Carmen Nebel – Einschaltquote bietet Stoff für Diskussionen 0

Etwas enttäuscht war die Fangemeinde von Carmen Nebels Einschaltquote. Es gibt aber auch Fans, die meinen, dass nicht nur die Quote, sondern auch die Qualität der Show entscheidend sei.

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Davin Herbrüggen: Schlechtester Chartsentry eines DSDS-Siegers aller Zeiten 0

Im Duell der Altenpfleger hat Daniela Alfinito die Nase vorn…

Als Alphonso Williams 2017 DSDS gewann, konnte man ahnen, dass er nicht – wie viele seiner Vorgänger – kurzfristig die Charts erobern würde. Lieblos wurde mit ihm kein neuer Song, sondern ein Oldie präsentiert – Platz 21 war alles andere als gut ffür DSDS-Verhältnisse. Im vergangenen Jahr lief es besser  – kein Wunder: Mit Marie Wegener hat es ein Act geschafft, der zumindest Schlager-affin ist. Marie ist zwar keine klassische Schlagersängerin, hat sich dem Genre aber geöffnet und damit vermutlich die richtige Entscheidung getroffen: Sie arbeitet an einem zweiten Album und geht mit Andreas Gabalier auf Stadion-Tour.

Bei der Eurovision hat man den Schlager ja schon lange „ausgesperrt“ – mit bekanntem Ergebnis. In diesem Jahr treten an – naaaa? – richtig: Die Sisters. Unter ESC-Fans kursiert die Vermutung, dass die nicht einmal ein Album veröffentlichen werden. Ob es dem ehemaligen „Grand Prix“ wirklich gut zu Gesicht steht, nach regelmäßig desaströsen Platzierungen der letzten Jahre (Ausnahme: Zufallstreffer Michael Schulte), darf bezweifelt werden.

DSDS hatte sich – aus unserer Sicht klugerweise – dem Schlager geöffnet. In diesem Jahr gab es keinen Schlager-Act, der weit gekommen wäre in der Show. Gravierender: Nach längerer Zeit war kein Schlager-Experte in der Jury. Wie „erfolgreich“, das war, zeigte zunächst die Quote: Die Jubiläumsshow der ZDF-Hitparade zog viel viel mehr Zuschauer als das DSDS-Finale an. Zur „Belohnung“ für diesen „Erfolg“ wurde die Jury (anders als sonst) beibehalten.

Dass ganz offensichtlich auch Deutschlands bekannteste Castingshow den Nerv der Zeit nicht trifft und mit der Schlager-Verbannung komplett aufs falsche Pferd gesetzt hat, zeigt ein Blick in die Charts: David Herbrüggen erreichte gerade mal Platz 34.

Hier mal eine Übersicht:

2003 – Alexander Klaws – „Take Me Tonight“ – Platz 1
2004 – Elli Erl – „This Is My Life“ – Platz 3
2006 – Tobias Regner – „I Still Burn“ – Platz 1
2007 – Mark Medlock – „Now Or Never“ – Platz 1
2008 – Thomas Godoj – „Love Is You“ – Platz 1
2009 – Daniel Schumacher – „Anything But Love“ – Platz 1
2010 – Mehrzad Marashi – „Don’t Believe“ – Platz 1
2011 – Pietro Lombardi – „Call My Name“ – Platz 1
2012 – Luca Hänni – „Don’t Think About Me“ – Platz 1
2013 – Beatrice Egli – „Mein Herz“ – Platz 1
2014 – Aneta Sablik – „The One“ – Platz 1
2015 – Severino Seeger  „Hero Of My Heart“ – Platz 10
2016 – Prince Damien – „Glücksmoment“ – Platz 1
2017 – Alphonso Williams – „What Becomes Of the Broken Hearted“ – Platz 21
2018 – Marie Wegener – „Königlich“ – Platz 3
2019 – Davin Herbrüggen – „The River“ – Platz 34

Warum DSDS sich in diesem Jahr vom Schlager abgewandt hat, wissen wir nicht. Die „Quittung“ – so finden wir – ist gerecht und deutlich.

Nebenbei bemerkt: Davin Herbrüggen und Daniela Alfinito sind quasi „Kollegen“ – beide gehen dem Besuch des Altenpflegers bzw. der Altenpflegerin nach. Daniela Alfinito ist seit 17 Wochen in den Albumcharts und kam mit ihrem Album bis auf Platz 1. Wir von den Schlagerprofis wagen zu bezweifeln, dass Davins Siegertitel es überhaupt auf eine zweite Chartswoche in den Single-Charts schafft. Okay, wir vergleichen hier Singles- mit Alben-Charts. Wir sind aber sicher, dass sich bei der VÖ eines Davin-Albums ein ähnliches Bild ergibt.

Einmal mehr können wir nur den Kopf schütteln, warum der Schlager am Publikumsgeschmack vorbei mit Füßen getreten wird. Nach unserer Überzeugung hätte DSDS mit mehr Schlager-Affinität 2019 deutlich bessere Quoten holen können. Ob es da eine kluge Entscheidung war, angesichts dieser „Erfolge“ ausgerechnet diesmal die Jury so zu belassen wie sie ist, wird sich im Jahr 2020 zeigen…

Amadeus-Award: Ist Schlager-Bashing wieder salonfähig geworden? 2

+++Schlagerprofis-Kolumne+++Schlagerprofis-Kolumne+++

Beim ORF, das den österreichischen Musikpreis Amadeus ausgestrahlt hat, macht man sich gerne arrogant über diese Musikrichtung lustig. „Rein von der Wahrscheinlichkeit her, muss es jemanden geben, der diese Musikrichtung mag“ – mit dieser asozialen Ansage und anderen überaus arroganten Statements wurden die Nominierten in der Kategorie „Schlager /
Volksmusik“ präsentiert.

Willkürliche Preisverleihung nach „Nase“, nicht nach künstlerischem Anspruch oder Erfolg?

Nominiert war Andreas Gabalier, der mit weitem Abstand das genreübergreifend erfolgreichste Album 2018 in Österreich veröffentlicht hat („Vergiss mein nicht“). Das interessiert die Macher des Amadeus nicht die Bohne. Weil Gabalier im Gegensatz zu anderen nicht nur „a Meinung hat“, sondern diese auch noch kundtut, wurde er NICHT ausgezeichnet – unfassbar. Dass eine überwältigende Mehrheit der Österreicher Gabalier toll findet, war den Juroren scheißegal – man zeichnet „die Mayerin“ aus. Das mag eine gute Sängerin sein, aber die Auszeichnung gegen Gabalier ist schlicht lächerlich.

Toleranz als Einbahnstraße

Interessant ist, dass ausgerechnet der Moderator (also die Person, die früher mal Concita Wurst war,) das normal fand und hier KEIN Statement für Toleranz für Andreas Gabalier losließ – lieber wird der eigenen Person gegenüber Toleranz eingefordert. Wie Andreas zurecht sagt, ist auch hier Toleranz eine Einbahnstraße. Für bärtige Frauen soll jeder höchste Toleranz zeigen – aber nicht für einen sehr beliebten Volks Rock’n’Rollers.

Erfolg als Negativmerkmal für Qualität?

Wenn viele der Preisträger nicht einmal die kleinsten Hallen füllen und in der gesamten Karriere weniger CDs verkaufen als Andreas Gabalier in einem Monat, muss das doch dem einen oder anderen zu denken geben? Man muss sich das mal vorstellen, wenn Profis wie Gabalier und sein Umfeld Musik produzieren, die Millionen von Menschen berührt und dann diese unfassbare Arroganz dem entgegenschlägt, die Musik klein bzw. schlecht geredet wird – gerade Gabalier hatte damit von Beginn an zu kämpfen.

Was zeichnet den BESTEN(?) Liveact aus?

Schlagerproduzenten müssen sich rechtfertigen – warum eigentlich? Auch in diesem Sommer wird Andreas Gabalier wieder tolle Konzerte geben. Trotz gigantischer Live-Konzerte in Österreich war er NICHT(!) bester Liveact. Stellt sich die Frage: was heißt das, „Bester Live Act“? Wer am besten performt ? Wer die meisten Tickets verkauft? Wer die geilste Show macht, das beste Licht ? Andreas Gabalier ist hinsichtlich der Ticketverkäufe auch und gerade in seinem Heimatland Österreich das Maß aller Dinge. Wertschätzung gibt es dafür nicht. Wie sagt man so schön und zurecht? „Neid ist die höchste Form der Anerkennung“.

Respekt nicht nur für Andreas Gabalier, sondern auch für sein Umfeld

Dennoch finden wir es schade, dass ganz aktuell trotz klarer Popularitätsbeweise der Erfolg deutscher Schlagersänger derart mies runtergespielt und –geredet wird. Gerade, was die Elite des Genres angeht und gerade die, die eben NICHT nur Vollplayback singen wie eben Andreas Gabalier, haben verdient, auch honoriert zu werden. Das gilt nicht nur für Andreas Gabalier und seine Kollegen, sondern auch und gerade für das Umfeld der Stars, die unermüdlichen Starproduzenten und Songschreiber, die trotz aller Diskriminierung ihren Streifen einfach weiter durchziehen. Denen zollen wir von den Schlagerprofis Respekt.