ANDRÉ HELLER liefert mit „Spätes Leuchten“ die richtigen Töne für die stillen Tage Kommentare deaktiviert für ANDRÉ HELLER liefert mit „Spätes Leuchten“ die richtigen Töne für die stillen Tage

CD Cover Spätes leuchten

Unser Rezensent Georg Fuchs versprach uns ein „Album, an dem es absolut nichts zu meckern gibt“. Sein Befund: „Großartige Texte – aber man muss das Album in Ruhe hören, sonst wird man davon überrollt.“ – Auch wenn das Album schon fast zwei Monate auf dem Markt ist – gut Ding will Weile haben – veröffentlichen wir nun die Rezension zum aktuellen Album von ANDRÉ HELLER:

36 Jahre nach seinem letzten originären Studioalbum veröffentlichte der vielfältig künstlerisch aktive Österreicher ANDRÉ HELLER am 15. November das Album „Spätes Leuchten“ und damit genau die richtigen Töne für die stillen Tage.

Er wollte „diejenigen, die sich für meine Arbeitsergebnisse interessieren, nicht im Glauben lassen, das mit den, bis Anfang der 80er Jahre veröffentlichten Liedern, für mein ganzes Leben alles in diesem Genre gesagt wäre.“ Gleichwohl wollte er Themen behandeln, die ihn heute mehr beschäftigen als damals, und Erfahrungen musikalisch verarbeiten, die er inzwischen gemacht hat, wie den Tod seiner Mutter. Einen Anstoß für das Album gaben Besuche der Konzerte von Hellers Sohn Ferdinand, der als Rapper „Left Boy“ große Berühmtheit genießt. Dabei sei ihm bewusst geworden, dass der den Energieaustausch mit dem Publikum und Studiomusikern vermisse. Eine weitere Ermutigung war die Zusammenarbeit mit Robert Rotifer, einem Gitarristen und Musikjournalisten, und der Managerin seines Sohnes, Tessy Schulz.

Gleich das erste Lied, „Alles in allem“, ist einer der Höhepunkte des Albums. Musikalisch reduziert, nur von Gitarren, Akkordeon und Rhythmusinstrument sowie im Refrain von einem Chor begleitet, bilanziert Heller in diesem beinahe gesprochenen Text über sein Leben, das „alles in allem vom Glück verfolgt“ war. Dieses Lied ist Lebensbilanz und Ermutigung zugleich.

Mutter sagt“ setzt sich mit dem Tod von Hellers Mutter Elisabeth, die 2018 im Alter von 104 verstarb, auseinander. Ein Crescendo unterstützt die in den Strophen dargestellte Hektik der Gedankengänge kurz vor ihrem Tode. Im Text lässt Heller seine Mutter direkt zu Wort kommen, die sich ihres bevorstehenden Todes bewusst zu sein scheint (mit dem Wiener Begriff „Quiqui“ ist der Tod gemeint). Im Refrain wird die Unruhe durch tiefe Melancholie abgelöst, hier geht es um den „Urgrund meiner Schmerzen“.

Im Anfang woa dei Mund“, das erste von zwei auf Wienerisch geschriebenen Liedern, handelt vom Selbstbetrug. „In der Dunkelheit“ beginnt mit Straßengeräuschen: man hört jemand draußen spazieren gehen, vernimmt ein Martinshorn, dann wird aus den menschlichen Schritten Percussion-Begleitung, zu der sich eine Gitarre gesellt. Der Text handelt von der nächtlichen Depression, den „bösen Geistern“, gegen die nur Singen und Musik hilft. Nach diesem deutschen Text setzt der arabische Sänger Marwan Abado ein, der ein arabisches Wiegenlied singt.

Maybe it’s true“ ist ein leichter Shanty, der prosaisch eine Geschichte von der Begegnung mit dem Teufel in einer windigen Nacht in Los Angeles erzählt. Im englisch gesungenen Refrain geht’s beschwingt und jazzig zu.

Das wienerische „Woas ned so“ singt Heller gemeinsam mit der österreichischen Sängerin Ina Regen und thematisiert darin Zweifel an einer Liebe.

Im zunächst groovigen „Die Wiener Judenkinder“ rechnet er im prosaischen Text mit seiner Geburtsstadt ab, von der er glaubt, sie sei von Wundern abgeschottet und habe kaum aus der Nazizeit gelernt. Er beschreibt sein Leiden unter der lieblosen Erziehung seiner Eltern. Im nur vom Klavier begleiteten, gesungenen und gereimten Refrain bittet er um Zartheit für sich selbst und meint, dass sich hinter dem „Bleiernen“, das viele Wiener Judenkinder in sich trügen, große Schätze verborgen seien. Heller selbst hat jüdische Wurzeln. In der nächsten Strophe würdigt er Odis Redding, dessen Stimme ihn dazu ermutigt habe, seinen Weg als Künstler zu gehen. Da er sich selbst nie als Künstler bezeichnen würde und den Begriff ablehnt, verwendet er dafür Synonyme wie „Taugenichts“ und „Glücksmatrose“. Der Refrain wird nun im selben Groove begleitet wie die Strophe, der Text wird jedoch nicht verändert. In der letzten Strophe beschreibt Heller seine Hoffnung, die Nachwelt nach seinem Tode mit Musik aus dem Jenseits beschenken zu können und ihnen so Leichtigkeit und Schutz zu bieten. „Auch der Tod ist Zärtlichkeit“ – diese berührende Zeile wird wiederholt, bevor der Refrain – nur vom Klavier begleitet – wiederholt wird. „Die Wiener Judenkinder“ gehört zu den besonders berührenden Liedern dieses Albums.

Venedig“ ist eine Liebeserklärung an Venedig und eine Frau. Der Besuch Venedigs ist zum Ritual geworden, dort kann das Paar in „andere Sphären“ eintauchen. „Venedig, das sind wir“ – die Verbindung zwischen Heller und der besungenen Stadt ist deutlich zu spüren. Auch die Angst vor dem Alter und dem möglichen Ende der Beziehung ist hier zu spüren, wenn er singt: „Und alles ist jetzt / noch sind wir unverletzt / noch ist nichts lächerlich / kein Du, kein Wir, kein Ich / […] jetzt sind wir noch nicht tot“.

Nach diesen beiden berührenden Liedern ist das anscheinend live im Studio eingespielte „Papirossi“ eine Hymne an die Lebensfreude, das Feiern und die Leidenschaft. Die Live-Atmosphäre suggeriert, dass das Lied spontan bei einer Party gemeinsam mit den Gästen aufgenommen wurde. In Interview drückt seinen Wunsch aus, dass dieses Lied bei jüdischen Hochzeiten gespielt werden möge. 

Mit der Ballade „Du, mein Ich“ wird es wieder besinnlich: Heller besingt sein eigenes Staunen, seine Sehnsüchte und wird nur von einem Klavier, einer Sängerin und leisen Percussions begleitet.

Marrakech“ ist eine Liebeserklärung an einen Ort, der André Heller längst zur Heimat geworden ist, hier ist er „in meinem Element“, wie er sprechsingt. Akustische Kulisse sind landestypische Rhythmen und Gesänge.

In „Heldenplatz“ blickt der Sänger auf geschichtsträchtige Ereignisse, die sich am Wiener Heldenplatz abgespielt haben: die Kaiserzeit, das Naziregime (umschrieben mit „all‘ die Fahnen, der Stolz / aus dem arischen Holz“), „die Fiaker und Huren“ usw. Alle diese so gegensätzlichen Ereignisse beeinflussen die Stadt Wien bis heute, denn „alles, das verweht, kehrt jede Nacht zurück zum Heldenplatz“.

Die Ballade „Hab’ so Sehnsucht“ beschreibt die Sehnsucht nach der Geliebten und ist gleichzeitig eine Liebeserklärung an sie. Der Erzähler schildert sich dem Zauber der Geliebten erlegen und fühlt sich bei ihr geborgen. Auch diese Ballade ist reduziert instrumentiert.

Es gibt“ beschreibt die Polarität des Lebens: „Tage voller Lachen“, aber eben auch „die Bilder von Hiroshima“. Überfluss und Leid, Schönheit und Gier, schweigende Mönche und Artisten… Doch die Liebe, singt Heller, ist bedingungslos. Trotzdem scheint die Grundstimmung des Liedes positiv. So betont Heller: „Es gibt das Scheinen und, glaub mir, es gibt das Sein“ – trotz aller Tragödien, die das Leben bereithält, gibt es „Fremde, denen man sofort vertraut“ und „den Blinden, der in alle Herzen schaut“. Ein weises, berührendes Lied, das gehört werden will.

Dem Milners Trern“ thematisiert die Vergänglichkeit des Lebens. Das nur 46 Sekunden lange, englische „My river“ beschreibt den eigenen, inneren Lebensfluss.

Mit „Spätes Leuchten“ ist André Heller eines der wichtigsten und berührenden Alben des Jahres 2019 gelungen. Die Kraft seiner Poesie ist gewaltig, bewegend. Die Texte sind voller Lebensweisheit, Selbstreflexion und Tiefgang, die Musikstile abwechslungsreich und genau auf die Stimmung des jeweiligen Textes abgestimmt. Ein Album, für das man sich ob seiner vielfältigen Themen und poetischen Bilder Zeit nehmen muss. Ein großes Werk!

Georg Fuchs

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MICHELLE: Erfolgreichster Schlageract in einer Hammer-Woche 0

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Fulminante Rückkehr der Schlagerqueen

Das war so nicht unbedingt zu erwarten, zumindest ist es nicht selbstverständlich. Die Schlagerqueen MICHELLE kehrt mit einem eindrucksvollen sechsten Platz in die Charts zurück mit ihrem Album „Anders ist gut„, mit dem sie sich einmal mehr neu erfunden hat, zurück. Die Strategie, diesmal auf genau EIN Produzententeam zu setzen, ist offensichtlich aufgegangen. In einer Woche, in der wegen einer Schlagershow sehr viele Schlageralben veröffentlicht wurden bzw. zurück in die Charts gekommen ist, konnte MICHELLE sich als bester Schlageract durchsetzen (die Gruppe PUR macht ja offiziell unseres Wissens keinen Schlager).

Gratulation an alle Beteiligten

Wir gratulieren MICHELLE und ihrem Team. Offensichtlich hat MICHELLEs neues Management vieles richtig gemacht. Herzlichen Glückwunsch zum neunten Top-10-Album, zu dem wir zeitnah auch noch eine Rezension veröffentlichen werden.

PS:

Obwohl MARIE REIM auch in besagter TV-Show war, reichte es für ihr Album „14 Phasen“ nicht, erneut die Top-100 zu knacken……

Foto: Anelia Janeva

HOWARD CARPENDALE: Zum 17. Mal Top-10 in den Album-Charts 0

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Auch Teil 2 der „Symphonie meines Lebens“ schafft es in die Top-10

HOWARD CARPENDALEs Idee, seine Hits mit großem Symphonieorchester einzuspielen, kam großartig an. Das Album „Symphonie meines Lebens“ hielt sich 31 Wochen lang in den Charts (und hat es in dieser Woche erneut geschafft, sich dort zu platzieren). Nach wie vor schwimmt der gebürtige Südafrikaner auf einer Welle des Erfolgs und hat es nun zum 17. Mal in die Top-10 der deutschen Albumcharts geschafft – Platz 7, das ist sogar noch besser als der erste Teil, der auf Platz 9 kam. Wir erinnern uns an die bisherigen 16 Chartalben HOWARD CARPENDALEs:

1979: „Mein Weg zu dir“ (Platz 3)

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Mit der TV-beworbenen Hit-Sammlung „Mein Weg zu Dir“ (Sammlung aus 8 bekannten Erfolgen und 12 neuen Liedern), für die er eine Goldene Schallplatte bekam, und dessen Zugpferd-Nummer „Nachts, wenn alles schläft“ gelang ab Dezember 1979 erstmals der Sprung in die Albumcharts. Die erste LP von HOWARD CARPENDALE, die je in die Charts kam, schaffte gleich eine Top-3-Position. Unter dem Titel „Mein Weg zu Dir – Howard Carpendale und seine Lieder“ wurde im ZDF am Neujahrstag 1981 auch eine Personality-Show ausgestrahlt, die aus Ausschnitten aus zwei öffentlichen Konzerten vom 21. und 22. August 1980 in der Braunschweiger Stadthalle bestand. In einem Interview aus 1980 sagte der Künstler: „Wenn Sie mich fragen, was mein Endziel ist, dann kann ich nur sagen: Ein guter, ein sehr guter Entertainer zu werden“. Das ist HOWARD sicherlich gelungen, und der seit den 1980er Jahren eingeschlagene Weg, ihn als Albumkünstler zu etablieren, ist zweifellos aufgegangen.

1981: „Such mich in meinen Liedern“ (Platz 4)

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Das TV-beworbene Album „Such mich in meinen Liedern“ kam in die Top-5 der Longplay-Charts und enthielt ein Meisterwerk: Die Eigenkomposition „Wem?“ hat auf dem Album eine Länge von über zehn Minuten. Freunde von choralen Backgroundgesängen schnalzen ebenso mit der Zunge wie Liebhaber von Synthesizer-Sounds. Auch der Text von FRED JAY, in dem es darum geht, dass der Frau die Schuld am Scheitern einer Beziehung gegeben wird, wurde von vielen Fans gelobt. Die über 5 Minuten lange Single-Fassung erreichte immerhin die Top-10 der Single-Charts. Kurz nach Erscheinen des Albums ging HOWARD auf Tour.

1983: „Gala Konzert“ (Platz 10)

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Für das Jahr 1983 kündigte HOWARD CARPENDALE eine künstlerische Pause an. Im Frühjahr 1983 durchbrach er einmalig diesen Vorsatz wegen eines Gala-Konzertes zu Gunsten der von der Bild-Zeitung ins Leben gerufenen Aktion „Ein Herz für Kinder“. Das Konzert wurde am 07. April 1983 vom ZDF ausgestrahlt, ein LP-Mitschnitt wurde ein guter Erfolg (Top-10 der Albencharts).

1984: „Hello Again“ (Platz 3)

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Für sein „Comeback-Album“ „Hello Again“ erhielt HOWARD CARPENDALE 1984 Gold. Seinen ersten Auftritt nach der Pause hatte der passionierte Golfer am 7. Januar 1984 im „Aktuellen Sportstudio“, wo er auch auf den im September stattfindenden „Howard Carpendale Cup“ in Recklinghausen (Golf-Turnier) hinwies. Neben Gold gab es auch Silber – der Silberne Löwe von Radio Luxemburg wurde ihm für die Hitsingle aus dem Album verliehen. Der auf dem Album enthaltene Titel „Schade“ wurde ein Geheimtipp unter Fans, und die Nummer „Sandy River“ wurde in der Version von BERND CLÜVER ein kleiner Hit.

1984: „Howard Carpdendale“ (Platz 8)

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Im Sommer 1984 wagte HOWARD CARPENDALE den Versuch, einen politisch angehauchten Song als Single zu veröffentlichen, indem er darüber nachdachte, wie wohl ein Tag ohne negative Schlagzeilen aussehen würde – ein Tag, an dem „Herr Köpke in der Tagesschau“ den Ausspruch tätigt: „Es war nichts los heut Nacht!“. Irma Holder schrieb den deutschen Text zum Song „A Little Good News“ von Anne Murray. Es wurde ein leidlicher Hit, der auf der LP „Howard Carpendale 1984 enthalten war – just in dem Jahr gab es zum zweiten mal die Goldene Europa für den Entertainer. Das Album schaffte es erneut in die Top-10 (Platz 8). Auf diesem Album befindet sich auch das Lied „Niemand weint für immer“. Unter gleichem Namen kam 1984 ein Film in die deutschen Kinos. An der Seite von Elke Sommer und Siegfried Rauch spielte Howard einen Tierarzt in Südafrika, der sich in ein Callgirl verliebt. Der Film wurde kein sonderlicher Erfolg – im Gegensatz zur Herbst-Single des Jahres 1984. Mit „Samstag Nacht“ trat Carpendale in der letzten von Dieter Thomas Heck moderierten ZDF-Hitparade auf, weil er im Vormonat mit diesem Hit erneut als Sieger der Sendung hervorging.

1985: „Mittendrin“ (Platz 6)

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Im Herbst 1985 erschien erneut ein Album namens „Mittendrin“, parallel wurde die Single „Wenn es Dich irgendwo gibtveröffentlicht. Im Branchenblatt Info/Disco-Report äußerte sich HOWARD CARPENDALE damals erfrischend ehrlich: „Ich habe keine Illusion darüber, dass dieses Stück bestimmt ein Hit wird, aber persönlich finde ich die Musik gut und höre sie selbst sehr gern. Es ist ein guter Klang“. Immerhin reichte es für einen Top-40-Erfolg, was der dritten Auskopplung aus dem Mittendrin-Album, dem Jazz-angehauchten „Lady Cool“, nicht beschieden war. Kurz nach Erscheinen der Top-10-LP ging es auf „Mittendrin“-Tournee – der Erfolg war erneut bombastisch; diesmal wurde die Konzertreihe von 300.000 Menschen besucht.

1991: „Ganz nah“ (Platz 8)

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Nach langjähriger Zusammenarbeit mit der EMI machte die Plattenfirma Polydor HOWARD CARPENDALE ein verlockendes Angebot, das er nicht ausschlagen konnte – einen der höchst dotierten Plattenverträge mit einem deutschsprachigen Star wollte der Sänger nicht ablehnen. Damit alles perfekt werden würde, wählte er bewusst die erste Single aus – obwohl eigentlich eine andere Single schon fertig produziert war, bestand er darauf, einen anderen Titel als erste Single aus dem neuen Album „Ganz nah“ zu veröffentlichen: „Das nennt man Blues“ – ein Song, den er mit seinem Weggefährten Joachim Horn-Bernges schrieb. Als weitere Singles aus dem ersten Polydor-Album wurden „Vielleicht niemals“ und schließlich doch noch „Willkommen auf der Titanic“ ausgekoppelt, das eigentlich als erste Single-Veröffentlichung vorgesehen war. Den Song soll Howard als Begrüßungslied für seinen jungen Sohn geschrieben haben. Musikalisch abgerundet wurde das Jahr 1991 mit dem Lied „Ein paar sind immer über den Wolken“.

1994: „Ich bin da“ (Platz 7)

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Mit seiner 1994er teilweise im Miami-Studio von GLORIA ESTEFAN produzierten CD „Ich bin da“ erreichte HOWARD CARPENDALE ebenfalls die Top-10 der Album-Charts, auch die darauf enthaltenen Stücke „Hey, versuch’s noch mal mit mir“ und „Du bist die Antwort für mich“, ein Duett mit der stimmgewaltigen US-amerikanischen Soul-Röhre Kim Harding, die eigentlich als Backgroundsängerin tätig war. Selbstredend konnte die gleichnamige Tournee wie inzwischen üblich als Erfolg verbucht werden.

2001: „Alles ok“

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Die erste CD des neuen Jahrtausends, „Alles ok“, wurde ein großer kommerzieller Erfolg. Während die englischsprachige Vorab-Auskopplung, die Dieter Falk-Nummer „United“, noch nicht so recht den Geschmack des Publikums fand, wurde das Album ein voller Erfolg – nach sieben Jahren gelang ihm damit wieder eine Top-10-Platzierung. Darauf enthalten ist auch die deutsche Version des Reamon- Hits „Life Is A Roller-Coaster“. Im Lied „Ruf mich an“ war Carpendale einer der Ersten, die das Wort „Handy“ in einem Pop-Song verwendet haben („ich lass heut Nacht mein Handy an“). Die letzte Single-Auskopplung des Albums war „Ich kenn Dich“. – Zur Zeit der Veröffentlichung wurde am 1. März 2001 ein viel beachtetes TV-Special von der ARD ausgestrahlt. In „Mein Kapstadt“ stellte Howard seine südafrikanische Heimat vor- und „nebenbei“ acht seiner neuen Songs. Wie inzwischen fast üblich, ging es abermals auf erfolgreiche Deutschland-Tour. Schon im Sommer des Jahres 2001 hatte Carpendale in der Zeitschrift „Bunte“ Rücktritts-Gedanken geäußert, die er im Verlaufe des Jahres aber zunächst relativiert hatte.

2007: 20 Uhr 10 (Platz 4)

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Im September 2007 wurde eine Pressekonferenz im Berliner Hotel Esplanade einberufen. Nach seinem Bühnenabschied sprach HOWARD CARPENDALE die heiß ersehnten Worte, auf die seine Fans so sehnsüchtig gewartet hatten: „Machen wir es kurz – ja, ich will wieder!“. Am 18. September des Jahres verkündete er seine Entscheidung direkt auch an der Stelle, wo der Rückzug verkündet worden, in der Talkshow Johannes B. Kerners. –  Im November erschien das Comeback-Album „20 Uhr 10“, zu dem für das im April 2008 erneut eine große Tournee mit fünfzehn Konzerten in den großen Konzert-Arenen angekündigt wurde, die insgesamt über 100.000 Zuschauer hatte. Im Sommer 2009 gab es sogar einen Open-Air-„Nachschlag“. Außerdem wurde die Tour mit dem renommierten „LEA-Award“ als „beste Arena-Tournee des Jahres“ ausgezeichnet – trotz starker internationaler Konkurrenz.

2009: „Stark“ (Platz 2)

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Die Top-75-Single „Noch immer mittendrin“ kündigte das im Herbst 2009 erschienene Album „Stark“ an, das mit „Gold“ ausgezeichnet wurde. Die Plattenfirma sprach vom „Soundtrack seines Lebens“. Die im Berliner Airplay Studio produzierte CD wurde erneut ein großer Erfolg und kam sogar bis auf Platz 2 der Album-Charts. Die Ballade „Jetzt bist Du weg“ und das optimistische „Alles überlebt“ waren weitere Radio-Singles.

2011: „Das alles bin ich!“ (Platz 5)

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Das alles bin ich“ – das Album erschien im Februar 2011, die VorabSingle war aber schon Ende 2010 weit vorne in den konservativen Radio-Charts. Howard sagte selber zu diesem Song: „Der Text ist sehr persönlich. Ich zähle in Stichworten auf, wie es in meinem Inneren aussieht und singe am Schluss dieser Aufzählung: ‚Das alles bin ich und so mag ich mich‘. Das ist, wenn Sie so wollen, die Message des Songs. Jeder Mensch sollte sich so akzeptieren, wie er ist. Nur dann kann er glücklich sein. Mein Lieblingsautor Erich Fromm hat etwas Ähnliches gesagt: ‚Nur wer sich selber liebt, kann auch einen anderen Menschen wirklich lieben‘“. Als Singles aus dem Album wurde „Doch Du bist noch da“, eine Hommage an eine Frau, die mit dem Protagonisten durch Dick und Dünn geht und „Good News“ aus der Tour-Edition des Albums ausgewählt. Die dazu gehörige Tournee startete – wie gewohnt erfolgreich – im November 2011.

2013: „Viel zu lang gewartet“ (Platz 9)

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Zum 50. Jubiläum des ZDF kündigte HOWARD CARPENDALE sein nächstes Album an: „Viel zu lang gewartet“. Im Herbst 2013 präsentierte er die erste Single daraus: „Teilen“. „In diesem Moment“ war die zweite Single. Mit seinen „Friends“ veröffentlichte er dann noch den Song „Wir sind eine Billionen“. Das Lied war HOWARD CARPENDALEs Beitrag zur Initiative der Welthunger-Organisation „Reiten gegen den Hunger“ und erschien sogar physisch als Charity-Single. – Standesgemäß gab es eine Tour-Edition des Albums – mit einer bis dato unveröffentlichten Single namens „Warum schon goodbye?“. Das Album hatte einen neuen Ansatz – der Südafrikaner arbeitete mit jungen Musikern zusammen. In Berlin versammelte er 15 Musikerinnen und Musiker und begründete mit ihnen so etwas wie ein „Autorencamp“.

2015: „Das ist unsere Zeit“ (Platz 2)

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2015 erschien ein weiteres erfolgreiches Studio-Album: „Das ist unsere Zeit“, aufgenommen im Münchner Daxhill-Studio. Erneut gelang mit Platz 2 ein sensationeller Verkaufs-Erfolg -lediglich Madonna musste der Entertainer sich geschlagen geben. Wieder arbeitete er mit den jungen Autoren des letzten Albums zusammen, die sich zwischenzeitlich weiterentwickelt hatten. Ganz bewusst hat der Künstler sich dazu entschieden, auch Lieder anderer Interpreten ins Programm aufzunehmen wie den Bee Gees-Klassiker „You Win Again“. Als erste Single fragte Howard: „Worauf warten wir?“. Damit löste er in den Radio-Charts sogar Helene Fischer ab, die bis dato mit „Mit keinem anderen“ sich festgesetzt hatte. „Es ist noch alles da“ und „Nah am Herzen“ waren weitere Auskopplungen.

2017: „Wenn nicht wir“ (Platz 8)

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Sein bislang letztes Produktalbum mit neuen Liedern veröffentlichte HOWARD CARPENDALE 2017. „Wenn nicht wir“ ist ein nachdenkliches Album, bei dem der Künstler erneut mit jungen Musikern und Autoren zusammengearbeitet hat. Insbesondere die Single „Unter einem Himmel“ sorgte für viel Aufmerksamkeit, die CD wurde von den Fans toll aufgenommen.

2019: „Symphonie meines Lebens“ (Platz 9)

CD Cover Symphonie meines Lebens Carpendale

 

Die Idee, CARPENDALE-Klassiker in ein klassisches Gewand zu packen, wurde wie eingangs erwähnt von den Fans enorm gut aufgenommen. Teil 1 der „Symphonie meines Lebens“ wurde vergoldet – Grund genug, einen zweiten Teil davon zu präsentieren. Klassiker und Evergreens von HOWARD CARPENDALE gibt es ja wahrlich genug…