Prof. Dr. Karola Wille: Statement der MDR-Intendantin zu deutschsprachiger Musik im Radio… 0

Es ist zwar schon Jahre her, dass sich die öffentlich-rechtlichen Radiosender dazu entschlossen haben, Millionen von Schlagerfans einfach zu ignorieren und viel lieber Minderheitenprogramme zu senden und insofern nichts Neues, dass die, deren Zwangsgebühren eingetrieben werden, das zu finanzieren haben, was andere hören wollen – aber immer mal wieder kann man als Freund des deutschen Schlagers nur staunen, welch merkwürdige Blüten die Argumentationen, warum die Gebührenzahler lieber 10 mal am Tag Harpo als nur 1 mal Heino hören sollen (zugegeben überspitzt dargestellt), treiben.

Einer dieser Momente fand kürzlich in der MDR-Sendung „MDR um 4“ statt. Die Intendantin Prof. Dr. Karola Wille wurde mit der (ihr wohl eher unangenehmen) Frage konfrontiert, warum in Deutschland(!) so wenig deutschsprachige Musik im Radio bzw. konkret im MDR zu hören sei. Ihre Antwort ist bezeichnend – sie sagte sinngemäß:

„Das Thema beschäftigt mich, seitdem ich Intendantin bin.Es gibt regelmäßig Befragungen – auch in Sachsen – was hört man gern ab 45 Jahren – und da sagen mir meine Musikexperten, dass die Befragungen ergeben, dass englischsprachige Oldies mehrheitlich gewünscht sind. Deshalb versucht man jetzt, diesen Mix hinzukriegen – und dabei kommt heraus, dass Einzelne unzufrieden sind. Es gibt aber Sendungen wie die „Deutsche Hitparade“, bei der wir nur deutsche Titel spielen. Das ist immer eine Gratwanderung. Es ist immer eine schwierige Entscheidung. Entscheidend ist das, was wir aus den Befragungen herauslesen. Wir haben aber die deutsche Schlagerwelle aufgelegt als nur deutschsprachiges Programm. Das ist ein DAB-Angebot. Diese Radios kaufen ja immer mehr Menschen. Und wenn sie das haben, können Sie den ganzen Tag deutschsprachige Musik hören“

Um der Wahrheit die Ehre zu geben, machte Frau Prof. Dr. Wille auf uns den Eindruck, dass ihr das Thema selbst unangenehm war und sie ihre persönliche Meinung vielleicht(?) zu Gunsten vermeintlicher Expertenmeinung zurückgestellt hat.

Dennoch: Auch wenn die Unterstellung, dass nur Menschen ab 45 Jahren Schlager hören, bezeichnend ist (Ob Frau Prof. Dr. Wille jemals bei einer Silbereisen-Show live dabei war, wissen wir natürlich nicht), ist schon spannend, dass immer wieder Befragungen als Alibi dafür herhalten müssen, dass die Menschen im Radio angeblich keinen Schalger hören wollen. Man muss sicher einräumen, dass dieser Radio-Wahnsinn dem Schlager vielleicht sogar geholfen hat, weil die Menschen ihre Stars nun mangels Alternative eben live erleben wollen. Dennoch ist es befremdlich, dass der Gebührenzahler offensichtlich keine ECHTEN Musikexperten bei den Sendern erwarten kann, sondern immer nur fremdfinanzierte Gutachten bzw. Umfragen herhalten müssen, um den Schlager zu diskreditieren.

Einmal mehr muss in diesem Zusammenhang dem Radiosender SWR4 ein ganz dickes Lob gezollt werden – nicht nur dafür, deutsche Schlager weiterhin zu spielen, sondern auch für den damit verbundenen Mut und der (Zivil-)Courage, sich damit gegen einen massiven Trend zu stemmen und nicht einfach immer den leichtesten Weg zu gehen. Auch HR 4 gebührt in Teilen dieses Lob – und natürlich tollen privaten Musiksendern wie Radio B2, Schlagerparadies und Radio Paloma, die das auffangen, was andere öffentlich-rechtliche Sender (beispielsweise im größten deutschen Bundesland NRW) nicht hinbekommen…

Bild: MDR/ Martin Jehnichen
Vielen Dank an Rick Krawetzke für seinen Hinweis zu diesem Thema!

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Wer seit Jahrzehnten die VÖ-Politik eines Udo Jürgens‘ verfolgt, wird einmal mehr vor Neid erblassen. Universal Music macht es vor, was tolle und würdige Repertoirepflege eines bedeutenden Musikers bedeutet. Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen: Nicht weniger als 40 (in Worten: VIERZIG) Alben von James Last werden zu einem Preis von insgesamt 100 EUR dem geneigten Fan angeboten – Alben aus allen Dekadn des Schaffens von James Last .

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Das 68-seitige Booklet enthält persönliche Zeilen der Familie Last, Liner Notes von Thomas Macho (Co-Autor der James Last Biografie: „Non Stop Leben“), einen Text von Thomas Eggert (dem langjährigen Keyborder und guten Freund von James Last) sowie zahlreiche private und öffentliche Bilder und 5 Fotokarten mit interessanten Fakten zum Bandleader und seinen Erfolgen.

Die hochwertig designte Box ist streng limitiert und für jeden Hansi Fan ein absoluter Muss!

Wer sich über Jahrzehnte hinweg hat anhören müssen, dass solche Premiumprodukte angeblich nicht mehr gefragt seien, schnalzt mit der Zunge und hofft, dass dieses tolle Produkt ein Erfolg wird. Für den Preis von etwa sechs bis sieben CDs erhält man hier 25 Silberlinge mit über 40 James-Last-Alben und dazu ein tolles Booklet – klasse!!!

Und wer kein Gourmet ist, sich aber gerne an James Lasts unvergessenen Sound erinnert, auch dem wird etwas geboten: Auch das 3-CD-Set „The Very Best Of James Last“ kann sich sehen und vor allem hören lassen.

VÖ-Termin ist der 12. April 2019.