Solidarfonds-Stiftung NRW feierte 30. Geburtstag mit festlicher Gala mit FLORIAN SILBEREISEN, ROLAND KAISER u. a. 0

Als vor 30 Jahren in Castrop-Rauxel der Solidarfonds NRW gegründet wurde, konnte wohl niemand ahnen, was für eine einzigartige Erfolgsgeschichte daraus werden würde. Das Motto „Wir helfen Menschen“ wird hier gelebt, insbesondere benachteiligte Kinder und Jugendliche werden mit Mitteln des Fonds nachhaltig gefördert.

Mit einer einzigartigen Gala wurde am vergangenen Samstag der 30. Geburtstag der Stiftung gefeiert. Hochkarätige Gäste folgten der Einladung. Viele prominente Unterstützer des Solidarfonds’ aus diversen Bereichen der Gesellschaft wurden für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Der Moderator Bruno Knust fand launige, nachdenkliche und humorige Worte und gestaltete die Preisverleihung unterhaltsam.

Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Dr. Michael Kohlmann, eröffnete die Veranstaltung und warf einen Blick zurück auf die 30-jährige Geschichte des Solidarfonds’.

Rajko Kravanja, der Bürgermeister von Castrop-Rauxel, wies auf die Bedeutung seiner Stadt für die Stiftung hin: Castrop ist dem Solidarfonds von Anfang an eng verbunden. Besonderer Dank ging an die ehrenamtlichen Helfer und Prominenten. Viele Projekte – gerade im Bildungsbereich – seien ohne die Spenden des Solidarfonds nicht möglich gewesen.

Nach diesem Vorlauf begann die Preisverleihung der Solidarfonds-Awards 2019.

Ehren-Award

Laudator Dr. Rauball schmunzelte, dass er froh sei, dass die Veranstaltung eine Woche zuvor nicht so leicht zu eröffnen gewesen sei. Er scherzte angesichts der BVB-Niederlage in der Vorwoche gegen die Bayern, dass er sich vermutlich krank gemeldet hätte. Schnell kam er aber zum Wesentlichen, dass es auch auf dem grünen Rasen um soziales Engagement gehe. Auch in diesem Bereich spiele der FC Bayern in der Champions League und agiere vorbildlich, was von der breiten Öffentlichkeit nur peripher wahrgenommen werde, obwohl gerade das an der Säbener Straße eine Herzensangelegenheit sei. Im Laufe des Abends kündigte Dr. Rauball noch einen Betrag an, der an den Solidarfonds überwiesen wird.

Auch Preisträger Karl-Heinz Rummenigge begann seine Rede mit einem Scherz, dass er es im Ruhrgebiet sicher schwer habe, aber die beiden wichtigsten Männer des Abends, Dr. Michael Kohlmann und Roland Kaiser, immerhin auch mit den rot-weißen Vereinsfarben sympathisieren. Auch er lobte das vorbildliche Engagement des Solidarfonds’: Solidarität zu zeigen mit bedürftigen Menschen, gerade auch mit jungen Menschen. Er sprach von einem Doppelpass, den der FC Bayern mit dem Solidarfonds spiele. Rummenigge schloss mit den Worten, dass das soziale Engagement letztlich viel wichtiger sei als jedes Spiel auf dem großen Rasen. Er bedankte sich herzlich für die Ehre des Preises und bat um Entschuldigung, nicht so viel Zeit zu haben, weil seine Tochter just am Tag der Preisverleihung Geburtstag feiere (um so bemerkenswerter, dass er es sich nicht nehmen ließ, den Preis persönlich entgegen zu nehmen).

Kategorie Musik

Die Laudatorin Anna-Maria Zimmermann lobte „ihren“ Preisträger mit folgenden Adjektiven: „smart, höflich, zuvorkommend, sympathisch, bodenständig, ein bisschen wahnsinnig, energiegeladen“ – also „das, was man einen wahren Gentleman nennet“. Sie wies darauf hin, dass Holm auch als Textdichter, Komponist und Produzent für Topadressen wie Peter Maffay, Peter Alexander und andere tätig war. 21 seiner Singles schafften es in die deutschen Charts, 7 gar in den Top-10. Er rocke die Bühne im wahrsten Sinne des Wortes. Auch Michael engagiert sich regelmäßig für den Solidarfonds – beispielsweise mit Auftritten der beliebten jährlichen Schlagerpartys in der Europahalle Castrop-Rauxel.

Michael Holm bedankte sich mit der rhetorischen augenzwinkernden Frage: „Lebt den der alte Holm-Michel noch?“ und antwortete sich selbst eindeutig: „Jaaa, er lebt noch!“. Anna-Maria Zimmermann habe „Sternenstaub auf sein Haupt geträufelt“ (auch heute noch ist Michael ein Meister des Spiels mit der deutschen Sprache – klasse!). Auf die Frage, ob er das noch alles machen müsse, sei für ihn wichtig, dass dem nicht so sei, aber dass er noch wolle.

Kategorie Comedy

Nachdem Moderator Bruno Knust auf den Unterschied zwischen Comedians und Kabarettisten erklärte („Comedians machen es wegen dem Geld, Kabarettisten wegen des Geldes“), hielt Bernhard Brink die Laudatio für Wolfgang Trepper, der gemeinsam mit Mary Roos das erfolgreiche Programm „Nutten, Koks und frische Erdbeeren“ über Jahre hinweg etabliert hatte, zu dem es zur Freude der Fans im kommenden Jahr eine Fortsetzung geben wird. Aus dem Skeptiker Brink sei ein Fan geworden – auch wegen dessen Kabarett-Programms mit den Wühlmäusen. Sein soziales Engagement sei einzigartig, nach jedem Auftritt sammelt Wolfgang Trepper in einer „ziemlich hässlichen roten Damenhandtasche“ Geld für soziale Projekte wie den Solidarfonds. (Der Kabarretist bemerkte im Anschluss übrigens augenzwinkernd, dass die Handtasche von einer italienischen Lederdesign-Firma namens TCM vertrieben worden sei).

Wolfgang Trepper freute sich sehr, dass er in seiner Heimat, dem Ruhrgebiet, geehrt wurde. In seiner Dankesrede unterhielt er das Publikum mit einer augenzwinkernden launigen Anspielung auf Helikopter-Eltern, was von den geladenen Gästen mit teils lautem Lachen quittiert wurde. Scherzhaft erinnerte er sich an die „Hottentotten“, bei denen die tollste Musik gehört werde. Danach wurde es wieder ernster. Wolfgang Trepper erinnerte daran, dass wir Deutschen auf einer glücklichen Insel leben. „Sozial schwache“ Familien seien nicht „sozial“ schwach, sondern „finanziell“ schwach und müssen von Bessergestellten gefördert werden. Bildung sei wichtig, „damit sie gar nicht erst auf die Idee kommen, die extremen Parteien unterstützen zu können. Das machen keine intelligenten Menschen“, so Trepper. Deshalb warb der Wahlhamburger dafür, den Solidarfonds auch weiterhin zu unterstützen, was mit Applaus quittiert wurde.

Kategorie Wirtschaft

„Ein Borusse durch und durch“ (- das sei lt. Moderator Bruno Knust wichtig, um nicht zu Bayern-lastig zu werden -) betrat als Laudator die Bühne: Der Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales Dr. Stephan Holthoff-Pförtner. Er erinnerte an das Leitmotiv des Solidarfonds’: „Wir helfen Menschen“, was auch das Ruhrgebiet ausmache: Zusammenhalt, Solidarität und Engagement für den Nächsten. Er dankte Dr. Michael Kohlmann auch im Namen der Landesregierung NRW herzlich für seinen Einsatz. Ein herausragendes Beispiel für das Engagement sei die Firma Ullrich Anlagebau & Montage. Dessen Geschäftsführer Michael Ullrich unterstützt den Solidarfonds seit Jahren.

So viele warme Worte habe er schon lange nicht mehr gehört – dafür sprach der geehrte Michael Ullrich im Namen von Ullrich Anlagebau & Montage einen herzlichen Dank aus und bat um Entschuldigung, dass er aufgeregt sei, weil das „eigentlich nicht sein Arbeitsplatz“ sei – sehr sympathisch. Es sei ihm eine Herzensangelegenheit, zur Solidarfonds-Familie zu gehören. Den Worten ließ Ullrich Taten folgen und übergab der Stiftung einen Scheck über 5.000 EUR.

Kategorie TV

Laudator Roland Kaiser drehte den Spieß um und sagte: Normalerweise spreche der Preisträger über ihn – diesmal könne er sich revanchieren. Im vergangenen Jahr gab Florian seine Zusage, sich für den Solidarfonds-Stiftung-Awards Schulpreis zu engagieren. Kaiser gab einen kurzen Rückblick auf Silbereisens beeindruckende Karriere, die bereits im Alter von neun Jahren begann und erinnerte daran, dass selbst der sonst sehr kritische Rudi Carrell Florian Silbereisen als Showmaster alter Schule lobte. Der Moderator setzte seine authentische Art aber auch als Vorbild ein, wenn es um soziales Engagement geht.

Was für ein Profi Florian Silbereisen ist, bewies er mit seiner druckreifen Dankesrede, die nicht vorbereitet war. Ihm sei eigentlich gesagt worden, er müsse nicht reden – so schnell könne sich das ändern, scherzte der Moderator. Roland Kaiser sei der Hauptverantwortliche, dass er nun Schirmherr des Solidarfonds-Schulpreises NRW sei. Er habe zuvor in Bayern noch gar keine Kenntnis von dem Solidarfonds NRW gehabt. Am 6. November vergangenen Jahres sei er im Saalbau Witten sehr ergriffen von den Schulprojekten gewesen und sage demütig danke, weil ihn das soziale Engagement der Lehrer, Direktoren und vor allem der Kinder ihn „zutiefst bewegt“ habe. Mit Blick auf die nächste Preisträgerin ließ Florian noch einen Appell an die Medien heraus, zum Beispiel über den Solidarfonds NRW zu berichten. Florian sagte wörtlich: „Ein bisschen mehr Journalismus auch in diesen bunten Blättern würde ganz gut tun“.

Kategorie: Medien

Die Preisträgerin der Kategorie Medien wurde vom Vorsitzenden des Kuratoriums, Dr. Ludger Stratmann, als Laudator geehrt. An Florian Silbereisen gerichtet sagte er, dass er als 70-jähriger sehr gerne das Problem mit der Unterhaltungspresse habe. Die WAZ abonniere er seit mehr als der Hälfte seines Lebens. Ein Frühstück ohne diese Zeitung sei für ihn nicht denkbar. Von Beginn an, seit 1989, ist die WAZ Schirmherrin des Solidarfonds‘ und somit seit der ersten Stunde mit der Stiftung und ihrem Vorstandsvorsitzenden Dr. Michael Kohlmann eng verwurzelt. Das Blatt habe es in Zeiten der Digitalisierung sehr schwer, sich mit ihrem Qualitätsjournalismus z. B. gegen soziale Medien durchzusetzen. Er sei ein Befürworter von Medien mit einer Qualität und einem Wahrheitsgehalt, der nur für Profis selbstverständlich sei. Julia Becker, Aufsichtsratsvorsitzende der Funke-Mediengruppe, bekam in Anerkennung der langjährigen sozialen Verdienste den Solidarfonds-Award 2019 in der Kategorie Medien. Insbesondere hat die WAZ seit 1989 über jedes Hilfsprojekt des Solidarfonds‘ berichtet und damit eine hohe Transparenz geschaffen.

Julia Becker dankte (auch im Namen ihrer Mutter Petra Grotkamp, die ebenfalls über Jahre hinweg den Solidarfonds engagiert unterstützte) als Vertreterin der Funke Mediengruppe für die Auszeichnung. Neben den unterhaltenden Medien habe die Funke-Mediengruppe auch einen informierenden Auftrag. Wichtig sei es dem Verlag insbesondere, Geschichten aus der Region zu erzählen. Das sei Beruf und Berufung. Es gehe aber um mehr: Die Welt solle ein bisschen besser gemacht werden. Insbesondere sei wichtig, dass Benachteiligte einen Platz in der Gesellschaft haben. Deshalb unterstütze die WAZ von Anfang an den Solidarfonds. Auch der Schulpreis werde von der WAZ mit Engagement unterstützt. Schließlich überreichte auch Julia Becker einen Scheck in Höhe von 5.000 EUR.

Nach einem wunderbar organisierten tolen Gala-Dinner ging es im Anschluss mit toller Unterhaltung weiter:

Live-Konzert Roland Kaiser & Band

Einen musikalischen Gaumenschmaus versprach Florian Silbereisen und sagte „einen Freund“ an. Von einer großartigen Band, die der Starentertainer auch zurecht mehrfach lobte, beleitet, gab der Entertainer ein „Live-Konzert“, das diesen Namen in Qualität und vom zeitlichen Rahmen her mehr als verdient hat. Ein Großteil des Publikums begab sich nach vorne in Bühnennähe und genoss das Konzert der Extraklasse.

Roland Kaiser eröffnete sein Programm mit dem topaktuellen Titel „Stark“ – mit dem zutreffenden Motto: „Wir sind stark und unbeugsam“. Bevor er richtig loslegte, bat Roland Kaiser um einen „Riesenapplaus“ für den Vorsitzenden des Vorstands des Solidarfonds’, Dr. Michael Kohlmann, den dieser auch bekam.

Danach gab es eine Zeitreise durch die Karriere Roland Kaiser. Das Publikum genoss Riesenhits wie „Wohin gehst du?“ (1982), „Kein Problem“ (2016), „Dich zu lieben“ (1981) in einer tollen modernisierten Version, „Flieg mit mir zu den Sternen“ (1984) und „Manchmal möchte ich schon mit dir“ (1983) (den Refrain sang das Publikum im Chor, der Kaiser dirigierte seine Fans und hatte seine Zuhörer voll gepackt und im Griff).

Darauf folgte dann DER Kaiserhit „Santa Maria“ (1980), ebenfalls in einem schönen neuen Gewand. Auf „Ich glaub, es geht schon wieder los“ (1988) folgte eine Reise in die 70er Jahre mit seinen Superhits „Amore Mio“ (1978) und „Schachmatt“ (1979).

Nun holte sich Rolands bemerkenswert extrovertierte (im positiven Sinn) Backgroundsängerin ein (elektronisches) Cello. Die Fans wissen Bescheid: Die deutsche Version des ESC-Siegertitels „Insieme“, „Extreme“ aus dem Jahr 1998 wurde zelebriert.

Zu Beginn der 90er Jahre wurde „Im 5. Element“ veröffentlicht – ein Song, der bis heute sehr beliebt in Rolands Repertoire ist – auch und gerade bei der „Kaisermania“.

Mit „Lieb mich ein letztes Mal“ gab es einen weiteren Superhit aus der langjährigen Karriere Roland Kaisers, der im Anschluss einen topaktuellen Titel, vielleicht seine kommende Single, präsentierte – aus seinem aktuellen Album stammt „Liebe kann uns retten“. Ebenfalls aus „Alles oder dich“ stammt der aktuelle kaiserliche Song „Kurios“.

Auch schon wieder 25 Jahre ist es her, dass Roland Kaiser den Titelsong der RTL-Serie „Dr. Stefan Frank“ sang – „Alles, was du willst“ war ein großer Erfolg, der vom Castroper Publikum mit Begeisterung angenommen wurde.

Aus dem Jahre 1984 stammt der kaiserliche Klassiker „Joana“, der bei gediegenem Publikum ohne Einwürfe wie „Du Luder“ daherkommt, was der auf dem Siedepunkt befindlichen Stimmung keinen Abbruch tat – im Gegenteil. Zum Konzertende hin wurde der Superstar des Schlagers nicht ohne Zugabe von der Bühne gelassen.

Als ersten „Bonussong“ präsentierte er den Kracher „Sag ihm, dass ich dich liebe“ aus dem Jahr 1996.

Zum krönenden Abschluss präsentierte Roland seinen 2014er Megahit „Warum hast du nicht nein gesagt“, den er sonst ja im Duett mit Maite Kelly präsentiert. Diesmal interpretierte er den Titel mit seiner großartigen Backgroundsängerin, die ein echtes Energiebündel ist und den Song so richtig authentisch mit Roland rüberbringen konnte – klasse!

Mit diesem Konzert begeisterte Roland Kaiser einmal mehr sein Publikum, wir haben ausnahmslos nicht nur positive, sondern begeisterte Stimmen wahrgenommen –ein Ritterschlag für den Schlagerkaiser, wenn man bedenkt, dass die Veranstaltung ja eine Preisverleihung war und nicht nur seine „Hardcore-Fans“ am Start waren. Geduldig machte Roland auch noch viele Selfies mit den begeisterten Anhängern seiner Musik.

Gala-Schlagernacht

Florian Silbereisen sagte zurecht, dass jeder, der nach Roland Kaiser auftrete, es schwer habe und bat darum, dennoch und gerade deshalb Anna-Maria Zimmermann bei ihrem Auftritt zu unterstützen. Es hat funktioniert – und Anna-Maria, die auch hinter der Bühne unglaublich authentisch und nett war, fackelte ein Hitfeuerwerk ab, bei dem Hits wie „1000 Träume weit“ und „Himmelblaue Augen“ ebenso wenig fehlen durften wie ein Titel aus ihrer kurzen, aber intensiven Zeit mit Dieter Bohlen.

Schlagertitan Bernhard Brink hat inzwischen so viele Hits, dass er einige davon in einem Medley untergebracht hat. Der laut Eigenaussage „hochsensible“ Künstler (das Adjektiv bemüht er scherzhaft, um für warmen Applaus zu werben) ließ es mit Hits wie „Blondes Wunder“ und „Ich wär so gern wie du“ krachen.

Als dritter Schlagerstar betrat mit Olaf Henning ein weiterer langjähriger Unterstützer des Solidarfonds’ die Bühne, der nicht nur seine großen Hits wie „Cowboy und Indianer“ zum besten gab, sondern auch seinen aktuellen Titel „Sternenhimmel“, der vom Publikum großartig angenommen wurde.

Bis tief in die Nacht hinein unterhielt DJ Marco das feierwillige Publikum.

Fazit

Auch 30 Jahre nach der Gründung des Solidarfonds’ ist dessen Motto „Wir helfen Menschen“ aktueller denn je. Dass hochkarätige Prominenz aus den verschiedensten Bereichen des öffentlichen Lebens hier Hand in Hand sich in den Dienst der guten Sache stellen, zeigt, was für ein hohes Ansehen die Stiftung und ihr seit 30 Jahren engagiert tätigen Vorstandsvorsitzenden Dr. Michael Kohlmann hat.

Wir Schlagerprofis danken, dass wir dabei sein durften und gratulieren zu einer rundum gelungenen Glamourgala zum Geburtstag. Was da an Organisation drin steckte – angefangen von der Security, vom Catering, von der Parkplatzorganisation, von der Pyrotechnik bis hin zur Saalplanaufteilung, der Designgestaltung der Eintrittskarte bis hin zum Gelingen (Zitat Florian Silbereisen) „einen Karl-Heinz Rummenigge am Tag Eins nach Uli Hoeneß nach Castrop-Rauxel“ zu lotsen, ist eine gigantische Leistung, vor der wir nur den Hut ziehen können. Sehr gerne begleiten wir auch die weiteren engagierten Aktivitäten des Solidarfonds’ NRW – auch jene, die nicht zwingend mit dem deutschen Schlager zu tun haben, weil wir die Zielsetzung der engagierten Stiftung sehr gerne unterstützen.

Stephan Imming
Fotos: Solidarfonds NRW

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DRAFI DEUTSCHER – Rückblick: In allen Äras der ZDF-Hitparade konstant erfolgreich 0

Drafi Deutscher im Wandel der Zeit

Einen smago!-Award für je einen Auftritt bei Dieter Thomas Heck, Viktor Worms und Uwe Hübner hat das Berliner Duo CORA erhalten. Wir haben überlegt – gab es da nicht weitere Namen, die beständig oft in Berlin zu Gast waren? Ein Name ist da sicherlich präsent: DRAFI DEUTSCHER war in allen drei Hitparaden-„Äras“ (Heck / Worms / Hübner) konstant erfolgreich – sei es als Sänger, sei es als Komponist.

1960er Jahre (genauer gesagt 1969) Drei Auftritte bei Dieter Thomas Heck

Schon im Oktober 1969 präsentierte Drafi bei der 7. Ausgabe der ZDF-Hitparade sein von Harry Topel geschriebenes Lied „Don Quichotte“ und konnte sich prompt auf Platz 4 platzieren. Kein Wunder – Drafi war schon seit Jahren ein etablierter Schlagerstar, seine Riesenhits „Shake Hands“, „Marmor, Stein und Eisen bricht“ u. a. standen für damals moderne deutsche Beatmusik.

Genau genommen markierte dieser Titel sogar einer der ersten zahlreichen Comeback Drafis, der ein unglaubliches „Stehaufmännchen“ war und dessen musikalischen Fähigkeiten ihn immer wieder an die Spitzen der Hitparaden führten – sei es als Sänger oder auch und vor allem als Komponist. Einen speziellen Fan hat Drafi gehabt. Als Thomas Gottschalk 1986 in der Sondersendung „Na sowas extra“ in einer TV-Show auf die 1960er Jahre zurückblickte, gab es fast keine deutschen Interpreten, die eingeladen wurden – außer eben Drafi Deutscher. Und an genau dieses „Don Quichotte“ erinnerte Gottschalk damals in seiner TV-Show (leider im YouTube-Clip nicht zu sehen, dafür aber der Spaß, den Thomas und Drafi damals hatten):

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1970er Jahre: Ein Auftritt bei Dieter Thomas Heck

Als Sänger trat Drafi Deutscher in den 1970er Jahren recht weit in den Hintergrund, allerdings war er immerhin genau einmal in den 70ern in Berlin zu Gast – am 29. August 1970 präsentierte er seinen Schlager „So viel Glück müsste man haben“, eine Eigenkomposition, die von Textdichterlegende Fred Jay getextet wurde.

Untätig war Drafi in jenen Jahren weiß Gott nicht – er landete als Komponist Riesenhits. „3-mal dabei – bitte nicht wiederwählen!“ – hieß es etwa für Tina Rainford, die 1976/77 mit Drafis Nummer „Silver Bird“ große Erfolge feierte und mit Drafis „Charly Boy“ 1977 noch „einen draufsetzte“. Nicht weniger als fünf-mal schmetterte Bino 1978 den von Drafi komponierten Hit „Mama Leone“ in den Berliner Unionfilm Studios.

1980 bis 1984 (Heck-Ära) Riesenerfolge als Komponist und Comeback als Sänger

Wie gesagt, trat Drafi viele Jahre lang unter seinem Namen nicht als Sänger in Erscheinung. Auch 1983 versteckte er sich in englischer Sprache hinter dem Pseudonym „Masquerade“ und sang „Guardian Angel“. Wer genau hinhörte, erkannte aber, dass sich hinter der Maske Drafi Deutscher versteckte. Und als die deutsche Version „Jenseits von Eden“ ein gigantischer Nummer-Eins-Hit wurde und „Hit des Jahres“ der ZDF-Hitparade, kam auch Drafis Gesangskarriere wieder in Fahrt. Schon der Nino-Hit „Ich sterbe nicht noch mal“ ging übrigens auf Drafis Kappe.

Einen imposanten Erfolg hatte er mit dem Titel „Tief unter meiner Haut“, den er im Mai 1984 in Berlin präsentierte – und sich gleich wieder platziert hat. Bis heute ist der Song ein Evergreen, Sohn René hat dem Titel mit einer aktuellen Version neues Leben eingehaucht. Auch DAS dürfte es in der Geschichte der ZDF-Hitparade selten gegeben haben: Ein Interpret macht mehr als 13 Jahre als Sänger „Pause“ und knüpft nahtlos an alte Erfolge an…

1985 bis 1989 (Worms-Ära)

Als Sänger trat Drafi bei Viktor Worms 4-mal in Erscheinung. Sehr vielen anderen Schlagerstars ist das damals nicht gelungen – zumal Viktor ja die „tolle“ Idee hatte, englischsprachige Nummern in der ZDF-Hitparade einzuführen. Drafi hatte in diesen Jahren Superhits wie „Herz-an-Herz-Gefühl“ (1986), „Das elfte Gebot“ (1988) und „Über Grenzen geh’n“ (1989). Zusammen mit Demis Roussos sang er im Duett „Young Love“ (auf Englisch). Insbesondere die erstgenannten Songs zeigten, wie sehr sich Drafi immer dem Zeitgeist anpasste. Waren zunächst die Wurzeln klar in der gitarrenlastigen Beatmusik, haben nun Synthesizer im New-Wave-Sound die Oberhand in seinen Hits das Regiment übernommen.

Vier weitere Male war Drafi als „Mixed Emotions“ bei Viktor Worms zu Gast – zweimal mit „You Want Love“ und mit den Songs „Bring Back (Sha Na Na)“ und „Sweetheart, Darling, My Dear“. Auch das Duoprojekt passte zum Zeitgeist – Modern Talking hatten damals große Erfolge mit kommerziellen Melodien und einfachen englsichen Texten – das hat Drafi mit gutem handwerklichen Können und großem kompositorischen Geschick sehr gut für sich selber kultivieren können.

Zweimal interpretierte darüber hinaus Andreas Martin die deutsche Version des von Drafi komponierten Hits „You Want Love“ als „Du bist alles“.

1990 bis 2000 (Hübner-Ära)

5-mal als Solist und 4-mal im Duo als „New Mixed Emotions“ mit Andreas Martin trat Drafi Deutscher bei Uwe Hübner auf.

1992 sang er den Titel „Solang aus Liebe“, ein Hit aus dem Album „Wie Ebbe und Flut“, das Drafi zusammen mit Chris Evans schrieb – eine Hymne wie sie damals auch zum ESC gepasst hätte. Als Solist verabschiedete sich Drafi 1996/1997 aus der Hitparade. Nicht weniger als 4-mal(!) präsentierte er seinen religiös angehauchten Hit „Amen“ bei Uwe Hübner und schaffte es damit sogar bis auf Platz 1 – das einzige Mal, dass er mit einem Solotitel Spitzenreiter war.

Das Mixed-Emotions-Projekt mit Oliver Simon war tot, aber Drafi hat mit Andreas Martin eine erfolgreiche Neuauflage geschaffen. 1991 hieß es zunächst „Sensuality“ und dann gleich 3-mal „Lonely Lovers“. Mit letztgenanntem Titel schaffte es Drafi bei Uwe Hübner 1991 sogar auch  Platz 1 der ZDF-Hitparade – ihm ist also das Kunststück gelungen, mit einem deutschen Solo- und mit einem englischsprachigen Duo-Titel Spitzenreiter zu werden – auch das dürfte in der Hitparadengeschichte recht einmalig sein.

Gedenk-Events

Angesichts dieser unglaublichen Erfolge in ALLEN drei Epochen der ZDF-Hitparade ist es eigentlich eine große Überraschung, dass man sich nicht an Drafi zurück erinnert. Nachdem der smago!-Award lieber Lucas Cordalis und Achim Petry ausgezeichnet hat (, obwohl Wolfgang doch noch lebt!?), könnte es ja durchaus denkbar sein, dass Drafis Sohn René bei einer zweiten Ausgabe der ZDF-Jubiläumsgala mit dabei sein könnte? Wir würden es jedenfalls sehr begrüßen…

PS: Das Interview im Beitragsbild bildet die Original-Unterschrift Drafi Deutschers ab

ESC-Kompakt berichtet: 2020 kein Vorentscheid zum ESC 0

Bis heute (20. Januar 2020) hat der NDR nicht kommuniziert, wer Deutschland beim diesjährigen Eurovision Song Contest vertritt. Zugegeben hatten wir vermutet, dass angesichts der Nicht-Nennung eines Termins für den deutschen Vorentscheid vielleicht bei den Schlagerchampions Licht ins Dunkel gebracht werden würde, aber dem war bekanntlich nicht so.

Auch wenn Barbara Schöneberger im vergangenen Jahr auf sozialen Medien mitteilte, für den ESC zu drehen, scheint es diesmal zumindest keinen Vorentscheid zu geben. Das Portal ESC-kompakt findet dafür eine nüchterne einleuchtende Begründung. Die EBU-Deadline für das Einreichen eines Beitrags ist der 9. März 2020. Und das TV-Programm bis Ende Februar steht bereits fest.

Sofern die Vermutung von ESC-kompakt stimmt, wovon wir ausgehen, darf man gespannt sein, wen der NDR ausgesucht hat. Wenn man die „Kompetenz“ der letzten Jahre zugrunde legt, ist in der Tat mit irgendeinem Kandidaten der Casting-Resterampe der Privatsender zu rechnen – schade, früher war der ESC mal ein bedeutender Musik und nicht Trash-Wettbewerb… – aber NOCH bleibt ja ein Funke Resthoffnung.

Quelle: ESC-kompakt

Bild: NDR/EBU