„Willkommen 2020“ – Die Party am Brandenburger Tor mit viel 90er Nostalgie und Schlager-Newcomern – Unsere Kritik 0

Alle Jahre wieder – die Berliner nehmen Reißaus und feiern anderswo den Jahreswechsel, dafür strömen Touristen aus der ganzen Republik und dem Ausland in die Hauptstadt und feiern am Brandenburger Tor. Viel Kritik hagelte es für die Show des ZDF. Unser rasender Reporter war live vor Ort und machte sich selbst ein Bild und bewertet das Ganze mit Fairness und vor allem Hintergrundwissen.

Zum einen wurde der Sendung vorgeworfen, dass das Line-Up nur C-Stars und unbekannte Künstler bot. Vielleicht sollten die, die dies meinen eventuell erst einmal ein wenig recherchieren. Eine große Zeitung wusste nicht einmal, wie man Sonia Liebing oder Vincent Gross korrekt schreibt – das ist schon schwach. Auch wurde Erstgenannte auf Twitter und von anderen Medien als „Helene-Fischer-Double“ abgestempelt. Das empfinden wir doch als sehr unfair. Klar sieht die Newcomerin ebenfalls sehr gut aus und hat eine starke Stimme, doch sie hat ihren ganz eigenen Stil. Da wurde unserer Meinung nach sehr oberflächlich bewertet. Nicht umsonst ist die Sängerin, welche im vergangenen Jahr ihr Debüt-Album herausbrachte, 2020 in nahezu jeder großen Schlager-Event Reihe vertreten! Genau wie die Rock-Band Brenner war sie einer der wenigen deutschsprachigen Newcomer in 2019, welche direkt in den offiziellen Albumcharts unter den TOP-30 landeten. Wir finden die bisherige Karriere von Sonia und den Jungs von Brenner sehr ähnlich – in kurzer Zeit machte man sich einen Namen, beide konnten auf etlichen Events inklusive diverser TV-Auftritte überzeugen und beide haben schon jetzt eine sehr aktive Fanszene. Für sie eine tolle Sache und beste Werbung vor so einem Publikum ein erfolgreiches Jahr abschließen zu können. Der verdiente Ritterschlag!

Sonia Liebing sang ihre beliebte Version von „Jugendliebe“ sowie nach 0 Uhr den Hit, mit dem für die Kölnerin alles begann: „Tu nicht so“. Mit einer klasse Performance und einer Routine, als würde sie das schon seit Jahrzehnten machen, lieferte sie zwei tolle Auftritte ab.

Vincent Gross performte „Dieser Beat“, „Astronaut“ sowie nach 0 Uhr „Servus, Grüezi und Hallo“ – eine perfekte Wahl! Mit seiner ansteckenden guten Laune und einem Ausflug ins Publikum zog er die ersten Reihen gänzlich auf seine Seite.

Kerstin Ott war wenige Tage zuvor gerade erst in Berlin gewesen, denn ihre erste Tournee mit Band machte dort Halt. Eine Premiere feierte sie mit „Berliner Luft“. Als erster Act der Livesendung kam ihr zudem die Ehre zuteil, die Show mit ihrem Mega-Hit „Regenbogenfarben“ zu eröffnen!

Stereoact lieferte ein Medley von Schlager-Megahits wie „Hulapalu“ von Andreas Gabalier sowie ihrem neuesten Titel „Ja, nein, vielleicht“ – und schossen Konfetti in die Menge!

Die eben schon genannte Rockband Brenner sorgte für mächtig frischen Wind. Bestens aufgelegt performten sie „Die Jungs“ sowie „Alles was ich will“. Was für eine fulminante Show!

Kommen wir zum nächsten Kritikpunkt, den der vielen Künstler, die vor gefühlt einer Ewigkeit große Erfolge feierten. Da fangen wir der Reihe nach mal an.

Howard Jones sang 1984 seinen wohl bekanntesten Titel „What is Love?“. Seine doch sehr holprige Karriere mit einigen Auszeiten war nicht immer von Erfolg gekrönt, im vergangenen Jahr brachte er nach 30 Jahren (!) ein neues Album heraus. „Transform“ war nur eine Woche (Platz 49) in den englischen Charts. Ganz klar ein Flop. „What is Love?“ sowie „The one to love you“ wurden von ihm performt.

Das Duo Orange Blue feierte mit „She’s got the Light“ Anfang der 2000er einen Riesenerfolg. Es folgten ausverkaufte Tourneen und etliche Auszeichnungen. Nun kommt am 14.02.20 ihr neuestes Album raus. Ein zweisprachiges Album, wie Moderatorin Andrea Kiewel ankündigte. Nun versucht also auch dieses Duo sein Glück auf Deutsch. Den Vorreiter des Albums „Die Welt steht still“ performten sie ebenso wie besagten Mega-Hit in Berlin. Wir fanden da ein interessantes Statement von ORANGE BLUE RECORDS: „Wir haben bemerkt, dass so viele Dinge, die uns heute beschäftigen, in englischer Sprache in Deutschland einfach nicht das nötige Gehör finden würden”, so Pianist Vince Bahrdt. „Und diese uns umgebende fortschreitende Akzeptanz von populistischen Aussagen tut einfach weh”, ergänzt Sänger Volkan Baydar. „Da mussten eben Songs auf Deutsch her.” Okay also versucht der Eine es so, der Andere, nennen wir das Kind mal beim Namen, Pete Wolf, singt nun auf Englisch, um Donald Trump zu erreichen…

EAST 17, eine in den 90ern sehr beliebte Boyband, welche nie wieder an die großen Erfolge anknüpfen konnte, war ebenfalls dabei. Von der Originalbesetzung ist nur noch ein Mitglied übrig, die Comebacks waren nicht von Erfolg gekrönt und das letzte Album erschien 2012 – verständlich, dass sich kaum einer an die Band erinnert. Sie performten in Berlin den Hit „It’s allright“ sowie „Strip“ und „Stay another day“.

Die finnische Rock-Band The Rasmus dürften ebenfalls nicht mehr Viele auf dem Schirm haben. Mit „In the Shadows“ schaffte man 2003 den Durchbruch in Deutschland, es folgten vier Alben. Diese konnten sich international gut in den Charts platzieren, seit dem letzten Album „Dark Matters“ ist es jedoch recht ruhig um die Band hier geworden. Auszeichnungen gab es seit 2005 keine mehr. Ihren größten Hit sowie „Wonderman“ lieferten sie in Berlin, die Stimmung war jedoch wie bei fast allen Acts schwach.

Die Gipsy Kings kann man schon als Kult bezeichnen, eigentlich sind ihre Hits rund um „Bamboleo“ immer noch Titel die für Stimmung sorgen. Doch auch hier sollte die Stimmung nicht wirklich zünden. Ihre größten Erfolge feierten sie im letzten Jahrtausend, bis auf Chico ist die Band noch immer komplett. Wir freuten uns jedenfalls, die Band live zu erleben!

Ein Heimspiel hatte eine weitere Kult-Band. KARAT, welche ihren Dauerbrenner „Über sieben Brücken musst du geh’n“ performten. Eigentlich ideal – wären da tausende Berliner im Publikum gewesen. So kam auch bei diesem Auftritt kaum Stimmung auf. Sehr schade!

Die schwedische Rock-Band Mando Diao, welche ebenfalls Wechsel in der Band und auch Stiländerungen hinter sich haben, performten ihren wohl bekanntesten Hit „Dance with somebody“ sowie „Bang your Head“ und ihre aktuelle Single „Long long way“.

Kommen wir zu den weiteren Acts, die wir tatsächlich auch nicht so richtig kannten und noch etwas Recherche dazu betreiben mussten. Ladies First – ILIRA. Die Schweizer Singer-Songwriterin steht gerade erst am Anfang ihrer Karriere, nach einigen Singles soll bald ihr erstes Album erscheinen. Gemeinsam mit ALLE FARBEN nahm sie 2018 „Fading“ auf, der Titel ist auf YouTube bei knapp 30 Mio. Aufrufen! Diesen Titel sowie „Pay me back“ performte sie am Brandenburger Tor. Gewöhnungsbedürftig war ihr Outfit als wandelnde Geschenkschleife…

YouNotUs gründete sich 2014. Das DJ-&Produzentenduo aus Berlin hat insbesondere mit ALLE FARBEN schon einige große Erfolge gefeiert, allen voran „Supergirl“ und „Please tell Rosie“. Sänger Kelvin Jones unterstützte sie auf der Meile. Sie und auch Justin Jesso (trat ebenfalls auf, Zusammenarbeit u. a. mit den legendären Backstreetboys) sind zwei weitere Beispiele dafür, dass man bei diesem Event nicht von Nonames und C-Promis reden kann.

Der einzige C-Promi war unserer Meinung nach bei aller Fairness Michael Rush. Der ehemalige DSDS-Kandidat wäre für das Dschungelcamp geeignet – nicht für so eine große Bühne…

Graham Candy und Sarah Muldoon performten „Stronger than before“. Graham ist vorallem durch seine Zusammenarbeit mit ALLE FARBEN bekannt. Zudem ging er 2016 mit Silbermond auf Tournee.

Kommen wir zu den weiteren Acts und fangen mit der Band an, die direkt um 0 Uhr performen durfte: Die Hermes House Band. Nach 2017 waren sie erneut dabei und sangen ein Hit-Medley sowie „Daydream Believer“. Auch bei ihnen konnte der Funke einfach nicht gänzlich überspringen. Das lag eventuell auch daran, dass die Zuschauer mit Neujahrsgrüßen, Selfies und Feuerwerk filmen beschäftigt waren.

Einen Einblick in das Musical Simply the Best – Die Tina Turner Story gewährte das Ensemble am Brandenburger Tor, welches ab heute wieder auf Tournee geht. Kritisiert wurde, dass nicht die „echte“ Tina Turner geholt werden konnte. Wir fragen: „Warum?“ Das Ensemble überzeugte und macht Lust auf einen Besuch des Stücks! In der Rolle der Tina brillierte übrigens Dorothea Fletcher, die sich einen Namen auf Tourneen mit dem großen Udo Jürgens gemacht hat.

Den passenden Song zu Silvester lieferte Lotte mit „Auf das was da noch kommt“. Auch wenn uns der Song im Duett mit Max Giesinger noch besser gefällt, war das ein toller Auftritt!

Den idealen Schlussact bildete gegen 0.45 Uhr Frank Zander mit der Hertha-Hymne „Nur nach Hause“. Gesamt gesehen empfanden wir die Show klasse. Viele der Acts erlebt man nicht allzu oft live, das Programm war sehr vielseitig. Zu kritisieren ist sicherlich Johannes B. Kerner, der doch sehr blass war und etwas, was man den Veranstaltenden nicht wirklich negativ anheften kann: Dass das Publikum einfach eher aus Schaulustigen und Touristen besteht als Fans. Die reisen für einen Auftritt von rund 5-10 Minuten einfach nicht so weit…

Text und Fotos: Kevin Drewes

 

 

 

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VANESSA MAI: *MIT FOTOS:* Ihr Filmdebut „Nur mit dir zusammen“ ab morgen bereits in der ARD-Mediathek 0

Viel los ist momentan bei VANESSA MAI. Am kommenden Wochenende erscheint ihr neues Album „Für immer“, und am Samstag können sich Fans ihr mit Spannung erwartetes Filmdebut ansehen – Merke: „Mai spielt Juli“. Infos zum Film können dem Pressetext der ARD entnommen werden:

„Nur mit Dir zusammen“: Filmdebüt von Vanessa Mai an der Seite von Axel Prahl
 
am Samstag, dem 25. Januar 2020 um 20:15 Uhr im Ersten
 
Mit „Nur mit Dir zusammen“ gibt eine der erfolgreichsten Solokünstlerinnen Deutschlands ihr Filmdebüt: Vanessa Mai. An der Seite der Schlagersängerin spielt „Tatort“-Kommissar Axel Prahl ihren Vater – eine alternde Rocklegende. Das Erste zeigt das bewegende Fernsehdrama am Samstag, 25. Januar 2020 um 20:15 Uhr. „Nur mit Dir zusammen“ unter der Regie von Stefan Bühling und nach dem Drehbuch von Judith Westermann erzählt die Geschichte einer jungen aufstrebenden Frau, die endlich ihren Durchbruch als Sängerin schaffen will, als sie eine lebensbedrohliche Diagnose erhält.
 
Inhalt: In Julis (Vanessa Mai) Leben dreht sich alles um die Musik – und sie will es ganz nach oben schaffen! Doch ausgerechnet ihr bislang größter Hit basiert auf einer Lüge: dem Tod ihres Vaters. Dass dieser in Wirklichkeit zurückgezogen auf dem Land lebt und es sich um Rocklegende Wim (Axel Prahl) handelt, darf auf keinen Fall an die Öffentlichkeit gelangen. Selbst als sie kurz vor ihrem großen Karrieredurchbruch erfährt, dass sie schwer erkrankt ist, will Juli es alleine schaffen. Doch sie hat keine Wahl: Nur ihr Vater kann ihr Leben retten. Während Wim nach Jahren der Funkstille darin die Chance sieht, mit Juli wieder ins Reine zu kommen, kann sich die aufstrebende Sängerin nur schwer öffnen. Zu tief sitzen die Enttäuschungen von früher. Aber Wim kämpft um die Beziehung zu seiner Tochter. Gefangen zwischen Erfolgsdruck, ihrer Krankheit und der Emanzipation als Musikerin merkt Juli schnell, dass sie den Vater mehr denn je an ihrer Seite braucht und sie sich endlich entscheiden muss, wer sie wirklich sein möchte.
 
An der Seite von Vanessa Mai und Axel Prahl spielen u.a. Elena Uhlig, Ferdinand Seebacher, Max Befort, Klaus Stiglmeier, Michael Gaedt und als Gast die ARD-Moderatorin Kamilla Senjo.
 
„Nur mit Dir zusammen“ ist eine Produktion von W&B Television im Auftrag der ARD Degeto für Das Erste. Produzentin ist Nanni Erben, Producerin ist Philine Zebralla. Die Redaktion liegt bei Carolin Haasis (ARD Degeto).
 
Online first ist „Nur mit Dir zusammen“ ab Donnerstag, 23. Januar 2020, 20:15 Uhr in der ARD Mediathek unter https://www.ardmediathek.de/daserste zu sehen.

Bilder: ARD Degeto/Hendrik Heiden

SCHLAGERCHAMPIONS: Presseinfo zur #1 der Compilationcharts 0

Bereits zum vierten Mal gibt es einen Sampler mit den Hits des Jahres unter der Überschrift „Schlagerchampions“ – passend zur von FLORIAN SILBEREISEN moderierten Show. Auch die Version 2020, die wir übrigens fünf mal verlosen durften (danke an das Universal-Team!), schickt sich an, sehr erfolgreich zu werden. Der große Erfolg der Compilation-Reihe ist sicher auch darin begründet, dass es eine Zusammenarbeit der Plattenfirmen Universal und Sony Music gibt – in Kooperation mit Unikat Music. Und wer DA dahintersteckt, lässt sich nicht schwer erraten. Sagen wir es mal so: Die CD hat sicher auch päpstlichen Segen :-)…

Hier die Presseinfo dazu:

Florian Silbereisen rollte am 11. Januar den roten Teppich aus – für die Hits & Stars des Jahres. Zur erfolgreichen Eurovisions-Show erschien am 10.01.2020 der passende Tonträger “Schlagerchampions 2020 – Das große Fest der Besten“.

Nach dem Erfolg der ersten drei Ausgaben, welche alle Platz 1 der offiziellen Compilation-Charts belegten, konnte sich auch die 2020er Ausgabe, mit großem Abstand zu Platz 2, aus dem Stand an die Spitze der Charts setzen.

Sultan Alkan, Senior Director Polystar/Licensing & Clearences (Universal Music): „Schlagerchampions stellt ein weiteres Mal unter Beweis, die unangefochtene Nummer 1 der deutschsprachigen Compilations zu sein. Wir freuen uns sehr über den Erfolg! Besonderer Dank und Gratulation gilt dem gesamten Team & Partnern.“

Die “Schlagerchampions“-Reihe erscheint in Kooperation mit Unikat music als Joint Venture zwischen Universal Music und Sony Music. Für den Vertrieb der erfolgreichen, aktuellen Ausgabe zeichnet sich Universal Music verantwortlich.

Exklusiv auf “Schlagerchampions 2020“ finden sich Hits von Helene Fischer, Andreas Gabalier und DJ Ötzi. Natürlich dürfen auf dem Album auch Roland Kaiser, Kerstin Ott, Andrea Berg, Thomas Anders & Florian Silbereisen, Maite Kelly, Howard Carpendale und unzählige weitere Stars des Jahres nicht fehlen.

SCHLAGERCHAMPIONS 2020
Die unangefochtene Nummer Eins der Schlager-Compilations

DAS ALBUM ZUR TV-SHOW DES JAHRES
2CD & Download ab sofort überall im Handel erhältlich

Quelle: Universal