KATJA EBSTEIN: Vor genau 50 Jahren siegte sie beim deutschen Vorentscheid mit „Wunder gibt es immer wieder“ Kommentare deaktiviert für KATJA EBSTEIN: Vor genau 50 Jahren siegte sie beim deutschen Vorentscheid mit „Wunder gibt es immer wieder“

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Genau wie heutzutage gab es auch vor 50 Jahren eine auf 45 Minuten angesetzte deutsche Vorentscheidung zur Eurovision. Damals wurde die aber an einem Montagabend um 21 Uhr im ERSTEN ausgestrahlt – und zwar LIVE. Name der von Marie-Louise Steinbauer moderierten Veranstaltung: „Ein Lied für Amsterdam“ – lediglich der Ort ist anno 2020 ein anderer – heutzutage heißt es ja: „Ein Lied für Rotterdam“.

Während es vor 50 Jahren ganz normal war, mit Live-Orchester unter sechs Interpreten ein Lied auszuwählen, ist das heute offensichtlich undenkbar. Schwachsinnige Argumente wie, das sei technisch zu aufwändig, machen immer wieder die Runde. Wie dem auch sei, werfen wir mal einen Blick auf den damaligen Modus.

Damals wurden die 30 erfolgreichsten Komponisten, die 15 erfolgreichsten Textdichter und die 15 erfolgreichsten Verleger aufgefordert, Lieder für den Grand Prix einzureichen. Dabei kamen insgessamt 50 Lieder zustande, von denen sechs von einer Jury für den TV-Vorentscheid ausgewählt wurden. Diese Jury bestand aus vier Songautoren (, die nicht am Wettbewerb beteiligt waren), aus zwei Vertretern der Schallplattenindustrie und schließlich vier Chefs aus ARD-Unterhaltungsabteilungen.

Ein ARD-Gremium hat ebenfalls die Interpreten bestimmt. Dabei gab es der Legende zufolge einige Kuriositäten: Die Sängerin MANUELA wäre z. B. angeblich bereit gewesen, für Deutschland anzutreten. Der Chef des damals zuständigen Hessischen Rundfunks, Hans-Otto Grünefeldt, soll sich dem verschlossen haben – merkwürdiges Argument: Manuela sei kein internationaler Star, aber auch keine Nachwuchssängerin. (Grünefeldt selbst war lange Zeit bei der Punktevergabe anno 1970 im Bild, um quasi als „Schiedsrichter“ die Abgabe der Jurypunkte zu überwachen).  Andere Quellen sagen (bezogen auf Manuela) aus, Manuela habe nach Ansicht der „Experten“ die Qualität für eine Teilnahme nicht gehabt.

Die Berliner Zeitung hat sich im Januar 1970 da recht deutlich geäußert. Der Journalist Elmar Kraushaar zitiert einen entsprechenden Artikel in seinem 1983 erschienenen Buch „Rote Lippen“, der hoch interessant ist:

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So wurden dann andere Interpreten ausgesucht – hier die Songs in der Reihenfolge des damaligen Auftritts:

1. MARY ROOS – „Bei jedem Kuss“ – entsandt von Phonogram

Schon 1970 war Mary Roos Eurovisions-affin und sang den von Delle Hensch und Frank Bohlen (- das war das Pseudonym von Delle Haenschs Frau Marion) geschriebenen Song „Bei jedem Kuss“. Sie sprang für die kurzfristig ausgefallene (erkrankte) Edina Pop ein und belegte mit „ihrem“ (na ja, eigentlich war es ja für Frau Pop)  psychedelisch angehauchten Lied einen guten 2. Platz. Viele Fans schwärmen noch heute von Marys damaligen Outfit (O-Ton: „FDP-Topflappen“, „Raumschiff-Orion-Eyeliner“, „No-Go-Kombi, die nur Stiefmütterchen gut steht“). – Spannend: Der Titel ist nach unserer Kenntnis nie auf einem Tonträger erschienen (LEIDER!) – vermutlich, weil er eigentlich für EDINA POP vorgesehen war, die ja – anders als Mary – bei Phonogram unter Vertrag stand.

2. ROBERTO BLANCO – „Auf dem Kurfürstendamm sagt man ‚Liebe'“ – entsandt von CBS

Roberto Blanco hatte kurz or dem Vorentscheid das deutsche Schlagerfestival 1969 mit seinem Hit „Heute so – morgen so“ gewonnen. Er trat mit einem von Henry Mayer und Georg Buschor geschriebenen Titel an. Henry Mayer hat kurz zuvor mit „Summer Wind“ einen Welthit für Frank Sinatra komponiert. Untypisch für Roberto, war das kein Stimmungslied, sondern ein typischer Eurovisions-Schlager, der quasi das internationale „Wörterbuch der Liebe“ aufblätterte und damit klar auf die internationalen Jurys schielte. Letztlich wurde der Titel aber leider kein Erfolg.

3. KIRSTI – „Pierre, der Clochard“ – entsandt von TELEFUNKEN

Prominent war der Autor des dritten Titels, den kein geringerer als DRAFI DEUTSCHER geschrieben hatte. Als Interpretin wurde die festivalerfahrene KIRSTI SPARBOE engagiert, die zuvor schon 3-mal (1965, 1967 uind 1969) für ihr Heimatland Norwegen bei der Eurovision teilnahm. Obwohl Norwegerin, rollte sie herzzerreißend das „r“ und sang ihr Lied über den unter der Brücke schlafenden Clochard Pierre. Leider schaffte Kirsti es knapp nicht ins Finale und wurde Vierte der Vorentscheidung. Der Titel erschien dann als B-Seite der Nummer „Es ist alles gut“; mit der Kistis in der ZDF-Hitparade auftreten würde. Einen Superhit wie „Ein Student aus Uppsala“ sollte sie allerdings nicht mehr erreichen.Übrigens später wurde dem TItel angesichts der Zeilen „Pierre der Clochard wird zufrieden sein, ihm gehören ja alle Brücken der Seine. Pierre, Pierre der Clochard, ich fand ihn wunderbar.“ dem Titel die Verharmlosung der Obdachlosigkeit vorgeworfen – na, man kann es auch übertreiben!

Übrigens – MANUELA war damals bei Telefunken unter Vertrag. Sehr gut denkbar ist, dass Drafi Deutscher das Lied eigentlich für MANUELA geschrieben haben könnte, zumal Drafi und Manuela ja schon zuvor miteinander kooperiert haben und sogar im Duett zusammen gesungen haben. Das spricht für den B.Z.-Artikel von 1970, den wir oben zitiert haben.

4. PETER BEIL – Blaue Augen, rote Lippen und kastanienbraunes Haar – entsandt von RCA

Zunächst mal muss hier die Eurovisions-Historie etwas korrigiert werden: Mehrere Originalquellen belegen klar, dass dieser(!) Titel eigentlich von JOSEF LAUFER gesungen werden sollte, der hat aber wohl in letzter Sekunde seine Teilnahme zurückgezogen (in vielen Quellen wird behauptet, Laufer habe den Blanco-Titel nicht singen wollen, die damaligen TV-Ankündigungen sagen aber klar etwas anderes aus). Ursprünglich soll DAVID ALEXANDRE WINTER als Interpret des Liedes vorgesehen gewesen sein, der dann aber lieber für Luxemburg ins Rennen gehen wolte. – Anders als „Der Blitz schlug ein“, mit dem Peter Beil wenige Tage später bei der ZDF-Hitparade aufgetreten ist, konnte Peter mit dem von HORST ACKERMANN und HERIBERT THUSEK geschriebenen Titel buchstäblich nicht punkten – mit null Jurypunkten landete Peter auf dem letzten Platz der Vorentscheidung 1970 und war damit ähnlich „erfolgreich“ wie mit seinen ersten Anläufen 1962 und 1965, als er es z. B. mit dem Lied „Nur aus Liebe“ probiert hatte.

Investigativ wie wir sind, haben wir erstmals ermitteln können, woran Peter Beil gescheitert sein könnte: Beim Live-Auftritt (ja, damals war es technisch möglich, live zu singen), sang er anfangs zweimal von kastanienrotem Haar. Erst später schwankte er zu kastanienBRAUNEM Haar um. Wobei er ja recht kurzfristig den TItel statt Josef Laufer gesungen hat – wie erwähnt.

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5. KATJA EBSTEIN – Wunder gibt es immer wieder – entsandt von Liberty

KATJA EBSTEIN ging eher als Underdog ins Rennen 1970 – aber sie hatte einen bombastisch guten Titel im Gepäck, den ihr ihr damaliger Lebensgefähre CHRISTIAN BRUHN auf den sehr attraktiven Leib schrieb: „Wunder gibt es immer wieder“ ist bis heute ein Evergreen. Bruhn wurde damals hellhörig, als ihn sein Freund und Textdichterkollege Günter Loose mit der Empfehlung anrief, den Song „Wunder gibt es immer wieder“ für den Wettbewerb ins Auge zu fassen. Ordentlich, wie Komponist Bruhn Zeit Lebens war, griff er in den Ordner „U-Z“ und fing kurz vor Abgabeschluss an zu komponieren.

Zitat Christian Bruhn: „Gewaltig sollte es beginnen, dann ins rhythm-&-blues-hafte übergehen, und erst, nachdem sich die Spannung ins schier Unerträgliche gesteigert hatte, erst dann sollte Sängerin Katja Ebstein auftreten und mit dem Vers anheben. Eine Komposition mit Dramaturgie und Fernsehmaß also. Und wundersam flossen mir die Noten in die Feder. ‚Keep it simple, keep it sexy, keep it sad‘, wie der Amerikaner so sagt.“

Die Rechnung ging auf – Katja Ebstein erreichte am 21.03.1970, nur zwei Tage nach der Ausstrahlung ihrer TV-Show, einen sehr guten 3. Platz mit ihrem Lied und erreichte damit den größten Erfolg, den Deutschland bis zu diesem Zeitpunkt erreicht hatte beim immerhin schon 15. Grand Prix.

Der Erfolg kam nicht von ungefähr – selbst Musikwissenschaftler beschäftigten sich mit der beeindruckenden Komposition Christian Bruhns. So ist im Buch „Schlager in Deutschland“ zu lesen: „Nicht zu übersehen ist schließlich bei einer Untersuchung der melodischen Gestaltung von Schlagern die Tendenz zur Bildung von Melismen. Sie sind vor allem in Liedern langsameren Tempos mit leicht pathetischer Wirkung zu beobachten. Die nachfolgenden Beispiele stammen aus den Schlagern ‚Wunder gibt es immer wieder…‘ „ – Das Wort Melisma erklärt sich laut Christian Bruhn wie folgt: Wenn auf eine Silbe mehrere Noten gesungen werden „ …viele Menschen fra-ha-gen“.)

Aber damit nicht genug. Auch den Aufbau des Liedschemas nimmt der Autor unter die Lupe: „Eine andere Möglichkeit der Dehnung und asymetrischen Gestaltung bei gleichzeitiger Geradtaktigkeit zeigt der Refrain des deutschen Beitrags zum Grand Prix 1970. Hier setzt sich der zehntaktige sequenzgeprägte Refrain aus einem viertaktigen Vordersatz und einem sechstaktigen Nachsatz zusammen. Die Ausweitung der Periode wird durch Dehnung im siebenten und zehnten Takt erreicht. Auffällig ist auch der Wechsel von volltaktiger zu auftaktiger Bewegung im achten Takt.

Nicht umsonst wurde aus diesem ersten riesengroßen Ebstein-Hit ein Evergreen, der gerne auch von Guildo Horn kraftvoll interpretiert wird – er ist anspruchsvoll komponiert und hat einen stimmigen Text. „Schlager“ wie diese zeigen, dass auch ein großer Hit durchaus mal anspruchsvoll komponiert sein kann. Damit hatte Katja national wie international den Durchbruch geschafft, ihr Eurovisionslied wurde in sechs weiteren Sprachen veröffentlicht (deutsch, englisch, französisch, italienisch, spanisch, portugiesisch und sogar japanisch).

6. Reiner Schöne – Allein unter Millionen – entsandt von Ariola

Mit Reiner Schöne schickte Ariola einen Sänger ins Rennen, der weniger als Schlagersänger und dafür mehr als Liedermacher und Schauspieler (u. a. in Musicals wie „Hair“ und „Jesus Christ Superstar“) auf sich aufmerksam machte. Schöne siedelte zwei Jahre zuvor aus der DDR in die Bundesrepublik. Sein Lied „Allein unter Millionen“ beschäftigte sich mit der Einsamkeit in der Großstadt – das kam bei der Jury an, so dass er zusammen mit MARY ROOS und KATJA EBSTEIN in die zweite Runde kam. Obwohl er somit recht erfolgreich war, wurde auch diese Nummer kurioserweise nie auf Tonträger veröffentlicht.

Wie „stark“ (bzw. eben gering) das Intersse der Plattenfirmen damals an der Eurovision war, zeigt sich u. a. darin, dass Firmen wie die Deutsche Grammophon und Electrola gar keinen Titel ins Rennen schickten.

Das damalige Wertungssystem sah vor, dass eine 7-köpfige Jury in zwei Runden über Wohl und Wehe der sechs Titel entscheiden sollten. In der ersten Runde konnte jedes Jurymitglied drei Punkte vergeben. Die ersten 3 daraus ermittelten Titel wurden dann noch mal präsentiert (kurioserweise in genau den gleichen Kameraeinstellungen mit der gleichen Mimik) – und dann durfte jedes Jurymitglied je einen Punkt für den favorisierten Titel abgeben.

Die Jury bestand aus folgenden Mitgliedern:

– Hanns Verres (Moderator) – das war der spätere deutsche Kommentator (1971 bis 1973) des Grand Prix Eurovision,
– Harald Schäfer (TV-Regisseur)
– Lotti Ohnesorge (TV-Moderatorin) – auch sie sollte später (1987) den Grand Prix für Deutschland einmal kommentieren (damals mit Chrisoph Deumling)
– Claudia Eder (Opernsängerin)
– Hannes Hoff (Unterhaltungschef des WDR, Köln)
– Horst Wernstedt (NDR-Redakteur, Hamburg)
– Wolfgang Penk (SWF-Redakteur, Baden-Baden) – später ZDF-Unterhaltungschef mit großem Einfluss.

Im zweiten Wahlgang hatten die sieben Jury-Mitglieder je eine Stimme und entschieden sich einstimmig(!) für KATJA EBSTEIN. Heute kaum vorstellbar – damals war es so: Nach Bekanntgabe des Ergebnisses musste Moderatorin Marie-Louise Steinbauer das Publikum bitten, zu applaudieren(!). Danach wurde LIVE musiziert – und zwar bärenstark. Die musikalische Leitung hatte damals Willy Berking inne, als Chor fungierte der Günter-Kallmann Chor. Die Qualität dieser Namen war dann auch deutlich zu hören.

Interessant sind die Worte, die Hans-Otto Grünefeldt in Bezug auf das Wertungsverfahren fand – wir zitieren wörtlich:

Diese zwei Damen und fünf Herren (gemeint: die Jury, Anm. der Redaktion), die sich auf dem Schlagermarkt auskennen, die auch den Grand Prix Eurovision genau kennen, haben sich verpflichtet, nach bestem Wissen und Gewissen das Lied für Amsterdam auszuwählen. Es geht nicht darum, meine Damen und Herren, ein Lied herauszufinden, das etwa kommerziell die größten Chance hätte oder das besondere Qualitäten speziell für den deutschen Markt hätte.

Es geht darum, das Lied auszuwählen, das auf diesem internationalen Festival, diesem speziellen GP Eurovision, für die ARD bestehen kann. Die Komponisten, die sich hier im Wettbewerb befinden, können versichert sein, dass jedes Jurymitglied in völliger Unabhängigkeit seine Entscheidung treffen kann und wird. Alle Prognosen, alle Spekulationen, die in den letzten Tagen erschienen sind, sind ohne jede Bedeutung für diese Jury.

Mit ihrem Sieg schaffte die bis dahin unbekannte KATJA EBSTEIN ihren großen Durchbruch. Erstmals in der Eurovisions-Historie schaffte es ein deutscher Beitrag aufs „Treppchen“ unter die ersten Drei (, wobei die genauen Platzierungen beim ersten Grand Prix 1956 bis heute nicht bekannt sind und wohl auch nicht mehr ermittelbar sind). Katja schnitt damals sogar besser ab als JULIO IGLESIAS. – Mit einem Sieg hatte Katja, die eigentlcih der Liedermacherszene entstammte, damals wohl nicht wirklich gerechnet. Das erkennt man schon daran, dass sie eigentlich gar nicht lächelte – nicht mal, nachdem sie den SIeg davon getragen hatte. Aber anders als die Andreas Kümmerts dieser Welt hat sie sich dem Wettbewerb gestellt und brutal gut abgeschnitten.

An das 50-jährige Jubiläum hat heute schon der Sender WDR4 erinnert – dem Link können einige interessante O-Töne entnommen werden.

 

 

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MICHELLE: Erfolgreichster Schlageract in einer Hammer-Woche 0

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Fulminante Rückkehr der Schlagerqueen

Das war so nicht unbedingt zu erwarten, zumindest ist es nicht selbstverständlich. Die Schlagerqueen MICHELLE kehrt mit einem eindrucksvollen sechsten Platz in die Charts zurück mit ihrem Album „Anders ist gut„, mit dem sie sich einmal mehr neu erfunden hat, zurück. Die Strategie, diesmal auf genau EIN Produzententeam zu setzen, ist offensichtlich aufgegangen. In einer Woche, in der wegen einer Schlagershow sehr viele Schlageralben veröffentlicht wurden bzw. zurück in die Charts gekommen ist, konnte MICHELLE sich als bester Schlageract durchsetzen (die Gruppe PUR macht ja offiziell unseres Wissens keinen Schlager).

Gratulation an alle Beteiligten

Wir gratulieren MICHELLE und ihrem Team. Offensichtlich hat MICHELLEs neues Management vieles richtig gemacht. Herzlichen Glückwunsch zum neunten Top-10-Album, zu dem wir zeitnah auch noch eine Rezension veröffentlichen werden.

PS:

Obwohl MARIE REIM auch in besagter TV-Show war, reichte es für ihr Album „14 Phasen“ nicht, erneut die Top-100 zu knacken……

Foto: Anelia Janeva

HOWARD CARPENDALE: Zum 17. Mal Top-10 in den Album-Charts 0

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Auch Teil 2 der „Symphonie meines Lebens“ schafft es in die Top-10

HOWARD CARPENDALEs Idee, seine Hits mit großem Symphonieorchester einzuspielen, kam großartig an. Das Album „Symphonie meines Lebens“ hielt sich 31 Wochen lang in den Charts (und hat es in dieser Woche erneut geschafft, sich dort zu platzieren). Nach wie vor schwimmt der gebürtige Südafrikaner auf einer Welle des Erfolgs und hat es nun zum 17. Mal in die Top-10 der deutschen Albumcharts geschafft – Platz 7, das ist sogar noch besser als der erste Teil, der auf Platz 9 kam. Wir erinnern uns an die bisherigen 16 Chartalben HOWARD CARPENDALEs:

1979: „Mein Weg zu dir“ (Platz 3)

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Mit der TV-beworbenen Hit-Sammlung „Mein Weg zu Dir“ (Sammlung aus 8 bekannten Erfolgen und 12 neuen Liedern), für die er eine Goldene Schallplatte bekam, und dessen Zugpferd-Nummer „Nachts, wenn alles schläft“ gelang ab Dezember 1979 erstmals der Sprung in die Albumcharts. Die erste LP von HOWARD CARPENDALE, die je in die Charts kam, schaffte gleich eine Top-3-Position. Unter dem Titel „Mein Weg zu Dir – Howard Carpendale und seine Lieder“ wurde im ZDF am Neujahrstag 1981 auch eine Personality-Show ausgestrahlt, die aus Ausschnitten aus zwei öffentlichen Konzerten vom 21. und 22. August 1980 in der Braunschweiger Stadthalle bestand. In einem Interview aus 1980 sagte der Künstler: „Wenn Sie mich fragen, was mein Endziel ist, dann kann ich nur sagen: Ein guter, ein sehr guter Entertainer zu werden“. Das ist HOWARD sicherlich gelungen, und der seit den 1980er Jahren eingeschlagene Weg, ihn als Albumkünstler zu etablieren, ist zweifellos aufgegangen.

1981: „Such mich in meinen Liedern“ (Platz 4)

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Das TV-beworbene Album „Such mich in meinen Liedern“ kam in die Top-5 der Longplay-Charts und enthielt ein Meisterwerk: Die Eigenkomposition „Wem?“ hat auf dem Album eine Länge von über zehn Minuten. Freunde von choralen Backgroundgesängen schnalzen ebenso mit der Zunge wie Liebhaber von Synthesizer-Sounds. Auch der Text von FRED JAY, in dem es darum geht, dass der Frau die Schuld am Scheitern einer Beziehung gegeben wird, wurde von vielen Fans gelobt. Die über 5 Minuten lange Single-Fassung erreichte immerhin die Top-10 der Single-Charts. Kurz nach Erscheinen des Albums ging HOWARD auf Tour.

1983: „Gala Konzert“ (Platz 10)

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Für das Jahr 1983 kündigte HOWARD CARPENDALE eine künstlerische Pause an. Im Frühjahr 1983 durchbrach er einmalig diesen Vorsatz wegen eines Gala-Konzertes zu Gunsten der von der Bild-Zeitung ins Leben gerufenen Aktion „Ein Herz für Kinder“. Das Konzert wurde am 07. April 1983 vom ZDF ausgestrahlt, ein LP-Mitschnitt wurde ein guter Erfolg (Top-10 der Albencharts).

1984: „Hello Again“ (Platz 3)

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Für sein „Comeback-Album“ „Hello Again“ erhielt HOWARD CARPENDALE 1984 Gold. Seinen ersten Auftritt nach der Pause hatte der passionierte Golfer am 7. Januar 1984 im „Aktuellen Sportstudio“, wo er auch auf den im September stattfindenden „Howard Carpendale Cup“ in Recklinghausen (Golf-Turnier) hinwies. Neben Gold gab es auch Silber – der Silberne Löwe von Radio Luxemburg wurde ihm für die Hitsingle aus dem Album verliehen. Der auf dem Album enthaltene Titel „Schade“ wurde ein Geheimtipp unter Fans, und die Nummer „Sandy River“ wurde in der Version von BERND CLÜVER ein kleiner Hit.

1984: „Howard Carpdendale“ (Platz 8)

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Im Sommer 1984 wagte HOWARD CARPENDALE den Versuch, einen politisch angehauchten Song als Single zu veröffentlichen, indem er darüber nachdachte, wie wohl ein Tag ohne negative Schlagzeilen aussehen würde – ein Tag, an dem „Herr Köpke in der Tagesschau“ den Ausspruch tätigt: „Es war nichts los heut Nacht!“. Irma Holder schrieb den deutschen Text zum Song „A Little Good News“ von Anne Murray. Es wurde ein leidlicher Hit, der auf der LP „Howard Carpendale 1984 enthalten war – just in dem Jahr gab es zum zweiten mal die Goldene Europa für den Entertainer. Das Album schaffte es erneut in die Top-10 (Platz 8). Auf diesem Album befindet sich auch das Lied „Niemand weint für immer“. Unter gleichem Namen kam 1984 ein Film in die deutschen Kinos. An der Seite von Elke Sommer und Siegfried Rauch spielte Howard einen Tierarzt in Südafrika, der sich in ein Callgirl verliebt. Der Film wurde kein sonderlicher Erfolg – im Gegensatz zur Herbst-Single des Jahres 1984. Mit „Samstag Nacht“ trat Carpendale in der letzten von Dieter Thomas Heck moderierten ZDF-Hitparade auf, weil er im Vormonat mit diesem Hit erneut als Sieger der Sendung hervorging.

1985: „Mittendrin“ (Platz 6)

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Im Herbst 1985 erschien erneut ein Album namens „Mittendrin“, parallel wurde die Single „Wenn es Dich irgendwo gibtveröffentlicht. Im Branchenblatt Info/Disco-Report äußerte sich HOWARD CARPENDALE damals erfrischend ehrlich: „Ich habe keine Illusion darüber, dass dieses Stück bestimmt ein Hit wird, aber persönlich finde ich die Musik gut und höre sie selbst sehr gern. Es ist ein guter Klang“. Immerhin reichte es für einen Top-40-Erfolg, was der dritten Auskopplung aus dem Mittendrin-Album, dem Jazz-angehauchten „Lady Cool“, nicht beschieden war. Kurz nach Erscheinen der Top-10-LP ging es auf „Mittendrin“-Tournee – der Erfolg war erneut bombastisch; diesmal wurde die Konzertreihe von 300.000 Menschen besucht.

1991: „Ganz nah“ (Platz 8)

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Nach langjähriger Zusammenarbeit mit der EMI machte die Plattenfirma Polydor HOWARD CARPENDALE ein verlockendes Angebot, das er nicht ausschlagen konnte – einen der höchst dotierten Plattenverträge mit einem deutschsprachigen Star wollte der Sänger nicht ablehnen. Damit alles perfekt werden würde, wählte er bewusst die erste Single aus – obwohl eigentlich eine andere Single schon fertig produziert war, bestand er darauf, einen anderen Titel als erste Single aus dem neuen Album „Ganz nah“ zu veröffentlichen: „Das nennt man Blues“ – ein Song, den er mit seinem Weggefährten Joachim Horn-Bernges schrieb. Als weitere Singles aus dem ersten Polydor-Album wurden „Vielleicht niemals“ und schließlich doch noch „Willkommen auf der Titanic“ ausgekoppelt, das eigentlich als erste Single-Veröffentlichung vorgesehen war. Den Song soll Howard als Begrüßungslied für seinen jungen Sohn geschrieben haben. Musikalisch abgerundet wurde das Jahr 1991 mit dem Lied „Ein paar sind immer über den Wolken“.

1994: „Ich bin da“ (Platz 7)

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Mit seiner 1994er teilweise im Miami-Studio von GLORIA ESTEFAN produzierten CD „Ich bin da“ erreichte HOWARD CARPENDALE ebenfalls die Top-10 der Album-Charts, auch die darauf enthaltenen Stücke „Hey, versuch’s noch mal mit mir“ und „Du bist die Antwort für mich“, ein Duett mit der stimmgewaltigen US-amerikanischen Soul-Röhre Kim Harding, die eigentlich als Backgroundsängerin tätig war. Selbstredend konnte die gleichnamige Tournee wie inzwischen üblich als Erfolg verbucht werden.

2001: „Alles ok“

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Die erste CD des neuen Jahrtausends, „Alles ok“, wurde ein großer kommerzieller Erfolg. Während die englischsprachige Vorab-Auskopplung, die Dieter Falk-Nummer „United“, noch nicht so recht den Geschmack des Publikums fand, wurde das Album ein voller Erfolg – nach sieben Jahren gelang ihm damit wieder eine Top-10-Platzierung. Darauf enthalten ist auch die deutsche Version des Reamon- Hits „Life Is A Roller-Coaster“. Im Lied „Ruf mich an“ war Carpendale einer der Ersten, die das Wort „Handy“ in einem Pop-Song verwendet haben („ich lass heut Nacht mein Handy an“). Die letzte Single-Auskopplung des Albums war „Ich kenn Dich“. – Zur Zeit der Veröffentlichung wurde am 1. März 2001 ein viel beachtetes TV-Special von der ARD ausgestrahlt. In „Mein Kapstadt“ stellte Howard seine südafrikanische Heimat vor- und „nebenbei“ acht seiner neuen Songs. Wie inzwischen fast üblich, ging es abermals auf erfolgreiche Deutschland-Tour. Schon im Sommer des Jahres 2001 hatte Carpendale in der Zeitschrift „Bunte“ Rücktritts-Gedanken geäußert, die er im Verlaufe des Jahres aber zunächst relativiert hatte.

2007: 20 Uhr 10 (Platz 4)

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Im September 2007 wurde eine Pressekonferenz im Berliner Hotel Esplanade einberufen. Nach seinem Bühnenabschied sprach HOWARD CARPENDALE die heiß ersehnten Worte, auf die seine Fans so sehnsüchtig gewartet hatten: „Machen wir es kurz – ja, ich will wieder!“. Am 18. September des Jahres verkündete er seine Entscheidung direkt auch an der Stelle, wo der Rückzug verkündet worden, in der Talkshow Johannes B. Kerners. –  Im November erschien das Comeback-Album „20 Uhr 10“, zu dem für das im April 2008 erneut eine große Tournee mit fünfzehn Konzerten in den großen Konzert-Arenen angekündigt wurde, die insgesamt über 100.000 Zuschauer hatte. Im Sommer 2009 gab es sogar einen Open-Air-„Nachschlag“. Außerdem wurde die Tour mit dem renommierten „LEA-Award“ als „beste Arena-Tournee des Jahres“ ausgezeichnet – trotz starker internationaler Konkurrenz.

2009: „Stark“ (Platz 2)

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Die Top-75-Single „Noch immer mittendrin“ kündigte das im Herbst 2009 erschienene Album „Stark“ an, das mit „Gold“ ausgezeichnet wurde. Die Plattenfirma sprach vom „Soundtrack seines Lebens“. Die im Berliner Airplay Studio produzierte CD wurde erneut ein großer Erfolg und kam sogar bis auf Platz 2 der Album-Charts. Die Ballade „Jetzt bist Du weg“ und das optimistische „Alles überlebt“ waren weitere Radio-Singles.

2011: „Das alles bin ich!“ (Platz 5)

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Das alles bin ich“ – das Album erschien im Februar 2011, die VorabSingle war aber schon Ende 2010 weit vorne in den konservativen Radio-Charts. Howard sagte selber zu diesem Song: „Der Text ist sehr persönlich. Ich zähle in Stichworten auf, wie es in meinem Inneren aussieht und singe am Schluss dieser Aufzählung: ‚Das alles bin ich und so mag ich mich‘. Das ist, wenn Sie so wollen, die Message des Songs. Jeder Mensch sollte sich so akzeptieren, wie er ist. Nur dann kann er glücklich sein. Mein Lieblingsautor Erich Fromm hat etwas Ähnliches gesagt: ‚Nur wer sich selber liebt, kann auch einen anderen Menschen wirklich lieben‘“. Als Singles aus dem Album wurde „Doch Du bist noch da“, eine Hommage an eine Frau, die mit dem Protagonisten durch Dick und Dünn geht und „Good News“ aus der Tour-Edition des Albums ausgewählt. Die dazu gehörige Tournee startete – wie gewohnt erfolgreich – im November 2011.

2013: „Viel zu lang gewartet“ (Platz 9)

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Zum 50. Jubiläum des ZDF kündigte HOWARD CARPENDALE sein nächstes Album an: „Viel zu lang gewartet“. Im Herbst 2013 präsentierte er die erste Single daraus: „Teilen“. „In diesem Moment“ war die zweite Single. Mit seinen „Friends“ veröffentlichte er dann noch den Song „Wir sind eine Billionen“. Das Lied war HOWARD CARPENDALEs Beitrag zur Initiative der Welthunger-Organisation „Reiten gegen den Hunger“ und erschien sogar physisch als Charity-Single. – Standesgemäß gab es eine Tour-Edition des Albums – mit einer bis dato unveröffentlichten Single namens „Warum schon goodbye?“. Das Album hatte einen neuen Ansatz – der Südafrikaner arbeitete mit jungen Musikern zusammen. In Berlin versammelte er 15 Musikerinnen und Musiker und begründete mit ihnen so etwas wie ein „Autorencamp“.

2015: „Das ist unsere Zeit“ (Platz 2)

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2015 erschien ein weiteres erfolgreiches Studio-Album: „Das ist unsere Zeit“, aufgenommen im Münchner Daxhill-Studio. Erneut gelang mit Platz 2 ein sensationeller Verkaufs-Erfolg -lediglich Madonna musste der Entertainer sich geschlagen geben. Wieder arbeitete er mit den jungen Autoren des letzten Albums zusammen, die sich zwischenzeitlich weiterentwickelt hatten. Ganz bewusst hat der Künstler sich dazu entschieden, auch Lieder anderer Interpreten ins Programm aufzunehmen wie den Bee Gees-Klassiker „You Win Again“. Als erste Single fragte Howard: „Worauf warten wir?“. Damit löste er in den Radio-Charts sogar Helene Fischer ab, die bis dato mit „Mit keinem anderen“ sich festgesetzt hatte. „Es ist noch alles da“ und „Nah am Herzen“ waren weitere Auskopplungen.

2017: „Wenn nicht wir“ (Platz 8)

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Sein bislang letztes Produktalbum mit neuen Liedern veröffentlichte HOWARD CARPENDALE 2017. „Wenn nicht wir“ ist ein nachdenkliches Album, bei dem der Künstler erneut mit jungen Musikern und Autoren zusammengearbeitet hat. Insbesondere die Single „Unter einem Himmel“ sorgte für viel Aufmerksamkeit, die CD wurde von den Fans toll aufgenommen.

2019: „Symphonie meines Lebens“ (Platz 9)

CD Cover Symphonie meines Lebens Carpendale

 

Die Idee, CARPENDALE-Klassiker in ein klassisches Gewand zu packen, wurde wie eingangs erwähnt von den Fans enorm gut aufgenommen. Teil 1 der „Symphonie meines Lebens“ wurde vergoldet – Grund genug, einen zweiten Teil davon zu präsentieren. Klassiker und Evergreens von HOWARD CARPENDALE gibt es ja wahrlich genug…