TOBIAS REITZ moderiert einen Vortrag von BASTIAN SICK über UDO JÜRGENS! 0

Wer wirklich großer Udo-Jürgens-Verehrer ist, weiß, wie die Veröffentlichungspolitik dieses großartigen Künstlers zu Lebzeiten war – nämlich leider sehr „bescheiden“. Zu Lebzeiten interessierte und betrübte das vor allem nicht wenige Fans. Mehr oder weniger war der Tenor damals, dass würdige Werke – wenn überhaupt – posthum geplant seien. Der Künstler selbst interessierte sich natürlich vor allem für sein aktuelles Schaffen, so dass eigentlich fast alle „Compilations“ komplett lieblos zusammengestellt waren und oftmals sogar peinliche Fehler enthielten. EINE rühmliche Ausnahme gab es, wenigstens einmal wurde Udo Jürgens mit einer Liedzusammenstellung großartig gewürdigt.

Zu verdanken ist das BASTIAN SICK. Der hat nicht nur echte Perlen aus Udos Schaffen zusammengestellt, sondern auch ERSTMALS (abgesehen von einer schnell vom Markg genommenen Compilation) dafür gesorgt, dass die ORIGINAL-Version von „Merci Cherie“ den Weg auf CD gefunden hat -im Jahr 2007. Sick legte Wert auf das Original und konnte sich durchsetzen.

Bei Amazon schrieb ich am 24. Februar 2007 folgende Rezension:

..nach unzähligen Song-Zusammenstellungen der Ariola, die fast schon als „Zumutung“ betrachtet werden können – auf jedem Fall aber nicht die Spur dem Künstler Udo Jürgens gerecht werden – nun endlich mal ein Produkt, das mal nicht als Party-Album konzipiert ist, sondern den künstlerischen Anspruch Udos betont.

Die Texte Bastian Sicks mögen euphorisch sein, viele bemängeln seine Kritiklosigkeit. Okay – ich bin fast schon „fanatischer“ FAN Udo Jürgens‘. Das ist ein Grund, warum ich das „Beibuch“ der CD einfach nur großartig finde – nicht trotz, sondern WEIL es nicht kritisch ist. – Warum darf man sich an den großartigen Texten nicht ergötzen? Warum darf man nicht feststellen, dass Udo „Deinetwegen“ singt, während weniger sprachsensible Sänger „Wegen Dir“ singen? Was ist daran auszustzen, den Schlussteil von „Ich weiß, was ich will“ hervorzuheben – er ist nun mal Weltklasse…

Wenn sich Bastian Sick gezielt 19 tolle Lieder aussucht, ist doch klar, dass das nicht Lieder sind mit sprachlichen Holprigkeiten. Der Song „Ich war noch niemals in New York“ mit der Passage „WIE WENN das jetzt ein Aufbruch wär..“ findet sich auf der CD nicht. – Sick hätte das sicher kritisiert – aber er hat sich (Gott sei Dank) die Freiheit genommen, genau diesen Titel eben NICHT zum 100. mal zu verkoppeln (-wobei ich die Qualität des „New York“-Songs nicht in Frage stellen mag – aber sprachlich gibt’s nun mal größere Glücksgriffe bei Udo).

Dass Sick es sogar geschafft hat, den Titel „Wien“ erstmals auf CD erscheinen zu lassen, was eingefleischte Fans seit Jahrzehnten bei Ariola geradezu erbettelt haben, ist schon toll. – Vielleicht schafft er ja sogar ein Umdenken bei Udos Plattenfirma und kann bewirken, dass alte LPs endlich neu aufgelegt werden wie „Lieder, die auf Reisen gehen“ oder „Nur ein Lächeln“ oder gar die ominöse legändäre „Live ’73-LP“, die ich nur vom Hörensagen (siehe andere Rezension) kenne.

Wer ne tolle Party feiern will und angeheitert Stimmungslieder grölen will, dem empfehle ich den „Erste-Sahne-Mix“. Wer aber gerne tiefgründigere Lieder zum Nachdenken mag und nichts gegen großartige Kompositionen aus 40 Jahren einzuwenden hat, dem ist die „Poesie“-CD wärmstens zu empfehlen.

Danke, Bastian Sick, dass Sie mal endlich eine erstklassige Song-Zusammenstellung bei Udos Plattenfirma bewirkt haben – macht große Lust auf mehr…

Große Freude bei allen Udo-Jürgens-Fans: Dieser Bastian Sick, der im Gegensatz zu vielen anderen WIRKLICH Kenner und Verehrer von Udo Jürgens‘ Werk ist, hält einen Vortrag unter dem respektvollen wie zutreffenden Motto „Udo Jürgens – der unterschätzte Künstler“. Sicher hat Udo Jürgens zu Lebzeiten viel an Reputation gewonnen. Das Schlagersänger-Image traf nur noch bedingt zu. Dass Udo Jürgens aber ein begnadeter Komponist mit teils großartigen Kompositionen war, er gesellschaftskritische Themen mit Sprachpoesie aufgriff und dabei die unterschiedlichsten und besten Texte schrieb, weiß nicht jeder.

Wenn aktuell heute die Weltbevölkerungskonferenz das Thema Überbevölkerung als größtes Problem Afrikas ansieht, kann man Udo angesichts dessen Song „Gehet hin und vermehret euch“ als Prophet bezeichnen. Gerade dieses Lied und sein Thema waren ihm enorm wichtig, der Titel ist aktueller denn je.

Sicher werden nicht wenige Udo-Fans werden nun mit der Zunge schnalzen, wenn sich dieser Bastian Sick, moderiert u. a. von Deutschlands wohl erfolgreichstem Textdichter Tobias Reitz, mit Udo Jürgens‘ Lebenswerk auseinandersetzt. Um es mit Udo Jürgens‘ Worten zu sagen: „Ich werde da sein.“

Hier noch der Pressetext zur Veranstaltung:

28. November 2019, 18:00 Uhr bis 20:15 Uhr

Ein neuer Zugang zu seinem Werk

Vortrag

Als Bastian Sick, der in seinem Buch bedauert, dass „Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod“ sei, gefragt wurde, wo er gutes Deutsch fände, sagte er: „In den Liedern von Udo Jürgens“.

Daraufhin wurde er gebeten, eine CD zusammenzustellen. Für die „Lieder voller Poesie“ wählte Bastian Sick meist weniger bekannte Stücke mit klugen Texten, originellen Reimen, unge-wöhnlichen Themen und musikalisch jeweils eigener Atmosphäre. Wenige Wochen vor dem 5. Todestag des Sängers, Komponisten, Pianisten und (bisweilen) Textdichters Udo Jürgens teilt Bastian Sick seine Verehrung, würdigt Sprache und Musik und schwärmt von dieser Kunst, moderiert von der Journalistin Irene Dänzer-Vanotti und dem Schlagertexter Tobias Reitz.

Referent:
Bastian Sick, Autor und komödiantischer Sprachkritiker, Hamburg

Einführung und Moderation:
Journalistin Irene Dänzer-Vanotti
Schlagertexter Tobias Reitz

Leitung:
Dr. Frank Vogelsang
Evangelische Akademie im Rheinland
Dr. Gabriela Köster, Studienleiterin
Evangelische Stadtakademie Düsseldorf

Veranstaltungsort:
Evangelische Stadtakademie Düsseldorf
Bastionstraße 6
40213 Düsseldorf

Praktische Hinweise:

Tagungskosten:
Teilnahmebeitrag: 10 €

Anmeldung:
Evangelische Stadtakademie Düsseldorf
Kirsten Lehnhardt

Veranstaltungsorganisation
Tel. 0211 / 957 57-745, 9 bis 12 Uhr
kirsten.lehnhardt@evdus.de


Tobias Reitz schreibt zu dieser Veranstaltung auf Facebook:

Ich freue mich sehr darauf, diese Veranstaltung zusammen mit Irene Dänzer-Vanotti moderieren zu dürfen. Unser Gast ist der Bestseller-Autor, Udo-Jürgens-Experte und -Vereherer und mein langjähriger Freund Bastian Sick! Ich glaube, das wird ein höchst spannender und poetischer Abend!

Quellen: Tobias Reitz (danke für die Abdruckgenehmigung) und HIER

Stephan Imming

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SMAGO-AWARD 2020 – „50 Jahre ZDF-Hitparade“ – Rundum perfekte goldene Hochzeit mit einem riesengroßen Klassentreffen! 0

Am vergangenen Sonntag fand erneut der smago! Award im exzellenten MOA-Hotel in Berlin statt, dieses Mal hieß das Motto „50 Jahre ZDF-Hitparade“. Die goldene Hochzeit der legendären Kultshow! smago!-Chefredakteur Andy Tichler, selbst Hardcore-Fan der Hitparade, hat da Beachtliches auf die Beine gestellt und etliche Stars aus sämtlichen Jahrzehnten zusammenbekommen. Kaum einen Namen vermisste man. Die Show war sogar chronologisch geordnet. Daher fangen wir auch ganz vorne an – im ausführlichen Eventbericht des rasenden Reporters Kevin Drewes.

Nach dem Opening eröffnete Moderator Jan Kunath offiziell die Veranstaltung, ehe Ross Antony mit seiner sehr beliebten Coverversion von „Tanze Samba mit mir“ dem legendären Tony Holiday eine tolle Ehre erwies, welcher einst in der Hitparade eben diesen Titel performte. Verdient gab es für den sympathischen Künstler den Award „Erfolgreichster Cover-Artist“.

Die 1960er Jahre

Dann kündigte Jan Kunath den ersten Block an – die 60er Jahre! Den Anfang machte Christian Anders mit „Geh nicht vorbei“ – einen seiner allerersten Hits. Es folgte einer der Dinos der Hitparade, Graham Bonney. Er ist eine der wenigen noch lebenden Legenden, welche schon in der ersten Folge der ZDF-Hitparade zu Gast waren. Er performte „Wähle-3-3-3“. Weiter ging es mit Michael Holm, der mit „Mendocino“ den Saal zum Kochen brachte, ehe Peter Orloff mit „Ein Mädchen für immer“ sowie Randolph Rose mit „Silvermoon Baby“ den ersten Block klasse abrundeten.

Nach der Übergabe der Awards wurde Marianne Rosenberg angekündigt, welche keinen ihrer Klassiker sang, sondern ihre aktuelle Single „Wann (Mr. 100%)“. Auch sie bekam einen Award – darauffolgend wurde der nächste Block angekündigt. Auf in die 70er!

Die 1970er Jahre

Eröffnet wurde dieser vom Trio Adam Schairer, Gaby Baginsky und Claudia Jung, welche gemeinsam den Adam-&-Eve-Klassiker „Wenn die Sonne erwacht in den Bergen“ performten, ehe es mit dem legendären „Zug nach Nirgendwo“ von Christian Anders sowie auch Gaby Baginsky zum Zweiten mit „Der Rum von Barbados“ weiterging.

Und auch die 70er boten einiges. So folgten Cindy Berger mit ihrem Klassiker „Immer wieder Sonntags“, Nina Lizell („Eins, zwei, drei“), Peter Orloff („Immer wenn ich Josie seh“), Dunja Rajter (Ich überleb’s), sowie Ireen Sheer („Feuer“) und natürlich Michael Holm mit seiner Hymne „Tränen lügen nicht“ sowie Lucas Cordalis, welcher seinen Vater mit „Anita“ würdig vertrat. Den sehr gelungenen Abschluss des Blocks bildete Giovanni Zarrella mit seiner Version von „So bist du“ – auf italienisch „Cosi sei tu“. Anschließend betrat Jan Kunath erneut die Bühne, um die Awards zu vergeben.

Die 1980er Jahre

Es folgten die 80er mit einer kleinen musikalischen Weltreise. So ging es weiter mit der „Sommernacht in Rom“ (G. G. Anderson), nach „Amsterdam“ (CORA) und anschließend weiter mit „Die Rote Sonne von Barbados“ (Die Flippers, performt von Olaf der Flipper, welcher seit 2011 alleine aktiv ist). Weiter ging es mit Johnny Logan, der gleich zwei Titel performte: „Was ist schon ein Jahr“ und „Hold me now“. Stellvertretend für die legendäre neue deutsche Welle stand darauffolgend Markus mit „Kleine Taschenlampe brenn“, Gina T. performte „In my Fantasy“. Fehlen durfte hier natürlich auch Nicole mit ihrem ESC-Siegersong „Ein bisschen Frieden“ nicht.

Die 1990er Jahre

Nach Übergabe der Awards war man nun schon in den 90’ern angekommen. Dort machte Olaf Berger mit „Wildes Feuer“ den Anfang, es folgten Claudia Jung (Je t’aime mon amour“) und Patrick Lindner (Hast du heut wirklich schon gelebt“). In den 90ern war damals auch Wolfgang Petry nicht wegzudenken – stellvertretend für ihn performte sein Sohn Achim den Kracher „Wahnsinn“. Nach einem Kurztalk und dem Auftritt der Paldauer („3000 Jahre“) wurden die Awards vergeben, bei welchen auch die Kult-Band Münchener Freiheit mit einem Award geehrt wurde. Frontsänger Tim richtete eine tolle Rede an das Publikum und rundete damit den nächsten Block klasse ab.

Danyel Gerard und Wolfgang Trepper

Zwei weitere Highlights folgten mit dem Auftritt von Danyel Gerard mit seinem legendären Hit „Butterfly“ sowie Wolfgang Trepper, der für den humoristischen Beitrag des Abends sorgte. Er überreichte anschließend Mary Roos ihren Award – beide gehen bald gemeinsam auf „Mehr Nutten, mehr Koks – scheiss auf Erdbeeren“ – Tournee.

Finale

Es ging in das Finale, welches noch einmal beste Stimmung lieferte. Denn Nicole performte einen Hitmix und mischte sich dabei in das Publikum und stieg gar auf einen Stuhl. Was für eine Show! Sie bekam einen ganz besonderen Award von Überraschungsgast Uwe Hübner überreicht, welcher ebenfalls auch einen der smago! Awards bekam. Großer Jubel herrschte, viele der Zuschauer hätten nicht gerechnet, dass der damalige Nachfolger von Dieter-Thomas Heck vor Ort sein wird.

Bühne frei für Andy Tichler, welcher eine starke Rede hielt und sich bei den Beteiligten herzlich bedankte und den Backstage-Reportern Victoria Herrmann sowie Sebastian von Mletzko ebenfalls einen Award übergab – eine tolle Geste! Den perfekten Abschluss lieferte eine Berliner Legende – Frank Zander! Mit „Nur nach Hause“!

Fazit

Eine sehr gelungene und der ZDF-Hitparade mehr als würdige Veranstaltung! Wir sind gespannt, unter welchem Motto der Award 2021 stehen wird – einiges geboten wird sicherlich auch dort wieder. Ein Kompliment geht auch an das MOA-Hotel, welches stilvoll und gemütlich alles, was das Herz begehrt, bietet, darunter auch köstliche Speisen, wie wir auf der Aftershowparty erleben durften.

Kevin Drewes

VANESSA MAI stellt ihr neues Album beim Jugendradio N-Joy (NDR) vor 0

+++zuerst bei Schlagerprofis.de+++zuerst bei Schlagerprofis.de+++

Das ist für Vanessa Mai sicher eine schöne Sache – das Jugend(!)Radio des NDR, N-Joy, stellt ihr neues Album „Für immer“ am 23. Januar 2020 ab 23 Uhr vor – also quasi direkt vor dem Erscheinungstrag (24. Januar).

Vanessa war persönlich im Studio zu Gast – wir sind gespannt auf die Radiosendung bei einem Sender, dessen Zielgruppe 14- bis 39-jährige sind. Schön, dass es in solchen Nischen noch möglich ist, Schlager auch mal im Radio zu hören – vorausgesetzt, man ordnet Vanessa in diese Rubrik ein…

PS: Informationen dieser Art halten wir für unsere Leser für interessanter als die Frage, ob Vanessa Mai „gerne Hausfrau“ ist oder nicht – wir hoffe, dass ihr das auch so seht…