MARIANNE ROSENBERG: Ihre Schlagerprofis-Biografie zum “runden Geburtstag” 0

rosenberg ludewig

Die Schlageprofis gratulieren herzlich zum “runden” Geburtstag. Wir erinnern uns an eine sehr imposante Karriere:

Marianne Rosenberg wurde am 10. März 1955 als Tochter eines Antiquitätenhändlers in Berlin-Lankwitz geboren. Sie hat sechs Geschwister (vier Brüder und zwei Schwestern). Der Vater Otto Rosenberg, der lange Zeit Vorsitzender des deutschen Zentralrates von Sinti und Roma Berlin/Brandenburg war, machte nebenbei Tanzmusik. Er war bis 1982 auch Mariannes Manager. Zeit Lebens war Marianne ein Familienmensch und hatte einen engen Bezug zu ihren Eltern und Geschwistern. Sogar ihre charakteristische kleine Zahnlücke hat sie ihrer kleinen Schwester Petra zu „verdanken“, weil die sie nämlich einst auf einem Roller mitnahm und dann gegen einen Laternenpfahl gefahren ist. Schon im Alter von 6-7 Jahren trat Marianne mit ihrem Vater Otto Rosenberg auf und interpretierte in Berliner Eckkneipen Schlager wie “Schöner fremder Mann”. Otto hatte eine gute Singstimme und begleitete sich und Marianne an den Instrumenten Gitarre und Geige.

Musikalisches Talent früh erkannt, Talentwettbewerb 1969 in Berlin

Schon früh erkannte die Schülerin der Berliner Gustav-Freytag-Realschule, die eigentlich Dolmetscherin für Englisch und Russisch werden wollte, dass sie musikalisch talentiert war –also entschloss sie sich, in einem Berliner Kaufhaus an einem Talentwettbewerb teilzunehmen und dort ein Volkslied zu singen – aber dank eines „Froschs im Hals“ war das nicht von Erfolg gekrönt.

Sie gab aber nicht auf und nahm im Herbst 1969 (auf Anregung ihrer „Lieblings-Schwester“ Petra, die in der Zeitung eine Annonce entdeckt hatte,) an einem Nachwuchswettbewerb im Berliner „Romanischen Café“ im ersten Stock des Europa-Centers teil und trug dort das neapolitanische Volkslied „Torna a Surriento“ (Erinnerungen an Sorrent) vor, das sie zuvor schon bei Hochzeiten und Geburtstagen vorgetragen hatte. Den Wettbewerb gewann sie.

Entdeckt von Joachim Heider

Der junge Produzent Joachim Heider war gleich von Marianne überzeugt und bot ihr einen Schallplattenvertrag an. Marianne war einverstanden und begann, fortan Schauspiel-, Tanz-, Gesangs- und Klavierunterricht zu nehmen. Ihr Gesangslehrer war zeitweise der ungarische Tenor Prof. Ernest Garay. Auf Anraten ihres Vaters beendete sie den Unterricht nach über zwei Jahren, da der Unterricht zu sehr auf „klassischen Gesang“ ausgerichtet war und Marianne ja als Sängerin der Unterhaltungsmusik aufgebaut werden sollte. – Im Gegensatz zu vielen anderen Stars behielt sie übrigens ihren bürgerlichen Namen bei, wobei zwischenzeitlich auch ins Auge gefasst wurde, ihren Rufnamen „Gina“ als Künstlernamen zu etablieren.

1970 erster Auftritt in der ZDF-Hitparade

Im Februar 1970, als die Beatles gerade im Begriff waren, sich aufzulösen, erschien Mariannes erste Single, „Mr. Paul McCartney“, die Fred Jay ihr auf den Leib textete (Komponist und Produzent war – wie bei fast allen folgenden Lieder der nächsten Jahre – Joachim Heider). Das (lt. Plattenfirma) „Teenagegirl mit der Zauberstimme“ absolvierte kurze Zeit später am 18. April 1970 seinen ersten TV-Auftritt in Dieter Thomas Hecks ZDF-Hitparade und erreichte direkt einen zweiten Platz in der Show. Sofort mit dieser ersten Schallplatte konnte sie sich in den Verkaufs-Charts platzieren.

Die B-Seite der Single war der Country-Song „Wer Liebe sucht“, eine von Michael Holm getextete deutsche Version des Tammy Wynett-Hits „Stand By Your Man“, den Marianne in der ZDF-Drehscheibe sang. Da dieser Song aus damaliger Sicht noch nicht zu einem 15-jährigen Mädchen passte, wurde sie für die Presse kurzerhand ein Jahr älter gemacht…

1970 Goldene Europa

Das Erstlingswerk schlug so gut ein, dass mit ihr (unter dem Pseudonym „Marianne Rosenberger“) von den beiden Songs sogar niederländische Versionen produziert und veröffentlicht wurden („Onbekende Jongen“ (unbekannter Junge) bzw. „Is er een kans?“ (Gibt es eine Chance?)). Bereits im Juni 1970 wurde Marianne von Deutschlands Musik-Fachjournalisten, Discjockeys und Rundfunk-Redakteuren zur besten deutschen Nachwuchssängerin gewählt. Im gleichen Jahr (1970) wurde ihr von der Europawelle Saar die „Goldene Europa“ verliehen als erfolgreichste deutsche Nachwuchsinterpretin.

Im Oktober des Jahres vertrat Marianne die deutschen Farben beim „Festival International da Cancao Popular“ in Brasilien. Mit ihrem Lied „Wie weiß ich, dass es Liebe ist“, das auch als ihre zweite Single veröffentlicht wurde, hatte sie aber weder in Rio noch hinsichtlich des Schallplatten-Verkaufs Erfolg. Das damalige Jurymitglied Paul Simon, bis Anfang des Jahres noch Teil von Simon & Garfunkel, erklärte damals bereits vorab, der damals fünfzehnjährigen Marianne Rosenberg keine Punkte geben zu wollen, da diese aus Deutschland stamme – aufgrund der deutschen Vergangenheit. Marianne hat das als zurückhaltendes Mädchen so hingenommen, obwohl die damalige Mitarbeiterin der Plattenfirma dazu drängte, mit Paul Simon darüber zu sprechen.

Erster Top-10-Hit “Fremder Mann”

Das änderte sich mit der ersten Veröffentlichung des Jahres 1971 – mit „Fremder Mann“ erreichte Marianne ihren ersten Top-10-Erfolg. Das Lied über den Unbekannten, der Mariannes Herz schneller schlagen ließ, schlug derart ein, dass sie die Schule nach der 9. Klasse ohne Abschluss verließ, um sich voll ihrer Gesangskarriere zu widmen.

Ihr Vater schärfte ihr ein, zu sagen, dass sie – angesprochen auf ihre dunklen Haare – antworten solle, die Familie stamme aus Ungarn. Niemand sollte wissen, dass sie Sintezza und die Tochter eines Auschwitz-Überlebenden ist, damit der Zuhörer keine Schuldgefühle bei Nennung des Namens Rosenberg bekommen sollten. Tragisch: Mariannes Vater ist der einzige Überlegbende, seine 10 Geschwister und seine Eltern wurden allesamt getötet. Damit nicht genug: Die deutsche Staatsbürgerschaft wurde ihm nach dem Krieg aberkannt, weil er keine Bindung an Deutschland bzw. Berlin habe.

Erstes Album und Erfolgssingle “Er ist nicht wie du”

Gegen Ende des Jahres 1971 erschien Mariannes erste LP „Fremder Mann“, auf der neben eigenen Songs auch einige Cover-Versionen enthalten sind. Als vierte Single wurde „Er ist nicht wie Du“ ausgekoppelt – die abebbende Beat-Welle und beginnende Disco-Welle huldigend, wurde der Song erneut ein großer Verkaufs-Erfolg und Top-10-Hit. Besonders imposant finden viele dabei die Textzeile „Will er mich küssen, dann kämpf‘ ich mit Tränen“ – na gut, immerhin war Marianne zarte 15 Jahre alt, als der Song aufgenommen wurde. Ein Schlagerbuch analysiert den Titel wie folgt: „Das war neu: Mit den Liedern Marianne Rosenbergs wurden die „alltäglichen Dramen“ um Liebe, Lust und Leidenschaft zum Thema im deutschen Schlager.“ Die BRAVO sah es pragmatischer: “‘Er ist nicht wie du’ passt genau zu Marianne und ihrem Sweet-17-Image“.

Erfolg solo in der Starparade, Flop mit Familien-Single

Am 13.01.1972 durfte die Berlinerin erstmals (und gleichzeitig letztmals) in Rainer Holbes berühmter Starparade auftreten. Dazu hatte sie sich extra eine Bühnengarderobe zugelegt, die ihr kurz vor dem Live-Auftritt gestohlen wurde. So kam es, dass sie sich mit ihrem „Alltagsoutfit“, einem gelben Kleid, einem Millionenpublikum präsentierte – und von da an immer auf ihre Garderobe achtete.

CD Cover Pony Lied

Da Mariannes gesamte Familie sehr musikalisch war, kam man im Winter 1971 auf die Idee, als „Familie Rosenberg“ eine Schallplatte zu produzieren – gemeinsam mit ihren Eltern, ihren Brüdern Markus, Florian, Janosch und Frank und ihren Schwestern Tamara und Petra sang Marianne auf der Single das  „Pony Lied“ und „Dong Ding Dong”, die trotz der damaligen großen Popularität des Namens Rosenberg zu der Zeit gnadenlos floppten.

Countrysong “Warum gerade ich?” kommt an

Im Frühsommer 1972 fragte Marianne in einem Country-angehauchten Song „Warum gerade ich?“- erneut wurde mit dem von Hans-Ulrich Weigel getexteten Song ein Verkaufs-Erfolg erreicht. Immer mehr kristallisierte sich heraus, dass Produzent Joachim Heider mit seiner Art, Mariannes unverwechselbarer Stimme mit voluminösen Orchester und opulentem Chor zu unterstützen, genau richtig lag. Langfristig wurde dieser moderne teilweise an „Motown“-Produktionen erinnernde Sound sogar Trend setzend.

Fachkundig schrieb die BRAVO: “Joachim Heider und Hans-Ulrich Weigel lieferten mit ‘Warum gerade ich’ einen Song, der genau auf der bewährten Linie von Marianne liegt“. Das Lied, das von einem Mädchen erzählt, das an der großen Liebe zweifelt, war nicht persönlich, wie Marianne in einem Interview verriet: “Ich will mit diesem Lied nur ganz einfach ein Problem ansprechen, das viele Mädchen in meinem Alter berührt.

LP heißt “Lieder” und nicht “Schlager”…

Sowohl mit der LP „Lieder“, die übrigens deswegen so benannt wurde, weil das Wort „Schlager“ zu wenig beinhaltet hätte (…da freut sich der Schlager-Freund…) und „Chansons“ zu viel gesagt gewesen wäre) als auch der nächsten Single, der Uptempo-Nummer „Jeder Weg hat mal ein Ende“, wurde dieser Weg konsequent weitergegangen – der dritte Top-10 Hit war damit gelungen. Arrangiert wurde übrigens die LP von Dieter Zimmermann, einem großen Musiker, der leider viel zu früh an Leukämie gestorben ist. Interessant ist, dass Vanessa Mai später bewies, dass es vielleicht wirklich keine so gute Idee ist, ein Album “Schlager” zu nennen.

Teilnahme beim Song-Festival Tokio und “Goldenen Orpheus” Bulgarien

1973 vertrat Marianne Rosenberg die deutschen Farben beim zweiten „Internationalen Song-Festival“ in Tokio – diesmal trat sie mit dem von Dieter Zimmermann komponierten Song „Love Is Taking A Holiday“ an, der auch als Single veröffentlicht wurde – erneut blieb sowohl der kommerzielle als auch der Festival-Erfolg leider aus – in ihrer Autobiografie schreibt Marianne: „Ich landete irgendwo, bekam jedoch auch diesen Glasstein, auf dem steht, worum es ging, und den man sich in den Schrank stellt zum Beweis, dass man dabei gewesen ist“. Eine japanische Plattenfirma interessierte sich für Marianne und nahm sogar zwei Songs mit ihr in japanischer Sprache auf. Die Single „Hello Sayonara“ (B-Seite “Grimm no Komichi”) wurde in Japan sogar veröffentlicht, fand aber keine große Beachtung.

Im gleichen Jahr nahm Marianne Rosenberg beim „Goldenen Orpheus“ in Bulgarien teil und traf dort u. a. ihre Kollegen Les Humphries und Jürgen Marcus. Sie interpretierte erneut „Love Is Taking A Holiday“ und war ähnlich „erfolgreich“ damit wie zuvor in Tokio.

Besser lief es da für den Song, in dem Marianne getreu dem Motto „Prüfe, wer sich ewig bindet“ empfiehlt: „Lass Dir Zeit“. Auf dem Höhepunkt der Sexwelle mahnte Marianne (bzw. ihr Texter Hans-Ulrich Weigel): „Eine Nacht ist nicht das ganze Leben! – Morgen tut es Dir Leid!“.

Veröffentlichungen von Bruder Janosch wenig erfolgreich, Marianne landet weiter Hits

Vielleicht hätte auch Bruder Janosch diesen Rat beherzigen sollen – unter Joachim Heiders Regie begann in dieser Zeit auch er mit der Produktion von Schallplatten, konnte aber nicht ansatzweise mit dem Erfolg seiner Schwester mithalten. Selbst ein gemeinsamer TV-Auftritt Mariannes mit ihrem Bruder anlässlich dessen dritter Single („Susie Darling“) konnte daran nichts ändern. „Ein Stern erwacht“, so der Titel der nächsten Single von Marianne Rosenberg, konnte daher wohl nicht auf Janosch gemünzt sein. Tröstlich dürfte sein, dass zumindest bei Rosenbergs mehr Wohnfläche vorhanden war – die ganze Familie zog innerhalb Berlins in ein Eigenheim in Berlin-Rudow.

Während der erwachende Stern eher konservativ produziert wurde, war der nächste Song eine vom amerikanischen Philly-Sound geprägte Disco-Nummer mit originellem Text: „Wären Tränen aus Gold“ war ein Top-20-Hit und so modern produziert, dass die zweite, wieder eher konservativ produzierte Single des Jahres, „Karneval“, an diesen Erfolg nicht anschließen konnte und gerade mal 2 Wochen in den Verkaufs-Bestenlisten sich halten konnte. Die BRAVO lag falsch mit ihrer Einschätzung: “Marianne Rosenberg mit einem Faschingslied, das nicht nach Schunkeln und Büttenreden klingt: ‘Karneval’ kann vielleicht gerade deshalb ein Treffer werden.”

Grand-Prix-Titel “Er gehört zu mir” wird zum Kultsong

Nachdem Marianne Rosenberg in den Vorjahren zwei mal bei Songfestivals keinen Erfolg hatte, probierte sie es am 3. Februar 1975 im „Jahr der Frau“ erneut, sich dem Wettbewerb zu stellen – diesmal bewarb sie sich mit dem Lied „Er gehört zu mir“ für den Grand Prix Eurovision. Zwar sprang erneut „nur“ ein 10. Platz (von 15 Teilnehmern) raus, der Song wurde aber ein sehr großer Verkaufs-Erfolg und ist bis heute ein echter Evergreen. Das Rezept des Philadelphia-Sounds (exponierte Bläser- und Streichereinsätze zum treibenden Rhythmus) ging erneut auf.

Dieser Top-10-Hit, der von vielen Kult-Sängern später noch mal neu aufgenommen wurde und später zur Hymne der Schwulen-Bewegung wurde, schlug in der Verkaufshitparade ein. Getextet wurde der Song vom RIAS-Radiomoderator Gregor Rottschalk, der später u. a. ja Peter Maffays Zauberdrachen Tabaluga mit erfand. Für Marianne textete er unter dem Pseudonym Christian Heilburg. Dass er kein ausgebildeter Textdichter war, kann man einer augenzwinkernden Analyse der Hamburger Kabarettistin Fanny Müller entnehmen, die „unsaubere Reime“ in dem Lied moniert: „Nein, ich hab es ihm nie leicht gemacht / nanana… / mehr als einmal hab‘ ich mich gefracht..“ und „Steht es in den Sternen, was die Zukunft brinnt – oder muss ich lernen, dass alles zerrinnt“ nennt sie als Beispiel und stellt die Frage, was das „oder“ im zweiten Zitat bedeuten soll. Konstruktiv bietet sie aber eine eigene Textvariante an: „Er gehört zu mir – wie mein Arsch zum Klopapier“

Großer Erfolg in den Charts – aber nicht in der ZDF-Hitparade…

Wie dem auch sei, mit zunehmender Zeit gewann Marianne Rosenberg durch ihre Auftritte nicht nur im TV und Rundfunk, sondern auch in Discotheken und Clubs an Souveränität und entwickelte sich zur ausdrucksstarken Live-Interpretin. Dennoch überrascht es, dass all ihre Super-Hits dieser Zeit sich in der ZDF-Hitparade nicht durchsetzen konnten. Dass Marianne einmal versehentlich als „Juliane Werding“ angesagt wurde, kann man da wohl nicht als Ausrede gelten lassen. Auch der Disput ihres Vaters mit Hitparaden-Regisseur Truck Branss (Otto Rosenberg wollte seinem Töchterchen ein kurzes Samtkleid verpassen, Truck Branss bestand auf einen Hosenanzug) dürfte hier keine entscheidende Rolle gespielt haben. Interessant ist in dem Zusammenhang die Äußerung in einem Anfang der 80er Jahre geführten Interviews mit ihr: „Was mir wirklich Spaß macht, ist Studioarbeit. Weil ich da kreativ arbeiten kann. Auftritte empfinde ich nur reproduzierend, es sei denn, ich trete mit Band auf, was ich aber zur Zeit nicht mache.“

Nächster Superhit: “Ich bin wie du” international erfolgreich

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Der zweite Song, der 1975 im Oktober veröffentlicht wurde, war ähnlich aufwendig produziert wie „Er gehört zu mir“ – entsprechend ist nur folgerichtig, dass auch „Ich bin wie Du“ ein Top-20-Hit wurde. Der Titel wurde in deutscher Sprache auch in Belgien und in den Niederlanden veröffentlicht – dort schaffte er es sogar bis auf Platz 2 der Verkaufshitparade . Marianne trat mit dem Song auch im belgischen und niederländischen Fernsehen auf.

Aufstieg zur Schwulen-Ikone

In seinem Buch „Katzeklo und Caprifischer“ sieht Autor Thommi Herrwerth einen Zusammenhang zwischen gerade diesem Titel und Mariannes Aufstieg zur „Schwulen-Ikone“: „Und spätestens, als sie ihren Titel ‚Ich bin wie Du‘ sang, wurde sie über Nacht zur Schutzheiligen sämtlicher Schwulen der Republik geadelt – wer sonst hätte sich mit der Titelzeile dieses Songs besser identifizieren können? Ein heterosexueller Jüngling, der seiner Angebeteten die Eröffnung ‚Ich bin wie Du‘ macht – was soll das für einen Sinn haben? Wenn hingegen Schwule voller Inbrunst in diese Zeile mit einstimmen, so ist das passend – weil es eben im ganz wörtlichen Sinne zutrifft. Gewiss steckte kein Kalkül dahinter, und vermutlich haben sich Frau Rosenberg und ihr Produzent selbst am meisten darüber gewundert, dass ihre Gesänge sich gerade in der homosexuellen Subkultur so außerordentlich großer Beliebtheit erfreuen. Doch oft sind es nichts weiter als Wortfetzen, die den Erfolg eines Songs begründen. Und die Zeile ‚Ich bin wie Du‘ traf nun mal zufällig haargenau den Nerv der schwulen Szene“.

Überhaupt wurde Marianne in dieser Zeit internationaler – für den internationalen Markt wurden englische Versionen von „Karneval“ („One More Time“), „Nimm den gold’nen Ring zurück“ („Play Your Love Song“) „Er gehört zu mir“ („How Can I Go Now“) und „Ich bin wie Du“ („A V.I.P“) produziert. Die letztgenannten Songs wurden u. a. in England, Spanien, Skandinavien, Argentinien, Japan und Südafrika veröffentlicht.

Mit der 1976 erschienenen LP „Ich bin wie Du“ machte Marianne Rosenberg einen weiteren Satz nach vorne, die Qualität der Produktion war inzwischen so stark, dass ihr Name in einem Atemzug mit dem von Größen wie Silver Convention und Donna Summer fiel.

Großer Hit “Lieder der Nacht” war als Eurovisions-Lied für Luxemburg vorgesehen

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Nachdem sie sich in der deutschen Vorentscheidung im Vorjahr nicht durchsetzen konnte, versuchte Marianne es im Folgejahr für das Großherzogtum Luxemburg – auch hier hat es nicht gereicht – ihr „Tout Peut Arriver Au Cinema“ wurde „nur“ Dritter von fünf Teilnehmern. Ironie des Schicksals: Sieger dieser Vorentscheidung wurde Jürgen Marcus, der im Vorjahr (wie Marianne) in Deutschland mit einem Super-Hit scheiterte. Erneut wurde die deutsche Version dieses Eurovisions-Beitrags ein Top-10-Hit: „Lieder der Nacht“, abermals im Philly-Sound gehalten, wurde ein großer Erfolg in Deutschland. Sehr originell war die Idee, im Liedtext die damals aktuellen Hits aufzuzählen – u. a. kam damit der „Griechische Wein“ erneut zu ungeahnten Ehren.

Jüdische Herkunft wird weiter verschwiegen

Am 26.05.1976 wurde in der ARD in der Reihe „Treffpunkte“ (SWF) ein zwölfminütiger Kurzfilm Rosa von Praunheims über Marianne ausgestrahlt – vielleicht war das bereits die Geburtsstunde ihrer Affinität zur Schwulen-Bewegung (Frage: „Wie stehst Du zur Schwulen-Bewegung?“ Antwort: „Es stört mich nicht“). Sehr interessant ist die Frage von Praunheims danach, ob der Name Rosenberg nicht jüdisch sei und ob während der Nazizeit eine Verfolgung stattgefunden habe. Im Film zu sehen ist nur Mariannes zögerliche „nein“-Antwort – später hat Rosa von Praunheim aufgeklärt, dass bei dieser Frage die anwesende Mutter Marianne eingegriffen habe („das geht ans Image“).

Neuer Hit “Marleen” und bronzener BRAVO-Otto

Im November 1976 erschien dann die LP „Lieder der Nacht“, auf der auch die nächste Single enthalten war, die Mariannes größter Hit werden sollte: „Marleen“ heißt die Nebenbuhlerin, die Marianne erst umschwärmt und anschließend inständig bittet, „zu geh’n“ – bis heute ein Schlager aus dem Leben, der mit bombastischen Arrangement noch immer gut produziert klingt, wobei Experten diagnostizieren, Dolly Parton habe einen Text sehr ähnlichen Inhalts in ihrem Song „Jolene“ veröffentlicht. Mit ihren 1976er Hits wurde Marianne von den Bravo-Lesern zur drittbesten Sängerin des Jahres gewählt, wofür ihr der „bronzene Otto“ des Jahres verliehen wurde.

“Keusche” Liaison mit Ilja Richter

Im Folgejahr ist eine B-Seite bemerkenswert: Der Disco-Moderator Ilja Richter stieg ins Plattengeschäft ein. Marianne und Ilja lebten (unbemerkt von der Öffentlichkeit) längere Zeit als (wie Richter sich ausdrückt) „keusches“ Paar zusammen. Problematisch für die Beziehung waren wohl die starken Eltern-Persönlichkeiten: Bei Ilja war die Mutter quasi immer dabei, bei Marianne der Vater. Dennoch behauptete Ilja in seiner Biografie, dass Marianne ihn mit dem Song „Er gehört zu mir“ gemeint habe.

Erste Komposition von Marianne Rosenberg auf Tonträger

Wie dem auch sei, erschien 1977 eine Single von Ilja Richter, dessen Rückseite ein Duett mit Marianne war. Spannend: Erstmals wurde eine Komposition von Marianne Rosenberg auf einer Schallplatte veröffentlicht. Den Text zum Duett „My Sweet Joker“ schrieb Ilja Richter, produziert wurde die Schallplatte vom späteren Texter für Udo Jürgens und früheren „Trödler Abraham“ Wolfgang Hofer. Auf Ilja Richters später erschienenen Langspielplatte erschien ein weiteres Duett mit Marianne: „Ich hab‘ auch einen Stargast“ war ein Medley aus diversen Rosenberg-Songs, die aber teilweise andere Textpassagen hatten.

Erfolgs-Niveau von “Marleen” nicht gehalten

Die Erwartungen für die Nachfolgesingle von „Marleen“ waren hoch – leider konnte der Song „Einen Tag mehr als für immer“ diese Erwartungen nicht im Ansatz erfüllen. Die Schallplatte hielt sich genau eine Woche in der Verkaufs-Hitparade. 1977 geschah dann auch mit Marianne Rosenberg das, was bei so vielen Schlagerstars der damaligen Zeit passierte: Ihre Lieder wurden ihr zu trivial, sie wollte anspruchsvollere Lieder singen. In einem Interview mit dem Stern sagte sie seinerzeit, sie wolle mit dreißig Chansons singen: „..so was wie Aznavour gefällt mir sehr“, gab sie zu Protokoll. In einem im Schlagerbuch „Rote Lippen“ veröffentlichten Interview aus 1982 sagte sie: „1977 war Marleen durch, und das habe ich noch gut gefunden. Aber dann sollte es immer das gleiche sein. Da habe ich gelitten“.

Seiltanz Anspruch gegen Kommerz

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Zähneknirschend gingen Plattenfirma und Produzent Joachim Heider auf ihre Wünsche ein – und es entstand die LP „War es wirklich gestern?“. Es kam, was kommen musste: Die Umsatzzahlen gingen stark zurück, und die ausgekoppelte Single „Nimm Dir Zeit für sie (eh‘ die Zeit sie Dir nimmt)“ kam erstmals nach vielen Jahren nicht mehr in die Single-Verkaufshitparade. Obwohl der Erfolg rückläufig war, wurde Marianne Rosenberg von der Leserschaft der Bravo erneut mit dem „Bronzenen Otto“ als drittbeliebteste Sängerin des Jahres 1977 gewählt. Der Versuch, mit der Disco-Nummer „Schade, ich kann Dich nicht lieben“ auch wieder Charts-mäßig in die Spur zu kommen, hat hingegen nicht funktioniert.

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Nächster Grand-Prix-Anlauf 1978

Im Frühjahr 1978 wurde dann der dritte Versuch unternommen, Deutschland beim Grand Prix Eurovision vertreten zu dürfen. Der Song „Nein – weinen werd‘ ich nicht“ fiel aber bei der damals entscheidenden „Fach“-Jury durch. Diese „Fachleute“ waren der Meinung, dass keiner der damals eingereichten Songs tauglich sein, Deutschland würdig beim Grand Prix zu vertreten. So schickte man dann den vom Publikum ausgewählten Song – Ireen Sheers „Feuer“, das von der „Fach“-Jury abgelehnt wurde, war dabei der erfolgreichste Eurovisions-Song Deutschlands seit vielen Jahren. Das Cover für „Nein – weinen werd‘ ich nicht“ war schon fertiggestellt, man entschloss sich schließlich dann aber doch für eine andere Single-Auskopplung aus der neuen LP „Flüsterndes Gras“, nämlich „Cariblue“, die ihre Plattenfirma zusammenfasste mit „Insel-Träume mit Disco-Touch“.

Chansoneske Lieder schlagen nicht ein

Mit „Andreas (für einen Sommer hielten wir die Sonne an)“ wurde ein melancholisch-ruhiger, nachdenklicher 5 ½-Minuten-Song aus „Flüsterndes Gras“ ausgekoppelt, aber diese Musikrichtung, die Marianne Rosenberg ja wünschte (ihr Vorbild war ja u. a. Charles Aznavour), kam beim breiten Publikum, das sie als Philly-Disco-Sound-Sängerin verehrte, nicht an.

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Die erste Single 1979, „Wo ist Jane?“ stand unter keinem Stern. Marianne verbrachte den Jahreswechsel 1978/79 in einer Berliner Klinik, da sie unter einer schweren Nierenentzündung litt, was dazu führte, dass sie einige Promotion-Termine absagen musste. Der Song, der erstmals nach Jahren nicht von Gregor Rottschalk, sondern Horst Herbert Krause, der später auch mit Herbert Grönemeyer und Andrea Berg zusammenarbeitete, getextet wurde, fand erneut in den Verkaufs-Hitparaden nicht statt.

Mit Coverversion “Herz aus Glas” wieder ein Hit

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Nachdem ihre „maßgeschneiderten“ Songs nicht mehr liefen, griff Joachim Heider zur Wunderwaffe der 70er Jahre und produzierte mit Marianne die deutsche Version von Blondies „Herz aus Glas“ (deutscher Text: Fred Jay, der ja schon Mariannes Erstlingswerke getextet hatte) – und erstmals seit langer Zeit hatte man damit wieder einen Hit. Von der Kinderzeitschrift „Siehste“ bekam Marianne dafür die „Auszeichnung“ „Kaputte Rille“, die für deutschsprachige Übersetzungen ausländischer Hits vergeben wurde, die sich durch besonders schlimme Texte auszeichneten. Die Goldene Schallplatte für den Song bekam Blondie – allerdings von Frau Rosenberg überreicht. Kleines Schmankerl am Rande: Es gab die Panne, dass der Award in einem funklosen Taxi vergessen wurde und dank Rundfunk-Intervention dennoch überreicht werden konnte.

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Schnell wurde eine neue LP produziert: „Und die Liebe, sie kam“. Die gleichnamige Single, eine romantische, gefühlvolle „Maßanfertigung“, floppte genau so wie die im Disco-Mix ausgekoppelte Scheibe „Sie ist kalt!“.

Die Siebziger Jahre schloss die Rosenberg mit einer Werbung für die Kaffeemarke „Onko“ ab.

Letzter Platz beim Grand-Prix-Vorentscheid 1980

Zum zehnjährigen „Berufs-Jubiläum“ wurde Marianne Rosenberg mitgeteilt, dass sie erneut bei der deutschen Vorentscheidung zum Grand Prix mitmachen durfte. Das Erfolgsrezept, teilzunehmen, NICHT zum Grand Prix zu fahren und dennoch einen großen Hit zu landen, ging diesmal nicht auf. Im Nachhinein sieht Marianne dafür zwei Gründe, die sie in ihrer Autobiografie schildert. Neben ihrer – Zitat – „scheußlichen Zwanziger-Jahre-Frisur“ (eine damals moderne Kurzhaarfrisur namens „Farouche“ (Mischmasch) sah sie ihren Produzenten Joachim Heider als schuldig an, „weil er ein Klagelied komponierte, dessen theatralischer Text seinesgleichen suchte“. In der Tat kam „Ich werd‘ da sein, wenn es Sturm gibt“ auf den letzten Platz von 12 Teilnehmern. Der Song wurde dann als B-Seite der nächsten Single veröffentlicht, deren A-Seite „Traumexpress“ war, aber auch kein Erfolg wurde. Einige Monate später wurde unter gleichem Namen auch ein neues Album veröffentlicht.

Coversong “Ruf an!” kommt an

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Mit der (auch auf diesem Album enthaltenen) nächsten Single ging man wieder auf „Nummer Sicher“ – erneut wurde ein Hit der Sängerin Deborah Harry alias Blondie gecovert – aus „Call Me“, einem Song aus dem US-Film „American Gigolo“, wurde „Ruf an!“. Es reichte immerhin für einen 54. Platz in der Verkaufshitparade.

Trennung vom Produzenten und “heimlicher Liebe” Joachim Heider

Im Anschluss entschloss sich Marianne Rosenberg zu einem Schritt mit weitreichenden Konsequenzen: Sie trennte sich von ihrem langjährigen Produzenten und Song-Schreiber Joachim Heider, in den sie laut Angaben in ihrer Autobiografie zeitweise („einseitig“) verliebt war. 1980 sind diese Gefühle wohl erkaltet. Der Bild-Zeitung gab sie zu Protokoll: „Die Zusammenarbeit mit Achim Heider klappte nach über zehn Jahren nicht mehr. Ich will mal Lieder im anderen Stil singen“.

Coversongs unter der Regie von Peter Wagner

Nachfolger als Produzent wurde Peter Wagner, der lange Jahre unter Heider als Tontechniker tätig war. (Eine ähnliche Konstellation gab es einige Jahre später auch bei Udo Jürgens, bei dem Peter Wagner auf Heider folgte). Mit Peter Schirmann als Arrangeur und Co-Produzent blieb ein weiterer wichtiger für den Rosenberg-Sound Verantwortlicher an Bord.

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Die erste Single mit dem „neuen“ Team bestand aus zwei Cover-Songs. Aus dem von Barry und Robbin Gibb komponierten und von Barbara Streisand interpretierten Welthit „Woman In Love“ wurde mit deutschem Text von Bernd MeinungerIch hab‘ auf Liebe gesetzt“. Aus dem ABBA-Welthit „The Winner Takes It All“ wurde „Nur Sieger steh’n im Licht“. Kurioserweise wurde „Woman In Love“ auch von Gitte Haenning in deutscher Sprache interpretiert („Die Frau, die Dich liebt“) – sie bekam den Zuschlag für die ZDF-Hitparade. Problematisch war, dass bei der Lizenzvergabe für die deutsche Version in den Verträgen das Wort „exklusiv“ fehlte. Da nutzte Marianne Rosenberg wenig, dass sie als Erste den Zuschlag für die Coverversion erhielt. Immerhin platzierte sie sich mit „Nur Sieger steh’n im Licht“ in der ZDF-Hitparade und war mehrere Monate in den Top-40 der deutschen Verkaufs-Hitparade.

Letzte Lieder bei Philips / Phonogram

Der rockige Song „Großer Meister, hast Du grad mal Zeit für mich?“ über einen plumpen Typen, der Eindruck schinden will, wurde von Bernd Meinunger getextet, komponiert haben den Song die „neuen“ Produzenten Peter Wagner (unter Pseudonym Peter Vaylon) und Peter Schirmann (unter Pseudonym Richard Seddin). Mit dem Song war sie auch zu Gast in Ilja Richters einmalig ausgestrahlter Show „Musikpalette“ vom 03.09.1981, wo sie ihren Song schauspielerisch darstellen konnte.

Komponist: Peter Maffay

Mit „Ich brauche Dich“ erschien 1981 die letzte LP auf dem Philips/Phonogram-Label, die gleichzeitig die erste nicht von Joachim Heider, sondern von Peter Wagner und Peter Schirrmann produzierte LP war. Die letzte Single bei dem Label war die von niemand geringerem als Peter Maffay komponierte Platte „Ich hab‘ Angst vor dieser Nacht“. In dem Text von Bernd Meinunger wird die Situation einer Frau beschrieben, die vor Sehnsucht und Begehren nicht einschlafen kann.

Hintergedanke des Plattenwechsels hin zur RCA war, dass die Rosenberg sich musikalisch weiter entwickeln und sich nicht mehr selbst kopieren wollte – dem Vernehmen nach war vereinbart, dass sie künftig befreit von Image-Zwängen agieren könne.

Wechsel zur RCA: ABBA-Cover

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Wie wurden diese Überlegungen umgesetzt? Die erste Single bei RCA war eine Coverversion von ABBA – erneut ist es gelungen, die deutsche Version eines ABBA-Songs interpretieren zu dürfen. Aus „One Of Us“ machte Bernd MeinungerIch sah Deine Tränen“. Genau eine Woche konnte das RCA-Debut sich in den Verkaufs-Charts halten – das war auf Jahre hinweg die vorerst letzte Charts-Präsenz Mariannes. Immerhin wurde in der ZDF-Hitparade ein zweiter Platz erreicht – das gelang ihr zuvor lediglich mit „Mr. Paul McCartney“ und ist um so erstaunlicher, als sie den Titel lustlos (Kaugummi kauend) vortrug und ja (, wie in ihrer Autobiografie zu lesen ist,) den Ansatz hatte, möglichst ohne Blessuren aus ihren Verträgen herauszukommen. So konnte sie im Mai 1982 in Hecks Hitparade ihren Titel nicht erneut singen, weil sie eine „Kehlkopfentzündung“ plagte. Ein Schelm, der Böses dabei denkt…

Fünfter ESC-Versuch: Auch Ralph Siegel konnte es nicht richten

Im Frühjahr 1982 wurde der fünfte Versuch unternommen, beim Grand Prix Eurovision teilzunehmen. In ihrer Autobiografie schrieb Marianne: „Es gibt nicht viel in meinem Leben, was ich bereue, aber diesen Song hätte ich nicht singen sollen.“ Später heißt es: „Ich ließ mich von der Plattenfirma erpressen, diesen Song zu singen und an der Ausscheidung teilzunehmen. Das machen Plattenfirmen, wenn die Umsätze nicht stimmen. Dann ist es nicht mehr relevant, ob die Musik passend ist, denn der Verlust muss wieder ausgeglichen werden. Ich bin darauf reingefallen.“ – Irgendwie passt diese Nachbetrachtung so gar nicht zum Ansatz, warum sie zur RCA gewechselt ist, aber sei’s drum. Allein die Arbeitsweise Ralph Siegels („Ein Dirigent beim Singen im Studio, das hatte ich noch nie erlebt, das irritierte mich“) passte ihr nicht, ebenso wenig ihr nicht aus freien Stücken ausgewähltes Outfit (Lied „Blue Jeans Kinder“, Outfit blaues Kleid(!) und blaue Stiefel).

Vor diesem Hintergrund ist der 8. Platz bei der Vorentscheidung ja fast noch als Erfolg zu werten, zumal das Siegerlied „Ein bisschen Frieden“ (vom gleichen Autorengespann: Ralph Siegel und Bernd Meinunger) ja einen historischen Sieg für Deutschland beim Grand Prix einfahren konnte. Leider ging auch diesmal die Formel „Flop beim Grand Prix – Hit beim Verkauf“, die bei „Er gehört zu mir“ und „Lieder der Nacht“ funktioniert hatte, nicht auf – die Single „Blue Jeans Kinder“, die übrigens „eigentlich“ die Jugend der Sechziger zum Thema hatte, lag zu Zeiten der überschwappenden Neuen Deutschen Welle wie Blei in den Regalen.

Duett mit Kai Havaii von Extrabreit

Nachdem diese RCA-Produktionen überhaupt nicht liefen und vom Image-Wechsel auch nicht wirklich viel zu bemerken war, wurde Marianne für ein Duo mit der Hagener Neue Deutsche Welle-Band Extrabreit freigegeben – gemeinsam mit Kai Havaii (bürgerlich Kai Schlasse) sang sie das „Duo Infernal“, den Kai als „Brückenschlag zwischen alter und neuer Szene“ verstanden wissen wollte. Nicht nur musikalisch, auch optisch setzte sie nun ein Zeichen, indem sie einen punkigen Haarschnitt mit pinkfarbener Strähne trug. Was genau mit „Mir steh’n die Haare zu Berge, und mein Blut stürzt zu Tal – wir beide sind das Duo Infernal“ genau gemeint ist, kann man vielleicht erahnen, wenn man die roten „Krallen“ Mariannes sieht oder Fotos von Marianne im schwarzen geschlitzten Kleid. Wenngleich die Begegnung der Welten musikhistorisch bedeutend war – erstaunlicherweise kam der Song nicht in die Charts.

Ob es an der neuen musikalischen Stil-Richtung seiner Tochter lag, ist nicht überliefert – allerdings erlitt Otto Rosenberg einen Herzinfarkt und beschloss, Mariannes Management und Sekretariat künftig an Mariannes Schwester Tamara zu geben – „es bleibt in der Familie“. Eine Maßnahme, die eingeleitet wurde, war, dass Post künftig nicht mehr an die Fanclubs, die seinerzeit aufgelöst wurden, gehen sollte, sondern an Marianne selbst (bzw. ihr Sekretariat, sprich ihre Schwester Tamara). In einem Interview für das Jugendmagazin „Blickpunkt“ sagte Marianne: „Wenn Du zu Deinem Fan-Club gehst, darfst Du Dich überhaupt nicht weiter entwickeln. Würdest Du da auf einen Rat warten – na, entsetzlich!“

Auswüchse der Neuen Deutschen Welle: “Der Mann vom Kartell” und “Einsamkeit”

19821115 MM 56

Konservative Schlagerfreunde, die „hofften“, der Rock-Ausflug Mariannes sei eine einmalige Sache gewesen, wurden enttäuscht: Mit „Der Mann vom Kartell“, einer Komposition Marianne Rosenbergs und Peter Wagners, getextet von Peter Schirrmann und ihrem Extrabreit-Partner Kai Havaii, legte sie im Pop-Wave-Synthie-Sound nach. 1983 veröffentlichte Marianne Rosenberg eine weitere Single unter dem RCA-Label, den von ihr selbst, Peter Wagner und einem „Michael Sand“ geschriebenen Song „Einsamkeit“, der leider genau so floppte wie die Vorgänger-Single.

Album “Spiegelbilder”

Trotz der Single-Flops wurde im neuen „80er“ Sound im Jahr 1984 die erste neue LP nach knapp drei Jahren veröffentlicht namens „Spiegelbilder“, auf denen neben den letzten Singles auch der von Inga Humpe mit geschriebene Duett-Titel mit Kai Havaii, „Blume der Nacht“ enthalten ist. Aller Bemühungen um Veränderungen zum Trotz blieb auch die LP meist in den Verkaufsregalen liegen.

Erneuter Wechsel der Plattenfirma – hin zu EMI Electrola und Wolf Maahn

19840601 MM 24

Aufgrund ausbleibender Erfolge beschloss Marianne Rosenberg 1984, erneut die Plattenfirma zu wechseln und ging zur EMI Electrola – auch, um sich weiterzuentwickeln. Außerdem wurde auch konsequent der Produzent gewechselt. Während Peter Wagner und Peter Schirrmann ja noch maßgeblichen Anteil am „Heider-Sound“ hatten, engagierte sie den damals sehr erfolgreichen Deutsch-Rocker Wolf Maahn als Produzenten. Als Textdichter wurde Ralph Möbius engagiert, der niemand anders war als Rio Reiser, ehemaliger Frontmann der Berliner Band Ton-Steine-Scherben. Die erste Produktion hieß „Heute Nacht“, auf der B-Seite wurde der Ton-Steine-Scherben-Klassiker „Lass uns ‘n Wunder sein“ neu aufgenommen. Erneut wollte die „Verwandlung vom Schlagersternchen zur Rock-Lady“ nicht funktionieren, ihre neuen Aufnahmen wurden einfach vom Publikum nicht angenommen. Marianne zog die Konsequenz und zog sich vorerst komplett zurück vom Musikgeschäft. Es sollte bei der EMI Electrola vorerst keine weitere Plattenveröffentlichung geben.

Mitwirkung am Film “Der Biss”

Sie orientierte sich um und spielte zum Beispiel 1984 im Low-Budget-Kinofilm „Der Biss“ an der Seite ihrer späteren guten Freundin Marianne Enzensberger mit, dort gab sie die Rolle einer Art Obervampirin und verkörperte die Sängerin Sara. Sie singt in dem Film die Eigenkomposition „Nägel aus Eis“ und den von Gerd Pasemann vertonten Goethe-Text aus Faust 1 „Rhapsodie in Blut (Wo fließet heißes Menschenblut?). Der Soundtrack wurde 1985 beim Independent-Label Schnick-Schnack-Tonträger veröffentlicht. Weitere Mitwirkende an diesem Film waren Anette Humpe und Rosa von Praunheim.

19871015 MM 13

In der Folgezeit ging Marianne Rosenberg einige Projekte mit ihrer neuen Freundin Marianne Enzensberger an, beispielsweise trat sie mit ihr als Gesangsduo „Rouge et Noir“ auf, das später auch von Filmemacherin Nina Gladitz für das Regional-Fernsehen portraitiert wurde – das Filmportrait „La Rouge Et la Noire“ wurde allerdings erst am 05.06.1989 ausgestrahlt. Unter dem Duo-Namen haben die beiden zeitweise beim Berliner Radiosender „Radio 100“ eine Sendung moderiert. Im Enzensberger-Film „Komplizinnen“ spielt Marianne Rosenberg eine Gefängnisinsassin. 1987 spielte sie eine Sängerin im Film „Reichshauptstadt privat“ (Drehbuch: Wolfgang Menge) und sang dort die speziell für den Film produzierten Songs „Warum ist die Banane gelb?“ und „Bim Bam“. Die Rolle anzunehmen fiel ihr nicht leicht, weil sie zu Zeiten des Dritten Reichs spielte und ihr Vater ja als jüdischer Zigeuner einziger Überlebender seiner Familie war.

Remake “Er gehört zu mir ’88” kommt an

19880201 MM 11

Im Jahr 1988 gab es erste Anzeichen für ein Schlager-Comeback Mariannes. Zunächst im Bertelsmann-Club („Lieder der Nacht – 20 unvergessene Hits“) und wegen des großen Erfolgs später auch im regulären Handel („Lieder der Nacht – 16 unvergessene Hits“) gab es einen neuen „Best Of“-Sampler, auf dem Mariannes alte Erfolge erstmals auch in CD-Qualität verfügbar waren. Außerdem produzierte Joachim Heider zum alten Playback den Song „Er gehört zu mir“ neu und veröffentlichte die Platte als „Er gehört zu mir – Remake ‘88“. Der große Erfolg dieser Veröffentlichungen zeigte, dass beim Publikum offensichtlich noch immer ein Interesse an der „Mainstream“-Marianne vorhanden war.

Comeback mit Songs von DIETER BOHLEN

Wenngleich sie nicht mehr „Marionette“ ihrer Produzenten sein wollte, so fehlte ihr in der Zeit wohl doch der Zuspruch eines größeren Publikums, weswegen sie mit einigen namhaften Produzenten Kontakt aufnahm. So kam es, dass Anfang 1989 Kontakt mit Dieter Bohlen aufgenommen wurde, der ihr mehrere Songs angeboten hatte. Marianne entschied sich für ein typisches Dieter-Bohlen Werk:  „I Need Your Love Tonight“, weil es inhaltlich passte – sie war gerade neu verliebt und ihre textlichen Änderungswünsche akzeptiert wurden. Außerdem war die Zusammenarbeit auf  den Song, der Bestandteil der ZDF-TV-Serie „Rivalen der Rennbahn“ (Nachfolgeserie der „Schwarzwaldklinik“) war, beschränkt. – Nach vielen Jahren tauchte Marianne mit ihrer Single wieder in den Verkaufs-Charts auf, der Soundtrack zur Serie erhielt sogar eine Goldene Schallplatte – die erste überhaupt in Mariannes Karriere.

 

 

 

19890301 MM 11

Wenngleich sie nicht mehr „Marionette“ ihrer Produzenten sein wollte, so fehlte ihr in der Zeit wohl doch der Zuspruch eines größeren Publikums, weswegen sie mit einigen namhaften Produzenten Kontakt aufnahm. So kam es, dass Anfang 1989 Kontakt mit Dieter Bohlen aufgenommen wurde, der ihr mehrere Songs angeboten hatte. Marianne entschied sich für ein typisches Dieter-Bohlen Werk: „I Need Your Love Tonight“, weil es inhaltlich passte – sie war gerade neu verliebt und ihre textlichen Änderungswünsche akzeptiert wurden. Außerdem war die Zusammenarbeit auf den Song, der Bestandteil der ZDF-TV-Serie „Rivalen der Rennbahn“ (Nachfolgeserie der „Schwarzwaldklinik“) war, beschränkt. – Nach vielen Jahren tauchte Marianne mit ihrer Single wieder in den Verkaufs-Charts auf, der Soundtrack zur Serie erhielt sogar eine Goldene Schallplatte – die erste überhaupt in Mariannes Karriere.

Mit George Glück nahm die Berliner Sängerin sich erstmals einen Manager außerhalb ihrer Familie, der u. a. darauf hinwirkte, dass es wieder einen „Fanclub“ für die Künstlerin geben sollte.

Schlager-Comeback mit “Ich denk an dich”

19890901 MM 40

Am 31.08.1989 war es dann so weit – die Berlinerin präsentierte ihre „eigentliche“ neue deutschsprachige Comeback-Single in Alfred Bioleks TV-Show „Mensch Meier“. Mit „Ich denk‘ an Dich“, einem von ihr selbst gemeinsam mit Rio Reiser getexteten und von ihrem neuen Produzenten Harald Steinhauer und Mats Björklund komponierten neuen Song, hatte sie einen sensationellen Erfolg. Außer „Marleen“ hielt sich keine von Mariannes Songs so lange in den Verkaufs-Hitparaden (30 Wochen) wie ihr Comeback-Song. U. a. für diesen Text erhielt Rio Reiser den Fred-Jay-Preis für deutschsprachige Textdichtung. Mit dem Lied konnte ein beachtlicher zweiter Platz in der ZDF-Hitparade erreicht werden.

19890915 MM 33

Kurze Zeit später erschien bei der damaligen BMG Ariola München ihre neue CD „Uns verbrennt die Nacht“, eine Produktion Harald Steinhauers, an denen prominente Musiker wie Rio Reiser, Carlo Karges, Marianne Enzensberger, Curt Cress, Inga Humpe und Michael Kunze beteiligt waren, mit dem Marianne ein viel beachtetes Comeback gelang. Das Album war das erste nach 12 Jahren, das es in die Media-Control-Verkaufscharts gebracht hatte.

19900115 MM 27

Die nächste Single-Auskopplung aus dem Longplay, „Geh vorbei“, war eine Komposition von Harald Steinhauer, den Text steuerten Marianne Rosenberg und Marianne Enzensberger bei. Obwohl der Song in der ZDF-Hitparade vorgestellt wurde, konnte er sich weder in der TV-Show noch in der Single-Hitparade durchsetzen.

Schlager-Erfolg: “Eins, Zwei, Drei”

19900515 MM 33

Das schlagerhafte „Eins, Zwei, Drei (Ich hab‘ gedacht, es ist vorbei“), dessen Text neben Marianne vom ehemaligen (inzwischen verstorbenen) Nena-Gitarristen Carlo Karges stammte, konnte sich hingegen zehn Wochen in der Bestenliste platzieren.

Joachim Heider fertigt Remix-Album an

19900801 MM 24

Vom großen Erfolg ihrer aktuellen Produktionen hat auch ihr früherer Produzent Joachim Heider erfahren. Der entschloss sich (gemeinsam mit Thomas Stiehler) dazu, die Rosenberg-Klassiker in ein neues Gewand zu fassen (ähnlich wie zwei Jahre zuvor schon „Er gehört zu mir“) und veröffentlichte „Rosenberg Remix ‘90“ Als Single wurde „Ich bin wie Du (Remix ’90)“ veröffentlicht. Die Produktion stand nicht im Verantwortungsbereich Mariannes; der Remix erfolgte über die alten Original-Versionen.

Mit der melancholischen Single „Und mein Lächeln wird Dir folgen“ in neuer Abmischung (Text: Marianne Enzensberger), auf der auch die englische Version „My Smile Will Be Your Shadow“ enthalten ist, wurde das Jahr 1990 abgeschlossen.

19901015 MM 37

Nach großem Erfolg zweites Album mit Harald Steinhauer

Marianne Rosenberg war mit der Zusammenarbeit mit ihrer neuen Plattenfirma so zufrieden, dass 1991 der bestehende Vertrag mit der BMG Ariola München verlängert wurde. Im September wurde die erste Single des neuen Albums „Und Du kannst nichts dagegen tun“ veröffentlicht: „Frage niemals“, eine von Marianne Enzensberger getextete und von Harald Steinhauer komponierte modern produzierte Disco-Nummer, wurde erneut ein Top-50-Hit. Erneut kann sich die Riege der an der CD-Produktion Beteiligten sehen lassen: Neben Produzent Harald Steinhauer wirkten u. a. Rio Reiser, Marianne Enzensberger, Matjs Björklund und Franz Trojan (Spider Murphy Gang) mit.

Die Presse interessierte sich damals weniger für die neueste LP, sondern für den aktuellen Freund der Rosenberg: der umstrittene Europaabgeordnete der Grünen, Michael Klöckner, war Mariannes neuer Lebenspartner und Vater ihres „in Produktion befindlichen“ Kindes. Bedingt durch ihre Schwangerschaft, machte Marianne ab Oktober 1991 eine Pause und verschob die für 1992 vorgesehene Deutschland-Tournee zunächst um ein Jahr.

19920201 MM 11

Trotz fehlender TV-Präsenz schaffte die zweite Single-Auskopplung „Nie mehr so wie es war“ aus Mariannes Erfolgs-Album es in die Top-75.

Geburt von Sohn Maximilian – und neue Single: “Nur eine Nacht”

19920601 MM 21

Söhnchen Maximilian kam am 22. Februar 1992 zur Welt. Kurz darauf wurde mit „Nur eine Nacht“, ein Song, den Marianne als ironische Hommage an ihre Vergangenheit verstanden wissen wollte, die nächste Single ausgekoppelt. Der von Marianne selbst getextete Song wurde in verschiedenen TV-Sendungen vorgestellt – in der ZDF-Hitparade fiel er leider durch.

Joachim Heider remixte derweil fleißig die Rosenberg-Klassiker weiter – 1992 war „Lieder der Nacht“ dran. Neben der „Radio“-Version befanden sich auf der seinerzeitigen Maxi-CD auch eine „Long“ und sogar eine „Techno“-Version – wem’s gefällt…

19921015 11

Als vierte Single aus ihrem Hit-Album wurde das melancholische „Wo schläfst Du?“ ausgewählt – trotz ZDF-Hitparaden-Auftritts konnte sich die Nummer in den Verkaufs-Hitparaden nicht mehr platzieren – vielleicht auch, weil die Fans inzwischen die Top-40-CD besaßen. Im Sommer 1993 wurde eine ungewöhnliche, insbesondere von Fans mit Interesse aufgenommene CD veröffentlicht: Auf „Set The Night On Fire (The U. K. Remix Album)“ fanden sich die englischen Versionen der Hit-CD „Uns verbrennt die Nacht“ – außer “Geh vorbei”, das durch “I need your love tonight” ersetzt worden war.

Auch das Album “Feuerrosen” kommt an

19931015 MM 21

Unter der inzwischen bewährten Regie Harald Steinhauers gab es kurze Zeit später die erste Auskopplung der nächsten deutschen CD-Produktion: „Wenn ich Dich betrüge (hört das niemals auf)“ hatte das von Rosenberg gern genommene Thema „Fremdgehen“ auf dem Plan, den Song aus der CD „Feuerrosen“ schrieb sie erneut mit ihrer Freundin Marianne Enzensberger – es reichte für einen Auftritt in der ZDF-Hitparade (, der damit für mehrere Jahre der vorerst letzte in dieser Show war,) und 3 Wochen in den Verkaufs-Top-100. Vielleicht als Gegenpol zu ihren sonstigen ONS- und erotischen Inhalten, erschien als zweite Single „Der einzige Mann“ – einen echten Hit konnte sie mit dieser im Remix veröffentlichten Produktion allerdings nicht landen. Besonders bemerkenswert an diesem Lied ist, dass es die erste A-Seite einer Single von Marianne mit einem Song ist, den sie komplett selbst geschrieben hat.

Erneute Kooperation mit Dieter Bohlen

In dieser Zeit gab es wieder eine ZDF-Serie („Stadtindianer“), für die Dieter Bohlen die Filmmusik geschrieben hat. Erneut bat er Marianne, einen Song beizusteuern – die erneut typische Bohlen-Ballade „Anywhere I Lay My Hand“ erreichte aber nicht mehr die Aufmerksamkeit wie Mariannes erster Bohlen-Song – vielleicht auch deswegen, weil es keine AUskopplung als Single von diesem Song gab. Das Lied ist auf keinem Marianne-Rosenberg-Album erschienen.

Pechsträhne im Frühjahr 1994

Das Frühjahr 1994 stand unter keinem guten Stern – erst wurde Mariannes Schmink-Koffer gesprengt, weil sie den irrtümlich auf einem Flughafengelände hatte stehen lassen. Die Ersatz-Kosmetika bei der TV-Aufzeichnung halfen leider nur bedingt weiter, weil sie wohl „ihr offizielles Gesicht nicht herstellen konnten“. Auch die geplante Tour „Die Nacht der Rosen“ musste verschoben werden, weil sie sich einen Virus zugezogen hatte. Die verschobene Tour wurde später dann ganz abgesagt, weil einige Hallen nicht mehr frei waren. Unerfreulich war auch der Vorfall, dass ein alkoholkranker Maurer aus Eckernförde einen Bekannten deshalb erstochen hat, weil dieser sein verehrtes Idol „Marianne Rosenzwerg“ genannt hat.

19940901 MM 27

Wie dem auch sei, es wurden weiter fleißig Tonträger veröffentlicht. Im Sommer kam ein weiterer Heider-Remix auf den Markt: Mit „aufgemotztem Beat“ erschien „Marleen (Remix ’94)“ – erneut unter Produktion Joachim Heiders.

Doppel-CD “5 Tage und 5 Nächte” ist eine Überraschung

19941115 MM 3

Die neue Produktion bei der Ariola war eine Überraschung – das Produzenten-Team Horst Königstein und Hans und Ernst Stöer produzierten eine 25 Titel enthaltende Doppel-CD „5 Tage & 5 Nächte (Geschichten von Liebe und Hass)“, die – wie der Name schon sagt – binnen 5 Tagen live mit Band im Hamburger „Gaga Studio“ eingespielt wurde. Die CD beinhaltete u. a. Neuaufnahmen von Rosenbergs großen Erfolgen. Nachdem die Neuaufnahme von „Liebe kann so weh tun“ nur als Promo-Maxi veröffentlicht wurde, konnten sich die Fans über die Handels-Maxi-CD „Frieren“ (Text und Musik: Marianne Enzensberger) freuen – ein Song, der ursprünglich auf ihrer „Uns verbrennt die Nacht“-CD enthalten war und für das aktuelle Produkt neu eingespielt wurde – leider ohne nennenswerten Erfolg.

Vertrag mit BMG Ariola wird nicht verlängert

Bei nachlassenden Verkäufen und vielleicht auch, weil sie ihre Tour „5 Tage und 5 Nächte“ alleine ohne Mitwirkung der Plattenfirma organisierte, wurde der Vertrag mit BMG Ariola nicht verlängert, was sie nicht davon abhielt, auch nach Vertrags-Ablauf bis zum 10.02.1997 weitere Bühnenshows unter diesem Namen zu absolvieren. Dafür sprang dann der umtriebige Joachim Heider in die Bresche und veröffentlichte ein weiteres Remix-Album von Marianne: Rosenberg Hits & Remixes Classics 2“ hieß der Titel der Veröffentlichung. Als Promo-Single wurde „Wären Tränen aus Gold“ gewählt – auf der Maxi-CD ist sogar eine „House“-Version dieses Titels enthalten.

Duett mit Sin With Sebastian und “Männer”-Cover

Nachdem sie selbst ihre Erfolge neu eingesungen hatte und Joachim Heider alte Hits remixed hatte, setzte Marianne noch einen drauf, indem sie auf der CD der damals erfolgreichen Band Sin With Sebastian ein Duett „He Belongs To Me“ beisteuerte – eine englischsprachige Version ihres Hits „Er gehört zu mir“.

Ohne aktuellen Tonträger im Gepäck, ging Marianne mit einer neuen Bühnenshow namens „Ganz in Weiß“ auf Tournee, in der sie neben Klassikern im neuen Gewand auch ihre Lieder der 80er Jahre und Cover-Songs präsentierte – z. B. „Männer“ von Herbert Grönemeyer. Schon recht früh hatte Marianne eigene Web-Präsenz (www.marianne.rosenberg.de) und nutzte als erste deutsche Musikerin die Möglichkeit, einen Song im Netz zu veröffentlichen. Lange vor itunes, Spotify und Co. konnte man auf ihrer Seite exklusiv ihre Version „Männer“ von Herbert Grönemeyer downloaden.

Aufsprung auf den “Hitmix”-Zug

Ende der 1990er Jahre wurde es Mode, Medleys mit großen Hits mit einem Beat zu unterlegen und als „HitMix“ zu präsentieren. Neben „Jive Connie“ von Connie Francis wurde so auch der „Erste-Sahne-Mix“ von Udo Jürgens und vor allen Dingen die „längste Single der Welt“ von Wolfgang Petry zum Erfolg – und die HitMix-Reihe von Uwe Hübner, bei der verschiedene Schlager-Stars nacheinander zu einem Grund-Beat ihre Hits interpretieren. Auf diesen Zug sprang auch Mariannes alte Plattenfirma auf und veröffentlichte 1998 den „Marianne Rosenberg Hitmix – das Original“ sowohl als Maxi-CD als auch als Longplay. Der Zusatz „das Original“ bezieht sich sicher darauf, dass schon seit längerer Zeit auf Plattenbörsen und in Second-Hand-Läden ein bei Fans sehr beliebter Bootleg kursierte mit ähnlichem Konzept. Böse Zungen sagen, dass der dort veröffentlichte Mix deutlich besser gemacht sei als das, was sich später „das Original“ nannte. Auch die Remix-Freude hielt an, als Promo-Single erschien im gleichen Jahr „Ich bin wie Du – Remix 98“.

Rückkehr zu EMI Electrola

Gegen Ende des Jahres gab es dann nach längerer Zeit neue Songs von Marianne Rosenberg. Sie hatte erneut die Plattenfirma gewechselt: Wie schon 1984 unterschrieb sie einen Vertrag bei EMI Electrola. Neue Produzenten waren Stephan Fischer und Ex-Spliff-Ikone Reinhold Heil. Da Marianne eher Nachtmensch bzw. (O-Ton) „Nachtschattengewächs“ ist, fand man den CD-Titel „Luna“ passend. Als erste Single wurde die Eigen-Komposition “Lover” (Text: Marianne Enzensberger) ausgekoppelt – ganz emanzipiert geht es in dem Song lt. Plattenfirma „um eine Frau, die sich ihres Liebhabers entledigt, wenn dieser nicht so spurt, wie sie will.” Auf der Single ist auch der Song „Geh vorbei“ zu hören, der nicht etwa eine Neuaufnahme ihres eigenen Titels ist, sondern eine deutsche Coverversion des Burt Bacharach-Klassikers “Walk On By”. Der angestrebte und wohl auch erwartete Erfolg wurde nicht erreicht – auch die nächste Single, „Wie ein Leuchtturm“, ein Song, in dem es um das Portrait einer Frau geht, die eine Affäre ihres Mannes entdeckt und im Gefühlschaos Suizid-Gedanken hegt, war wohl zu schwere Kost für eine Charts-Notiz.

Zur CD-Veröffentlichung wurde auch eine Tour gestartet, deren Konzerte aber teilweise aus unterschiedlichen Gründen ausfallen mussten – u. a., weil Marianne bei einem Konzert in Bremen aufgrund eines Grippe-Infekts und sauerstoffarmer Luft in der Halle kollabierte.

Erfolg mit Cher-Cover

19990329 MM 4

Anfang 1999 wurde die Zusammenarbeit mit EMI Electrola wieder beendet, weil man wohl unterschiedlicher Auffassung zu den Arbeiten an ihren aktuellen Produkten hatte. Mit BMG Ariola Berlin, der direkten Nachfolgerin ihrer alten Plattenfirma Hansa, schloss sie erneut einen Vertrag – dort erschien die „Luna“-CD als Wiederveröffentlichung – allerdings ähnlich unerfolgreich wie zuvor. Auch die neue von Marianne selbst getextete Single „Wenn der Morgen kommt“, eine Cover-Version des damals sehr erfolgreichen Cher-Hits “Strong Enough”, kam nicht in die Verkaufs-Charts, platzierte sich aber mehrfach in Uwe Hübners ZDF-Hitparade – vielleicht auch, weil die Rosenberg in der Show eine ihrer äußerst seltenen Choreografien zeigte – gemeinsam mit vier attraktiven Tänzern, was insbesondere bei ihrer schwulen Fan-Gemeinde wohl sehr gut ankam.

Prophetische Fähigkeiten: Marianne glaubt an MP3-Erfolg

1999 gab Marianne einem damaligen Internet-Informationsmagazin (com!online) ein Interview, in dem sie sich als Wahrsagerin betätigte: „Außerdem verfolge ich natürlich aufmerksam die Diskussionen und die Entwicklung rund um das Thema ‘Audio MPEG’, da solche Kompressionsverfahren im Zusammenhang mit der Verbreitung des Internets den Musikmarkt sehr bald radikal verändern werden. Wahrscheinlich schneller und radikaler, als die meisten sich das vorstellen können…“ – mit dieser Einschätzung lag Marianne im Nachhinein gesehen zum Leidwesen der Musik-Branche erschreckend richtig. Nicht umsonst wurde sie in dem Jahr von einer TV-Zeitung an fünfter Stelle gewählt, als es um „die aufregendsten Deutschen“ in der Sparte „Pop und Klassik“ ging.

Kooperation mit Alex Christensen

Unter Produktion vom damals angesagten Alex Christensen entstand 2000 der Song „Wieder da“, erneut von Marianne selber getextet – leider erneut am Publikumsgeschmack vorbei produziert, obwohl er recht kommerziell konzipiert ist, allerdings gab es einen thematisch ähnlichen sehr populären Song von Marion Maerz. Auch die Hansa-CD „Himmlisch“, aus der dieser Song ausgekoppelt wurde, konnte sich nur eine Woche in den Hit-Listen etablieren. Die zweite Single, „Gift“, erneut ein Rosenberg/Enzensberger-Song mit Dance-Elementen, enthielt acht Versionen des Opener-Songs der CD (vier mal englisch, vier mal deutsch) – aber auch diese Bemühungen führten nicht zum Erfolg.

Nach diesen kommerziellen Misserfolgen zog sich Marianne erneut längere Zeit zurück und konzentrierte sich wieder auf weniger beachtete Dinge wie die Zusammenstellung eines Konzertprogramms, das 2003 unter „La vie en rose“ erstmals aufgeführt wurde. Sie sang in diesem Programm Chansons, Jazz-Titel und auch Berliner Klassiker.

Erfolg mit “Für immer wie heute”

2004 startete sie mit prominenter Unterstützung erneut mit Neuaufnahmen alter Hits durch – offensichtlich inspiriert vom gigantischen Erfolg, den Nena seinerzeit mit ihrem Album „Nena feat. Nena“ hatte. Unterstützt von u. a. Mousse T. und Xavier Naidoo wurden alte Hits neu produziert und eingesungen. Vorab-Auskopplung aus diesem Werk war „Marleen (2004)“ in neuer Produktion durch den Londoner Brian Rawling, der schon für Cher und Britney Spears tätig war. Nachdem die Single sich einige Zeit in den Charts halten konnte, wurde auch „Er gehört zu mir (2004)“ (u. a. mit einem Schiller-Mix) ausgekoppelt. Beide Singles erreichten noch mal die Top 100 der Single-Verkaufscharts (ein Einstieg in die SINGLE-Charts gelang ihr bis heute danach nicht wieder), die CD kann durchaus als Erfolg eingestuft werden, sie erreichte einen 12. Platz in den Longplay-Charts.

Live-Tour liegt als Mitschnitt vor

Der bekannte Veranstalter Manfred Hertlein schickte Marianne auf „Für immer wie heute“-Tour. Das Konzert vom 05.11.2004 im Berliner Tempodrom wurde mitgeschnitten – kurze Zeit später erschien der Mitschnitt auf Mariannes erster Konzert-DVD. Mit teils längeren Unterbrechungen wurde die Show bis 2008 fortgeführt. Den Song „Für immer und Dich“, den Rio Reiser für Marianne Rosenberg geschrieben hatte, hat sie gemeinsam mit den Söhnen Mannheims neu aufgenommen. 2005 wurde das Lied als Download in einer Solo-Version angeboten – auch bei dieser Vermarktungsform war die Rosenberg „auf der Höhe der Zeit“.

Autobiografie erscheint 2006

Nach langer Zeit Vorbereitung (das Projekt wurde bereits 1989 begonnen) wurde 2006 Mariannes Autobiografie „Kokolores“ veröffentlicht – und zwar als Buch und auch als Hörbuch, auf dem einige bislang unveröffentlichte Titel als Bonus beigefügt waren.

2007 “I’m A Woman” mit Chanson- und Jazz-Elementen

Ebenfalls von langer Hand vorbereitet war das 2007er Chanson- und Jazz-Album „I’m a Woman“, das auf dem kleinen Berliner Label “Lola” (Lounge Label) erschien. Bereits 2003 war Marianne mit ähnlichem Programm auf Tour, 2005 und 2006 nahm sie die Songs auf – und auf ihrem Kokolores-Hörbuch waren ja auch einige Chansons zu finden. Nachdem viele Fans ihr Idol immer wieder auf diese Titel angesprochen haben, wurde die CD veröffentlicht – wer im Internet bestellte, erhielt die Scheibe sogar in einer “Special Edition” – auch hier hat Marianne früh die Zeichen der Zeit erkannt.

Während einer „kreativen Pause“ 2009 erschien trotzdem wieder eine überraschende Veröffentlichung. Im Rahmen der Hörspielreihe „Offenbarung 23“ erschien eine Folge, die sich mit dem Tod der Chanson-Legende Alexandra auseinandersetzte. In dieser Folge 32 der Reihe sind zwei von Marianne interpretierte Alexandra-Songs zu hören – u. a. die Udo-Jürgens-Komposition „Illusionen“. Im gleichen Jahr lieh Marianne ihre Stimme der Vodoo-Hexe „Mama Odie“ als Synchronsprecherin im Walt-Disney-Film “Küss den Frosch”.

Bereits 2010 Facebook-Präsenz

2010 ging Marianne erneut neue Vertriebs-Wege – ähnlich wie sie 1997 kostenlos den „Männer“-Song ins Netz stellte, durften Internet-Surfer vorab den Titel „Lauf Kleine“ aus ihrem 2011 veröffentlichten „Regenrhythmus“-Album hören bzw. im Portal Myspace downloaden. Auch in Sachen „soziale Netzwerke“ war Marianne damit eine Vorreiterin. Schon 2010 wurde auch eine Facebook-Präsenz eingerichtet. Noch vor der Veröffentlichung ihrer neuen CD kam Ende 2010 ein Duett Mariannes mit Ayman in den Handel – „Ein Mensch wie Du“ wurde aber wenig beachtet.

“Regenrhythmus” mit eigenen Songs

Im Februar 2011 erschien dann ihre Pop-CD „Regenrhythmus“, auf der die Single „Rette mich durch die Nacht“ enthalten ist, zu dem sogar ein Video erstellt wurde. Der Longplay erreichte immerhin eine Top-30-Position in den Charts. Bemerkenswert an dem Album ist, dass die Künstlerin alle Texte selber geschrieben und komponiert hat (, wobei es bei einigen Titeln Co-Komponisten gab). Die zweite Auskopplung aus der CD lautete „Und wenn ich sing’“, der von Dirk Riegner und Ken Taylor coprodziert wurde, in dem es um die Vergänglichkeit schöner aber auch schlechter Momente geht.

Bei der Produktion dieses Albums lernte Marianne die Band Wir sind Helden kennen. Im Rahmen der Bekanntschaft beschloss man, einen Song gemeinsam aufzunehmen: „Die Ballade von Wolfgang und Brigitte“. Gegen Ende des Jahres erschien von „Regenrhythmus“ noch eine „De-Luxe-Edition“ mit Bonus-CD, auf der einige live mitgeschnittene Songs der gleichnamigen Tour enthalten sind. Kurz darauf wurde aus dem Album die Single „Genau entgegengesetzt“ veröffentlicht.

Projekt “Schattenherz” ohne Label “Marianne Rosenberg”

2013 kam man auf die „originelle Idee“, kein weiteres Rosenberg-Studioalbum herauszubringen, sondern die nächste Veröffentlichung unter dem Pseudonym „Schattenherz“ in den Handel zu bringen, obwohl das Team (Sängerin Marianne Rosenberg, Produzent Dirk Riegner) sich eigentlich nicht wesentlich zur vorigen Produktion unterschied. Sicherheitshalber haben die beiden sich noch in Cindy und Bert… äääh, Victor und Victoria umbenannt. Vielleicht wollte man sich kreativ nicht einengen lassen – dem widerspricht aber, dass man sich gleich einen Stempel aufgesetzt hat: „Glam Pop Duo“. Die erste Single „Alles klingt“, eine Komposition der beiden Protagonisten des Pop-Duos, wurde von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen.

Was den Vertrieb angeht, muss man Victoria – ääh, Marianne immer wieder zugestehen, die Zeichen der Zeit zu erkennen: Vom Schattenherz-Album gab es verschiedene Konfigurationen (z. B. eine Saturn/Mediamarkt/Amazon-Edition), und bei itunes gab es einen exklusiven Bonus-Track. Nachhaltig erfolgreich war das Projekt wohl nicht – im März 2014 (etwa ein halbes Jahr nach „Gründung“ des Duos) beschloss man, eine „Pause“ zu machen – nun ja…

Kooperation mit Peter Plate

Kurze Zeit später gab es ein weiteres kurioses Projekt – Ex-Rosenstolz-Protagonist Peter Plate und seine Partnerin Carolina Bigge gründeten ein Projekt namens „Airport Berlin“. Die beiden lernten Marianne kennen – es wurde eine Zusammenarbeit besprochen – die kommerzielle schlagerhafte Single „Ich fühl’ mich Disco“ wurde aber kein Erfolg, obwohl Marianne kurz zuvor als DSDS-Jurorin an der Seite ihres alten Spezis Dieter Bohlen aktiv wurde.

Jury-Mitglied bei DSDS

DSDS? Ja – nach dem sensationellen Erfolg Beatrice Eglis mit Schlagern in dieser Sendung wurde wohl nach einem Juror diesen Genres für die RTL-Show gesucht. An dieser Stelle sei an das gute alte Konrad-Adenauer-Zitat „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?“ erinnert. In einem Interview mit der Zeit gab es 2006 nämlich folgendes Frage-Antwort-Spiel:

ZEIT: Wenn Sie heute Sendungen wie Deutschland sucht den Superstar sehen, gibt es da Ähnlichkeiten zu den Talentwettbewerben Ihrer Jugend?

Rosenberg: Schon, aber früher wurden diese Wettbewerbe nicht bundesweit im Fernsehen übertragen, sodass die ganze Gesellschaft mitfieberte oder mitlachte. Mich hat keiner öffentlich heruntergeputzt, so menschenverachtend wie heute oft. Wenn ich in die ängstlichen oder traurigen Gesichter dieser jungen Menschen sehe, kommt es mir vor wie Voyeurismus, am Bildschirm zu bleiben.

Offensichtlich hat RTL sie dennoch mit Geld „gezwungen“, als Jurorin aktiv zu werden – nach einem Jahr wurde sie allerdings wieder ausgetauscht –  Heino wurde ihr Nachfolger in dieser Funktion.

2015 verabschiedete sich Marianne von Facebook – sie konnte sich mit den Änderungen der Bedingungen des sozialen Netzwerks nicht einverstanden erklären. Dafür wurde versprochen, auf der offiziellen Webseite wieder verstärkt aktuelle Informationen kundzutun.

Wenngleich Marianne Rosenberg nie einen Nummer-Eins-Hit hatte, niemals die ZDF-Hitparade gewann, auch sonst bei Wettbewerben eigentlich nie erfolgreich war (abgesehen von dem am Anfang ihrer Karriere), hat sie wie kaum eine andere deutschsprachige Interpretin Akzente gesetzt und eine unglaublich langlebige abwechslungsreiche Karriere hingelegt.

Hinweis: Zum 50-jährigen Bühnenjubiläum werden wir die Jahre 2015 und 2020 ergänzen und weitere interessante Punkte der Biografie einpflegen.

Jetzt gratulieren wir erst mal ganz herzlich zum “runden” Geburtstag!

Titelfoto: TELAMO / Sandra Ludewig

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JÜRGEN DREWS: Infos und Fotos der Plattenfirma zum 75. Geburtstag 0

Jürgen Drews 01 mumpi kuenster
Dass JÜRGEN DREWS heute Geburtstag hat, darüber haben wir bereits berichtet und HIER eine sehr umfangreiche Biografie veröffentlicht. Was es Aktuelles zu “Onkel Jürgen” gibt, darüber haben wir zwar auch bereits informiert – hier aber noch mal in “geballter Form” die Infos der Plattenfirma:

Jürgen Drews 02 mumpi kuenster

Info: Er gibt zu, er ist aufgeregt. Es ist ja auch alles unfassbar.

„Dieses Jahr ist für mich ja doch ein ganz besonderes Jahr. Ich feiere einen für mich besonderen Geburtstag und natürlich wird es dazu auch ein ganz besonderes Jubiläumsalbum geben, welches auch für mich noch einige Überraschungen parat hält“, versprach Jürgen Drews vor ein paar Wochen auf Facebook. Doch bevor es soweit ist, teilt er schon jetzt seine beiden neuen Singles mit uns.

Unfassbar“ heißt die eine und besser könnte man unsere Welt kaum in einem Wort zusammenfassen. Doch Jürgen Drews wäre nicht Jürgen Drews wenn „Unfassbar“ nicht ein wunderbarer Partyschlager wäre, der krachend das Leben feiert. Dabei ist „Unfassbar“ eigentlich ein kleines, ehrliches Liebeslied, welches aber zu Recht genau deswegen darauf besteht, die ganz große Hymne zu sein. Es ist ein Song über eine Liebe, die alles überstanden hat, über ein Feuer, das nie ausgegangen ist und über das Glück, den Einen oder die Eine gefunden zu haben. „Unfassbar“ ist dabei so eingängig, so voller Freude und Aufrichtigkeit, dass jeder schon beim ersten Mal mitsingt und mitfeiert.

Das gilt natürlich auch für „Was einmal war das kommt nie wieder“, auch wenn hier mit rockigen Tönen eine ganz andere Geschichte erzählt wird. Nämlich die von einer selbstbewussten Verkündung der Freiheit, denn auch das Ende einer Beziehung ist nur der Anfang von etwas ganz anderem, etwas ganz Wunderbarem. „Was einmal war das kommt nie wieder“ ist keine Klage, sondern reine Vorfreude auf die Zukunft – ein Powersong für den Neuanfang! Und ganz einfach auch eine Ermunterung dazu, JETZT in DIESEM Moment zu leben und das Leben zu genießen. Denn „Was einmal war, das kommt nie wieder“. Was beide Lieder gemeinsam haben, ist die typisch herzliche Malle-Euphorie. Das ist für die Tanzfläche, das ist für die Party zuhause – das ist pure, ansteckende Lebenslust. Das ist Jürgen Drews.

Denn er ist eben nicht nur ein Urgestein der deutschen Schlagerszene und Popmusik, sondern für viele ist Jürgen Drews über die Jahrzehnte zu einem guten Freund geworden und das macht ihn zur Legende. Seit er 1976 sein „Bett im Kornfeld“ aufstellte, hat er alle Höhen und Tiefen erlebt und überlebt, um letztlich der „König von Mallorca“ zu werden und trotzdem ein Mann des Volkes zu bleiben. Immer auf Augenhöhe mit seinen Fans und authentisch – schon allein deshalb, weil der Kultsänger immer er selbst geblieben ist.

Dieser Jürgen Drews wird nun also den bereits erwähnten „besonderen Geburtstag“ feiern: am zweiten April wird er 75 Jahre alt!

Eigentlich auch unfassbar. Und obwohl er eben noch mit Florian Silbereisen und vielen Kollegen mit „Das große Schlagerfest“ unterwegs gewesen ist, bastelt er zu diesem Anlass schon seit langem an einer außergewöhnlichen Überraschung. Denn diese Singles sind nur die Vorboten für etwas ganz großes: „Das Ultimative Jubiläums-Best-Of”-Album. Fünf Jahre nach seiner letzten Scheibe wird es nicht diese zwei neuen Songs beinhalten, sondern diesen Geburtstag mit allen Hits und vielen Freunden feiern – wer genau bleibt aber noch ein Geheimnis! Erscheinen wird es im Herbst, doch wer es nicht erwarten kann, darf schon jetzt das Album pre-ordern.

Es gibt also allen Grund so aufgeregt zu sein. Nicht nur für Jürgen Drews sondern für alle seine Fans und Freunde. 

In diesem Sinne: Auf die Zukunft!

Quelle: Promotion Werft Thorsten Ammann
Fotos: Moritz „Mumpi“ Künster

 

 

KATHIE KLEFF: Wird die von Antenne Bayern veröffentlichte “Bayernhymne” ein Riesen-Hit? 0

Antenne Bayern Bayernhymne

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Wenn “ausgerechnet” dem Radiosender Antenne Bayern vor einem Jahr jemand gesagt hätte, dass der Sender einen der ganz wenigen volkstümlichen Schlager veröffentlichen, die es sogar in die Top-100-Singlecharts schaffen können (in den Downloadcharts iTunes und Amazon ist teilweise sogar die Chartsspitze erreicht, aber die kaum nachvollziehbare Top-100-Logik der GfK gerade im Singlebereich sorgte in den Midweek-CHarts für eine Top-50-Noitz, was immer noch für ein volkstümliches Lied ein gigantischer kaum möglich gehaltener Erfolg ist).

Bereits seit dem 17. März spielt Antenne Bayern täglich um 17 Uhr die Bayern-Hymne. Hintergrund ist, dass der Radiosender damit eine Solidaritätsaktion gestartet hat und allen dankt, “die den Freistaat während des Katastrophenfalls am Laufen halten”. Das von Moderatiorin Kathie Kleff gesungene Lied soll Hoffnung und Mut vermitteln. Gewürdigt werden sollen aber auch Menschen, die “verständnisvoll, besonnen, rücksichtsvoll und hilfsbereit mit anderen umgehen”.

Lob gibt es von höchster Stelle: Bayerns Ministerpräsident (und kommender Bundeskanzler?) MARKUS SÖDER spricht von der “schönsten Version der Bayernhymne”, die er je gehört habe. Das deckt sich mit den vielen Kommentaren, die z. B. bei YouTube zu lesen sind. Ganz offensichtlich hat der private Radiosender hier einen Nerv getroffen – wir tippen auf Hit – sogar in den offiziellen Singlecharts.

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