht ein

19810315 MM 32

Als Single ausgekoppelt hat man „vorsichtshalber“ von diesem Album keinen Titel – man versprach sich mehr von der typischen Ralph-Siegel-Nummer „Ich bin ein Berliner Kind„. Trotz ZDF-Hitparaden-PrĂ€senz und schlagerhafter Ausrichtung wurde das 1981 aber kein Hit, was umso erstaunlicher ist, als am 10.03.1981 in der ARD erneut eine Ebstein-Sendung unter dem Motto „Das ist mein Milieu“ ausgestrahlt wurde, die von der Kritik sehr gut aufgenommen wurde – ihr wurde attestiert, dass sie „neben Schlagerschnulzen, Heine-Songs und Rock-Tönen auch volkstĂŒmliche Heimatlieder auf ihrer umfangreichen Palette hat- und noch ein paar erfreuliche komödiantische Klekse dazu“.

Grand Prix: Moderatorin beim Vorentscheid 1981

Ein Karriere-Highlight jenen Jahres war die Moderation der deutschen Vorentscheidung zum Grand Prix 1981, die sie ĂŒbernommen hatte. Siegreich war damals Lena Valaitis, die noch knapper am internationalen Sieg vorbeischrammte als Katja. Deren Geheim-Tipp war die Gruppe „Janz“ mit dem Song „Steine“ – leider hat man von der Formation nachher nicht mehr viel gehört – auch nicht von den fĂŒhrenden Köpfen, den GebrĂŒdern Paul und Ken Janz.

19810701 MM 5

Die zweite 1981er Single, „Wann siehst Du mich schon weinen?“ aus der Siegel-LP „Kopf hoch“ blieb weithin unbeachtet. Die LP „Kopf hoch“ beinhaltete erneut Lieder ĂŒber die „Liebe an und fĂŒr sich aus der Sicht einer Frau„. Die Ariola bewarb die LP wie folgt: „…eine LP mit hohen musikalischen, textlichen, und gesanglichen Ambitionen vor. Bernd Meinunger, Michael Kunze und Thomas Woitkewitsch gehören zu den Text-Autoren. Sechs der Songs komponierte Ralph Siegel, der als bewĂ€hrter Ebstein-Produzent auch Regie im Studio fĂŒhrte. Hauptthema der LP ist einmal mehr die Liebe, vor allem natĂŒrlich die Liebe aus der Sicht einer Frau.

Schauspielerin in „Professor Unrat“ – großer Erfolg

Einen Karriereschnitt vollzog Katja Ebstein, indem sie die weibliche Hauptrolle (KĂŒnstlerin Rosa Fröhlich) im TheaterstĂŒck „Professor Unrat“ im Ernst-Deutsch Theater in Hamburg ĂŒber 3 1/2 Monate vor ausverkauftem Haus an der Seite des Schauspielers Friedrich SchĂŒtter ĂŒbernahm und damit in die Fußstapfen Marlene Dietrichs trat. In der Folgezeit ging Katja immer mehr in Richtung Schauspiel, was auch dem Beruf ihres Ehemanns Klaus Überall (Regisseur) geschuldet sein könnte. Der Erfolg war so groß, dass sich eine 180-Tage-Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz anschloss.

Katja „bereut keinen Augenblick“

19820201 MM 35

In der Hochzeit der neuen deutschen Welle (FrĂŒhjahr 1982) konnte Katja auch mit vermeintlich kommerziellen Produktionen nicht punkten. Die erste Single des Jahres, „Ich bereue keinen Augenblick“, war zugleich die letzte Produktion Ralph Siegels fĂŒr Katja. Im Radio lief der Song recht gut, ein Verkaufserfolg wurde es aber nicht, obwohl sie den Titeln in ihrer Personality-Show „Mein Name ist Katja“ am 25.02.1982 vorstellen konnte.

Neuer Produzent Bernie Paul

19820915 MM 16

Bernie Paul (bĂŒrgerlich Bernd Vondficht), der einige Jahre zuvor als Interpret mit „Oh No No“ große Erfolge feiern konnte, produzierte die nĂ€chste Single Katja Ebsteins. Fred Jay textete die deutsche Version des italienischen Songs „Aria di casa“ von Sammy Barbot: „Leben“.

Bohlen-Komposition der Zeit voraus

19821115 MM 30

Im Winter 1982 war Katja mal wieder ihrer Zeit voraus – im doppelten Sinne: Zwei Jahre vor Herbert Grönemeyer machte sie sich humorvoll lustig ĂŒber gewisse AttitĂŒden (insbesondere hinsichtlich von Schönheitsidealen) der MĂ€nner im Song „Mann, bist Du schön„. An dem Song besonders spannend ist aber nicht etwa der Name des Produzenten (Bernie Paul), sondern der des Komponisten – schon 1982 trieb ein gewisser Dieter Bohlen sein Unwesen.

Aber auch in Sachen Schauspielerei war Katja in jenem Jahr aktiv, so spielte sie an der Seite von Klaus Wildbolz und Hans Richter die Buhlschaft in „Jedermann“ bei den Sommerfestspielen in Heppenheim.

Neuer Produzent: Harold Faltermeyer

19830201 22

Mit der LP „Traumzeit?“, produziert vom renommierten Harold Faltermeyer, endete Katjas Ariola-Zeit (- zumindest, was LP-Produktionen angeht). Ausgekoppelt als Single wurde daraus die die Single „Fluchtwege„, die deutsche Version des Dianne Warwick-Welthits „Heartbreaker“.

„Cats“-Song vor Angelika Milster

Das Titellied der LP „Traumzeit?“ zeigt erneut Katjas Vorausdenken – es war nĂ€mlich eine deutsche Version des Titelliedes des spĂ€ter sehr erfolgreichen Musicals „Cats“, dessen Titellied sie damit intonierte – Angelika Milster hatte Jahre(!) spĂ€ter mit einer anderen deutschen Fassung dieses Liedes einen großen Erfolg. Die beiden SĂ€ngerinnen haben ĂŒbrigens lt. einem Zeitungsartikel eine gemeinsame Leidenschaft: aus HĂ€nden zu lesen.

Das Fragezeichen hinter dem LP-Namen hatte ĂŒbrigens laut Branchenblatt „MusikInformationen“ einen Hintergrund: „Das Fragezeichen hinter dem Titel ihres neuen Albums weist bereits auf die kritischen Inhalte der LP-Songs hin, fĂŒr die vornehmlich namhafte Autoren wie Michael Kunze und Thomas Woitkewitsch verantwortlich zeichnen. Katja packt in ihren Liedern zeitgemĂ€ĂŸe Themen wie die Zerstörung der Umwelt, die Emanzipation der Frau und das Bild des Mannes von heute an. Die Neue deutsche Welle wird von Katja liebenswert persifliert.“ In der Tat: Mir ist außer dem Katja-Song kein Lied bekannt, das den Titel „Neue deutsche Welle“ trĂ€gt.

Nach der Ariola-Zeit erschien 1983 noch eine Single bei der CBS: „Wunderland“. Der von AndrĂ© Heller getextete Song (Komposition: Francis Lai) war Titellied eines TV-Films mit Gustl Bayrhammer, in dem der bayrische Schauspieler ein Wunderland besucht, in dem Figuren aus Comics, MĂ€rchen und Legenden leben. Vielleicht auch deshalb wird dem Lied attestiert, dass es eine gewisse Disney-Song-AffinitĂ€t habe.

TontrĂ€gerpause – Moderatorin „Unterwegs in der DDR“

In den folgenden Jahren erschienen keine TontrĂ€ger von Katja, allerdings war sie weiterhin aktiv. Beispielsweise tummelte sie sich als Moderatorin der TV-Reihe „Unterwegs in der DDR“. Auf einem Fahrrad besuchte sie dabei historische StĂ€tten und SehenswĂŒrdigkeiten der DDR und kostĂŒmierte sich in der Art der Person, die sie darstellte. Der Erfolg war so groß, dass in den Jahren 1986 und 1987 26 weitere Folgen produziert wurden.

Einige Jahre spĂ€ter, bei einem Konzert im Ostberliner Friedrichstadtpalast verhaspelte sie sich mit der Aussage, die DDR sei europĂ€isches Ausland, was einige Politiker wie Egon Bahr empörte, die darauf hinwiesen, die DDR sei der andere Teil Deutschlands. Katja stellte zwei Jahre vor der Wiedervereinigung (anlĂ€sslich der 750-Jahr-Feier Berlins im Friedrichstadtpalast) klar: „Meine Worte bezogen sich auf das Staatswesen, die EinreiseformalitĂ€ten und die verschiedenen WĂ€hrungen„.

Lied zur ARD-Fernsehlotterie

1986 versuchte Katja mit einem Lied von Hanne Haller und Ramona Leiß, wieder einen Hit zu landen – das Lied zur ARD-Fernsehlotterie „Mensch, sag doch einfach na und!“ wurde zwar in der ZDF-Hitparade vorgestellt – erneut war sie aber ihrer Zeit voraus – Jahre spĂ€ter landete Udo JĂŒrgens mit Ă€hnlichem Thema („Na und!?“) einen veritablen Hit. Mit dieser Single war die Ariola-Zeit dann endgĂŒltig beendet. 1987 veröffentlichte Ebstein dann ihre vorerst letzte Single, die sehr selten zu finden ist: „Lach mich nicht aus!„.

Verlagerung auf die Schauspielerei

In jener Zeit hatte das Schauspiel die Singerei wohl in der Hierarchie der PrioritĂ€ten endgĂŒltig abgesetzt. So ĂŒbernahm Katja im FrĂŒhjahr 1987 die Hauptrolle der NachtclubsĂ€ngerin und Mörderin „Roxie“ im Musical „Chicago“ gemeinsam mit dem Ensemble des Berliner Theater des Westens sehr erfolgreich ĂŒber 2 1/2 Monate. Ein Jahr spĂ€ter wurde das Musical unter Mitwirkung Katjas erfolgreich in Berlin gespielt.

In der Folgezeit (1988/89) war sie als Schauspielerin in der 20-teiligen ARD-Serie „Friedrichstadtpalast“ im Vorabendprogramm der ARD zu sehen.

In der Zeit des Mauerfalls (ab Herbst 1989) ging Katja mit dem Musical „Sweet Charity“ auf Drei-LĂ€nder-Theater-TournĂ©e. Wegen des großen Erfolgs wurde die Tour 1991 im FrĂŒhjahr wiederholt.

Auch in den 1990er Jahren war Katja weiter als Schauspielerin und Rezitatorin aktiv. Gemeinsam mit Lutz Görner rezitierte sie seit 1990 beispielsweise Lyrik von Frauen und ging mit ihm auf eine ĂŒber 3 Monate laufende Gastspielreise, was von der Kulturkritik begeistert aufgenommen wurde. Ende 1991 ging sie – diesmal solo – erneut auf Tour unter dem Motto „Frauenlyrik“. Im gleichen Jahr gab sie die „Spelunken-Jenny“ der Dreigroschenoper von Berthold Brecht im Hamburger Ernst-Deutsch-Theater, weil sie wie Jenny eine kĂ€mpferische Natur sei. Zwei Jahre spĂ€ter spielte sie die Titelrolle von „Victor und Victoria“, womit sie erneut auf Drei-LĂ€nder-Tour war.

Album „Ebstein“ schafft es nicht in die Album-Charts

19941015 MM 44

Nach vielen Jahren war es 1994 wieder soweit – eine große Plattenfirma (Polydor) veröffentlichte die CD „Ebstein“, ein „Album mit ausgewĂ€hlten Musical- und Filmmelodien in bestechenden neuen Arrangements„. Großer kommerzieller Erfolg war damit leider nicht mehr zu erzielen. Auch die deutsche Version des Songs „With One Look“ aus dem Musical Sunset Boulevard, „Nur ein Blick„, blieb von der breiten Öffentlichkeit unbemerkt.

Ansonsten war sie in den 90er Jahren mit Programmen wie „Meisterinnen aus zwei Jahrhunderten“ mit zeitgenössischer Frauenlyrik und Soloabenden mit Werken von Heinrich Heine und Berthold Brecht unterwegs.

Unter dem Motto „Berlin … trotz und alledem“ prĂ€sentierte sie seit 1998 Werke von Otto Reutter, Kurt Tucholsky u. a. – entsprechende CDs finden sich auf Katja Ebsteins Homepage unter „Discografie“. Dort ist auch das 1999 erschienene Album „Frauenlyrik“ zu finden. Diese Discografie verschweigt ĂŒbrigens, dass Katja auch mal Schlager auf TontrĂ€gern veröffentlicht hat.

Seit 2001 prĂ€sentiert Katja „alle Jahre wieder“ zur Weihnachtszeit ihr Programm „Es fĂ€llt ein Stern herunter“. Katja möchte damit ein vorweihnachtliches Programm der etwas anderen Art prĂ€sentieren und rezitiert dabei BeitrĂ€ge u. a. von James KrĂŒss, (unvermeidbar) Heinrich Heine, Loriot, Erich KĂ€stner, Hans Dieter HĂŒsch und anderen.

Anspruchsvolles Album „Witkiwicz“

AnlĂ€sslich ihres 60. Geburtstages bzw. anlĂ€sslich ihres 40. BĂŒhnenjubilĂ€ums erschien 2005 die bis dato letzte CD mit populĂ€rer Musik. Nachdem die vorherige CD „Ebstein“ genannt wurde, kam man auf die sehr einfallsreiche Idee, die CD nach ihrem bĂŒrgerlichen Namen „Witkiewicz“ zu benennen. Etablierte deutsche Protagonisten wie Pe Werner, Rainhard Fendrich und Xavier Naidoo steuerten Lieder zu der von Dieter Falk produzierten CD bei. Ein Jahr nach der Veröffentlichung ging Katja mit dem Programm unter dem Motto „Meine Lieder“ auf Deutschland-Tour.

Zweiter Platz bei „Let’s Dance“

2007 begab sie sich dann wieder auf die eher kommerzielle Schiene und nahm mit beachtlichem Erfolg an der 2. Staffel der RTL-Show „Let’s Dance“ teil – an der Seite ihres Tanzpartners Oliver Seefeldt belegte sie einen hervorragenden zweiten Platz.

Bundesverdientskreuz

Im Januar 2008 wurde Katja eine sehr große Ehre zuteil: FĂŒr ihr soziales und kĂŒnstlerisches Engagement wurde ihr das Bundesverdienstkreuz verliehen. Ein Aspekt war hier sicher auchihr Engagement fĂŒr Kinder finanziell schwach gestellter Familien im Rahmen der von ihr gegrĂŒndeten „Katja-Ebstein-Stiftung“.

Im gleichen Jahr trat sie als Mentorin (bzw. „Patin“) der deutschen Vorentscheidung zum Grand Prix von Musical-Star Carolin Fortenbacher in Erscheinung. Nur denkbar knapp (mit 49,5 zu 50,5 Prozent) siegten damals die No Angels – mit dem bekannten Ausgang. Böse Zungen behaupten, dass das entscheidende Prozent der von den No Angels gezeigten nackten Haut geschuldet war, die international aber nicht sonderlich beeindruckt hat.

Jury-Mitglied bei Gottschalk-Sendung

Um den Musical-Nachwuchs kĂŒmmerte sie sich im FrĂŒhjahr 2008 in der von Thomas Gottschalk moderierten ZDF-Show „Musical Showstar 2008“, deren Jurymitglied sie an der Seite von Uwe Kröger und Alexander Goebel war. Die Sieger der Show durften im Musical „Starlight Express“ eine Rolle spielen. FĂŒr die ganz große Karriere reichte es fĂŒr die siegreichen Anna-Maria Schmidt aus Bernshausen und Kevin Köhler aus Oer-Erkenschwick aber nicht.

Premiere des BĂŒhnenprogramms „Na und? Wir leben noch!“

Direkt danach prĂ€sentierte sie in DĂŒlmen die Premiere ihres BĂŒhnenprogramms „Na und? Wir leben noch“, das von ihrem Ehemann Klaus Überall geschrieben und konzipiert wurde und erneut anspruchsvolles Programm beinhaltet – u. a. aus der LP „He Du da“. Mit diesem Programm ist sie bis heute unterwegs – vielleicht liegt ihr viel daran, weil ihr Mann, mit dem sie seit 1979 verheiratet war, am 29.10.2008 seiner Lungenkrebserkrankung erlag. Ihren bĂŒrgerlichen Namen Karin Ilse Überall trĂ€gt sie ĂŒbrigens bis heute.

Fred-Jay-Preis

Große Ehre fĂŒr Katja im Jahr 2009: Ihr wurde der renommierte Textdichter-Award „Fred-Jay-Preis“ ĂŒbergeben. Die Stifterin Mary Jay-Jacobsen richtete zur Preisverleihung folgenden Gruß aus: „Ich freue mich besonders, dass in diesem Jahr Katja Ebstein den Preis erhĂ€lt, fĂŒr die mein Mann unter anderem den Umweltsong ‚Diese Welt‘ geschrieben hat.“

Im Rahmen der sehr erfolgreichen Vox-TV-Serie „Cover My Song“ gab es 2011 ein musikalisches Lebenszeichen von Katja: Gemeinsam mit dem deutschen Rapper JokA nahm sie ihren Evergreen „Wunder gibt es immer wieder“ in neuem Gewand auf. FĂŒr die nationalen Verkaufs-Charts reichte es nicht, aber immerhin wurde der Song in Hip-Hop-Download-Charts angenommen.

Mitglied der Bundesversammlung bei Wahl des BundesprÀsidenten

In den letzten Jahren ist Katja immer wieder als politisch aktiver Mensch in Erscheinung getreten. Beispielsweise wĂ€hlte sie 2017 in der Bundesversammlung Frank-Walter Steinmeier – die SPD entsandte sie in die Bundesversammlung. Auch wirkte sie im Dokumentarfilm „Mit Jesus auf die Barrikaden“ mit, der die 68er Bewegung und konkret die Protestbewegungen um den erschossenen Benno Ohnesorg und Rudi Dutschkes zum Thema hat. Katja Ă€ußert sich in diesem „Dokumentarfilm mit christlichem Hintergrund“ als Zeitzeugin.

AngekĂŒndigte Biografie wurde nicht veröffentlicht

Sehr schade: Die fĂŒr 2018 angekĂŒndigte Biografie Katjas mit dem Titel „Begegnungen“ wurde bis heute nicht veröffentlicht.

Klare Haltung zu Integration

Interessant – auch zur Migration hat Katja eine klare Haltung – der Sender n-TV zitiert sie HIER wie folgt: „Es gehört eine Assimilierung dazu. Respekt vor Frauen gehört auch bei Migranten dazu. Ohne die eigene Kultur zu leugnen, muss man sich unserer annĂ€hern.

Im vergangenen Jahr trat Katja beim Kult-Fernsehgarten im ZDF auf und sang ihr Lied „Theater“ im Beisein des Komponisten Ralph Siegel, mit dem sie offensichtlich noch immer einen „guten Draht“ hat.

Katja Ebstein ist eine der bedeutendsten deutschen SĂ€ngerinnen, die neben ihrem politischen Engagement zweifellos Schlagergeschichte geschrieben hat. Schlagerfreunde werfen ihr aber ihre unterkĂŒhlte Distanz zu ihrem Schlager-Schaffen vor.

So wĂ€hlt Schlagerexperte Reiner Moritz in einem seiner BĂŒcher Katja auf Nummer 4 der „Anti-Stars“ mit folgender BegrĂŒndung: „Am ungenießbarsten sind SchlagersĂ€nger, die mehr sein wollen als SchlagersĂ€nger. Katja Ebstein zum Beispiel glaubt wohl bis heute, dass sie, weil sie Brecht-Lieder sang, eine Brille mit ovalen GlĂ€sern trug und Romanistik studierte, mehr als eine Schnulzentante ist. Gerade wer einmal mit Brecht-Texten Umgang hatte, wĂ€re gut beraten gewesen, nicht Schlager zu trĂ€llern, deren Abgeschmacktheit eher auf einen Hobby-Dichter-Abend, Sektion Langenbeutingen, schließen ließe….“ – das ist harter Tobak, dessen Ansatz man im Kern zwar teilen kann, gleichzeitig auch massiv widersprechen muss, weil er der KĂŒnstlerin nicht in all ihren Facetten gerecht wird. Die Schlagerwelt wĂ€re ohne Hymnen wie „Wunder gibt es immer wieder“ und „Abschied ist ein bisschen wie Sterben“ ein gutes StĂŒck Ă€rmer.

In diesem Sinn gratulieren wir eine der intelligentesten, streitbarsten, aber doch sympathischsten (eben weil „echtesten“) SchlagersĂ€ngerinnen ĂŒberhaupt zum „runden“ Geburtstag.

Folge uns:
Voriger ArtikelNĂ€chster Artikel

DIE AMIGOS: Auch negativ sind sie fĂŒr Chartrekorde gut: Nur drei Alben sind tiefer von Platz 1 abgerutscht 0

Bild von Schlagerprofis.de

DIE AMIGOS: Tiefer Fall fĂŒr ihr Best of auf Platz 94

Immerhin: In der Midweekliste waren sie nicht zu finden, nun hat es doch noch fĂŒr die Top-100 gereicht. ABER: Ein Nummer-1-Album, das in der 2. Woche auf Platz 94 fĂ€llt – das ist die Kehrseite der vielen Rekordmeldungen, bei denen zugegeben (wir lieben ja auch diese Zahlenspiele) natĂŒrlich Äpfel mit Birnen verwechselt werden. Aber ein tiefer Fall von 1 auf 94 – das ist fast schon historisch. Schlechter lief es nur fĂŒr drei (genau genommen zwei) Alben in der deutschen Chartgeschichte, die eine Woche auf Platz 1 waren und in der nĂ€chsten Woche gar nicht mehr platziert, nĂ€mlich fĂŒr:

  • FYNN KLIEMANN („Pop“) (2020)
  • ROY BIANCO UND DIE ABBRUNZATI BOYS („Grazie“) (2022) und
  • MICHAEL BUBLÉ (2023) („Christmas“) – das ist aber natĂŒrlich Saisonbedingt und anders zu werten.

Betrachtet man die Alben, die in der Folgewoche platziert, aber „abgestĂŒrzt“ sind, haben die AMIGOS sogar einen Rekord eingestellt. Genau wie erneut FYNN KLIEMANN – ebenfalls mit dem Album „Pop“ – fielen sie auf Platz 94 mit ihrem „Best-Of“-Album. Wobei DAS schon wieder irre ist: BERND und KARL-HEINZ sind gleichzeitig auf dem Weg, den historischen Chartrekord von PETER MAFFAY wackeln zu lassen und gleichzeitig schaffen sie es, im negativen Sinne fĂŒr Rekorde gut zu sein. Langweilig wird es mit dem BrĂŒderduo definitiv nicht…

Folge uns:

UDO LINDENBERG: Wahnsinn! Mit 76 Jahren gemeinsam mit APACHE 207 erstmals auf Platz 1 der Single-Charts 1

Bild von Schlagerprofis.de

UDO LINDENBERG: Mit APACHE 207 Spitzenreiter der Charts

WĂ€hrend der „andere“ Udo ĂŒberzeugt war: „Mit 66 Jahren, da fĂ€ngt das Leben an“, setzt UDO LINDENBERG noch mal einen drauf. Gemeinsam mit dem Rapper APACHE 207 ist ihm das gelungen, was er zuvor in seiner gesamten jahrzehntelangen Karriere nicht gelungen ist: Er hat es auf Platz 1 der deutschen Singlecharts geschafft. Weder „Sonderzug nach Pankow“ (ĂŒbrigens vor fast genau 40 Jahren erschienen) noch „Horizont“ oder „Ich lieb dich ĂŒberhaupt nicht mehr“, „Mein Ding“, „Cello“, „Alles klar auf der Andrea Doria“ – all diese Klassiker waren NICHT an der Spitze der deutschen Single-Charts.

Mit „Komet“ darf sich der Deutschrocker insofern tatsĂ€chlich ĂŒber seine allererste Nummer 1 in den deutschen Singlecharts freuen – und das mit 76 Jahren – Wahnsinn! Wir gratulieren sehr herzlich zu diesem Triumph!

Pressetext

Udo Lindenberg & Apache 207 „KOMET“

Musik-Ikone UDO LINDENBERG und Deutschrap-Star APACHE 207 mit gemeinsamem Song.

Die ARD-Tageschau vermeldete jĂŒngst, dass sich ein Komet – „der grĂŒne Komet“ – in dieser Woche der Erde nĂ€hert und dass dieser zuletzt vor 50.000 Jahren hier schon einmal vorbeischaute. Ein Zeichen des Himmels? Denn in der Nacht vom kommenden Donnerstag, 19. Januar, wird um 22 Uhr einer der aufsehenerregendsten Songs in diesem noch jungen Jahr veröffentlicht. Sein Titel: „Komet“.

MĂŒnchen, am 19. Januar. Vielleicht könnte der Gegensatz grĂ¶ĂŸer nicht sein: Da ist auf der einen Seite die deutsche Musikikone, das Multimedia-Genie UDO LINDENBERG, der seit ĂŒber 50 Jahren auf eine unvergleichliche Karriere blicken kann aber nicht mĂŒde ist – und nicht mĂŒde wird –
stets fĂŒr Neues, Unerhörtes, Abenteuerliches offen zu bleiben – und in seinen Kunstformen permanent TĂŒren in die Zukunft aufstĂ¶ĂŸt. Auf der anderen Seite steht ein imposanter, großgewachsener junger Mann von 25 Jahren, APACHE 207, der mit seinen Songs in kurzer Zeit Musikgeschichte geschrieben hat.

Sein Hit „Roller“ stand zwei Jahre lang in den deutschen Charts, sein DebĂŒtalbum „Treppenhaus“ wurde Gold ausgezeichnet und ist direkt auf #1 der offiziellen Charts eingestiegen. Die AnkĂŒndigung einer neuen Tournee genĂŒgt inzwischen, um die grĂ¶ĂŸten Arenen innerhalb von Minuten auszuverkaufen.

„Es ist“, sagt UDO LINDENBERG ĂŒber seine musikalische Arbeit mit APACHE 207, „die gegenseitige Hochachtung vor der Kunstform des jeweils anderen, die uns zusammengefĂŒhrt hat.“ Nach einem Konzertbesuch bei APACHE 207 konstatiert Udo: „Apache fiel mir gleich auf, weil er sich doch sehr vom Normalo-Gangsta-Rap unterscheidet. Cooler schlauer Junge, sehr geflashte Texte, Trademark-Stimme – und singt auch noch meeega-geschmeidig. Ein Komet, der zweimal einschlĂ€gt, Yeahh!“

FĂŒr APACHE 207 ein Ritterschlag: „Udo Lindenberg ist zweifelsohne eine Legende der deutschen Musik und ein großes Vorbild fĂŒr mich, vor allem, was seine unfassbare Karriere betrifft. Ich durfte ihn auf seiner großen Tour im letzten Jahr in Mannheim besuchen und er mich auf meiner. Danach haben wir die Köpfe zusammengesteckt und ‚Komet‘ ist entstanden.“

Die Kollaboration zwischen UDO LINDENBERG und seinem kongenialen Partner APACHE 207 erscheint nun am 19. Januar 2023 um 22.00 Uhr – „Komet“. Damit setzen UDO LINDENBERG und APACHE 207 auch ein Statement der Verbindungen zweier Generationen und zweier Musikrichtungen. UDO LINDENBERG:

„Unser Komet ist ein Song ĂŒber die UnvergĂ€nglichkeit, ĂŒber den Fußabdruck, den wir hinterlassen.“ Ein Einstieg in Moll, einfĂŒhlsam, im typischen Udo-Song-Stil: Ich hör die Möwen singen am Hafen. Das letzte Lied zum Rausschmiss. Dann das Intro von APACHE 207, der Beat hĂ€lt den Atem an:
Und wenn ich geh, dann so wie ich gekommen bin – wie ein Komet, der zweimal einschlĂ€gt. Vielleicht tut es weh.“

UDO LINDENBERG: „Wir haben schnell festgestellt – die Stimmen passen tausend pro. Und dann kam uns der Song nur so zugeflogen.“ EinprĂ€gsamer Gitarrensound, der hin und wieder ein Solo erahnen lĂ€sst, bildet den Mantel um das Dance Feeling, das das gesamte Duett trĂ€gt. Bis zum Finale, welches lautet: „Lass uns nochmal aufdrehen, lass uns nochmal aufdrehen.“

Übrigens – wĂ€hrend der musikalische „Komet“ am 19. Januar das Licht der Welt erblickt, wandert der himmlische Komet mit dem astronomischen Namen C/2022 E3 (ZTF) gerade in einer Entfernung von 42 Millionen Kilometern von der Erde um das Sternbild des Kleinen Wagen. Ende Januar soll er sogar mit bloßem Auge erkennbar sein.

Zum Song haben UDO LINDENBERG und APACHE 207 ein Video produziert, das ebenfalls im Januar veröffentlicht wird.

Pressetext in Stichworten

Udo Lindenberg meldet sich nach fast eineinhalb Jahren mit neuer Single „Komet“, einer Kollaboration mit Apache 207, zurĂŒck.

‱ Die Single vereint die zwei grĂ¶ĂŸten KĂŒnstler unterschiedlicher Generationen und ist ein perfekter Mix aus Pop, Rock und Hiphop.

‱ Apache 207 ist ein deutscher Rapper und SĂ€nger mit tĂŒrkischen Wurzeln.

‱ Mit zahlreichen #1-Hits („Roller“ (2019, Diamantstatus), „Angst“ (2020) oder „Kapitel II Vodka“ (2021) u.v.m.) zĂ€hlt er zu den erfolgreichsten deutschen Rappern der vergangenen Jahre.

‱ Mit seinem DebĂŒtalbum „Treppenhaus“ erreichte er die Spitze der Charts in DE, AT und CH.

‱ Zuletzt wurde von Udo Lindenberg 2021 „Udopium“ veröffentlicht, eine umfangreiche Werkschau zur Feier seines 75. Geburtstags inkl. vier neuer Songs. Das Album erreichte #2 der deutschen Charts.

Quelle Pressetext: Warner Music International

Folge uns: