FLORIAN SILBEREISEN: Bundesweite Quote der „Schlager des Jahres“ ernüchternd.. 3

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Seit vielen Jahren stehen die Sendungen Florian Silbereisens in der Kritik, dass sie die ewig gleiche Gästeliste aufweisen. Die Sendung „Schlager des Jahres“ vom vergangenen Freitag ist hier so etwas wie ein Paradebeispiel, weil in der Sendung nicht nur sehr viele Stars des im gleichen Monat gesendeten „Schlagerboooms“ mit dabei waren, sondern die auch noch die gleichen Lieder sangen, wie ein Blick in die Gästeliste der Show zeigt:

– Andrea Berg („Hallo Houston“, Hit-Medley)
– Matthias Reim („Tattoo“)
– Kerstin Ott („Wegen dir (schlafe ich keine Nacht)“)
– Marianne Rosenberg („Mr. 100 %“)
– Thomas Anders (Duett „Sie hat es wieder getan“)
– Julian Reim („Grau“)
– Giovanni Zarrella
– Santiano
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– Ute Freudenberg
– Andy Borg
– Beatrice Egli
– Fantasy
– Ben Zucker
– Semino Rossi
– Hansi Hinterseer
– Oonagh
– Uta Bresan
– Frank Schöbel
– Ross Antony

Immer wieder wird eine Begründung genannt, die auch schlüssig klingt: Das sind nun mal die Stars, die die Leute sehen wollen. Man möchte ins heimische Wohnzimmer nicht immer neue und andere Gäste einladen.

Auch Bernhard Brink hat in seiner Zeit als Moderator der „Schlager des Jahres“ Top-Stars der Szene eingeladen. ABER: Es waren auch Sänger zu Gast, die eben NICHT ständig in den Samstagabendshows dabei sind wie (im Jahr 2014) G. G. Anderson, die Münchener Freiheit, Nicole, Linda Hesse, Gilbert und Alexander Klaws. (Daneben waren durchaus Publikumsmagneten wie Andrea Berg, Matthias Reim, Ross Antony und Beatrice Egli dabei, also Namen, die auch 2019 im Rennen waren).

Interessant ist nun ein Vergleich der Einschaltquoten:

2014 holte die von Bernhard Brink nur im MDR ausgestrahlte Show eine bundesweite Einschaltquote von knapp 1,9 Mio. Zuschauern bei einem Marktanteil von 5,8 %. Im MDR-Sendegebiet lag der Marktanteil gar bei 14,6 % (630.000 Zuschauer).

2019 hieß der Moderator Florian Silbereisen. Bundesweit sahen gut 1,5 Mio. Zuschauer zu – also über 300.000 Zuschauer weniger als 2014, was einem Marktanteil von 5,4 Prozent (minus 0,4 Prozent) entspricht. Im MDR-Sendegebiet war Florians Marktanteil mit 15,7 % allerdings noch besser als der von Brink – die absolute Zuschauerzahl (584.000) ist zwar gut, aber nicht so gut wie die von Brink.

Wenn man sich die Quotenentwicklung der letzten fünf Jahre zu Gemüte führt, muss man vorsichtig sein, nicht Äpfel mit Birnen zu verwechseln, denn: in den Jahren 2017 und 2018 übertrugen mehrere Dritte Programme die Schlager des Jahres parallel – neben dem MDR. Dennoch finden wir neben dem Vergleich der Zahlen im Sendegebiet des MDR gerade die bundesweiten Quoten interessant, weil Florian Silbereisen mit seinen Schlagershows ja nicht nur regional im MDR die Zuseher anspricht und es – vielleicht abgesehen von Frank Schöbel – eigentlich kein Lokalkolorit in der Sendung gibt. Daher hier einmal die bundesweiten Quoten der letzten fünf Jahre (MA=Marktanteil):

2014: 1,882 Mio. / 5,8 % MA (MDR)
2015: 1,570 Mio. / 5,3 % MA (MDR)
2016: 1,904 Mio. / 6,7 % MA (MDR & HR) (1,338 + 0,566 Mio.; 4,7 + 2 % MA)
2017: 2,684 Mio. / 8,9 % MA (MDR, NDR, rbb, HR) (1,015 + 0,876 + 0,369 + 0,424 Mio.)
2018: 1,998 Mio. / 6,8 % MA (MDR & HR) (1,556 + 0,442 Mio.; 5,3 + 1,5 % MA)
2019: 1,544 Mio. / 5,4 % MA (MDR)

Mit anderen Worten bewegt sich die Quote der „Schlager des Jahres“ in etwa auf dem Niveau der letzten von Bernhard Brink moderierten Show. Der Vergleich ist erstmals auch „fair“, weil Brinks Sendung in Erstausstrahlung(!) nur beim MDR lief und wir die Erstausstrahlungsdaten miteinander vergleichen.

Florian hatte in seinen ersten drei Shows zwar deutlich mehr bundesweite Zuseher, allerdings wurde die Erstausstrahlung auch auf mehreren Sendern übertragen – in diesem Jahr ist das anders.

Man könnte jetzt reißerisch sagen, dass Florian Silbereisen seit 2017 über 1 Mio. Zuschauer verloren hat (, was ja faktisch sogar stimmt). Das wollen wir gar nicht, weil damals ja auch vier TV-Sender die Erstausstrahlung übertragen haben und das dann der Vergleich von Äpfeln mit Birnen wäre. Angesichts eines deutlichen Publikumsschwunds von einer „Quoten-Siegerstraße“ zu reden, finden wir angesichts der von uns exklusiv ermittelten Zahlen aber auch nicht den richtigen Weg.

Aus unserer Sicht macht es Sinn, folgenden Schluss zu ziehen: Die „Schlager des Jahres“ ist eine traditionell etablierte TV-Show, dessen Einschaltquote nicht zwingend mit den Stars und dem Moderator verknüpft ist, sondern mit einer guten Mischung. Vorsichtig gesagt, hat der Umzug von Suhl nach Leipzig nicht zu einer Verbesserung der Einschaltquote geführt. Aber – anders als andere Formate ist das „Schlager des Jahres“ seit Jahrzehnten erfolgreich – wir freuen uns schon auf die Ausgabe 2020.

Foto © MDR/JürgensTV/Beckmann
Quelle Einschaltquoten: AGF in Zusammenarbeit mit der GfK/VideoScope/media control GmbH

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3 Kommentare

  1. Endlich werden mal konkrete Zahlen dazu veröffentlicht. Der Artikel ist kritisch, aber nicht beleidigend oder herabwürdigend geschrieben – finde ich fair!

    Was aber an Lächerlichkeit nicht zu überbieten ist:
    Kaum bringen die Schlagerprofis den Artikel mit den Fakten, schreibt bei smago.de ‚Apostolische Nuntius‘ des (O-Ton Tischler) „Unterhaltungspapstes“ Michael Jürgens, dass doch die Silbereisen-Shows „Hervorragende“ Quoten einfahren.
    „Hervorragend“? Im Vergleich zum Nachtprogramm von KiKa mag das stimmen, alles andere kann nur ein Zeugnis davon sein, dass smago.de eine völlig gestörte Wahrnehmung hat.

    Ein Blick in die aktuellen Marktanteile des MDR helfen sicherlich: https://www.mdr.de/tv/quoten/index.html

    Dort sieht man schnell, dass der gesamte Sendeblock ab 10.30 bis 14.00 Uhr deutlich mehr als 10% Marktanteile einfährt. Einige Sendungen ‚peaken‘ sogar deutlich über 600.000 Zuschauer. Was immer da bei smago geraucht wird, ich will da was von haben! 😉

    PS: Ich arbeite sehr ‚dicht‘ an der Quelle – mir muss man nichts erzählen 😉

    1. In der Tat mussten auch wir schmunzeln, dass fünf Tage(!) nach Ausstrahlung der Show, dafür nur wenige Stunden nach VÖ unseres Artikels plötzlich angeblich die Quoten nach oben korrigiert wurden – die Kernaussage des Artikels, die ja mit Zahlen belegt ist, bleibt aber erhalten. – Zu Artikeln auf anderen Portalen wollen wir uns nicht äußern, da hat jeder seine eigene Herangehensweise…

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KERSTIN OTT: Neues Video heute veröffentlicht – und Update ihres Albums 0

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Momentan läuft es bei KERSTIN OTT. Bei den Schlagerchampions wurde sie mit Edelmetall überhäuft, und ihr Duett mit Howard Carpendale und dem Knallersong „Wegen dir (Nachts, wenn alles schläft“) läuft sehr gut. Da wurde es Zeit für ein neues Video, das heute vom Videokanal „Ich find Schlager toll“ veröffentlicht wurde.

Damit nicht genug: Zur Freude der Fans erscheint am 7. Februar eine neue Version von Kerstins Album „Ich muss dir was sagen“ – mit dem Carpendale-Duett.

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SONIA LIEBING: Neues Team für kommendes Album – Trennung von STEFAN PÖSSNICKER 0

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Vor wenigen Tagen wurde kommuniziert, dass das Duett von Sonia Liebing und Bernhard Brink offiziell als Radio-Single erscheint. Das ist jedoch nicht ganz korrekt: Das Hammer-Duett erscheint als offizielle Single! Mit einem hochwertig produzierten Musikvideo! Bereits heute Abend um 19 Uhr wird Sonia den Fans auf ihrer offiziellen Seite einen ersten Teaser dazu präsentieren. Die Videopremiere folgt dann am kommenden Freitag, den 31.01.20. Der Radio-Mix entstand extra für die Radio-Sender und unterscheidet sich nur minimal vom „Xtreme Sound Mix“. Dass dazu sogar ein Musikvideo kommt, ist natürlich noch schöner.

Und auch über das, was danach kommt, gibt es erste Informationen. Im Juni wird Sonias neues Album erscheinen. Während das erste Album viele verschiedene Stile bot, hat Sonia inzwischen ihren perfekten Stil für sich gefunden, welcher deutlich auf dem zweiten Werk zu hören sein wird.

Für das neue Album wurde ihr ein großes Team von exzellenten Produzenten und Songwritern zur Seite gestellt: Armin Pertl (war schon beim ersten Album dabei), Hubert Molander (u. a. Beatrice Egli, Glasperlenspiel, Thomas Anders), Felix Gauder (u. a. Vanessa Mai und Maite Kelly) sowie Petra Bonmassar (u. a. Helene Fischer, Andrea Berg, DJ Bobo). Bei Letztgenannter wird Sonia am schönen Bodensee in der „SiNG-STUBE“ das Album dann auch aufnehmen.

Nicht mehr dabei ist Stefan Pössnicker, von dem man sich im Guten und beiderseitigen Einvernehmen trennte, da dieser mit seiner Band „Die Schlagerpiloten“ ausgelastet ist und nun darauf den vollen Fokus legt.

Desweiteren haben wir noch einen neuen Termin von Sonia für euch: Sie wird bei „Die Party mit Ross Antony“ live im MDR dabei sein. Die Ausstrahlung von der Hüttenparty ist am 01.02.2020 um 20.15 Uhr (ebenfalls im MDR) Am 03.02.2020 beginnen dann die Proben für „Das große Schlagerfest XXL“ in Riesa.

Kevin Drewes